Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Dactylĭum oogenum bis Dagana (Bd. 4, Sp. 412 bis 413)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Dactylĭum oogenum, s. Meyers Eierpilze.
 
Artikelverweis 
Dädalĕum (griech.), s. Meyers Stroboskop.
 
Artikelverweis 
Dädalos, der mythische Repräsentant aller Kunstübung bei den Griechen, wie schon der »Künstler« bedeutende Name zeigt, eine bloße Personifikation, auf die man die ältesten Erzeugnisse der Architektur. Holzschnitzkunst und die nützlichsten technischen Erfindungen (die Axt, den Bohrer, die Setzwage u. a.), deren Urheber unbekannt waren, zusammentrug. Spätere Zeit hat die verschiedenen Lokalsagen von D. in Verbindung gebracht. Sohn oder Enkel des Atheners Eupalamos (d. h. des

[Bd. 4, Sp. 413]


»Kunstfertigen«) und Urenkel des Königs Erechtheus, tötete er aus Neid seinen erfinderischen Schüler und Neffen Talos und floh, vom Areopag zum Tode verurteilt, zum König Minos von Kreta. Hier verfertigte er die Kuh der Pasiphaë (s. d.) und erbaute das Labyrinth, ward aber von Minos, weil er Ariadne (s. d.) zur Rettung des Theseus geholfen, mit seinem Sohn Ikaros ins Labyrinth gesperrt. Sie entflohen mittels künstlicher Flügel von Wachs und Federn. Ikaros (s. d.) stürzte ins Meer; D. aber entkam nach Sizilien zu König Kokalos, dessen Töchter den verfolgenden Minos in einem warmen Bad erstickten (s. Meyers Minos). In Sizilien zeigte man an verschiedenen Orten angebliche Bauwerke von ihm, ebenso in Sardinien und Italien, wo man ihm in Cumä den Apollotempel zuschrieb. In Griechenland führte man eine Reihe uralter Holzbilder auf ihn zurück. Er sollte zuerst menschliche Gestalten mit geöffneten Augen, ausschreitenden Füßen und beweglichen Armen dargestellt haben. Die Kunst behandelte von der Dädalossage besonders das Zimmern der Kuh der Pasiphaë, das Anfertigen der Flügel (s. Abbildung) und den Sturz des Ikaros (häufig in pompejanischen Wandbildern).
 
Artikelverweis 
Dadapbaum, s. Erythrina.
 
Artikelverweis 
Dadūchos (griech.), Fackelträger, Titel des zweiten Oberpriesters bei den eleusinischen Mysterien. Vgl. Eleusis.
 
Artikelverweis 
Daendels (spr. dān-), Herman Willem, niederländ. General, geb. 21. Okt. 1762 zu Hattem im Geldernschen, gest. 2. Mai 1818, war Rechtsanwalt in seiner Vaterstadt, nahm als Anhänger der Patrioten 1787 an den Unruhen teil und mußte nach Dünkirchen fliehen. 1793 leistete er als Oberstleutnant dem General Dumouriez bei dessen Zuge gegen Holland Dienste, wurde 1794 Brigadegeneral, nahm bei dem neuen Zuge gegen Holland unter Pichegru (1795) die Insel Bommel und das Fort St. Andries, trat nach der Proklamation der Batavischen Republik als Divisionsgeneral in deren Dienste und übte bei den Regierungs- und Verfassungsveränderungen Einfluß aus. Mit dem General Brune operierte er 1799 in Nordholland mit Erfolg gegen die Engländer und Russen, aber Anfeindungen bewogen ihn, 1802 seine Entlassung zu nehmen. Beim Ausbruch des Krieges von 1806 erhielt er vom König von Holland das Kommando einer Division und bemächtigte sich im Oktober Ostfrieslands und Westfalens, wofür er zum General der Kavallerie und im Februar 1807 zum Marschall von Holland und Generalgouverneur der ostindischen Besitzungen ernannt wurde, die er von 1808 bis kurz vor der englischen Invasion 1811 mit Umsicht verwaltete. Mehrerer Willkürlichkeiten angeklagt, ward er vom Kaiser Napoleon zurückgerufen, machte sodann unter diesem den Feldzug von 1812 bis 1813 mit und verteidigte Modlin. Im Oktober 1815 erhielt er den Auftrag, die Verwaltung der wiedererworbenen Besitzungen auf der Goldküste von Afrika zu ordnen. Er beförderte die Anlegung neuer Pflanzungen und schaffte den Sklavenhandel ab. Vgl. Mendels, H. W. D. voor zijne benoeming tot gouvern.-generaal van Oost-Indië (Haag 1890).
 
Artikelverweis 
Daeva, s. Meyers Dew.
 
Artikelverweis 
Daffinger, Moritz Michael, Maler, geb. 25. Jan. 1790 in Wien, gest. daselbst 22. Aug. 1849, wurde auf der Akademie Schüler Fügers und widmete sich dann der Porzellanmalerei. Seit 1809 war D. ausschließlich im Porträtfach und zwar insbes. mit der Elfenbeinminiaturmalerei beschäftigt. Später ließ er sich von dem englischen Porträtmaler W. Lawrence beeinflussen, der 1815 aus Anlaß des Kongresses in Wien anwesend war. Seine Porträte, über 1000 an der Zahl (Herzog von Reichstadt, Kaiser Franz Joseph als Kind, die Familie Metternich, Grillparzer u. a.), sind meist im Besitz der österreichischen Aristokratie.
 
Artikelverweis 
Dag (Dagr, »Tag«), in der nord. Mythologie Sohn Dellings und der Nôtt (»Nacht«). Er umfährt täglich auf einem Wagen die Erde, wobei sein Pferd Skinfaxi (»Glanzmähne«) Luft und Erde erleuchtet.
 
Artikelverweis 
Dagadó Forrás (spr. -fórrāsch), Schwefelquelle in Ungarn, s. Meyers Kalugyér.
 
Artikelverweis 
Dagana (Daghana), Hauptort des gleichnamigen Kreises in der franz. Kolonie Senegal, am linken Ufer des Senegal, inmitten schöner Gärten und Pflanzungen, hat ein Fort und (1885) 5275 Einw., die mit den Trarza Tauschhandel treiben.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: