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Dachschiefer bis Dachshund (Bd. 4, Sp. 408 bis 409)
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Artikelverweis Dachschiefer, ein meist dunkelblauer, seltener grauer (Lahn, Sauerland), roter oder grüner (England, Frankreich) Tonschiefer, der sehr vollkommen- und ebenschieferig ist (meist nach der transversalen Schieferung), leicht spaltet und deshalb zum Dachdecken sehr geeignet ist. Guter D. enthält etwa 56 Proz. Kieselsäure und 21 Proz. Tonerde; Beimengungen von Kohle, Kalk, Schwefelkies, Eisenoxyd etc. in größern Mengen machen den D. unbrauchbar. D. findet sich besonders in der Silur- und Devonformation, in Deutschland bei Lehesten, Gräfenthal und andern Orten in Thüringen, an der Mosel in den Kreisen Kochem und Mayen, am Rhein bei Kaub und Oberwesel, auch an der Nahe, an der Lahn, im westfälischen Sauerland und am Harz, ferner in Böhmen, Mähren, in den Ardennen, in Belgien, Luxemburg, Wales, bei Angers an der Loire und in Portugal

[Bd. 4, Sp. 409]


Man gewann ihn früher (seit 16. Jahrh.) im Tagebau, gegenwärtig vorzugsweise in unterirdischem Betrieb. Vgl. Knoch, Der D. in der Baupraxis (Berl. 1895).
 
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Dachschindeln, dünne Hölzer zur Herstellung der Schindeldächer, werden aus Nadel-, seltener aus Cichen-, Espenholz u. a. in der Richtung der Spiegel, also keilförmig gespalten, beschnitten, an der dünnen Längskante zugeschärft und an der dicken mit einer Furche versehen, in welche die scharfe Kante der nächsten Schindel eingreift. Die Schindelmaschine zur Herstellung der D. schneidet diese mit einer Kreissäge, glättet sie mit Messern und bildet Nut und Feder mit zwei kleinen Kreissägen.
 
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Dachschlauch, s. Meyers Dachrinne.
 
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Dächsel, der Dachshund, s. Meyers Hund.
 
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Dachsfelle, die Felle des gemeinen Dachses, werden zu Vorlagen, zum Schmücken der Kummete (Fuhrmannsdachs), zum Überziehen von Tornistern etc., meist aber zu Pinseln verarbeitet. Die Felle des amerikanischen Dachses, die zwar ungefähr dasselbe Aussehen, aber viel feineres und dichteres Haar besitzen, verarbeitet man zu Muffen, Boas, Besätzen etc. Häufig werden einzelne Haare (Dachsspitzen) zur Verschönerung in allerlei dunkles Pelzwerk eingesetzt.
 
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Dachsfinder, ein Hund, der zur nächtlichen Hetze auf Dachse abgerichtet ist.
 
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Dachsgabel, zweizinkige Gabel mit Stiel, mit der man beim Graben oder der Nachthatz den Dachs ersticht.
 
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Dachshaken, eiserner Haken, mit dem man den Dachs, auch Fuchs, beim Graben aus der Röhre zieht.
 
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Dachsharn, s. Meyers Klippschliefer.
 
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Dachshaube (Dachssack), sackförmiges Netz, das man vor die Röhren stellt, um die nachts zu Bau getriebenen Dachse zu fangen.
 
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Dachshund, s. Meyers Hund.

 

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