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Dachkamm bis Dachrinne (Bd. 4, Sp. 407)
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Artikelverweis Dachkamm, Bekrönung des Dachfirstes (s. Meyers Dach. S. 404).
 
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Dachklappen, s. Meyers Dachfenster.
 
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Dachlauch, s. Sempervivum.
 
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Dachleiter, s. Meyers Feuerleitern.
 
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Dachpappe (Stein-, Teerpappe), aus Wollhadern erzeugte zähe, filzige, mit Teer getränkte Pappe, die zum Dachdecken, zum Bekleiden von Mauerwerk etc. als Schutz gegen Feuchtigkeit benutzt und oft zur Vermehrung der Haltbarkeit mit Sand bedeckt wird. Das Tränken mit Teer findet entweder mit der fertigen Pappe statt, die man mittels Walzen durch heißen Teer zieht, seltener durch Vermischen des Papierzeuges mit Teer und Verarbeiten auf einer Papierzylindermaschine. Asphaltdachfilz ist ein ähnliches Fabrikat aus komprimierter Watte, die aus Abfällen von Flachsspinnereien hergestellt wird. D. soll schon 1785 von Faxa in Schweden zur Bekleidung von Schiffen benutzt worden sein. Über die Herstellung der Dachpappendächer s. Meyers Dachdeckung. Vgl. Luhmann, Die Fabrikation der D. (2. Aufl., Wien 1902); Maas, Der Asphaltdachfilz (4. Aufl., Berl. 1894); Hoppe u. Röhming, Das doppellagige Asphaltpappdach (Halle 1889).
 
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Dachpfannen, s. Meyers Mauersteine.
 
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Dachpix, dickflüssiges Gemisch aus Magnesiumsilikat, Metalloxyden, fetten Ölen und eigens behandeltem Teer, dient zum Anstrich von Metalldächern und zur Herstellung von Papp- und Holzzementdächern.
 
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Dachrähme, s. Meyers Dachstuhl.
 
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Dachrecht, soviel wie Traufrecht.
 
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Dachreiter, aus dem Dachfirst hervortretender kleiner Turm zur Verschönerung und Bereicherung der Umrißlinie des Gebäudes, auch zum Anbringen einer Uhr, einer kleinen Glocke etc. Die D. gehören insbes. den mittelalterlichen Bauweisen an und finden sich namentlich auf der Firstkreuzung über der Vierung gotischer Kirchen.
 
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Dachrinne, eine am untern Rande der Dachfläche, der Dachtraufe, angebrachte, zur Aufnahme und Ableitung des Wassers bestimmte Rinne aus Stein, Holz oder Metall oder aus einer Vereinigung zweier dieser Stoffe. Die steinernen, der antiken und mittelalterlichen Bauweise angehörigen Dachrinnen werden mit flacher Vertiefung und sehr geringem Längsgefälle in die oberste Dachgesimsschicht eingearbeitet und haben oft Metall- (meist Blei-) Auskleidung (Fig. 1, S. 408). Reine Holzrinnen kommen nur bei ganz untergeordneten Baulichkeiten vor. Metallrinnen (aus Zink, Kupfer, verzinktem Eisenblech) werden entweder der Traufe frei auf Rinneisen vorgehängt (Fig. 2) oder auf die Traufe aufgelegt (Fig. 3), oder als »Kastenrinnen« auf das Dachgesims gelegt (Fig. 4). Immer ist die Rinne so anzulegen, daß das von ihr aufgefangene Wasser nicht unter die Dachfläche und in den Dachraum tritt. Wird eine Metallkastenrinne nicht auf eiserne Halter (Rinneisen),

[Bd. 4, Sp. 408]


sondern in einen Holzkasten gelegt, so heißt sie eine eingebettete D. Die Kastenrinnen werden unter Umständen auch im Dachinnern, hinter dem Drempelrähm, angeordnet (nach ihrem Erfinder Knoblauchsche Rinne). Die Ableitung des Wassers aus der Rinne geschieht durch (steinerne oder metallene) Wasserspeier (s. d.) oder durch Abfallrohre (Dachrohre, Dachschläuche, Dachgossen), d. h. am Gebäude senkrecht herunterlaufende und durch eiserne Bänder (Schlaucheisen, Rohrschellen) an der Mauer befestigte oder auch in die Mauer gelegte Rohre aus Metall, selten Stein.

Vgl. O. Schmidt, Anfertigung der Dachrinnen in Werkzeichnungen (Weim. 1893).

 

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