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Dacha bis Dachdeckung (Bd. 4, Sp. 405 bis 406)
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Artikelverweis Dacha, s. Meyers Haschisch.
 
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Dachá, in Sibirien ein aus Ziegen-, Renntier-, Hundefellen u. a. gemachter Pelz, dessen Haare nach auswärts stehen; wird als Reisepelz über den gewöhnlichen Pelz gezogen.
 
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Dachalieh, s. Dakalieh.
 
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Dachau, Flecken und Bezirksamtshauptort im bayr. Regbez. Oberbayern, auf einer Anhöhe an der Amper und an der Staatsbahnlinie München-Ingolstadt-Hof, 505 m ü. M., hat 2 kath. Kirchen, ein hochgelegenes Schloß, ein Denkmal des Kurfürsten Karl Theodor, Waisenhaus, Rettungsanstalt, Amtsgericht, Papier- und Malzfabrikation, Bierbrauerei, Getreide- und Holzhandel und (1900) 5055 fast nur kath. Einwohner. Das Dachauer Moos, die hier am rechten Amperufer liegende sumpfige Ebene, ist größtenteils in Wiesen umgewandelt. D. war im Mittelalter der Stammsitz eigner Grafen aus dem Hause Scheyern, die 1182 ausstarben, worauf es durch Kauf an das Haus Wittelsbach kam. Im Dreißigjährigen Krieg eroberten es die Schweden 1633 und später (1648) die Kaiserlichen nach einem nicht unbedeutenden Gefecht (6. Okt.) daselbst.
 
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Dachauer Banken (Sandbanken), Schwindelanstalten, die 1871 und 1872 in München bestanden und gegen sehr hohe Zinsen Depositengelder auf kurze Kündigung annahmen, indem sie darauf rechneten, aus immer weiter folgenden neuen Einlagen Verzinsung und etwaige Kapitalrückzahlungen bestreiten zu können. Die Sucht, hohe Zinsen zu erlangen, hatte die Zurückziehung von Geldern aus den öffentlichen Sparkassen, Kündigung von Hypothekendarlehen, Aufnahme von Hypothekengeldern und damit eine allgemeine Kalamität zur Folge, welche die Regierung in amtlichen Erlassen beklagte. Die bekannteste der Anstalten (ursprünglich in der Dachauer Straße in

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München befindlich, daher der Name) war die der ehemaligen Schauspielerin Adele Spitzeder (gest. 1895), die am 20. Juli 1873 wegen betrügerischen Bankrotts zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Die Einlagen bei der Spitzeder berechneten sich auf ungefähr 81/2 Mill. Gulden von ca. 30,000 Gläubigern. Vgl. Gugl, Die D. B. (Münch. 1872).
 
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Dachausmittelung, s. Meyers Dach, S. 404.
 
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Dachbau, soviel wie Rückenbau, s. Meyers Bewässerung, S. 795.
 
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Dachbinder, s. Meyers Dachstuhl, S. 409.
 
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Dachblech, s. Meyers Eisenblech.
 
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Dachdecker, jeder Handwerker oder Arbeiter, der das Deckmaterial auf die Dächer bringt und dort befestigt, im engern Sinn der Handwerker, der die Eindeckung von Dächern mit Ziegeln oder Schiefer ausführt. Ziegeldächer werden teils von Maurern, teils von besondern Ziegeldeckern eingedeckt. Schieferdächer werden in der Regel vom Schieferdecker, Kupferdächer vom Kupferschmied, Zink-, Blech- und Bleidächer vom Klempner eingedeckt. Strohdächer decken entweder die Landleute selbst oder Tagelöhner, die sich ausschließlich damit beschäftigen; Bretter- oder Schindeldächer schlagen die Zimmerleute auf.
 
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Dachdeckung (hierzu Tafel Meyers »Dachdeckung«), der auf dem Dachstuhl (s. d.) ruhende, zum Schutz des Gebäudes bestimmte Teil des Daches. Sie besteht aus dem Deckmaterial und einer zu dessen Unterstützung und Befestigung dienenden Unterlage. Die harte Deckung wird mit Schiefer oder andern natürlichen Steinen, mit Ziegeln oder andern künstlichen Steinen, auch mit Glas oder Metall, insbes. mit Zink, verzinktem Eisenblech, Kupfer oder Blei, die weiche Deckung mit Holz, Stroh, Rohr, Pappe, Asphalt oder Holzzement bewirkt. Das Ziegeldach erhält eine Neigung von mindestens 33°; besser macht man es steiler. Nach der Form der Dachziegel sind Flachziegel-, Hohlziegel- und Falzziegeldächer zu unterscheiden. Die Flachziegel- (oder Biberschwanz-) Dächer sind je nach der Art ihrer Eindeckung: Spließdächer, mit 20 cm Lattungsweite, bei denen jede Latte eine einfache Dachsteinreihe trägt und unter die Stoßfugen der Ziegel, die sich nicht überdecken, Spließe gelegt werden (Fig. 1); Doppeldächer (Lattungsweite 14 cm, die Dachsteine überdecken sich um etwa zwei Drittel ihrer Länge und bedürfen keiner Spließe, Fig. 2); Kronen oder Ritterdächer (25 cm Lattungsweite, jede Latte trägt eine doppelte Ziegelreihe, Spließe sind auch nicht erforderlich, Fig. 3). In Fig. 4 u. 5 ist die Bildung des Firstes und einer Metallkehle beim Biberschwanzdach dargestellt. Zu den Hohlziegeldächern gehören: das eigentliche Hohlziegeldach (Priependach), dessen Steine Mönche und Nonnen heißen und sich nach Fig. 6 überdecken; das Pfannendach (Fig. 7); das Krempziegeldach (Fig. 8). Von Falzziegeldächern gibt es die verschiedensten Sorten, bei denen allen die Falzziegel mit Falzen und Leisten an den Rändern genau ineinander passen, so daß sich ohne Mörtelverstrich einigermaßen dichte Dächer ergeben (Fig. 9). Ziegeldächer sind im allgemeinen billig, dauerhaft, feuersicher; ihre Schwere erfordert aber starke Dachstühle. Bei Schieferdächern schwankt die Neigung je nach der Art der Deckung. Es gibt zwei Deckarten. Die englische, für Dächer mit Neigung von 27° an, benutzt auf Schalung oder Lattung durchschnittlich 50: 25 cm große Schieferplatten in der Regel nach Art des Ziegeldoppeldaches (Fig. 10) oder auch in schräger Richtung (Fig. 11) oder sogen. Schablonenschiefer (Fig. 12). Die deutsche Deckung, für steilere Dächer von 15° an, wird auf Schalung mit kleinern Schieferstücken nach Fig. 13 bewirkt. Die Schiefer werden genagelt; bei Eisenpfetten eiserner Dachstühle werden die Nägel durch Umbiegen befestigt (Fig. 14). Die Schieferdächer sind vergleichsweise leicht und dicht, haben ein gefälliges Äußere; ihre Steine klappern aber leicht bei Sturm und springen bei starker Hitze eines Brandes. Die Metalldächer erhalten Neigungen von 512° und erfordern, wenn sie mit glatten Metallblechen gedeckt werden, eine Verschalung, während sie bei Anwendung von gewellten oder gerippten Metallblechen auch allein durch Latten oder Pfetten unterstützt werden können. Das minderwertigste, zurzeit aber wohl verbreitetste Metalldach ist das Zinkdach aus glattem oder Wellblech. Die Eindeckung mit Zinkblech erfolgt in verschiedener Weise. Beim Falzdach werden die rechtwinkeligen Bleche mittels Falze verbunden. Beim Leistendach werden sie in der Fallrichtung an den Seiten aufgekantet und über zwischengelegten Holzleisten durch Blechstreifen (Kappen), die durch Zink- oder Eisenhafter gehalten werden, verbunden (Fig. 15). Bei der Rautendeckung für steilere Dächer, Mansarden etc. werden quadratische Bleche an allen vier Seiten durch einfache wulstförmige Falze verbunden. Die Zinkwellbleche erfordern bei einer Überdeckung von etwa 10 cm eine Unterstützung nur in der Mitte und an den Enden durch hölzerne oder eiserne Latten, an denen sie mit Zinkhaften befestigt werden. Statt der Zinkbleche kommen auch verzinkte Eisenbleche zur Verwendung, die kleinere oder größere Platken bilden und an den Seitenkanten mit sich überdeckenden Wulften versehen werden. Ebenso treten an Stelle der Zinkwellbleche in neuerer Zeit der noch größern Tragfähigkeit wegen verzinkte Eisenwellbleche, die auf hölzerne oder eiserne Pfetten gelegt und mit denselben vernietet oder verschraubt werden. Hierher gehört die in Fig. 16a-d dargestellte D. mit dem sogen. Blechschiefer. Über bombierte Dächer s. Meyers Dach, S. 405. Die Kupfer- und Bleidächer werden ganz ähnlich hergestellt wie die Zinkdächer. Sie sind, namentlich das Kupferdach, viel haltbarer und schöner, aber auch teurer als jene. Zur Erhellung des Dachraumes werden, wenn nicht besondere Dachfenster angeordnet werden, Glasziegel verwendet, die den gebrannten Ziegeln ähnlich geformt sind und in gewöhnlicher Weise zwischen letztere eingedeckt werden. Größere Lichtflächen in Dächern werden als Oberlichte (s. d.) hergestellt.
   Die zur weichen Deckung gehörigen Holzdächer bestehen entweder aus Schindeln von Tannen-, Fichten- oder Eichenholz, die auf Lattung, oder aus gespundeten oder verleisteten Brettern, die auf die Dachpfetten genagelt werden. Die Stroh- und Rohrdächer erhalten eine Neigung von über 50° und werden aus Bündeln (Schauben) von Stroh, bez. Rohr hergestellt, die man in doppelten Lagen von 30 bis 40 cm Dicke mittels Strohbänder auf Dachlatten befestigt (Fig. 17). Die schönen und namentlich für landwirtschaftliche Zwecke praktischen Strohdächer sind jetzt leider vielfach ihrer Feuergefährlichkeit wegen polizeilich verboten. Die Strohlehm- oder Streichschindeln sind aus Querstöcken, Stroh und Lehm bereitete Tafeln von 710 cm Dicke, die im Verband mittels Bindeweiden auf Latten befestigt (Fig. 18) und in den Fugen mit Lehm verstrichen werden. Die Deckung mit Dach- oder Steinpappe oder Dachfilz erfordert eine Dachneigung von 1015° und bedarf einer Schalung, worauf die Pappe in Rollen mit Überdeckung ausgezogen und an den Fugen mit

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Teer und Steinkohlenpech gedichtet wird. Nach der Deckung bestreicht man das Dach mit einer Mischung aus Teer und gelöschtem Kalkpulver und bestreut die ganze Fläche mit scharfem, gesiebtem Flußsand oder mit Steinkohlenasche, was alle 2 Jahre wiederholt werden muß. Zu den Estrichdächern, welche die aus einzelnen Stücken zusammengesetzte D. durch eine über die ganze Dachfläche ausgebreitete Masse ersetzen, gehören: die Asphaltbedachung, das nach seinem Erfinder genannte Dornsche Dach (Fig. 19), die Lehm-, Holzkohlen- und Steinkohlenaschen-Mastixdächer und das in neuerer Zeit sich verbreitende Holzzementdach. Über dieses s. Meyers Holzzement.

 

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