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Czerniejewo bis Czibakháza (Bd. 4, Sp. 400 bis 401)
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Artikelverweis Czerniejewo, s. Meyers Schwarzenau.
 
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Czerni Kamen (spr. tschér-), Berg, s. Meyers Fátra.
 
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Czerninsche Gemäldegalerie (spr. tsch-), im Palais des Grafen Czernin zu Wien, enthält etwa 300 Gemälde meist niederländischer Meister (Rubens, van Dyck, Ruisdael, Potter, Rembrandt, van Huysum und van der Meer).
 
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Czerni-Vrh (spr. tschér-), Berg, s. Meyers Kroatien-Slawonien.
 
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Czernoseker (spr. tschér-), s. Meyers Böhmische Weine.
 
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Czernowitz (spr. tschér-, rumän. Cernăuz), Hauptstadt des österreich. Herzogtums Bukowina, 248 m ü. M., auf einer Anhöhe am rechten Ufer des Pruth, über den eine 232 m lange Gitterbrücke und eine Eisenbahnbrücke führen, unweit der rumänischen und russischen Grenze, an der Staatsbahnlinie Lemberg-C.-Itzkany und der Lokalbahn C.-Nowosielitza gelegen. Bemerkenswert sind: der Austriaplatz mit dem Austriadenkmal (1875), der Volksgarten, die neue griechisch-orientalische Domkirche (1864), die armenisch-kath. Kirche (1875), die Synagoge, das Regierungsgebäude und die erzbischöfliche Residenz. C. hat elektrische Straßenbahn und zählt mit seinen fünf Vorstädten (1900) einschließlich der Garnison (2965 Mann) 67,622 Einw. (34,411 Deutsche, 13,030 Ruthenen, 9400 Rumänen und 8601 Polen; darunter 21,587 Israeliten). Die Industrie ist durch Bierbrauereien, Dampfmühlen, eine Dampfsäge, Ölfabrik, Maschinenfabrik etc. vertreten; der Handel in Holz, Vieh etc. ist lebhaft. An Bildungsinstituten besitzt C. die 1875 errichtete deutsche Franz Josephs-Universität mit griechisch-orientalisch theologischer, rechts- und staatswissenschaftlicher und philosophischer Fakultät, Bibliothek (50,000 Bände), botanischem Garten, chemischem Laboratorium nebst naturhistorischen Museen und 1900: 42 Lehrern und 392 Studierenden. Außerdem sind vorhanden: ein Ober- und ein Untergymnasium, eine Oberrealschule, eine Staatsgewerbeschule, eine Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalt u. eine landwirtschaftliche Lehranstalt, ein Landesmuseum und ein Theater. C. ist Stadt mit eignem Statut und Sitz des Landtags sowie der Landesregierung der Bukowina, einer Bezirkshauptmannschaft (für die Umgebung von C.), eines Landesgerichts, einer Finanzdirektion, eines Brigadekommandos, einer Postdirektion, einer Handels- und Gewerbekammer, eines griechisch-orientalischen Erzbistums und hat eine Bodenkreditanstalt, Filiale der Österreichisch-Ungarischen Bank, Sparkasse, Strafhaus, eine Kranken-, Irren- und Gebäranstalt. C. war vor einem Jahrhundert noch ein unbedeutendes Dorf; 1816 zählte es erst 5416 Einw.
 
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Czerny (spr. tscher-), 1) Georg Petrović, genannt Karageorg (»schwarzer Georg«), Anführer der Serben im Freiheitskampfe, geb. 21. Dez. 1766 in Wischewatz bei Kragujewatz von armen Eltern, gest. 1817, nahm schon 1787 an der ersten Erhebung des serbischen Volkes gegen die türkische Herrschaft teil, mußte aber fliehen, wobei er, ehe er über die Save ging, seinen Vater erschoß, der ihm zu folgen sich weigerte, den er aber nicht in die Hände der Türken fallen lassen wollte, und trat in das serbische Freikorps, das mit den Österreichern gegen die Türken kämpfte. Nach dem Frieden von Sistowa (1791) wandte er sich wieder nach Österreich und wurde Waldhüter eines Klosters. Später kehrte er nach Topola in Serbien zurück und ward Viehhändler. Als aber die Janitscharen in Belgrad den milden Pascha Hadschi Mustafa 1801 und alle angesehenen Männer ermordeten, auch das Volk hart bedrückten, stellte sich C. 12. Febr. 1804 in Sibnitza an die Spitze der Erhebung, und eine Versammlung in Semendria ernannte ihn zum Befehlshaber der serbischen Streitmacht. 1804 und 1805 säuberte er das ganze Land von den Türken, denen nur Belgrad verblieb. Da aber C. mit den serbischen Aristokraten zerfiel, die durch ihn ihre Macht gefährdet glaubten und der Skupschtina, mit der C. zu regieren gedachte, 1805 unter russischem Einfluß einen zwölfgliederigen Senat entgegenstellten, so drangen Ende 1806 die Türken von neuem ins Land und schlugen das Heer der Aristokraten. C. wurde durch seinen Sieg am Mischarsko-Polje und die Eroberung Belgrads zum zweitenmal der Befreier seines Vaterlandes und 1810 auch von den Russen als »Oberfeldherr von Serbien« anerkannt sowie 1811 auf einer Volksversammlung zum alleinigen Kriegsherrn ernannt, während der Senat die Leitung der Zivilangelegenheiten erhielt. Er lebte nun auf seinem Bauerngut zu Topola zwei Jahre lang als Gebieter Serbiens, während die Pforte im Bukarester Frieden Serbien eine gewisse Unabhängigkeit zugestand. Als aber im Kampf gegen Frankreich 1813 der Zar Serbien der Pforte preisgab, schwächte C. durch Teilung seine Streitmacht, trat im Oktober nach Österreich über und wurde dann zu Chotin in Bessarabien interniert. Erst 1817 kehrte er mit neuen Befreiungsplänen nach Serbien zurück, wurde aber auf des Fürsten Milosch Veranstaltung in Adzagna bei Semendria ermordet (vgl. Ranke, Die serbische Revolution, Hamb. 1829). Über seinen Sohn s. Meyers Alexander 23).
   2) Karl, Klavierspieler und Komponist, geb. 20. Febr. 1791 in Wien, wo sein Vater, Wenzel C., ein geborner Böhme, Klavierlehrer war, gest. daselbst

[Bd. 4, Sp. 401]


15. Juli 1857, machte seine Studien unter Beethoven und zählte bald selbst zu den angesehensten Künstlern Wiens. Neben Hummel wurde er später als das Haupt der von Mozart begründeten Wiener Klavierschule allgemein anerkannt. Namentlich von 1818 an entfaltete er eine höchst erfolgreiche Lehrtätigkeit, der unter andern Liszt, Döhler und Th. Kullak ihre Ausbildung verdanken, zugleich aber eine erstaunliche Fruchtbarkeit als Komponist. Seine Arbeiten auf diesem Gebiet, über 1000 Werke, meist für Klavier sind aber der Vergessenheit anheimgefallen und gehören z. T. der inhaltlosen Salonmusik an. Dauernd geschätzt sind aber einige seiner Etüdenwerke: »die Schule der Geläufigkeit«, »der Fingerfertigkeit«, »der Verzierungen«, »des Virtuosen«, die »40 täglichen Studien« etc. Er hinterließ ein ansehnliches Vermögen, das er testamentarisch zu Zwecken der edelsten Art bestimmte.
   3) Vinzenz, Chirurg, geb. 19. Nov. 1842 in Trautenau, studierte in Wien, wurde Assistent an Billroths Klinik und ging 1871 als Professor der Chirurgie und Direktor der chirurgischen Klinik nach Freiburg i. Br. und 1877 in gleicher Eigenschaft nach Heidelberg. Hochverdient um die moderne Chirurgie, förderte er namentlich die Operationen am Kehlkopf, der Speiseröhre, am Magen und Darm, an Niere und Gebärmutter sowie die Radikaloperationen der Eingeweidebrüche. Er schrieb: »Über die Beziehungen der Chirurgie zu den Naturwissenschaften« (Freiburg 1872); »Beiträge zur operativen Chirurgie« (Stuttg. 1878); auch ist er Mitherausgeber der »Beiträge zur klinischen Chirurgie« (Tübing., seit 1884) und der »Mitteilungen aus dem Grenzgebiete der Medizin und Chirurgie« (Jena, seit 1896).
 
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Czersk (spr. tsch-), Dorf im preuß. Regbez. Marienwerder, Kreis Konitz, am Czersker Fließ und der Staatsbahnlinie Schneidemühl-Güldenboden, hat eine kath. Kirche, Wiesenbauschule, Dampfschneidemühlen, Roh- und Goldleistenfabrik, Dampfmahlmühle und (1900) 5361 Einw.
 
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Czerski (spr. tsch-), Johann, Mitstifter der deutsch-katholischen Kirchengemeinschaft, geb. 12. Mai 1813 zu Werlubien in Westpreußen, gest. 22. Dez. 1893 in Schneidemühl. 1842 Vikar an der Domkirche in Posen, 1841 nach Schneidemühl versetzt, legte er 22. Aug. 1841 sein Amt nieder, trat mit einem Teil seiner Gemeinde 19. Okt. aus der römischen Kirche aus und gründete eine »christlich-apostolisch-katholische« Gemeinde. Am 17. Febr. 1845 wurde er exkommuniziert. Innerhalb der deutschkatholischen Bewegung (s. Meyers Deutschkatholiken) nahm er einen konservativen Standpunkt ein, indem er an der Gottheit Christi festhielt. Vgl. seine Schriften: »Rechtfertigung meines Abfalles von der römischen Hofkirche« (Bromb. 1845) und »Johann Czerskis Leben und Wirken« (das. 1845).
 
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Czetz (spr. zetz), Johann, Teilnehmer am ungarischen Aufstand, geb. 1822 zu Gidófalva im Széklerland, diente zunächst im österreichischen Generalstab, kam im Juni 1848 in das ungarische Kriegsministerium und dann als Militärreferent zum Landesverteidigungsausschuß, wo er mit den Führern der Insurrektion bekannt wurde. Kossuth ernannte ihn zum Chef des Generalstabs in Siebenbürgen und übergab ihm an Stelle Boldaccis das Kommando der dortigen Armeetrümmer. Bald hatte C. die Armee reorganisiert und wurde im Mai 1849 statt Bem zum General und Kommandierenden in Siebenbürgen befordert. Nach der Katastrophe von Világos hielt er sich in Ungarn den Winter hindurch bei Freunden verborgen, bis er im Frühling 1850 seine Flucht über Hamburg nach England ausführen konnte. Hier gab C. seine »Memoiren über Bems Feldzug in Siebenbürgen in den Jahren 1848 und 1849« (Hamb. 1850) heraus. Später wanderte er nach Buenos Aires aus, wo er, hochbetagt und krank, noch weilt. Seine Memoiren erschienen 19021903 in den Klausenburger Historischen Blättern (»Történeti Lapok«).
 
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Czibakháza (spr. zibak-hāsa), Großgemeinde im ungar. Komitat Jász-Nagykun-Szolnok, mit (1901) 4745 ungar. Einwohnern.

 

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