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Czechen bis Czermak (Bd. 4, Sp. 399)
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Artikelverweis Czechen, Czechisch etc., s. Meyers Tschechen, Tschechisch etc.
 
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Czedik von Bründelsberg, Aloys, Freiherr, geb. 14. Nov. 1830 in Agram, studierte in Wien Philosophie, befehligte 1848 die akademische Legion, war 184951 Offizier, 1851 Mittelschullehrer und wurde 1861 in den niederösterreichischen Landtag und 1869 in das Abgeordnetenhaus gewählt. 1870 war er Sektionschef im Unterrichtsministerium, dann Direktor der Wiener Handelsakademie, 1875 Generaldirektor der Kaiserin Elisabeth-Bahn, 1881 Chef und 1884 Präsident der Generaldirektion der verstaatlichten Bahnen, zugleich bis 1891 außerordentlicher Sektionschef im Handelsministerium. 1882 wurde er in das Herrenhaus berufen und 1884 in den Freiherrenstand erhoben. 1893 wurde er nochmals in den niederösterreichischen Landtag gewählt.
 
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Czegléd (spr. zeglēd), Stadt im ungar. Komitat Pest Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Budapest-Szegedin und C.-Szolnok, mit großer Kavalleriekaserne, einem Denkmal Kossúths (von Horvai), Dampfmühle, Bezirksgericht, Gymnasium und Realschule und (1901) 30,106 magyar. Einwohnern (Reformierte und Römisch-Katholische). Es hat bedeutenden Acker-, Wein- und Obstbau und Schweinemast und war 1514 der Hauptherd des Bauernaufstandes unter Dózsa. Am 23. Jan. 1849 siegten hier die Ungarn unter Perczel über die Österreicher.
 
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Czelakowski, s. Celakovský.
 
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Czeméte (spr. zemēte), Badeort im ungar. Komitat Saros, bei Eperjes, 388 m hoch, mit einem kohlensäurereichen erdigen Eisensäuerling.
 
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Czempin (Tschempin), Stadt im preuß. Regbez. Posen, Kreis Kosten, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Lissa-Posen und C.-Schrimm, hat eine katholische und eine evang. Kirche, Synagoge, ein altes Schloß und (1900) 2179 meist kath. Einwohner. C. erscheint zuerst 1458 als Stadt.
 
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Czenstochowa, Stadt, s. Meyers Tschenstochow.
 
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Czeremosch (spr. tsch-), rechtsseitiger Nebenfluß des Pruth, entsteht aus den im Karpathischen Waldgebirge entspringenden Quellflüssen Bialy C. und Czarny C. (»weißer und schwarzer C.«), bildet dann die Grenze zwischen Galizien und der Bukowina und mündet unterhalb Waschkoutz, 172 km lang.
 
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Czerikow, Stadt, s. Tscherikow.
 
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Czerkow, Berg im Böhmerwald (s. d., S. 159).
 
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Czermak (spr. tscher-), 1) Johann Nepomuk, Mediziner, geb. 17. Juni 1828 in Prag, gest. 17. Sept. 1873 in Leipzig, studierte in Prag, Wien, Breslau und Würzburg, habilitierte sich in Prag für Physiologie und mikroskopische Anatomie, wurde 1855 Professor der Physiologie in Graz, 1856 in Krakau und 1858 in Pest, bis er 1866 sein Lehramt niederlegte und nach seiner Vaterstadt zurückkehrte, wo er ein physiologisches Privatlaboratorium errichtete. 1865 wurde er Professor der Physiologie in Jena, von wo er 1869 nach Leipzig übersiedelte. C. erbaute hier auf eigne Kosten ein physiologisches Laboratorium mit Hörsaal. Sein Hauptverdienst besteht in der Einführung und Anwendung des Kehlkopfspiegels zu diagnostischen, physiologischen und therapeutischen Zwecken. Auch arbeitete er über die Physiologie des Gesichtssinnes, über den Raumsinn der Haut und schrieb: »Der Kehlkopfspiegel und seine Verwertung für Physiologie und Medizin« (Leipz. 1860, 2. Aufl. 1863; vielfach übersetzt); »Populäre physiologische Vorträge« (Wien 1869). Seine

[Bd. 4, Sp. 400]


»Gesammelten Schriften« (Leipz. 1879, 2 Bde.) enthalten eine von A. Springer verfaßte biographische Skizze.
   2) Jaroslaw, böhm. Maler, Bruder des vorigen, geb. 1. Aug. 1831 in Prag, gest. 23. April 1878 in Paris, studierte auf den Akademien in Prag und Antwerpen und dann in Brüssel unter Gallait, der entscheidenden Einfluß auf ihn gewann. Seine ersten Werke behandelten zumeist Motive aus der böhmischen Geschichte, namentlich der Hussitenzeit, dann aber wandte er sich dem Genre zu. Sein Hofpoet Rudolfs II., auf der Brücke von Prag bettelnd (1854), begründete seinen Ruf. Eine Reise, die er 1858 durch Mähren, Ungarn, Kroatien, Bosnien, Dalmatien und Montenegro unternahm, erschloß ihm ein neues Gebiet. Danach entstanden eine Montenegrinerin mit ihrem schlafenden Kind (1861); eine Istrianerin, ein nacktes Kind liebkosend; eine Montenegrinerin, mit dem Gewehr ihren verwundeten Mann bewachend; der Raub einer Herzegowinerin durch Türken (1867); der Transport eines verwundeten montenegrinischen Führers und die Rückkehr der Montenegriner in ihr verwüstetes Dorf (1877), in dem die Verzweiflung der Heimgekehrten über die Greuel der Türken in ergreifender Weise geschildert ist.

 

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