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Cyttarĭa bis Czarniecki (Bd. 4, Sp. 397)
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Artikelverweis Cyttarĭa Berk., Gattung der Askomyzeten, Pilze mit knolligem, meist gestieltem, auf Buchenästen schmarotzendem Stroma, das bei der Reise in Gallerte zerfließt und die Apothecien eingesenkt enthält. Von den sechs Arten leben vier in Patagonien und Feuerland. Die rundlichen Stromata bedecken die Äste der Buchen oft in großer Zahl und werden von den Eingebornen roh gegessen. In vielen Gegenden Patagoniens bilden diese Pilze die einzige vegetabilische Nahrung. Durch den Angriff des Pilzes wird eine abnorme Holzproduktion hervorgerufen.
 
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Cyzĭcus, Stadt, s. Kyzikos.
 
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Czacki (spr. tschatzki), Tadeusz, Graf, poln. Schriftsteller, geb. 28. Aug. 1765 zu Poryck in Wolhynien, gest. 8. Febr. 1813 in Dubno, erhielt 1785 von König Stanislaus August den Auftrag, das geheime Kronarchiv zu ordnen, wurde ein eifriger Anhänger der Konstitution vom 3. Mai 1791 und ließ sich nach der zweiten Teilung Polens als Professor zu Krakau nieder. Dem Kaiser Alexander I. legte er einen Plan vor, den Schulunterricht in den altpolnischen Provinzen zu heben, und erwirkte die Gründung eines Gymnasiums zu Kremenez, dessen Direktor er wurde. Wegen seines Eifers, in der Jugend Liebe zum polnischen Volkstum zu wecken, vom russischen Gouvernement angeklagt, rechtfertigte er sich 1807 in Petersburg so glänzend, daß ihn der Kaiser zum Stellvertreter des Fürsten Czartoryski, des Kurators des öffentlichen Unterrichts in den westlichen Gouvernements, ernannte. Er gründete mit einem Opfer von 500,000 Talern mehrere Erziehungsanstalten. Sein Hauptwerk handelt von den polnischen und litauischen Gesetzen (»O litewskich i polskich prawach«, Warschau 1800, 2 Bde.).
 
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Czajkowski (spr. tschai-), Michał (Sadyk Pascha), poln. Emigrant und Novellist, geb. 1808 zu Hilczyniec in der Ukraine, gest. 18. Jan. 1876 auf seinem Landgut im Gouv. Tschernigow durch Selbstmord, machte 1831 unter Oberst Rozycki alle Kämpfe bis nach dem Fall von Warschau mit, worauf er sich nach Paris begab. Von der französischen Regierung als geheimer Agent nach Konstantinopel gesandt, trat C. 1851 in türkische Dienste und zum Islam über, nahm den Namen Mohammed Sadyk an, focht im orientalischen Kriege (185356) als Pascha an der Spitze der sogen. Kosaken des Sultans gegen die Russen vor Silistria und in der Dobrudscha, söhnte sich aber 1873, nachdem er zur griechischen Kirche übergetreten und sich in Kiew niedergelassen hatte, mit der russischen Regierung aus. Als Schriftsteller hat C. eine in Hinsicht auf Stil und Darstellungsweise ganz originelle Romangattung geschaffen. Die meisten seiner Erzählungen spielen in der Ukraine und enthalten historische Gemälde aus dem Leben der Kosaken und Donauslawen. Die Kraft und das Feuer der Darstellung, das Leidenschaftliche, oft Fragmentarische, das sie kennzeichnet, hat ihnen auch in Deutschland Anerkennung verschafft. Als sein vorzüglichstes Werk gilt »Wernyhora«, eine historische Erzählung aus dem Jahre 1768, die alsbald in fast alle europäischen Sprachen übersetzt wurde (deutsch, Leipz. 1841, und von Diezel, Stuttg. 1843). Die übrigen sind: »Kosakengeschichten« (Par. 1837; deutsch von Minsberg u. d. T.: »Nationalsagen der Kosaken«, Glog. u. Leipz. 1838, und von Jordan, Leipz. 1842); »Kirdzali« (Leipz. u. Par. 1839, 2 Bde.; deutsch von Scherbel, Lissa 1840, und von Diezel, Stuttg. 1843, 3 Bde.); »Stefan Czarniecki« (Par. 1840, 2 Bde.); »Anna« (das. 1840); »Koszowata« (das. 1841); »Der Hetman der Ukraine« (das. 1841, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1845) u. a. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien in Leipzig 186285 in 12 Bänden, seine Biographie in den »Männern der Zeit«, Bd. 2 (das. 1862).
 
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Czakany (spr. zákanj), altungar. Streithammer.
 
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Czako (fälschlich für ungar. csákó), s. Meyers Tschako.
 
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Czako (spr. zakō), Siegmund, ungar. Dramendichter, geb. 20. Juni 1820 zu Dézs in Siebenbürgen aus vornehmer Familie, gest. 14. Dez. 1847, wurde, einem früh erwachenden, unwiderstehlichen Drange folgend, wandernder Schauspieler und schrieb eine Reihe von Dramen (»Maler und Vampir«, »Kaufmann und Seemann«, »Das Testament«, »Leona« u. a.), in denen sich eine große dramatische Kraft, aber auch krankhafte Leidenschaftlichkeit kundgeben. Durch seine mißlichen äußern Verhältnisse tief verbittert, machte er seinem Leben, erst 27 Jahre alt, freiwillig ein Ende. Seine »Gesammelten Werke« gab I. Ferenczy heraus (Pest 1883ff., 2 Bde.).
 
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Czapka, s. Meyers Tschapka.
 
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Czar (spr. zār), s. Meyers Zar.
 
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Czarne (spr. tscharne), Stadt, s. Meyers Hammerstein.
 
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Czarniecki (spr. tscharnjétzki), Stephan, poln. Feldherr, geb. 1599, gest. 1665, zeichnete sich gegen die Ukrainischen Kosaken und gegen die Tataren aus. Im Kosakenaufstand 1648 von Chmelnizkij (s. d.) gefangen und zwei Jahre in Hast gehalten, rächte er sich später durch den Sieg bei Beresteczko. Als Kastellan von Kiew besetzte er 1655 bei dem Einfall der Schweden in Polen Krakau und erzwang sich nach zweimonatiger Verteidigung eine ehrenvolle Kapitulation. 1656 zum Oberbefehlshaber der kleinen polnischen Armee ernannt, drang er unter siegreichen Kämpfen in Großpolen ein und führte Kasimir in seine Hauptstadt zurück. Statt jedoch nach Czarnieckis System den kleinen Krieg fortzusetzen, ließ sich der König zu der Schlacht bei Warschau (28.30. Juli) verleiten, infolge deren er flüchten mußte. C. führte ihn jedoch unter großen Gefahren nach Warschau zurück. Nachdem er den Fürsten von Siebenbürgen 1657 zum Frieden gezwungen, rückte er zur Unterstützung der von dem schwedischen König Karl X. Gustav angegriffenen Dänen in Pommern ein und drang bis Stettin vor, wandte sich dann gegen die inzwischen in Polen eingefallenen Russen und trug viel zu dem blutigen Sieg dei Polonka (27. Juni 1660) bei. In einem zweiten Kriege gegen Rußland überschritt er den Dnjepr und bemächtigte sich mehrerer Plätze. Mit dem erblichen

[Bd. 4, Sp. 398]


Besitz der Grafschaft Tykozin nebst Bialystok und dessen Umgebung belohnt, starb er im Feldlager zu Sokolowko in Wolhynien.

 

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