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Cytĭnus bis Czajkowski (Bd. 4, Sp. 396 bis 397)
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Artikelverweis Cytĭnus L. (Hypocist), Gattung der Rafflesiazeen, niedrige, gefärbte, auf Wurzeln schmarotzende Gewächse mit kurzem Stengel, schuppenförmigen Blättern, monözischen oder diözischen Blüten in traubigem Blütenstand und beerenartigen Früchten. Von den zwei Arten wächst C. Hypocistis L. (s. Tafel Meyers »Schmarotzerpflanzen I«, Fig. 7) auf den Wurzeln verschiedener Arten von Cistus im südlichen Mittelmeergebiet und bildet durch leuchtend gelb- bis karminrote Blüten eine der größten Zierden der Cistrosenheiden. Aus ihrem Saft bereitete man ein Extrakt (Hypocistensaft, Zistensaft), das säuerlich, herb und zusammenziehend schmeckt und arzneilich angewendet wurde. Die schleimig-süßlichen Beeren werden in Portugal von den Kindern gegessen.
 
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Cytĭsus L. (Geißklee, Bohnenbaum, Bohnenstrauch), Gattung der Leguminosen, unbewehrte Sträucher, selten mit dornig endenden Zweigen, mit dreizähligen Blättern, die selten auf ein Blättchen reduziert sind oder fehlen, gelben, purpurnen oder weißen Blüten in endständigen verlängerten oder kurzen gebüschelten Trauben, seltener in seitlichen oder scheinbar achselständigen Trauben und länglicher oder linealer, zusammengedrückter, vielsamiger Hülfe. Etwa 45 Arten im Mittelmeergebiet. C. purpureus Scop., in Norditalien, Kärnten, Kroatien etc., ein niedriger Strauch mit meist unbehaarten Blättern und roten, seitenständigen Blüten, wird als Zierstrauch kultiviert und ist besonders auf Laburnum-Stamm veredelt als Kronenbaum sehr schön. Auch C. hirsutus L., 1,3 m hoch, rauhhaarig, bisweilen zottig, mit behaarten Blättern, seiten- und gipfelständigen gelben Blüten und oft etwas gekrümmten, behaarten Hülsen, in Mittel- und Südeuropa und im Orient, wird als Zierstrauch kultiviert. C. scoparius Lk. (Sarothamnus scoparius Lk., Spartium scoparium L., Besenginster, Besenkraut, Besen- oder Binsenpfriemen, Pfriemenstrauch), dornenloser, immergrüner, 3 m hoher Strauch, bisweilen mit echtem Stamm, ziemlich gerade aufsteigenden grünen Ästen, kleinen, rundlichen, behaarten Blättchen, großen goldgelben

[Bd. 4, Sp. 397]


Blüten in Trauben und schwärzlichen Hülsen, in Mitteleuropa, liefert in den Ästen Material zu Besen und zur Korbflechterei; auch hat man die Blüten zum Färben und als diuretisches Mittel, die Knospen als Kapernsurrogat benutzt. Er wird auf sandigem, schlechtem Boden bisweilen als Futterpflanze, zu forstlichen Zwecken und als Hecke angepflanzt; anderseits wird er im Forstbetrieb auch ein lästiges Unkraut. Mehrere Varietäten kultiviert man als Ziersträucher. Er enthält ein Alkaloid Sparteïn (s. d.). C. Laburnum, s. Meyers Laburnum.
 
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Cytoblást (griech.), Zellkern (s. Meyers Pflanzenzelle).
 
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Cytōden, in der Zoologie und Botanik Bezeichnung für Zellen ohne Kern (s. Meyers Zelle).
 
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Cytogēnes Gewebe, aus sternförmigen Zellen bestehendes netzartiges tierisches Gewebe, das die Grundlage der Lymphdrüsen, lymphoiden Follikel und der Malpighischen Körperchen bildet.
 
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Cytopharynx (griech.), Zellenschlund, s. Infusorien.
 
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Cytopyge (griech.), Zellenafter, s. Infusorien.
 
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Cyttarĭa Berk., Gattung der Askomyzeten, Pilze mit knolligem, meist gestieltem, auf Buchenästen schmarotzendem Stroma, das bei der Reise in Gallerte zerfließt und die Apothecien eingesenkt enthält. Von den sechs Arten leben vier in Patagonien und Feuerland. Die rundlichen Stromata bedecken die Äste der Buchen oft in großer Zahl und werden von den Eingebornen roh gegessen. In vielen Gegenden Patagoniens bilden diese Pilze die einzige vegetabilische Nahrung. Durch den Angriff des Pilzes wird eine abnorme Holzproduktion hervorgerufen.
 
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Cyzĭcus, Stadt, s. Kyzikos.
 
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Czacki (spr. tschatzki), Tadeusz, Graf, poln. Schriftsteller, geb. 28. Aug. 1765 zu Poryck in Wolhynien, gest. 8. Febr. 1813 in Dubno, erhielt 1785 von König Stanislaus August den Auftrag, das geheime Kronarchiv zu ordnen, wurde ein eifriger Anhänger der Konstitution vom 3. Mai 1791 und ließ sich nach der zweiten Teilung Polens als Professor zu Krakau nieder. Dem Kaiser Alexander I. legte er einen Plan vor, den Schulunterricht in den altpolnischen Provinzen zu heben, und erwirkte die Gründung eines Gymnasiums zu Kremenez, dessen Direktor er wurde. Wegen seines Eifers, in der Jugend Liebe zum polnischen Volkstum zu wecken, vom russischen Gouvernement angeklagt, rechtfertigte er sich 1807 in Petersburg so glänzend, daß ihn der Kaiser zum Stellvertreter des Fürsten Czartoryski, des Kurators des öffentlichen Unterrichts in den westlichen Gouvernements, ernannte. Er gründete mit einem Opfer von 500,000 Talern mehrere Erziehungsanstalten. Sein Hauptwerk handelt von den polnischen und litauischen Gesetzen (»O litewskich i polskich prawach«, Warschau 1800, 2 Bde.).
 
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Czajkowski (spr. tschai-), Michał (Sadyk Pascha), poln. Emigrant und Novellist, geb. 1808 zu Hilczyniec in der Ukraine, gest. 18. Jan. 1876 auf seinem Landgut im Gouv. Tschernigow durch Selbstmord, machte 1831 unter Oberst Rozycki alle Kämpfe bis nach dem Fall von Warschau mit, worauf er sich nach Paris begab. Von der französischen Regierung als geheimer Agent nach Konstantinopel gesandt, trat C. 1851 in türkische Dienste und zum Islam über, nahm den Namen Mohammed Sadyk an, focht im orientalischen Kriege (185356) als Pascha an der Spitze der sogen. Kosaken des Sultans gegen die Russen vor Silistria und in der Dobrudscha, söhnte sich aber 1873, nachdem er zur griechischen Kirche übergetreten und sich in Kiew niedergelassen hatte, mit der russischen Regierung aus. Als Schriftsteller hat C. eine in Hinsicht auf Stil und Darstellungsweise ganz originelle Romangattung geschaffen. Die meisten seiner Erzählungen spielen in der Ukraine und enthalten historische Gemälde aus dem Leben der Kosaken und Donauslawen. Die Kraft und das Feuer der Darstellung, das Leidenschaftliche, oft Fragmentarische, das sie kennzeichnet, hat ihnen auch in Deutschland Anerkennung verschafft. Als sein vorzüglichstes Werk gilt »Wernyhora«, eine historische Erzählung aus dem Jahre 1768, die alsbald in fast alle europäischen Sprachen übersetzt wurde (deutsch, Leipz. 1841, und von Diezel, Stuttg. 1843). Die übrigen sind: »Kosakengeschichten« (Par. 1837; deutsch von Minsberg u. d. T.: »Nationalsagen der Kosaken«, Glog. u. Leipz. 1838, und von Jordan, Leipz. 1842); »Kirdzali« (Leipz. u. Par. 1839, 2 Bde.; deutsch von Scherbel, Lissa 1840, und von Diezel, Stuttg. 1843, 3 Bde.); »Stefan Czarniecki« (Par. 1840, 2 Bde.); »Anna« (das. 1840); »Koszowata« (das. 1841); »Der Hetman der Ukraine« (das. 1841, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1845) u. a. Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien in Leipzig 186285 in 12 Bänden, seine Biographie in den »Männern der Zeit«, Bd. 2 (das. 1862).

 

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