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Cypsĕlus bis Cyropädīe (Bd. 4, Sp. 394 bis 395)
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Artikelverweis Cypsĕlus, Segler (s. d.); Cypselidae (Segler), Familie der Segler (s. d.).
 
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Cypsélus, Tyrann von Korinth, s. Kypselos.
 
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Cyrano de Bergerac (spr. ßirano dö berschērack), Savinien, franz. Schriftsteller, geb. 6. März 1619 in Paris, gest. 1655, nannte sich de Bergerac von einem Lehen seines Vaters im Depart. Seine-et-Oise, trat in die königliche Garde, zeichnete sich hier als Raufbold aus und bestand mehr als 1000 Duelle (die meisten wegen der Größe und Form seiner Nase, welche die Spottlust reizte). Seine Schriften sind das Abbild seines Charakters; bei manchen Mängeln in Stil und Komposition sind sie doch frisch, keck, phantastisch, oft geistvoll. Sie enthalten: »Lettres«, mit rhetorischem Schwulst geschriebene galante und satirische Briefchen; »L'histoire comique des États et Empire de la Lune« und »L'histoire comique des Etats et Empire du Soleil«, eine Reise à la Verne nach Sonne und Mond mit physikalischen und metaphysischen, satirischen und witzigen Bemerkungen, von Voltaire im »Micromégas«, von Swift im »Gulliver« nachgeahmt; eine Tragödie: »Agrippine« (1653),

[Bd. 4, Sp. 395]


energisch und schwungvoll, aber atheistisch, und eine Komödie: »Le pédant joué« (1654), in der er den Pariser Schuldirektor Grangier auf die Bühne bringt, und aus der Molière manches entlehnt hat. Seine »Œuvres« (1741, 3 Bde.) wurden 1858 wieder abgedruckt von P. Lacroix (neue Ausg. 1900). Vgl. Brun, Savinien de Cyrano B. (Par. 1894). Durch das Drama von Rostand (s. d.) ist C. 1898 zu neuem Ruhm gelangt.
 
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Cyrēna, s. Meyers Muscheln.
 
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Cyrenaica, Landschaft, s. Kyrenaika.
 
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Cyrenaiker, s. Kyrenaiker.
 
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Cyrēne, Stadt, s. Meyers Kyrene.
 
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Cyrēnenmergel, oligocäne Mergel, s. Meyers Tertiärformation.
 
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Cyrillica (spr. zirilliza), oder die cyrillische Schrift, eine in den Kirchenbüchern der griechisch-katholischen Slawen angewandte Schrift, verdankt ihren Namen dem vermeintlichen Erfinder, dem Slawenapostel Cyrillus (s. Meyers Cyrillus 3). Sie ist aus der griechischen Majuskelschrift entstanden und in etwas veränderter, den Bedürfnissen der betreffenden Sprachen angepaßten Form die noch heutigestags bei den Russen, Bulgaren und Serben gebräuchliche Schrift. Vgl. Kirchenslawisch und Glagolica.
 
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Cyrillus (Kyrillos), 1) C. von Jerusalem, Kirchenvater, geb. um 315, gest. 386, um 345 zum Priester geweiht, hielt um 348, vielleicht schon als Bischof, zu Jerusalem die 23 katechetischen Vorträge, die das bedeutendste erhaltene Dokument des populären Religionsunterrichts in der alten Kirche sind. In den arianischen Streitigkeiten spielte er anfangs eine unklare Rolle, trat aber schließlich für die rechtgläubige Lehre ein, als deren Vertreter er 381 an dem Konzil zu Konstantinopel teilnahm. Seine Werke wurden herausgegeben von Touttée (Par. 1720 u. ö.), Reischl und Rupp (Münch. 184860, 2 Bde.). Vgl. Mader, Der heil. C. (Einsiedeln 1891).
   2) C. von Alexandria, Kirchenvater, wurde in Alexandria geboren und von seinem Oheim, dem dortigen Patriarchen Theophilus, erzogen, dem er auch 412 auf dem Patriarchenstuhl nachfolgte. Sofort ließ er alle Kirchen der Ketzer zu Alexandria schließen und vertrieb 415 die Juden aus der Stadt. Hat er auch nicht direkt den christlichen Pöbel zur Ermordung der heidnischen Philosophin Hypatia gereizt, so mußte doch sein zelotisches Gesamtverhalten denselben zu dem verbrecherischen Akt ermutigen. Am bekanntesten ist sein Name durch seinen Angriff auf den Patriarchen Nestorius von Konstantinopel geworden. Als dieser der Maria das Prädikat »Gottesmutter« verweigerte, schleuderte C. zwölf Anathematismen gegen ihn und ließ ihn auf dem Konzil zu Ephesus 431 verdammen. Trotz kaiserlicher Absetzung beider Patriarchen erhielt sich C. auf seinem Patriarchenstuhl und starb 444. Unter seinen zahlreichen Schriften befindet sich eine Apologie des Christentums gegen Julian in zehn Büchern. Die beste Ausgabe seiner Werke ist die von Johann Aubert (Par. 1638, 7 Bde.), vervollständigt abgedruckt in Mignes »Patrologia graeca«, Bd. 68 bis 77. Vgl. Kopallik, C. von Alexandrien (Mainz 1881); Rehrmann, Die Christologie des heiligen C. von A. (Hildesheim 1902).
   3) C. (Konstantinus), und Methodius, die sogen. Apostel der Slawen. Dem Wunsche des Herzogs Rastislaw entsprechend, der die durch deutsche Missionare begonnene Christianisierung seiner Länder von Konstantinopel aus zu vollenden gedachte, sandte Kaiser Michael III. 863 oder 864 die der slawischen Sprache Kundigen und schon zuvor für die Bekehrung der Chazaren in Cherson und der Bulgaren (s. d.) tätig gewesenen Brüder Methodius und Konstantin nach Mähren. Nach der Überlieferung schuf Konstantin das slawische Alphabet (s. Meyers Cyrillica) und die slawische Bibelübersetzung; auch der Gottesdienst wurde in der Landessprache gehalten. Um sich der für die Mission unentbehrlichen Zustimmung des Papstes zuversichern, gingen die Brüder 868 nach Rom. Hier starb Konstantin, dem der Name C. erst später beigelegt wurde, 869, und Methodius setzte das Bekehrungswerk allein, zunächst in Pannonien, fort. 870 bei einer zweiten Anwesenheit in Rom unter Verletzung der Rechte Salzburgs zum sirmischen Erzbischof geweiht, hat Methodius in Pannonien und Mähren erfolgreich gearbeitet. Obwohl er das päpstliche Verbot der Feier der Messe in slawischer Sprache ignorierte, wurde er von Johann VIII. trotz der Anklagen auf seine Rechtgläubigkeit, von denen er sich 879 in Rom zu reinigen wußte, kräftig unterstützt. Nach Johanns Tode (882) änderte sich die päpstliche Politik, unter der Methodius bis zu seinem 885 erfolgten Tode viel zu leiden hatte. Beide Brüder wurden später kanonisiert; ihr Tag ist durch Leos XIII. Enzyklika vom 30. Sept. 1880 auf den 5. Juli verlegt worden. Vgl. Bonwetsch, Cyrill und Methodius, die Lehrer der Slawen (Erlang. 1885); L. K. Goetz, Geschichte der Slawenapostel Konstantinus und Methodius (Gotha 1897); V. Jagić, Zur Entstehungsgeschichte der kirchenslawischen Sprache (Wien 1900).
   4) C. Lukaris, bekannt durch seine Unionsbestrebungen zwischen der griechischen und der protestantischen Kirche, geb. 13. Nov. 1572 in Kandia auf Kreta, studierte in Venedig und Padua, wurde 1602 Patriarch von Alexandria, 1620 von Konstantinopel. Während hier die Jesuiten im Anschluß an die französische Diplomatie eine Annäherung der griechischen Kirche an die römische betrieben, arbeitete der schon in Alexandrien für den Protestantismus gewonnene C. mit englischer und holländischer Unterstützung für die Vereinigung mit der reformierten und sandte 1629 ein die Hauptlehren derselben sich aneignendes Glaubensbekenntnis nach Genf. Viermal ab- und wieder eingesetzt, erlag er endlich 1638 seinen Feinden; als Landesverräter bei dem Sultan verdächtigt, ward er auf dessen Befehl erdrosselt und sein Leichnam ins Schwarze Meer geworfen. Vgl. P ichler, Der Patriarch C. Lukaris und seine Zeit (Münch. 1862); Ph. Meyer, in der »Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche« (Bd. 11, Leipz. 1902).-
 
Artikelverweis 
Cyropädīe, s. Meyers Kyros 1).

 

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