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Cypernholz bis Cypridīna (Bd. 4, Sp. 393 bis 394)
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Artikelverweis Cypernholz, s. Cordia.
 
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Cypĕrus L. (Cypergras), Gattung der Cyperazeen, ein- oder mehrjährige, niedrige oder ansehnliche Riedgräser mit beblätterten, selten blattlosen, blütentragenden Halmen, meist flachen Blättern, in kopfförmigen Büscheln oder Trugdolden stehenden vielblütigen, zusammengedrückten Ährchen und dreikantiger Frucht. Etwa 400 Arten in den tropischen und subtropischen Gebieten beider Erdhälften, meist in wasserreichen Niederungen. C. esculentus L. (Erdmandel, Kaffeewurzel), ausdauernd, in Südeuropa, dem Orient, Nord- und Südafrika, wird vielfach kultiviert wegen der an den Ausläufern sich bildenden Knollen (Bulbuli Trasi, Dulcinia), die süß und nußartig schmecken, roh, gekocht und gebraten gegessen werden und auch ein goldgelbes, sehr wohlschmeckendes und angenehm riechendes Öl liefern. Geröstete Erdmandeln dienen als Kaffeesurrogat. Sie enthalten etwa 27 Proz. Stärkemehl, 14 Proz. Rohrzucker, 7 Proz. Dextrin und Salze, 14 Proz. Zellstoff, 19 Proz. Fett (nach andern Angaben viel weniger) etc. Früher wurden sie unter dem Namen indianische Süßwurzel, arabische Zuckerwurzel arzneilich benutzt, ebenso der wohlriechende, gewürzhaft-bitterliche, etwas zusammenziehende Wurzelstock (lange oder europäische Cyperwurzel, wilde Galgantwurzel) von C. longus L. (Tafel Meyers »Gräser VI«, Fig. 9), in Süd- und Mitteleuropa, das als Ziergras zu Trockensträußen benutzt wird. C. officinalis Ac es, in Südeuropa, Nordafrika, Arabien, und C. rotundus L. (Nußgras), in Südasien und Neuholland, liefern die runde oder orientalische Cyperwurzel, länglichrunde, pflaumengroße, geringelte, dunkelbraune, innen rötlichweise Knollen, die beim Zerstoßen gewürzhaft riechen und bitterlich, ingwerartig schmecken. Das Nußgras ist in Australien ein lästiges, schwer ausrottbares Unkraut. C. textilis Thumb. (Flechten-Cypergras), mit rundlichem Schaft u. zusammengesetzter Dolde in zwölfblätteriger Hülle, wird in Südafrika über mannshoch und nicht dicker als eine Taubenfeder. Die Hottentotten flechten dar-aus dichte, wasserhaltende Körbe, auch dient die Faser

[Bd. 4, Sp. 394]


zur Papierfabrikation. Als Zierpflanze wird C. alternifolius L., aus Madagaskar, mit schirmartig gestellten Blättern an 75 cm langen Halmen, kultiviert. C. Papyrus L. (Papyrus antiquorum Willd., Papyrus-, Papierstaude, griech. Byblos, s. Tafel Meyers »Wasserpflanzen«), mit sehr starker, kriechender Wurzel, bis 3 m hohem, unten armdickem, blattlosem, fast dreikantigem Halm und an der Spitze desselben mit 100- und mehrstrahliger dichter Blütendolde mit mehrblätteriger, allgemeiner Hülle. Der Papyrus wächst in seichtem Wasser an Ufern, in Flüssen und Sümpfen Afrikas, Syriens, Palästinas, auch Siziliens und Kalabriens und bildet namentlich in Afrika ein charakteristisches Glied der dortigen tropischen Flora. Er ist eine uralte Kulturpflanze; seine Wurzel, das Stengelmark und der untere Stengelteil lieferten beliebte Speise, die Wurzel auch Brennmaterial. Der Stengel diente zur Herstellung von Flechtarbeiten, Stricken, Matten und Segeln, Sandalen etc.; das Mark benutzte man als Lampendocht; namentlich aber lieferte der Schaft das Material zu dem Papier der Alten (s. Meyers Papier). Die Pflanze ist in Ägypten stets nur Kulturpflanze gewesen und gedieh wegen ihrer schweren Köpfe in einem so ebenen, den Winden ausgesetztem Lande wohl nur an einigen Orten; jetzt ist sie vollständig aus Ägypten verschwunden. Nach Sizilien kam der Papyrus aus Syrien durch die Araber kurz vor dem 10. Jahrh. Abbildungen des Papyrus finden sich häufig auf altägyptischen Denkmälern, und der büschelförmige Blütenstand, mit dem man die Tempel schmückte, war das Symbol von Unterägypten. Vgl. Zimmermann, De Papyro (Bresl. 1866).
 
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Cypervitriol, soviel wie Kupfervitriol.
 
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Cyperwein, s. Meyers Cypern und Meyers Griechische Weine.
 
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Cyperwurzel, s. Cyperus.
 
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Cyphoderĭa, s. Rhizopoden.
 
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Cypraea, Porzellanschnecke (s. d.).
 
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Cypresse (Zypresse), s. Meyers Cupressus. S. auch Meyers Zypresse, Zypressengewächse etc.
 
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Cyprĭa oder Cypris (griech. Kypria, Kypris), Beiname der Venus (Aphrodite), von der Insel Cypern, einer ihrer Hauptkultstätten. Cypria nennen sich auch Vereine für die Zucht der der Venus geheiligten Taube. Cyprĭpor (von Cypridis puer, »Sohn der Kypris«), veralteter Ausdruck bei Dichtern des 18. Jahrhunderts für Eros (Amor).
 
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Cyprĭanus, Thascius Cäcilius, der Heilige, um 200, vielleicht zu Karthago, geboren und dort Lehrer der Rhetorik, wurde um 246 für das Christentum gewonnen und bereits 248 oder 249 Bischof von Karthago. Der Verfolgung unter Kaiser Decius 250 bis 251 entzog er sich durch die Flucht, wirkte aber auch von seinem Versteck aus durch Briefe für das Wohl seiner Gemeinde. Die Frage nach der Behandlung der in der Verfolgung abgefallenen Christen verwickelte ihn in längere Kämpfe mit einer laxen und einer rigoristischen Partei (s. Novatianer). Auch wegen seiner Bestreitung der Gültigkeit der Ketzertaufe, wobei er sich auf die Zustimmung seiner afrikanischen Mitbischöfe stützen konnte, geriet er in Streit mit dem römischen Bischof Stephanus. Einem förmlichen Bruch ward durch den Tod Stephans in der valerianischen Verfolgung vorgebeugt, in der auch C. 14. Sept. 258 enthauptet wurde. Auf die Ausbildung der lateinischen Kirche in der Denkart und Sprache hat C. großen Einfluß gehabt. Unter seinen zahlreichen Schriften (hrsg. von Hartel, Wien 186871, 3 Bde.) ist namentlich die Abhandlung »Da unitate ecclesiae« wegen der darin entwickelten Lehre, daß nur in der von den untereinander gleichberechtigten Bischöfen getragenen Kirche das Heil zu finden sei (s. Meyers Alleinseligmachende Kirche), von Bedeutung. Vgl. B. Fechtrup, Der heil. C. (Münster 1878); O. Ritschl, C. von Karthago und die Verfassung der Kirche (Götting. 1885); Freppel, St. Cyprien et l'église d'Afrique (3. Aufl., Par. 1890); E. W. Benson, C., his life. his times, his work (Lond. 1897).
 
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Cypridīna, s. Meyers Muschelkrebse.

 

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