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Cynthĭana bis Cyperwein (Bd. 4, Sp. 390 bis 394)
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Artikelverweis Cynthĭana, Hauptstadt der Grafschaft Harrison in Kentucky, am südlichen Licking River, mit berühmter Pferdezucht, Whiskybrennerei und (1900) 3257 Einw.
 
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Cynthĭus, s. Kynthios.
 
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Cyperazeen (Cypergräser, Halbgräser, Scheingräser, Riedgräser), monokotyle Pflanzenfamilie aus der Abteilung der Glumifloren, grasartige, meist ausdauernde Gewächse mit dreikantigen Stengeln und dreizeilig gestellten, schmalen Blättern,

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deren Scheiden geschlossen sind. ‚ Die Blüten bilden Spirren oder zusammengesetzte Ähren. Das Perigon fehlt oder besteht aus Borsten, die bei der Gattung Wollgras (Eriophorum) zur Fruchtzeit in lange, wollartige Fäden auswachsen. Staubgefäße finden sich meist drei, selten sechs. Das Pistill hat einen einfächerigen Fruchtknoten mit einer einzigen grundständigen Samenanlage und zwei oder drei mehr oder weniger verwachsene Griffel. Ost sind Zwitterblüten, wie bei Scirpus (s. Abbildung), vorhanden, bei der Gattung Carex finden sich dagegen eingeschlechtige Blüten, die ein- oder zweihäusig, bald in demselben Ährchen vereinigt, bald auf besondere Ährchen verteilt sind; die männlichen bestehen nur aus drei Staubgefäßen, die weiblichen nur aus einem Pistill, das von dem sogen. Schlauch (utriculus), eingeschlossen wird. Letzterer ist ein Tragblatt, das, die Blüte umwachsend, zu einem schlauchförmigen, oben offenen Gebilde wird. Später vergrößert es sich, erhärtet und umhüllt die abfallende Frucht. Die Früchte sind einsamige Nüßchen; der Same enthält ein stärkereiches Endosperm, in dem ein sehr kleiner Embryo ringsum eingeschlossen ist. (Vgl. Böckeler, Die C. des königlichen Herbariums zu Berlin, in »Linnaea«, neue Folge, Bd. 2 u. ff.; Schlechtendal, Langethal u. Schenk, Cyperaceae et Gramineae, revidiert von Hallier, Gera 1901, 8 Bde.) Die C., die an 2200 Arten zählen, finden sich vorzugsweise an feuchten, sumpfigen Stellen über die ganze Erde verbreitet. Sie bevorzugen nach Art- und Individuenzahl die nördliche gemäßigte Zone, wo sie auf sumpfigem Boden die sogen. sauren Wiesen bilden und sowohl gegen den Nordpol hin als auch in den höhern Regionen der Alpen vorherrschend werden. In den Tropen ist vornehmlich die Gattung Cyperus in zahlreichen Arten vertreten. Die C. sind meist schlechte Futterpflanzen, die der Landwirt als Sauergräser bezeichnet. Cyperus esculentus, in Südeuropa, liefert in seinen zucker- und ölreichen Knollen ein als Erdmandeln bezeichnetes Nahrungsmittel. Fossile, jedoch noch zweifelhafte Arten von Carex Mich., Cyperus L. und Cyperites Schimp. finden sich in Tertiärschichten.
 
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Cypergras, s. Cyperus.
 
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Cypergräser, s. Meyers Cyperazeen.
 
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Cyperkatze, s. Meyers Katze.
 
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Cypern (bei den Griechen Kypros, türk. Kibris), die drittgrößte und östlichste der Mittelmeerinseln (s. Karte »Kleinasien« und das Textkärtchen auf S. 392), türkisch, aber seit 1878 unter englischer Verwaltung. Durch die Kilikische Straße von Kleinasien getrennt, aber geologisch zum Faltensystem des Taurus gehörig, liegt C. zwischen 34°33' und 35°41' nördl. Br. in der von den Küsten Syriens und Kilikiens gebildeten nordöstlichen Ecke des Mittelmeers und hat eine ungefähr rechteckige Gestalt mit einer langen, schmalen, gegen NO. gestreckten Halbinsel. Größte Länge 230, Breite 96 km, Flächeninhalt 9601 qkm (174,3 QM.). Das Innere wird von zwei parallelen Gebirgsketten von O. nach W. durchzogen. Das Kettengebirge im N. der Insel (höchste Erhebung der Kornos, 1019 m) besteht in seiner westlichen Hälfte aus steil ausgerichteten harten Kreidekalken, die von Gabbro und Serpentin, Andesit und Liparit durchsetzt werden; im N. wie im S. sind den Kalken diskordant eocäne Mergel und Nummulitenkalke sowie miocäne Sandsteine und kreideartige Kalke mit Einlagerungen von Gips angelagert. Das Massengebirge im S. der Insel (höchster Gipfel der Troodos, 1952 m) setzt sich fast ausschließlich aus Eruptivmassen (Gabbro, Diabas, Serpentin, Andesit, Liparit und Trachyt) zusammen. Die 3040 km breite Ebene zwischen den beiden genannten Gebirgen (Mesorea) wird von pliocänen und quartären Sanden, Mergeln und Kalkbreccien, auch vulkanischen Tuffen gebildet und hat fast steppenartigen Charakter. Zwischen beiden Gebirgsreihen fließt nach O. der Pidias (Pediäos), der beträchtlichste Fluß Cyperns; die übrigen Flüsse trocknen im Sommer größtenteils aus. Trotzdem blühte C. als heilige Insel der Aphrodite, die hier aus dem Schaum des Meeres emporgestiegen sein sollte, im Altertum durch außerordentlichen Kulturreichtum und soll damals überl Mill. Einw. gehabt haben, die in wohlhabenden Gemeinwesen wohnten. Für den großen Wohlstand des alten C. zeugt auch die reiche Ausbeute der Ausgrabungen, die als cyprische Altertümer eine eigentümliche Mischung von ägyptischem, asiatischem und altgriechischem Stil zeigen.
   Noch jetzt zeichnet sich die von der Natur reich ausgestattete Insel trotz jahrhundertelanger Vernachlässigung durch Fruchtbarkeit und eine große Zahl von Naturprodukten aus. Das Klima ist im Sommer sehr heiß, im Winter kalt; im Frühling (Mitte Februar bis Mitte April) ist die ganze Insel ein einziger Blumenteppich. Der Osten ist wärmer als der gebirgige Westen. Im Sommer regnet es sehr selten (so einst unter Konstantin 36 Jahre lang gar nicht, so daß die Bewohner auswanderten), im Winter oft sehr stark; im Jahresdurchschnitt fallen 331 mm Regen; der regenreichste Monat ist der Dezember (92 mm). In Larnaka betrug das mittlere Maximum +38,6°, das mittlere Minimum +0,3, die höchste beobachtete Temperatur +412/3°. Die Hitze erzeugt an der Küste oft Fieber; die Bewölkung ist sehr gering, zumal im Juni bis September. Die ehemals reichen Nadelholzwaldungen sind besonders durch die Ziegen verwüstet worden und bedecken nur etwa ein Achtel des Areals, namentlich in der Landschaft Tylliria, wo sie das cyprische Wildschaf beherbergen. Die als Bau- und Nutzholz geschätzten Zypressen, die wie das heute nicht mehr abgebaute Kupfer von C. ihren Namen erhalten haben, sind bis auf wenige Reste verschwunden, so daß im Landschaftsbilde der Wald fast ganz fehlt. An Wiederaufforstung denkt man erst in allerneuester Zeit. Der primitive Ackerbau hat mit der Heuschreckenplage und infolge der Entwaldung mit Dürren zu kämpfen, der ausgetrocknete Boden macht im regenlosen Sommer künstliche Bewässerung notwendig. Doch ist der Umfang des Ackerbaues und der landwirtschaftliche Wohlstand seit 1879 in langsamer Zunahme begriffen. Ende September oder Anfang Januar, d. h. vor oder nach den Winterregen, geschieht die Aussaat; Ende Mai ist die Ernte. Weizen, Gerste, Hafer, Linsen, Oliven und Sesam werden vorzugsweise gebaut. Der noch unlängst vernachlässigte Weinbau, der den seit dem Altertum hochberühmten, jetzt aber überaus roh bereiteten Cyperwein liefert, gedeiht bis über 1000 m Höhe und fängt an, sich auszubreiten; 1900 betrug der Ertrag 3,295,000 Gallonen, wovon fast die Hälfte ausgeführt wurde. Das vorzüglichste Gewächs ist der Vino della Commanderia (bei Limisso). Von Wichtigkeit ist der Johannisbrotbaum, dagegen werden Ölbau, Seidenraupenzucht (berühmt ist die Seide von Paphos wegen ihrer Stärke) sowie die ehemals so blühende Bienenzucht vernachlässigt, die aber immer noch jährlich 600,000 kg Honig und 200,000 kg Wachs erzeugt

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Von Haustieren trifft man besonders Ziegen (1891: 250,229), Schafe (1891: 230,172) und Schweine; das Rind dient nur zum Ziehen; das Pferd tritt gegen Maultier und Esel zurück. In den Ebenen finden sich Kamele. Die einst berühmte Cyperkatze ist heute fast ganz verschwunden. Neben der Landwirtschaft, die Hauptbeschäftigung ist, und neben den durch sie hervorgerufenen Industrien, Wein- und Branntweinbereitung (1899: 10,960 hl Branntwein), beschränkt sich die Gewerbtätigkeit der Bewohner auf Fabrikation von Teppichen, Baumwollen- und Seidenzeugen, Töpferwaren und seinem Leder. An der Küste findet Schwammfischerei statt (jährlicher Ertrag 4600,000 Mk.). Von den (1901) 237,022 Bewohnern (noch nicht 25 auf 1 qkm, größtenteils griechischer Abstammung), die in 667 Städten und Dörfern wohnen, sind etwa 54,000 oder 23 Proz. Mohammedaner, die übrigen meist griechische Christen. Die Ausfuhr besteht hauptsächlich in Getreide, Wein, Salz, Johannisbrot, Baumwolle, Rosinen, Kokons, Käse, Häuten, Schwämmen und lebenden Tieren; die Einfuhr umfaßt namentlich Textilwaren, Zucker, Tabak, Reis, Mehl, Bauholz. Ein- und Ausfuhr sind, wenn auch die Zunahme von größern Schwankungen unterbrochen wurde, seit 1878 stetig gestiegen. Es betrug (in Pfd. Sterl.) die

Bei der Einfuhr folgen der Reihe nach: England, Türkei, Österreich-Ungarn und Ägypten, bei der Ausfuhr: England, Ägypten, Türkei, Frankreich. 1901 liefen 1298 Schiffe (darunter 210 Dampfer) von 282,441 Reg. Ton. ein, 1306 Schiffe (darunter 212 Dampfer) von 284,227 Reg.-Ton. aus. Das Telegraphennetz ist 368 km lang. Kabelverbindung besteht mit Ladikîeh in Syrien und mit Alexandria. Die Hauptstadt ist Nikosia, Sitz eines Erzbischofs, unter dem die Bischöfe von Paphos, Larnaka und Kyrenia stehen; der vorzüglichste Hafen- und Handelsplatz ist Larnaka. An der Ostküste liegt Famagusta, an der Westseite Paphos (Bapho). In den 424 Elementarschulen der Insel wurden 1901: 21,048 Kinder, davon 15,634 Knaben und 5414 Mädchen, von 251 christlichen und 99 mohammedanischen Lehrern unterrichtet. Dazu kommen 16 städtische Schulen mit 29 Lehrern, 28 Lehrerinnen und 2857 Schülern (1599 Knaben, 1258 Mädchen) für die Christen, 12 mit 19 Lehrern und 1080 Schülern (880 Knaben, 200 Mädchen) für die Mohammedaner. Ferner 5 höhere Schulen und 1 Gymnasium. Verwaltet wird die in sechs nach ihren Hauptorten benannte Distrikte (Nikosia, Famagusta, Larnaka, Limasol, Paphos und Kyrenia) geteilte Insel von einem britischen High Commissioner, der zugleich Oberstkommandierender ist, und dem ein Executive Council sowie ein Gesetzgebender Rat von 18 Mitgliedern, wovon 6 von der Krone aus den Beamten, 3 von den mohammedanischen und 9 von den übrigen Inselbewohnern gewählt werden, zur Seite steht. Die Polizeimacht zählt 700 Offiziere und Mannschaften. Die Einnahmen betrugen 1901/1902: 198,070 engl. Pfd., die Ausgaben 136,000, wozu noch jährlich 92,800 Pfd. Tribut an die Türkei als Entschädigung für Übernahme Cyperns in englische Verwaltung kommen. Die Schuld beträgt ohne den Tribut 60,000 Pfd. Sterl. Münzen, Maße und Gewichte. Als Geld sind im Umlauf: türkische, englische und französische Goldmünzen, englische Silbermünzen zu 2 bis 1/4 Schilling, Bronzemünzen der Insel zu 1,1/2 und 1/4 Piaster; etwa 10 Piaster = 1 Schilling. Neben den 1874 eingeführten metrischen Maßen haben die alteinheimischen (Pik, Medimno, Cafisso, Caß, Carica, Oka, Kantar) ihr Heimatsrecht behauptet.
   [Geschichte.] Die ersten Bewohner Cyperns waren Hettiter (Cheta); um 1400 v. Chr. herrschte hier über

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»Alaschja« ein König, der mit Amenophis III. und IV. von Ägypten in Briefwechsel stand und ihnen Kupfer lieferte. Um 1000 v. Chr. siedelten sich, namentlich im Osten, Phöniker an, gründeten die bedeutendsten Städte der Insel, wie Kition (Kartchadast, jetzt Larnaka), Salamis, Paphos, Amathus, Soloi, und verpflanzten ihre Götterkulte dahin. Später kamen, vorzugsweise nach dem Westen, griechische Einwanderer verschiedener Stämme, besonders Ionier und Dorier, die neun monarchische Kleinstaaten gründeten. Seit Ende des 8. Jahrh. v. Chr. war C. dem assyrischen Reich unterworfen, unter dem die griechischen und phönikischen Fürsten als Vasallen weiterherrschten. Nach dem Fall von Assyrien (607) übte Tyros eine Art Oberherrschaft, bis Amasis von Ägypten es um 560 für kurze Zeit eroberte. Danach kam C. unter die persische Herrschaft, der es die Griechen 478449 entrissen. 410 vereinigte König Euagoras von Salamis die ganze Insel zu einem der Sprache nach schon fast ganz griechischen Reich, dem sogar Tyros tributpflichtig ward, und behauptete nach längern Kämpfen gegen Artaxerxes II. seine Selbständigkeit bis an seinen Tod 374. Danach zerfiel C. wieder in verschiedene Kleinstaaten, die sich kurz nach 350 vergeblich gegen Artaxerxes III. auflehnten. Nach der Schlacht bei Issos unterwarf sich C. 333 Alexander dem Gr. Nach Alexanders Tode wurde die Insel ein Zankapfel zwischen Antigonos und Ptolemäos I.; letzterer blieb endlich Sieger und vereinigte C. wieder mit Ägypten; doch überließen es die Ptolemäer zeitweise einem jüngern Zweig ihres Hauses als Sekundogenitur. 58 machte es der jüngere Cato zu einer mit Kilikien vereinigten römischen Provinz. Cäsar und Marcus Antonius gaben zwar der Insel wieder mehrere Fürsten aus dem Geschlechte der Ptolemäer zu Herrschern, aber Augustus machte sie nach der Schlacht bei Aktion zur Konsularprovinz. Von dieser Zeit an wird C. in der alten Geschichte kaum mehr erwähnt.
   Bei der Teilung des Römerreichs fiel es dem oströmischen Reich zu und wurde von Statthaltern aus kaiserlichem Geblüt regiert; nach dem Aufstande der Juden unter Artemon wurde allen Juden das Betreten der Insel verboten. Von den Sarazenen 647 zweimal erobert, fiel C. jedesmal an die Byzantiner zurück. Von den Statthaltern machte sich Komnenos I. unabhängig und nahm den Kaisertitel an. Seine Nachkommen behaupteten den Thron, bis Richard Löwenherz 1191 auf seinem Kreuzzug in 25 Tagen die ganze Insel eroberte, den komnenischen Kaiser Isaak gefangen nahm und C. um 25,000 Mk. Silber an die Tempelherren verkaufte. Diese gaben es jedoch an England zurück, worauf Richard 1193 den Exkönig von Jerusalem, Guido von Lusignan, damit belehnte. Unter der Herrschaft der Lusignans blühte C. wieder auf. Nachdem mit Hugo II. 1267 die männliche Linie des Hauses Lusignan ausgestorben war, bestieg Hugo III., ein natürlicher Sohn des Prinzen Heinrich von Antiochia, den Thron von C. 1426 wurde C. durch die Ägypter erobert; König Jakob I. mußte in Kairo sein Land von den Burdjiten zu Lehen nehmen. Jakob II. hatte eine Venezianerin, Caterina Cornaro (s. d.), zur Frau, die 1489 ihre Rechte auf die Herrschaft von C. der Republik Venedig überließ. Diese behauptete sich im Besitz der Insel, bis 1570 der Feldherr des Sultans Selim II. nach elfmonatiger Gegenwehr Bragadinos (s. d.) in Famagosta die Insel eroberte und dem türkischen Reich einverleibte, wobei 20,000 Christen niedergehauen und große Schätze erbeutet wurden. Mehemed Ali bemächtigte sich im Juli 1832 auch Cyperns und wurde 1833 von der Pforte förmlich damit belehnt; aber schon 1840 kam die Insel an die Pforte zurück. 1878 wurde C. an England abgetreten (vgl. Großbritannien, Geschichte). 1882 erhielt es eine neue Verfassung. Vgl. Cesnola, C., seine alten Städte, Gräber und Tempel (deutsch, Jena 1879); Mas Latrie, Histoire de l'île de Chypre sous le règne des princes de la maison de Lusignan (Par. 185161, 3 Bde.); Derselbe, L'île de Chypre, sa situation présente, etc. (das. 1878) und Documents nouveaux servant de preuves à l'histoire de Chypre (das. 1882); v. Löher, C., Reiseberichte (3. Aufl., Stuttg. 1879); Herquet, Cyprische Königsgestalten des Hauses Lusignan (Halle 1881); Sakellarios, Τἀ Κυπριακ (2. Aufl., Athen 1890 bis 1891, 2 Bde.); Ohnefalsch-Richter, Kypros. Die Bibel und Homer (Berl. 1893, 2 Bde.); Holwerda, Die alten Kyprier in Kunst und Kultus (Leiden 1885); Enlart, L'art gothique et la Renaissance en Chypre (Par. 1899, 2 Bde.); Hutchinson und Cobham, Handbook of Cyprus (Lond. 1901); Oberhummer, Die Insel C. (Münch. 1902, Bd. 1). Eine umfassende Karte von C., aufgenommen von Kitchener u. Grant, erschien zu London 1885 (»Trigonometrical survey of the island of Cyprus«, 15 Bl. in 1: 63,360). Vgl. Cobham, An attempt at a bibliography of Cyprus (4. Aufl., Nikosia 1900).
 
Artikelverweis 
Cypernholz, s. Cordia.
 
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Cypĕrus L. (Cypergras), Gattung der Cyperazeen, ein- oder mehrjährige, niedrige oder ansehnliche Riedgräser mit beblätterten, selten blattlosen, blütentragenden Halmen, meist flachen Blättern, in kopfförmigen Büscheln oder Trugdolden stehenden vielblütigen, zusammengedrückten Ährchen und dreikantiger Frucht. Etwa 400 Arten in den tropischen und subtropischen Gebieten beider Erdhälften, meist in wasserreichen Niederungen. C. esculentus L. (Erdmandel, Kaffeewurzel), ausdauernd, in Südeuropa, dem Orient, Nord- und Südafrika, wird vielfach kultiviert wegen der an den Ausläufern sich bildenden Knollen (Bulbuli Trasi, Dulcinia), die süß und nußartig schmecken, roh, gekocht und gebraten gegessen werden und auch ein goldgelbes, sehr wohlschmeckendes und angenehm riechendes Öl liefern. Geröstete Erdmandeln dienen als Kaffeesurrogat. Sie enthalten etwa 27 Proz. Stärkemehl, 14 Proz. Rohrzucker, 7 Proz. Dextrin und Salze, 14 Proz. Zellstoff, 19 Proz. Fett (nach andern Angaben viel weniger) etc. Früher wurden sie unter dem Namen indianische Süßwurzel, arabische Zuckerwurzel arzneilich benutzt, ebenso der wohlriechende, gewürzhaft-bitterliche, etwas zusammenziehende Wurzelstock (lange oder europäische Cyperwurzel, wilde Galgantwurzel) von C. longus L. (Tafel Meyers »Gräser VI«, Fig. 9), in Süd- und Mitteleuropa, das als Ziergras zu Trockensträußen benutzt wird. C. officinalis Ac es, in Südeuropa, Nordafrika, Arabien, und C. rotundus L. (Nußgras), in Südasien und Neuholland, liefern die runde oder orientalische Cyperwurzel, länglichrunde, pflaumengroße, geringelte, dunkelbraune, innen rötlichweise Knollen, die beim Zerstoßen gewürzhaft riechen und bitterlich, ingwerartig schmecken. Das Nußgras ist in Australien ein lästiges, schwer ausrottbares Unkraut. C. textilis Thumb. (Flechten-Cypergras), mit rundlichem Schaft u. zusammengesetzter Dolde in zwölfblätteriger Hülle, wird in Südafrika über mannshoch und nicht dicker als eine Taubenfeder. Die Hottentotten flechten dar-aus dichte, wasserhaltende Körbe, auch dient die Faser

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zur Papierfabrikation. Als Zierpflanze wird C. alternifolius L., aus Madagaskar, mit schirmartig gestellten Blättern an 75 cm langen Halmen, kultiviert. C. Papyrus L. (Papyrus antiquorum Willd., Papyrus-, Papierstaude, griech. Byblos, s. Tafel Meyers »Wasserpflanzen«), mit sehr starker, kriechender Wurzel, bis 3 m hohem, unten armdickem, blattlosem, fast dreikantigem Halm und an der Spitze desselben mit 100- und mehrstrahliger dichter Blütendolde mit mehrblätteriger, allgemeiner Hülle. Der Papyrus wächst in seichtem Wasser an Ufern, in Flüssen und Sümpfen Afrikas, Syriens, Palästinas, auch Siziliens und Kalabriens und bildet namentlich in Afrika ein charakteristisches Glied der dortigen tropischen Flora. Er ist eine uralte Kulturpflanze; seine Wurzel, das Stengelmark und der untere Stengelteil lieferten beliebte Speise, die Wurzel auch Brennmaterial. Der Stengel diente zur Herstellung von Flechtarbeiten, Stricken, Matten und Segeln, Sandalen etc.; das Mark benutzte man als Lampendocht; namentlich aber lieferte der Schaft das Material zu dem Papier der Alten (s. Meyers Papier). Die Pflanze ist in Ägypten stets nur Kulturpflanze gewesen und gedieh wegen ihrer schweren Köpfe in einem so ebenen, den Winden ausgesetztem Lande wohl nur an einigen Orten; jetzt ist sie vollständig aus Ägypten verschwunden. Nach Sizilien kam der Papyrus aus Syrien durch die Araber kurz vor dem 10. Jahrh. Abbildungen des Papyrus finden sich häufig auf altägyptischen Denkmälern, und der büschelförmige Blütenstand, mit dem man die Tempel schmückte, war das Symbol von Unterägypten. Vgl. Zimmermann, De Papyro (Bresl. 1866).
 
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Cypervitriol, soviel wie Kupfervitriol.
 
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Cyperwein, s. Meyers Cypern und Meyers Griechische Weine.

 

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