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Cynomorĭum bis Cypergras (Bd. 4, Sp. 390 bis 391)
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Artikelverweis Cynomorĭum (Hundskolben, Hundsrute), Gattung der Balanophorazeen, mit der einzigen Art: C. coccineum L. (roter Hundskolben, s. Tafel Meyers »Schmarotzerpflanzen«, Fig. 6), dessen kurz zylindrisches Rhizom mit kleinen wurzelartigen Fortsätzen auf den Wurzelfasern verschiedener Sträucher und Kräuter schmarotzt. Aus dem Rhizom erheben sich 10 cm lange, mit dreieckigen Schuppenblättern besetzte zylindrische dunkel rotbraune Blütensprosse mit dickerm, aus zahlreichen niedergedrückten Scheinköpfchen zusammengesetztem Kolben, der über die Erde tritt. Aus den sehr unvollständigen, polygamischen Blüten entwickeln sich einsamige Nüßchen. Dieses Gewächs, das sich in der littoralen Mittelmeerregion, sehr häufig in Nordafrika, auch in der Dsungarei findet, wurde wegen seines violettroten, bitterlich zusammenziehenden Saftes früher als blutstillendes Mittel (Malteser Schwamm, Fungus Melitensis) benutzt.
 
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Cynomys, s. Meyers Präriehund.
 
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Cynophorīe (griech.), die Strafe des Hundetragens (s. d.).
 
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Cynopithecīna (Hundsaffen), Unterfamilie der Schmalnasen, s. Meyers Affen, S. 128.
 
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Cynopŏda, Familie der Raubtiere (s. d.).
 
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Cynosūrus L, (Kammgras), Gattung der Gramineen, ein- oder mehrjährige Gräser mit ähren- oder köpfchenförmiger, einseitiger Rispe, ein- bis fünfblütigen Ährchen und begrannten oder stachelspitzigen Deckspelzen. Fünf Arten in der gemäßigten Zone der Alten Welt. C. cristatus L. (s. Tafel Meyers »Gräser IV«, Fig. 2), eins der gemeinsten Gräser durch ganz Europa, mit linealer Scheinähre und drei- bis vierblütigen, grannenlosen Ährchen, die durch eine kammförmig gefiederte Hülle gestützt sind, findet sich auf frischen und trocknen Wiesen, auch auf Triften, bildet auf Wiesen ein Untergras, gilt als gutes Schnittgras, auf Weiden und Triften als sehr gutes Weidegras, erträgt Trockenheit, ist nahrhaft, wird aber nach der Blüte sehr hart und dann vom Vieh verschmäht.
 
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Cynthĭa, s. Meyers Seescheiden.
 
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Cynthĭana, Hauptstadt der Grafschaft Harrison in Kentucky, am südlichen Licking River, mit berühmter Pferdezucht, Whiskybrennerei und (1900) 3257 Einw.
 
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Cynthĭus, s. Kynthios.
 
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Cyperazeen (Cypergräser, Halbgräser, Scheingräser, Riedgräser), monokotyle Pflanzenfamilie aus der Abteilung der Glumifloren, grasartige, meist ausdauernde Gewächse mit dreikantigen Stengeln und dreizeilig gestellten, schmalen Blättern,

[Bd. 4, Sp. 391]


deren Scheiden geschlossen sind. ‚ Die Blüten bilden Spirren oder zusammengesetzte Ähren. Das Perigon fehlt oder besteht aus Borsten, die bei der Gattung Wollgras (Eriophorum) zur Fruchtzeit in lange, wollartige Fäden auswachsen. Staubgefäße finden sich meist drei, selten sechs. Das Pistill hat einen einfächerigen Fruchtknoten mit einer einzigen grundständigen Samenanlage und zwei oder drei mehr oder weniger verwachsene Griffel. Ost sind Zwitterblüten, wie bei Scirpus (s. Abbildung), vorhanden, bei der Gattung Carex finden sich dagegen eingeschlechtige Blüten, die ein- oder zweihäusig, bald in demselben Ährchen vereinigt, bald auf besondere Ährchen verteilt sind; die männlichen bestehen nur aus drei Staubgefäßen, die weiblichen nur aus einem Pistill, das von dem sogen. Schlauch (utriculus), eingeschlossen wird. Letzterer ist ein Tragblatt, das, die Blüte umwachsend, zu einem schlauchförmigen, oben offenen Gebilde wird. Später vergrößert es sich, erhärtet und umhüllt die abfallende Frucht. Die Früchte sind einsamige Nüßchen; der Same enthält ein stärkereiches Endosperm, in dem ein sehr kleiner Embryo ringsum eingeschlossen ist. (Vgl. Böckeler, Die C. des königlichen Herbariums zu Berlin, in »Linnaea«, neue Folge, Bd. 2 u. ff.; Schlechtendal, Langethal u. Schenk, Cyperaceae et Gramineae, revidiert von Hallier, Gera 1901, 8 Bde.) Die C., die an 2200 Arten zählen, finden sich vorzugsweise an feuchten, sumpfigen Stellen über die ganze Erde verbreitet. Sie bevorzugen nach Art- und Individuenzahl die nördliche gemäßigte Zone, wo sie auf sumpfigem Boden die sogen. sauren Wiesen bilden und sowohl gegen den Nordpol hin als auch in den höhern Regionen der Alpen vorherrschend werden. In den Tropen ist vornehmlich die Gattung Cyperus in zahlreichen Arten vertreten. Die C. sind meist schlechte Futterpflanzen, die der Landwirt als Sauergräser bezeichnet. Cyperus esculentus, in Südeuropa, liefert in seinen zucker- und ölreichen Knollen ein als Erdmandeln bezeichnetes Nahrungsmittel. Fossile, jedoch noch zweifelhafte Arten von Carex Mich., Cyperus L. und Cyperites Schimp. finden sich in Tertiärschichten.
 
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Cypergras, s. Cyperus.

 

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