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Cynăra bis Cynomorĭum (Bd. 4, Sp. 390)
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Artikelverweis Cynăra L, (Artischocke), Gattung der Kompositen, distelartige Kräuter mit großen, dornigen, fiederteiligen Blättern, sehr großen, distelartigen Blütenköpfen, an der Basis dicken fleischigen, an der Spitze stachelspitzigen Hüllkelchblättern, röhrenförmigen violetten Blüten auf einem fleischigen, mit Spreublättchen besetzten Boden und vierkantigen Früchten mit federförmigen Pappushaaren. Elf Arten in den Mittelmeerländern und auf den Kanaren. C. Scolymus L. (Artischocke, s. Tafel Meyers »Gemüsepflanzen II«, Fig. 1 u. 2), ein ausdauerndes, 1 m hohes, dornenloses, flaumhaariges, wenig verästeltes Distelgewächs, von dessen unterseits weißfilzigen, großen Blättern die grundständigen eine Rosette bilden, und eiförmigen, bis 12 cm dicken Blütenköpfchen, stammt aus Afrika. Man kultiviert mehrere Varietäten (Artischocke von Laon, Große violette, Camus de Bretagne) und erzieht sie am besten aus im Januar in Töpfen gesäten Samen. Die Blütenköpfe, deren Hüllkelchblätter und Blütenboden (Käse) ein seines Gemüse bilden, werden vor Entfaltung der Blüten geerntet. Die Artischocke, früher auch welsche Distel und Strobeldorn genannt, fordert ein mildes Klima und wird besonders in Südeuropa, Nordafrika, aber auch am Rhein und in Österreich kultiviert. Die Artischocken waren schon bei den Alten eine beliebte Speise, und Galenus empfiehlt insbes., sie mit Koriander, Wein, Olivenöl und Garum zu bereiten. C. cardunculus L. (Kardone, Karde, Cardy, spanische Artischocke), aus Nordafrika und Süditalien, ist der vorigen sehr ähnlich, doch höher im Stengel, mit an der Seite herablaufenden kurzstacheligen Blättern, deren Mittelrippe sehr stark ist, und kleinern Blütenköpfen mit kurzstacheligen Hüllkelchblättern. Man kultiviert sie ähnlich wie die Artischocke, bindet sie aber im September zusammen und gibt der ganzen Pflanze eine lose Umwickelung mit Stroh und eine möglichst hohe Behäufelung mit Erde, um sie zu bleichen (s. Tafel Meyers »Gemüsepflanzen IV«, Fig. 15); nur die Spitze der Pflanze bleibt frei. Nach drei Wochen sind die Blätter bleich und zart. Von den Cardys werden die Herzblätter und die markigen Stengel- und Blattstielteile in verschiedener Zubereitung genossen.
 
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Cynareen (Cynarokephaleu), Unterfamilie der Kompositen (s. d.).
 
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Cynewulf, angelsächs. Dichter, s. Meyers Kynewulf.
 
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Cyniker, s. Kyniker.
 
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Cynips, Gallwespe; Cynipidae (Gallwespen), Familie aus der Ordnung der Hautflügler; s. Meyers Gallwespen.
 
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Cynisch (kynisch, griech., »hündisch«), schamlos, Sitte u. Anstand verachtend; Cynismus, ein solches Benehmen, eine solche Ausdrucksweise etc. Vgl. Kyniker.
 
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Cynocephălus, der Pavian.
 
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Cynodictis, Cynōdon, s. Meyers Hund.
 
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Cynōdon Rich. (Hundszahn), Gattung der Gramineen, Gräser mit zarten, strahlig abstehenden Ähren und einblütigen, grannenlosen Ährchen, die alle nach einer Seite gewendet stehen. Vier Arten, von denen drei in Australien, die vierte, C. dactylum Rich. (Hundshirse, Bermudagras, s. Tafel Meyers »Gräser I«, Fig. 3), kosmopolitisch ist. Dies Gras ist ausdauernd, mit kriechendem Wurzelstock, aufsteigendem, ästigem, handhohem Halm und gespreizter Fingerähre. Es wächst in allen warmen und gemäßigten Ländern, sandigen Boden weithin überziehend; der Sommerdürre trotzend und doch zartblätterig, bildet es in den Südstaaten von Nordamerika die Grundlage der Alcidewirtschaft. Auch in Ostindien wird es kultiviert (Durba, Dub, Hariali), und den Hindu gilt es als heilig. Die Ausläufer sind reich an Stärkemehl und Zucker und werden in Italien wie bei uns die Queckenwurzel benutzt.
 
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Cynoglossum L. (Hundszunge), Gattung der Borraginazeen, meist ausdauernde, oft grau- und weichhaarige bis fast filzige Kräuter mit abwechselnden ganzen Blättern und in blattlosen Wickeln stehenden blauen oder roten, trichterförmigen Blüten. Etwa 50 Arten, meist Bergbewohner der gemäßigten und subtropischen Klimate beider Erdhälften. C. officinale L. (gemeine Hundszunge, Venusfinger), zweijährig, bis 1 m hoch, graukurzhaarig, mit feinfilzigen, lanzettförmigen Blättern und purpurnen, widerlich riechenden Blüten, wächst in Europa, Sibirien, Nordamerika. Wurzel und Kraut wurden früher arzneilich benutzt. Sie enthalten ein kristallinisches Alkaloid, das auf die Endigungen der peripherischen Nerven eine lähmende Wirkung nach Art des Curare ausübt. Andre Arten werden als Zierpflanzen kultiviert.
 
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Cynomorĭum (Hundskolben, Hundsrute), Gattung der Balanophorazeen, mit der einzigen Art: C. coccineum L. (roter Hundskolben, s. Tafel Meyers »Schmarotzerpflanzen«, Fig. 6), dessen kurz zylindrisches Rhizom mit kleinen wurzelartigen Fortsätzen auf den Wurzelfasern verschiedener Sträucher und Kräuter schmarotzt. Aus dem Rhizom erheben sich 10 cm lange, mit dreieckigen Schuppenblättern besetzte zylindrische dunkel rotbraune Blütensprosse mit dickerm, aus zahlreichen niedergedrückten Scheinköpfchen zusammengesetztem Kolben, der über die Erde tritt. Aus den sehr unvollständigen, polygamischen Blüten entwickeln sich einsamige Nüßchen. Dieses Gewächs, das sich in der littoralen Mittelmeerregion, sehr häufig in Nordafrika, auch in der Dsungarei findet, wurde wegen seines violettroten, bitterlich zusammenziehenden Saftes früher als blutstillendes Mittel (Malteser Schwamm, Fungus Melitensis) benutzt.

 

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