Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Cymōl bis Cynareen (Bd. 4, Sp. 389 bis 390)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Cymōl (Cymēn, Methylisopropylbenzol) C10H14 oder C6H4. CH3. C3H7 findet sich im Römischkümmelöl von Cuminum Cyminum, im Öl von Ptychotis ajovan, im Thymian-, Eukalyptusöl etc., entsteht bei Destillation von Thymol, Carvacrol, Kampfer mit Phosphorsäureanhydrid, aus vielen Terpenen C10H16 beim Erhitzen mit Jod und aus Geranial, aus Cuminalkohol bei Einwirkung von Zinkstaub, synthetisch beim Erhitzen von Parabromisopropylbenzol mit Jodmethyl und Natrium. Es wird am besten aus Ajovanöl dargestellt, ist eine farblose Flüssigkeit, riecht angenehm, spez. Gew. 0,872, siedet bei 175°, löst sich nicht im Wasser und gibt beim Schütteln mit Natronlauge und Luft Cuminsäure.
 
Artikelverweis 
Cymophān, Mineral, s. Meyers Chrysoberyll.
 
Artikelverweis 
Cymös, trugdoldig, s. Meyers Cyma.
 
Artikelverweis 
Cymótriches (griech.), Lockenhaarige, s. Meyers Menschenrassen.
 
Artikelverweis 
Cymrisch (Kymrisch), s. Meyers Welsche Sprache.
 
Artikelverweis 
Cymry (spr. kímmrĭ, Kymren), einheimischer Name der keltischen Bewohner von Wales (s. d.).
 
Artikelverweis 
Cynailūrus, s. Meyers Gepard.
 
Artikelverweis 
Cynanche (griech.), soviel wie Rachendiphtherie.
 
Artikelverweis 
Cynanchum L. (Hundswürger, Schwalbenwurz), Gattung der Asklepiadazeen, Milchsaft führende Stauden mit Neigung zum Winden oder Sträucher mit gegenständigen, gestielten, meist herzförmigen, bisweilen nur als Schuppen entwickelten Blättern und weißen, gelblichen oder roten Blüten in blattwinkel- oder gipfelständigen, dolden- oder traubenförmigen Blütenständen und Samen mit Haarkrone in meist glatten, gedoppelten Balgkapseln. Über 100 Arten auf beiden Halbkugeln, bes. in der Alten Welt. C. monspellacum L., in Südfrankreich, Spanien, Italien, Griechenland, ausdauernd, mit weißen und rötlichen Blüten, hat scharfen Milchsaft, der, eingedickt und mit andern drastischen Stoffen und Harzen vermengt, das französische Skammonium gibt. C. Vincetozicum Pers. (Vincetoxicum album Aschers., gemeine Schwalbenwurz, Lorenzkraut, Giftwurzel, Hundstod), ausdauernd, in fast ganz Europa und Asien, 3060 cm hoch, mit kurzgestielten, herz- oder herz-eiförmigen, zugespitzten Blättern und blattwinkelständigen weißen Blüten. Die Wurzel riecht widrig, schmeckt süßlich, hinterher ekelhaft und etwas scharf und ward früher als Mittel gegen Vergiftungen gebraucht. Die Stengel liefern zähen Bast, der wie Hanf benutzbar ist.

[Bd. 4, Sp. 390]



 
Artikelverweis 
Cynăra L, (Artischocke), Gattung der Kompositen, distelartige Kräuter mit großen, dornigen, fiederteiligen Blättern, sehr großen, distelartigen Blütenköpfen, an der Basis dicken fleischigen, an der Spitze stachelspitzigen Hüllkelchblättern, röhrenförmigen violetten Blüten auf einem fleischigen, mit Spreublättchen besetzten Boden und vierkantigen Früchten mit federförmigen Pappushaaren. Elf Arten in den Mittelmeerländern und auf den Kanaren. C. Scolymus L. (Artischocke, s. Tafel Meyers »Gemüsepflanzen II«, Fig. 1 u. 2), ein ausdauerndes, 1 m hohes, dornenloses, flaumhaariges, wenig verästeltes Distelgewächs, von dessen unterseits weißfilzigen, großen Blättern die grundständigen eine Rosette bilden, und eiförmigen, bis 12 cm dicken Blütenköpfchen, stammt aus Afrika. Man kultiviert mehrere Varietäten (Artischocke von Laon, Große violette, Camus de Bretagne) und erzieht sie am besten aus im Januar in Töpfen gesäten Samen. Die Blütenköpfe, deren Hüllkelchblätter und Blütenboden (Käse) ein seines Gemüse bilden, werden vor Entfaltung der Blüten geerntet. Die Artischocke, früher auch welsche Distel und Strobeldorn genannt, fordert ein mildes Klima und wird besonders in Südeuropa, Nordafrika, aber auch am Rhein und in Österreich kultiviert. Die Artischocken waren schon bei den Alten eine beliebte Speise, und Galenus empfiehlt insbes., sie mit Koriander, Wein, Olivenöl und Garum zu bereiten. C. cardunculus L. (Kardone, Karde, Cardy, spanische Artischocke), aus Nordafrika und Süditalien, ist der vorigen sehr ähnlich, doch höher im Stengel, mit an der Seite herablaufenden kurzstacheligen Blättern, deren Mittelrippe sehr stark ist, und kleinern Blütenköpfen mit kurzstacheligen Hüllkelchblättern. Man kultiviert sie ähnlich wie die Artischocke, bindet sie aber im September zusammen und gibt der ganzen Pflanze eine lose Umwickelung mit Stroh und eine möglichst hohe Behäufelung mit Erde, um sie zu bleichen (s. Tafel Meyers »Gemüsepflanzen IV«, Fig. 15); nur die Spitze der Pflanze bleibt frei. Nach drei Wochen sind die Blätter bleich und zart. Von den Cardys werden die Herzblätter und die markigen Stengel- und Blattstielteile in verschiedener Zubereitung genossen.
 
Artikelverweis 
Cynareen (Cynarokephaleu), Unterfamilie der Kompositen (s. d.).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: