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Cybĕle bis Cyclolītes (Bd. 4, Sp. 387 bis 388)
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Artikelverweis Cybĕle, s. Kybele.
 
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Cybulski, Wojciech (Adalbert), poln. Literarhistoriker, geb. 10. April 1808 in Konin (Provinz Posen), gest. 15. Febr. 1867 in Breslau, studierte Philologie und Geschichte in Berlin, Prag und Wien, habilitierte sich 1810 an der Berliner Universität als Dozent der slawischen Literatur und war seit 1860 ordentlicher Professor in Breslau. Er schrieb eine kritische Analyse von Mickiewiczs »Dziady« (Posen 1863). Seine 184245 in Berlin gehaltenen Vorlesungen wurden nach seinem Tode herausgegeben u. d. T.: »Geschichte der polnischen Dichtkunst in der ersten Hälfte des laufenden Jahrhunderts« (Posen 1880, 2 Bde.), vorher in polnischer Übersetzung (Dresd. 1870).
 
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Cycadītes, s. Meyers Cykadazeen.
 
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Cycas L. (Sagopalme), Gattung der Cykadazeen, niedrige Bäume mit säulenförmigem, mit den Blattresten dauernd bepanzertem Stamm, einfach gefiederten Blättern, in deren Mitte sich bei der weiblichen Pflanze die großen Fruchtzapfen entwickeln. Etwa 16 Arten im tropischen Asien, Australien und Polynesien. C. revoluta Thunb. (s. Tafel Meyers »Cykadazeen«, Fig. 5), im südlichen Japan, mit etwa mannshohem Stamm, bis 2 m langen Blättern, linienförmigen, ganzrandigen und an den Rändern nach unten eingerollten Fiederblättchen, enthält in der Spitze der Stämme ein sehr stärkemehlreiches Mark, aus dem Sago bereitet wird. Mit den Blättern schmückt man bei uns die Särge (Friedenspalme), und in Frankreich dienen sie bei den kirchlichen Feierlichkeiten des Palmsonntags. Man kultiviert daher diese, aber auch andre Arten in Gewächshäusern wie Palmen; auch eignen sich größere Exemplare recht gut zur Zimmerkultur. In neuerer Zeit kommen getrocknete Wedel in großer Menge aus Japan nach Europa und werden hier gefärbt, so daß sie frischen Wedeln sehr ähnlich sind. C. circinalis L. (s. Tafel Meyers »Cykadazeen«, Fig. 4), mit braunfilzigem, 12 m hohem Stamm, 23 m langen Blättern mit lilienförmigen, ganz- und flachrandigen, scharf zugespitzten, oben dunkelgrün glänzenden Fiederblättchen, in Ostindien und Niederländisch-Indien, liefert, wie die vorige Art, Sago; die jungen Blätter und die jungen Stiele geben ein wohlschmeckendes Gemüse. Die Früchte enthalten ein amorphes, in Wasser, nicht in Alkohol und Äther lösliches Glykosid Pakoin und sind giftig.
 
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Cycismore, s. Meyers Cismar.
 
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Cycladĭdae, s. Meyers Muscheln.
 
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Cyclāmen L. (Erdscheibe, Alpenveilchen), Gattung der Primulazeen, ausdauernde, stengellose Gewächse mit knolligem, flachkugeligem Wurzelstock, grundständigen, langgestielten, meist herz- oder nierenförmigen Blättern, einzeln stehenden, langgestielten, nickenden, ansehnlichen Blüten und fünfklappiger Kapsel, die durch spiraliges Zusammenrollen der Blütenstiele auf den Boden gelangt. Etwa zehn Arten in

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den Gebirgen Mitteleuropas und in den Mittelmeerländern. Von C. europaeum L. (s. Tafel Meyers »Erdfrüchtler«, Fig. 6), mit herzförmig-rundlichen, gezahnten, oben mit einer weißlichen Zone gezeichneten, unten purpurrötlichen Blättern und wohlriechenden weißen, blaßrötlichen oder rosenroten Blüten, in der subalpinen Region der europäischen Gebirge nördlich bis Böhmen, war die Knolle (Radix Cyclaminis s. Arthanitae) früher als drastisches Abführmittel gegen Würmer etc. im Gebrauch. Sie wirkt giftig, kann aber nach dem Trocknen und Rösten gegessen werden und soll kastanienartig schmecken. Die Schweine sollen sie ohne Schaden fressen (daher Saubrot). Sie enthält farb- und geruchloses, amorphes, sehr scharf schmeckendes, reizend giftiges Cyclamin (Arthanitin) C20H34O10, ein Glykosid, dessen Staub heftig zum Niesen reizt und dessen wässerige Lösung wie Seifenwasser schäumt. Diese und andre Arten, wie C. coum Mill. in Vorderasien, C. repandum Sibt. im Mittelmeergebiet etc., halten bei uns im Freien aus, wenn man die Knollen etwas tief pflanzt. Das Sammeln von C. ist in den Alpen etc., um der Ausrottung vorzubeugen, z. T. verboten. C. persicum Mill., vielleicht eine Gartenvarietät von C. latifolium Sibt. et Sm. in Vorderasien und auf den Inseln des Ägäischen Meeres, mit herzförmig-nierenförmigen, gekerbten Blättern und weißen, im Schlunde roten Blüten, wird in zahlreichen, z. T. sehr großblumigen Varietäten als Zierpflanze für das Zimmer kultiviert (s. Tafel Meyers »Zimmerpflanzen II«, Fig. 2).
 
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Cyclanthēra Schrad., Gattung der Kukurbitazeen, meist einjährige, mit Gabelranken kletternde Pflanzen mit ganzrandigen oder geteilten Blättern, kleinen Blüten und kleinen, fleischigen, aufspringenden Früchten. 30 im wärmern Amerika heimische Arten, von denen einige wegen ihres schnellen Wachstums zum Bekleiden von Mauern und Spalieren benutzt werden. Die schönste Art ist vielleicht C. pedata Schrad., aus Mexiko und Mittelamerika, mit geteilten Blättern. Die reisen Früchte von C. explodens A and. schleudern bei der geringsten Berührung ihre Samen fort.
 
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Cyclītis, Entzündung des Ciliarkörpers im Auge, tritt selten als selbständige Erkrankung auf, meist in Verbindung mit Iritis und Aderhautentzündung. Schmerzhaftigkeit des Auges bei Berührung und Trübungen des Glaskörpers kennzeichnen die C.
 
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Cyclocarpus, s. Kordaitazeen.
 
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Cyclolītes, s. Meyers Korallen.

 

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