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Cuseler Schichten bis Custine (Bd. 4, Sp. 381 bis 382)
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Artikelverweis Cuseler Schichten, s. Meyers Kuseler Schichten.
 
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Cuselīt, s. Kuselit.
 
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Cushing (spr. kösching), Caleb, nordamerikan. Staatsmann, geb. 17. Jan. 1800 in Salisbury (Massachusetts), gest. 2. Jan. 1879 in Newburyport (Massachusetts), bereiste 1829 Europa und veröffentlichte »Reminiscences of Spain« (1833). C. ging 1843 als Gesandter nach China, wo ihm 3. Juli 1844 der Abschluß des ersten nordamerikanischen Vertrags mit China gelang. 1872 vertrat er die Vereinigten Staaten in der gemischten Kommission über die Alabamafrage, 187477 war er bevollmächtigter Minister in Spanien. Er schrieb unter anderm: »The treaty of

[Bd. 4, Sp. 382]


Washington« (New York 1873). Vgl. »Memorial of Caleb C.« (Boston 1880).
 
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Cushman (spr. köschmän), Charlotte Saunders, amerikan. Schauspielerin, geb. 25. Juni 1814 in Boston, gest. daselbst 18. Febr. 1876, wandte sich der Oper zu und erntete bei ihrem ersten Debüt (1835) als Gräfin in »Figaros Hochzeit« solchen Beifall, daß sie für die Oper in New Orleans engagiert wurde. Da sie hier ihre Stimme verlor, widmete sie sich der Tragödie. Sie trat 1836 zuerst als Lady Macbeth auf und hatte auch hier glänzenden Erfolg, der sich in Philadelphia und New York noch steigerte. Während ihres Aufenthalts in letzterer Stadt bildete sie ihre jüngere Schwester, Susan, ebenfalls fürs Theater heran und gewann als Romeo (Susan gab die Julie) und in andern Männerrollen, zu denen ihre Schwester die bezüglichen weiblichen Rollen übernahm, großen Beifall. 1845 begaben sie sich nach England, wo sich Susan 1848 mit Muspratt, Professor der Chemie in Liverpool, verheiratete und dort 10. März 1859 starb, während C. 1849 zu neuen Triumphen nach Amerika zurückkehrte. 1858 nahm sie ihren Aufenthalt in Rom, von wo sie erst nach einigen Jahren nach Amerika zurückging. 1866 zog sie sich von der Bühne zurück. Vgl. Stebbins, Charl. C., her letters and memories of her life (Boston 1878; neue Ausg. 1899); Mrs. C. E. Clement, Charlotte C. (das. 1882).
 
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Cusio, Lago, See, s. Orta Novarese.
 
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Cusīr (franz. Soie à coudre), aus Rohseide gezwirnte Nähseide; Cusirino, seine C. zu Spitzen etc.
 
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Cusparĭa Humb., Gattung der Rutazeen, Sträucher oder Bäumchen mit meist langgestielten, ein- bis siebenteiligen Blättern, ziemlich großen Blüten in traubenähnlichen Rispen, seltener in Trauben oder Scheinähren und einsamigen, verkehrt-eiförmigen oder fast rhombischen Früchten. Etwa 20 Arten im tropischen Brasilien und in Kolumbien. C. trifoliata Engl., 2025 m hoher Baum mit bräunlichgrauer Rinde, langgestielten Blättern und weißen Blüten in Rispen, wächst in Neugranada und Cumana und liefert die Angosturarinde, die schwach gewürzhaft riecht, sehr anhaltend rein bitter, etwas aromatisch schmeckt und gegen Ende des 18. Jahrh. als Fiebermittel (China von Neuandalusien), gegen Verdauungsstörungen und Ruhr angewendet wurde. Sie enthält vier Alkaloide: Galipedin C19H19NO3 und Galipeïn C20H21NO3, Cusparin C20H19NO3 und Cusparidin C19H17NO3. Weil aber häufig eine Verfälschung mit der giftigen Rinde von Strychnos nux vomica beobachtet wurde, kam sie in Mißkredit. Man benutzt sie zur Bereitung eines Likörs (Angostura).
 
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Cuspiniān, Johannes (eigentlich Spießhaymer), Diplomat und Gelehrter, geb. 1473 in Schweinfurt, gest. 19. April 1529 in Wien, studierte in Wien Philosophie u. Medizin, wurde 1500 Rektor der Universität und 1508 Celtes' Nachfolger als Professor. Kaiser Maximilian verwandte ihn erfolgreich zu diplomatischen Sendungen (vgl. sein Tagebuch in den »Fontes rerum austriacarum«, Bd. 1) und ernannte ihn zum Lohn 1515 zum Vorsitzenden seines Geheimen Rates und Anwalt der Stadt Wien. Daneben betrieb C. humanistische und geschichtliche Studien und gab Klassiker und mittelalterliche Autoren heraus. Auch schrieb er das wertvolle Geschichtswerk »De Caesaribus atque imperatoribus romanis opus insigne«, das bis zum Tode Maximilians reicht (hrsg. von Gerbel, Straßb. 1540; deutsch, das. 1541). Sein Grabdenkmal befindet sich im Stephansdom zu Wien.
 
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Cusset (spr. küßä), Stadt im franz. Depart. Allier, Arrond. Lapalisse, am Sichon, 2,5 km nordöstlich von Vichy, mit dem es durch Straßenbahn verbunden ist, hat ein Handelsgericht, ein College, Mineralquellen (eine Eisenquelle und einen Säuerling von 17°) mit Bade- und Kaltwasserheilanstalt, Kalkbrennerei, Weberei, Ölfabrikation und (1901) 5135 Einw.
 
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Cust (spr. köst), Robert Needham, Orientalist und Sprachforscher, geb. 1821 in Cockayne, erzogen in Eton, studierte die orientalischen Sprachen an dem College in Haileybury und war 184369 in Indien als Zivilbeamter in hervorragenden Stellungen tätig, zuletzt als Mitglied des indischen Rates in Kalkutta. Nach seiner Rückkehr nach Europa veröffentlichte er: »Modern languages of the East Indies« (Lond. 1878); »Linguistic and oriental essays« (1879), denen fünf weitere Serien (18871902) folgten; »Pictures of Indian life« (1881); »Modern languages of Africa« (1883, 2 Bde.); »The shrines of Lourdes, Saragossa, Loretto and Jerusalem« (1885); »The languages of Oceania« (1886; franz. Übersetzung, Par. 1888). C. lebte, abgesehen von den Reisen in Vorderasien, Nordafrika, der Türkei etc., seit 1869 in London, wo er Ehrenämter bei mehreren gelehrten und philanthropischen Gesellschaften bekleidet, und ist Ehrendoktor der Universität Edinburg. Eine Zusammenstellung seiner Schriften enthalten Custs »Memoirs of past years of a Septuagenarian« (1899).
 
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Custine (spr. küstīn'), Adam Philippe, Graf von, franz. General, geb. 4. Febr. 1740 in Metz aus einem alten Adelsgeschlecht, gest. 28. Aug. 1793, zeichnete sich im Siebenjährigen sowie im amerikanischen Kriege rühmlich aus. Nach Frankreich zurückgekehrt, ward er zum Maréchal de Camp und Gouverneur von Toulon ernannt, trat als Abgeordneter des lothringischen Adels 1789 in die Nationalversammlung und neigte sich hier entschieden auf die Seite der liberalen Partei. 1791 zum Generalleutnant befördert, erhielt er 1792 ein Kommando am Oberrhein, bemächtigte sich der Stadt Landau und nahm die Linien von Weißenburg, dann Speyer, Worms, Mainz und Frankfurt, ward aber von den Preußen und Hessen 2. Dez. 1792 bei Frankfurt geschlagen. Nach mehreren unglücklichen Gefechten, namentlich 6. Jan. 1793 bei Hochheim. setzte er Mainz in Verteidigungszustand, ward aber im Frühling von den Preußen nach Landau zurückgeworfen. Als Anhänger der Gironde auf die Anschuldigung Marats und Billaud-Varennes' vor den Wohlfahrtsausschuß nach Paris geladen, ward er trotz seiner geschickten Verteidigung 27. Aug. 1793 als Hochverräter zum Tode verurteilt und hingerichtet. Sein Wunsch, daß sein Sohn Renaud Philippe von C., geb. 1768, der, nachdem er Gesandter in Berlin gewesen, seinem Vater als Adjutant zur Seite stand, seine Ehrenrettung durch Herausgabe seines Briefwechsels bewirken möge, blieb unerfüllt, da er bereits 3. Jan. 1794 dem Vater auf das Schafott folgte; doch veröffentlichte später Custines Adjutant, der General Baraguay d'Hilliers, Custines Papiere u. d. T.: »Mémoires posthumes du général français comte de C., rédigés par un de ses aides de camp« (deutsch, Berl. 1795, 2 Bde.). Vgl. Chuquet, L'expédition de C. (Par. 1892); Derselbe, Wissembourg (das. 1893); Bardoux, Madame de C. (das. 1888).

 

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