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Curschmannsche Spiralen bis Curūlis sella (Bd. 4, Sp. 379 bis 380)
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Artikelverweis Curschmannsche Spiralen, s. Meyers Asthma.
 
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Cursōres, soviel wie Laufvögel (s. d.).
 
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Cursorĭa (Läufer), s. Meyers Geradflügler.
 
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Curt., bei Tiernamen Abkürzung für J. H. Curtis, Maler und Entomolog in London, geb. 1761, gest. 1861; oder für W. Curtis (s. d. 1).
 
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Curtāne (Curtein, engl.; mittellat. Curtana, »Schwert ohne Spitze«), das Schwert Eduards des Bekenners, früher den Königen von England bei ihrer Krönung als Sinnbild der Milde vorangetragen.
 
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Curtatōne, Gemeinde in der ital. Provinz Mantua, 5 km westlich von Mantua, an der Dampfstraßenbahn nach Viadana, mit (1901) 7271 Einw., bekannt durch das glückliche Treffen der Österreicher unter Radetzky gegen die neapolitanisch-toskanischen Truppen 29. Mai 1848.
 
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Curtea de Arges, Stadt, s. Meyers Ardschisch 1).
 
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Curtis (spr. körr-), 1) William, Botaniker, geb. 1746 zu Alston in Hampshire, gest. 7. Juli 1799 in Brompton, erlernte die Pharmazie, widmete sich der Botanik, gründete einen botanischen Garten und hielt Vorlesungen. C. schrieb: »Flora Londinensis« (Lond. 177787; neue Aufl. von Graves u. Hooker, 1817 bis 1828, 5 Bde., mit 702 kolorierten Tafeln); »Practical observations on the British grasses« (2. Ausg. 1790; 6. Aufl. von Lawrence, 1824); »Lectures on botany« (hrsg. von Sam. C., 1805, 3 Bde.; 2. Aufl. 1807). 1787 gründete er das »Botanical Magazine«.
   2) George Ticknor, amerikan. staatsrechtlicher Schriftsteller, geb. 28. Nov. 1812 zu Watertown in Massachusetts, gest. 28. März 1894, ließ sich 1836 in Boston als Advokat nieder. Sein bekanntestes Werk ist die »Constitutional history of the United States« (neue Bearbeitung Bd. 1, New York 1889; Bd. 2, hrsg. von Clayton, 1896), demnächst die Biographien: »Life of Daniel Webster« (das. 1870, 2 Bde.), »Life of James Buchanan« (das. 1883, 2 Bde.), »Life, character and service of General G. B. McClellan« (Boston 1887).
   3) George William, amerikan. Schriftsteller, geb. 24. Febr. 1824 in Providence (Rhode Island), gest. 31. Aug. 1892 in West-New Brighton (Staten Island), war erst Kaufmannslehrling und widmete sich mit 18 Jahren den Bestrebungen der Transzendentalistenkolonie Brook Farm in der Nähe von Boston, wo er unter anderm Ackerbau trieb. Dann ging er nach Europa, hörte Vorlesungen an der Universität Berlin, machte weite Reisen und kehrte 1850 nach der Heimat zurück. Nachdem er in New York Mitarbeiter hervorragender Zeitungen gewesen, nacheinander »Harper's Monthly« u. »Harper's Weekly« redigiert, übernahm er die Professur der englischen Sprache an der Universität Cornell. C. war als Schriftsteller wie als Bürger ein Vertreter des besten Amerikanertums. Jederzeit ein glänzender Stilist, erwarb er sich durch seine Reiseschilderungen »The Howadji in Syria« (1852) und »Nile notes of a Howadji« (1859), seine Plaudereien u. d. T.: »Lotus eating« (1852) sowie die satirischen »Potiphar papers« (1853) literarischen Ruhm. Er schrieb auch die reizende Novelle »Prue and I« (1856) und den weniger gelungenen Roman »Trumps« (1861) sowie Biographien von William Cullen Bryant (1879) und James Russell Lowell (1892). Eine Gesamtausgabe seiner Schriften, herausgegeben von Norton, erscheint seit 1894 in New York. Vgl. Winter, George William C. (New York 1893); Chadwick, George William C. (das. 1893) und E. Cary, Life of C. (Boston 1894).
 
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Curtius, 1) Marcus, ein edler röm. Jüngling, der sich für sein Vaterland aufopferte. 362 v. Chr. entstand, wie die Sage berichtet, in der Mitte des Forums plötzlich eine tiefe Kluft, die nicht auszufüllen war. Die Wahrsager verkündeten, der Staat sei in höchster Gefahr, wenn sich die Kluft nicht schlösse; dies aber werde nur geschehen, wenn das beste Gut Roms hineingeworfen werde. Da bestieg C. mit den Worten: »Nichts Besseres hat Rom als Waffen und Heldenmut!« im vollen Waffenschmuck sein Roß und stürzte sich in den Abgrund, worauf sich dieser schloß.
   2) Quintus Curtius Rufus, röm. Geschichtschreiber, verfaßte unter Claudius (4154 n. Chr.) »Historiae Alexandri Magni« in 10 Büchern, von denen nur die letzten acht erhalten sind. Wahrscheinlich selbst Rhetor, hat er es mehr auf rhetorische Gefälligkeit als auf historische Treue abgesehen und auf kritische Benutzung der Quellen keinen sonderlichen Wert gelegt. Zahlreich sind seine geographischen und chronologischen Irrtümer; seinen Mangel an militärischen Kenntnissen beweisen seine Schlachtberichte. Ausgaben von Freinsheim (mit Ergänzungen der Lücken, Straßb. 1648 u. 1670), Mützell (Berl. 1841, 2 Bde.), Zumpt (2. Aufl., Braunschw. 1864), Hedicke (Berl. 1867), Damsté (Groning. 1897); übersetzt von Christian (3. Aufl., Stuttg. 1883) und Siebelis (3. Aufl. 1882). Vgl. Dosson, Étude sur Quinte-Curce (Par. 1887).
 
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Curtius, 1) Ernst, Archäolog und Geschichtschreiber, geb. 2. Sept. 1814 in Lübeck, gest. 11. Juli 1896 in Berlin, studierte Philologie, begleitete 1837 Professor Brandis nach Athen und von hier seinen Lehrer O. Müller durch Griechenland, hielt sich darauf einige Zeit in Italien auf, promovierte 1841 zu Halle und habilitierte sich 1843 in Berlin. 1841 wurde er außerordentlicher Professor und Erzieher des nachmaligen Kaisers Friedrich und begleitete ihn nach Bonn. 1850 nach Berlin zurückgekehrt, 1856 nach Göttingen und von dort 1868 wieder nach Berlin zurückberufen, wirkte er an der Universität als Professor der alten Geschichte und am königlichen Museum als Direktor des Antiquariums. Seit 1853 Mitglied der königlichen Akademie der Wissenschaften, war C. 187193 beständiger Sekretär der philologisch-historischen Klasse. Die Früchte seiner wiederholten Reisen nach Griechenland und Kleinasien, zuletzt im Frühjahr 1874 zur Vorbereitung der vom Deutschen Reich in Olympia beabsichtigten Ausgrabungen, sind in einer Reihe von Abhandlungen der Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften und der Berliner Akademie niedergelegt, z. T. auch besonders erschienen, so namentlich: »Naxos« (Berl. 1846); »Olympia« (das. 1852); »Die Ionier« (das. 1855); »Über den religiösen Charakter der griechischen Münzen«; »Beiträge zur Geschichte und Topographie Kleinasiens« (das. 1872); »Ephesos« (das. 1874) u. a. Die gehaltvollen Festreden, die C. in Göttingen als professor eloquentiae hielt, sind in Berlin 1864 gesammelt erschienen; die zu Berlin gehaltenen u. d. T.: »Altertum und Gegenwart« (Bd. 1, Berl. 1875, 4. Aufl. 1892; Bd. 2, das. 1882, 2. Aufl. 1886; Bd. 3 u. d. T.: »Unter drei Kaisern«, 1889, 2. Aufl. 1895). Außer diesen Schriften, den »Klassischen Studien« (Bonn 1840), poetischen Übersetzungen aus altgriechischen Dichtern, die er mit Em. Geibel herausgab, der »Akropolis

[Bd. 4, Sp. 380]


von Athen« (Berl. 1844) und verschiedenen Abhandlungen (z. B. »Beiträge zur geographischen Onomatologie der griechischen Sprache«, 1861) in archäologischen und philologischen Zeitschriften (z. T. vereinigt als »Gesammelte Abhandlungen«, Berl. 189394, 2 Bde.) veröffentlichte C. als Hauptwerke: »Peloponnesos« (Gotha 185152, 2 Bde.), eine wissenschaftliche Geographie der Halbinsel, die vielgerühmte »Griechische Geschichte« (Berl. 185761, 3 Bde.; 6. Aufl. 188789) und »Die Stadtgeschichte von Athen« (das. 1891). Auch gab C. »Sieben Karten zur Topographie von Athen nebst erläuterndem Text« (Gotha 1868) und mit Kaupert den »Atlas von Athen« (Berl. 1878) und »Karten von Attika« (das. 188194), ferner mit Adler und Hirschfeld »Die Ausgrabungen zu Olympia« (das. 187781, 5 Bde.) heraus. C. war »einer der in sich geschlossensten und schwungvollsten unter den nachgebornen Hellenen«. Vgl. Michaelis in der Beilage zur »Allgemeinen Zeitung« vom 7.10. Aug. 1896; Broicher, Erinnerungen an Ernst C. (Berl. 1897); Friedr. Curtius, Ernst C., ein Lebensbild in Briefen (das. 1903); L. Gurlitt, Erinnerungen an Ernst C. (Leipz. 1902).
   2) Georg, Philolog, Bruder des vorigen, geb. 16. April 1820 in Lübeck, gest. 12. Aug. 1885 in Hermsdorf bei Warmbrunn, studierte seit 1838 in Bonn und Berlin, wurde 1842 Lehrer am Blochmannschen Institut zu Dresden, habilitierte sich 1846 in Berlin und wurde 1849 außerordentlicher, 1851 ordentlicher Professor in Prag, 1854 in Kiel, 1862 in Leipzig. Er hat das Studium der griechischen und lateinischen Sprache auf dem Boden der vergleichenden Sprachwissenschaft neu begründet. Seine Hauptwerke sind: »Griechische Schulgrammatik« (Prag 1852; 23. Aufl. von R. Meister, 1902) nebst »Erläuterungen« (das. 1863, 3. Aufl. 1875); »Grundzüge der griechischen Etymologie« (Leipz. 185862; 5. Aufl., unter Mitwirkung von A. Windisch, 1879); »Das Verbum der griechischen Sprache« (das. 187376, 2 Bde.; 2. Aufl. 18771880). Sonst nennen wir: »Die Sprachvergleichung in ihrem Verhältnis zur klassischen Philologie« (Dresd. 1845; 2. Aufl., Berl. 1848); »Die Bildung der Tempora und Modi im Griechischen und Lateinischen« (das. 1846); »Philologie und Sprachwissenschaft« (Leipz. 1862); »Zur Chronologie der indogermanischen Sprachforschung« (das. 1867, 2. Aufl. 1873); »Zur Kritik der neuesten Sprachforschung« (das. 1885). Arbeiten seiner Schüler vereinigte er mit eignen Beiträgen zu den »Studien zur griechischen und lateinischen Grammatik« (Leipz. 186877, 10 Bde.; die letzten beiden mit K. Brugman) und begründete 1878 mit L. Lange, O. Ribbeck und H. Lipsius die »Leipziger Studien zur klassischen Philologie«. Seine »Kleinen Schriften« gab Windisch heraus (Leipz. 18861887, 2 Bde.). Vgl. Windisch, G. C., eine Charakteristik (Berl. 1887).
   3) Theodor, Chemiker, geb. 27. Mai 1857 in Duisburg, studierte in Leipzig, Heidelberg u. München, habilitierte sich 1886 als Privatdozent in Erlangen, wurde 1889 ordentlicher Professor an der Universität Kiel, 1896 in Bonn, 1897 in Heidelberg. Er arbeitete über das Glykokoll, die Synthese von Ketonsäureäthern, über Diazoverbindungen der Fettreihe u. entdeckte das Hydrazin und die Stickstoffwasserstoffsäure.
 
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Curūlis sella (lat.), s. Meyers Sella.

 

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