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Currencytheorie bis Cursorĭa (Bd. 4, Sp. 378 bis 379)
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Artikelverweis Currencytheorie (Currencyschule, Currency principle), die hauptsächlich von Normann und Lord Overstone verteidigte und auch von R. Peel angenommene Lehre, nach der Münzen und Banknoten zusammen das Landesgeld bilden. Ein Land könne nur eine bestimmte Menge von Umlaufsmitteln (Münzen und Noten) beschäftigen. Werde dieselbe durch übermäßige Ausgabe von papiernen Zahlungsmitteln vermehrt, so würden die Warenpreise steigen, und da die edlen Metalle, nicht aber die Noten überall Abnehmer fänden, müßten erstere aus dem Lande abfließen. Da nun Münze das beste Umlaufsmittel sei, so müsse die Ausgabe von Banknoten beschränkt werden, bez., wie konsequente Vertreter der Theorie verlangen, es dürften nur metallisch voll gedeckte Banknoten ausgegeben werden. In England hat die Peels-Akte dieses Ziel durch Kontingentierung erstrebt. Im Gegensatze zur C. führt die Bankingtheorie (banking principle) aus, die Menge der in einem Lande erforderlichen Umlaufsmittel werde jeweilig durch das Verkehrsbedürfnis bestimmt. Darum müsse die Bank sich nur von letzterm leiten lassen und in der Lage sein, bei steigenden Warenpreisen mehr Noten auszugeben. Eine Beschränkung sei entbehrlich, wenn nur die nötigen Mittel zur Einlösung immer bereit seien und die Einlösungspflicht streng aufrecht erhalten werde. Sie sei auch unnötig, weil die Bank die Scheine nicht beliebig vermehren könne, sondern lediglich dem Begehr nach Darlehen und dem Wechseldiskont folgen müsse. Habe ein lebhafter Aufschwung des Verkehrs zu einer ungewöhnlich starken Notenemission geführt, so fließe in ruhigern Zeiten der nicht erforderliche Betrag an Noten zur Bank zurück. Beide Theorien übersahen aber die Bedeutung der sonstigen Kreditorganisation (Scheck- und Clearingverkehr) für die Preisbestimmung.
 
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Currer Bell (spr. körrer), Schriftstellerin, s. Meyers Bronté.
 
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Curricŭlum (lat.), bei den Römern Wettrennen, auch Rennwagen, Rennbahn und Laufbahn. Daher C. vitae, der Lebenslauf.
 
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Currie-Line (spr. körrĭ-lain), Bezeichnung für die Union Castle Line (Donald Currie u. Co., Southampton); s. Meyers Dampfschiffahrt (Textbeilage, S. H, 4).
 
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Curros Enriquez (spr. enrikeds), Manoel, galicischer Dichter der Gegenwart von bedeutendem Talent, hat den Dialekt seiner Heimat zu philosophischen Dichtungen geschmeidig gemacht. Die Kühnheit seiner Gedanken zog ihm Exkommunikation von seiten des Bischofs von Orense zu, was dem Erfolg seiner Werke nur nutzte. Den beanstandeten Versen: »Aires da minha terra« (Coruña 1879; 3. Aufl. 1886; in kastil. Übersetzung von C. Hombart, Madr. 1892) folgte das nicht minder wertvolle Werk: »O divino Sainete« (Coruña 1888).
 
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Currus (lat.), bei den alten Römern jeder Wagen, insbes. der bei Wettspielen benutzte leichte Rennwagen mit sehr niedrigen Rädern und sehr breiter Spur. In dem hinten offenen Wagenkasten hatte der auriga oder Wagenlenker Platz.
 
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Curry-powder (engl., spr. körrĭ-pauder, Ragoutpulver), aus Indien stammende Mischungen aus Kurkuma, Koriander, Pfeffer, Ingwer, Zimt, Muskatblüten, Gewürznelken, Kardamomen, Kümmel und Cayennepfeffer.
 
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Curschmann, 1) Karl Friedrich, Liederkomponist, geb. 21. Juni 1805 in Berlin, gest. auf einer Reise 24. Febr. 1841 in Langfuhr bei Danzig, studierte in Berlin Rechtswissenschaft, wandte sich dann, seiner Neigung folgend, der Musik zu, nahm vier Jahre lang bei Hauptmann in Kassel Unterricht in der Komposition und lebte darauf in Berlin. Unter den von ihm veröffentlichten Vokalwerken befindet sich außer einem Singspiel: »Abdul und Erinnieh« (Kassel 1827), und einigen geistlichen Kompositionen eine große Anzahl Lieder für eine und mehrere Singstimmen (1871 in Gesamtausgabe erschienen), die sich z. T. großer Popularität erfreuen, jedoch nicht auf der höchsten Stufe der Kunst stehen.
   2) Heinrich, Mediziner, geb. 28. Juni 1846 in Gießen, studierte daselbst, war drei Jahre Assistenzarzt am St. Rochushospital in Mainz, siedelte 1871 nach Berlin über, habilitierte sich daselbst 1875 als Privatdozent, wurde 1876 dirigierender Arzt des städtischen Krankenhauses in Moabit, 1879 Direktor der Staatskrankenhäuser in Hamburg, wo er das Krankenhaus in Eppendorf erbaute (»Mitteilungen über das neue Allgemeine Krankenhaus zu Hamburg-Eppendorf«, mit Deneke, Braunschw. 1889), und 1888 Professor der speziellen Pathologie und Therapie und Direktor der medizinischen Klinik in Leipzig. C. gilt als Autorität auf dem Gebiete des Krankenhauswesens. Seine hervorragendsten wissenschaftlichen Arbeiten bewegen sich auf dem Gebiete der Seuchenlehre und akuten Infektionskrankheiten (Studien und Monographien über Pocken, Fleckfieber und Unterleibstyphus) sowie auf dem der Lungen-, Herz-, Leber- und Darmkrankheiten.

[Bd. 4, Sp. 379]


Er war 188692 Mitherausgeber der »Fortschritte der Medizin« und gab mit seinen Schülern einen Band »Beiträge zur Klinik des Herzens und der Kreislauforgane« (Leipz. 1893) und einen medizinisch-klinischen Atlas (»Klinische Abbildungen«, mit Schüffner, Berl. 1895) heraus.
 
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Curschmannsche Spiralen, s. Meyers Asthma.
 
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Cursōres, soviel wie Laufvögel (s. d.).
 
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Cursorĭa (Läufer), s. Meyers Geradflügler.

 

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