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Curĭo bis Currencytheorie (Bd. 4, Sp. 377 bis 378)
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Artikelverweis Curĭo, C. Scribonius, geb. um 84 v. Chr., gest. 49, zeichnete sich als Redner aus, wurde 54 Quästor in Kleinasien und erlangte 50 das Tribunat. Bis dahin Freund des Pompejus und der damals mit ihm verbündeten Senatspartei, schloß er sich jetzt an Cäsar an und wurde einer seiner gewandtesten Anhänger. Er verteidigte Cäsars Sache im Senat, wußte nach seinem Wunsch die Entscheidung bis zum Ende des Jahres 50 hinauszuschieben und floh, als diese endlich erfolgte und gleichzeitig sein Amt ablief, zu Cäsar. Nachdem er Sizilien für ihn in Besitz genommen hatte, setzte er nach Afrika über, fand dort aber in einem unvorsichtigen Angriff auf das überlegene Heer des Juba seinen Tod. Die Frau des C. war Fulvia, vorher Witwe des Clodius und nachherige Gemahlin des M. Antonius.
 
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Curiōsa (lat., Kuriositäten; Einzahl: Curiosum), Seltenheiten, Sehenswürdigkeiten, welche die Neugierde und Aufmerksamkeit erregen; curiositatis causa, der Neugierde oder Seltenheit wegen.
 
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Curiōsum urbis Romae, eine aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrh. stammende amtliche Übersicht der 14 Regionen (Stadtquartiere) Roms (ähnlich dersogen. Notitia, s. d.) nebst Angabe ihres Umfanges, ihrer Bebauung etc. (hrsg. von Jordan, »Topographie der Stadt Rom«, Bd. 9, Berl 1871, und »Forma urbis Romae«, das. 1874). Eine aus demselben und andern

[Bd. 4, Sp. 378]


Quellen hergestellte Art topographischen Leitfadens gaben Italiener des 15. Jahrh. für das Werk eines Schriftstellers P. Victor aus.
 
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Curityba, Hauptstadt des brasil. Staates Paraná, unter 25°25' südl. Br., 1065 m ü. M., am Yoo, einem der Quellflüsse des Iguassú, durch Eisenbahn mit Paranagua verbunden, auf fruchtbarer Hochebene, hat gute städtische Einrichtungen, Schatzamt, Krankenhäuser, Schulen, eine deutsche Zeitung, deutsches Berufskonsulat und (1890) 24,553 Einw. (darunter viel Polen).
 
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Curĭus Dentātus, Manius, berühmter Römer, aus plebejischem Geschlecht, schlug 290 v. Chr. als Konsul die Samniten und Sabiner und machte dadurch dem dritten Samnitischen Krieg ein Ende. In seinem zweiten Konsulat 275 besiegte er den König Pyrrhus bei Benevent, der dadurch Italien aufzugeben genötigt ward, in seinem dritten 274 die Lukaner, Samniten und Bruttier. Außerdem ward er wegen seiner Einfachheit und Uneigennützigkeit gepriesen. Auch durch großartige Bauwerke machte er sich verdient; er erweiterte den Abzugskanal, durch den der See Velinus in den Nar (jetzt Nera) abfließt, und ließ als Zensor 272 aus dem Anio eine Wasserleitung in die Stadt führen. Er starb 270.
 
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Curling (spr. körl-), s. Meyers Eisspiele.
 
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Currachee (spr. körratschi), Stadtin Britisch-Indien, s. Meyers Karatschi.
 
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Curragh (spr. körrach), eine Heide mit stehendem Lager und Rennbahn unfern Kildare in der irischen Provinz Leinster.
 
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Curraghmore (spr. körramōr), Schloß, s. Meyers Portlaw.
 
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Currency (spr. körrenßi), der englische Ausdruck für Kurant, erweitert auf alle gesetzlichen Zahlungsmittel, deren Annahme nicht verweigert werden darf. Im engern Sinne versteht man unter C. in Amerika nur Papiergeld und Banknoten. Ost werden aber auch (z. B. von Macleod) Wertpapiere, die keine Geldsurrogate sind, hierher gerechnet, wie Wechsel, Schecks etc. Unter Currencyfrage versteht man die Frage nach den besten Einrichtungen zur Versorgung des Verkehrs mit den erforderlichen Umlaufs- u. Zahlungsmitteln.
 
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Currencytheorie (Currencyschule, Currency principle), die hauptsächlich von Normann und Lord Overstone verteidigte und auch von R. Peel angenommene Lehre, nach der Münzen und Banknoten zusammen das Landesgeld bilden. Ein Land könne nur eine bestimmte Menge von Umlaufsmitteln (Münzen und Noten) beschäftigen. Werde dieselbe durch übermäßige Ausgabe von papiernen Zahlungsmitteln vermehrt, so würden die Warenpreise steigen, und da die edlen Metalle, nicht aber die Noten überall Abnehmer fänden, müßten erstere aus dem Lande abfließen. Da nun Münze das beste Umlaufsmittel sei, so müsse die Ausgabe von Banknoten beschränkt werden, bez., wie konsequente Vertreter der Theorie verlangen, es dürften nur metallisch voll gedeckte Banknoten ausgegeben werden. In England hat die Peels-Akte dieses Ziel durch Kontingentierung erstrebt. Im Gegensatze zur C. führt die Bankingtheorie (banking principle) aus, die Menge der in einem Lande erforderlichen Umlaufsmittel werde jeweilig durch das Verkehrsbedürfnis bestimmt. Darum müsse die Bank sich nur von letzterm leiten lassen und in der Lage sein, bei steigenden Warenpreisen mehr Noten auszugeben. Eine Beschränkung sei entbehrlich, wenn nur die nötigen Mittel zur Einlösung immer bereit seien und die Einlösungspflicht streng aufrecht erhalten werde. Sie sei auch unnötig, weil die Bank die Scheine nicht beliebig vermehren könne, sondern lediglich dem Begehr nach Darlehen und dem Wechseldiskont folgen müsse. Habe ein lebhafter Aufschwung des Verkehrs zu einer ungewöhnlich starken Notenemission geführt, so fließe in ruhigern Zeiten der nicht erforderliche Betrag an Noten zur Bank zurück. Beide Theorien übersahen aber die Bedeutung der sonstigen Kreditorganisation (Scheck- und Clearingverkehr) für die Preisbestimmung.

 

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