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Cupressocrinus bis Curāre (Bd. 4, Sp. 375)
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Artikelverweis Cupressocrinus, s. Meyers Haarsterne.
 
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Cupress powder (engl., spr. kjūpreß pauder), s. Meyers Arisaema.
 
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Cupressus L. (Zypresse), Gattung der Koniferen, immergrüne Bäume oder Sträucher mit dekussierten, vierreihig dachziegeligen, mit der größern untern Hälfte angewachsenen, mit der schuppenförmigen Spitze freien, auf dem Rücken meist mit einer Öldrüse versehenen kleinen Blättern, monözischen Blüten auf verschiedenen Ästen und rundlichen Zapfen mit geflügelten Samen. Zwölf Arten im Mittelmeergebiet, im gemäßigten Asien, Nordamerika und Mexiko. C. sempervirens L. (immergrüne [gemeine] Zypresse), ein Baum von 20 m und mehr Höhe und spitzkegelförmigem Wuchs, mit sehr dunkelgrünen Blättern und 23 cm langen Zapfen (s. Tafel Meyers »Koniferen I«, Fig. 4, und Tafel Meyers »Mittelmeerflora«, Fig. 4), soll ein Alter von mehr als 2000 Jahren erreichen, heimisch in Persien, Kleinasien und Griechenland, wird im ganzen Mittelmeergebiet und anderwärts in mehreren Formen (C. fastigiata, Säulenzypresse, s. Tafel Meyers »Koniferen I«, Fig. 4) kultiviert und ist charakteristisch für die südlichen Landschaften. Junge Zypressen müssen in Deutschland im Kalthaus überwintert werden. Der Baum gelangte aus seiner Heimat im Gefolge des iranischen Lichtdienstes weiter nach Westen; in der schlanken, obeliskenartigen Gestalt der Zypresse schaute die Zendreligion das Bild der heiligen Feuerflamme, und durch ganz Iran prangte sie in alten Exemplaren vor den Feuertempeln und in den Höfen der Paläste. Mit den ältesten assyrisch-babylonischen Eroberungszügen war sie in die Länder des aramäisch-kanaanitischen Stammes gelangt, auf den Libanon, nach Cypern, und ward auch hier ein heiliger Baum. Bei den Phönikern gewann der Baum auch technisch-praktischen Wert und behielt ihn durch das ganze griechische und römische Altertum. Das harte, duftende, mit angenehmem Geruch verbrennende Holz galt für unvergänglich und unzerstörbar; aus Zypressenstämmen bauten die Phöniker ihre Handelsschiffe; das Holz diente bei Griechen und Römern zu Tempeltüren, Gedenktafeln, Särgen, Götterbildern, und wegen dieser Verwendung ward die Zypresse allgemein verbreitet. Homer kennt bereits ihr Holz; Zypressenhaine finden sich häufig erwähnt. Weit später kam die Zypresse nach Italien und galt nun auch hier in orientalischer Weise als Symbol der Trauer; zur Zeit des Augustus wurden schon allgemein Leichenaltar und Scheiterhaufen mit Zypressenzweigen umsteckt. Aber bei aller Pflege gedieh die Zypresse in Italien doch weniger als im Orient. Berühmt sind die von zahllosen hohen Zypressen beschatteten Kirchhöfe der Türken auf der asiatischen Seite von Konstantinopel. Die Alpen hat die Zypresse nicht überstiegen. Holz und Früchte wurden ehemals arzneilich benutzt, und in duftende Zypressenwälder schicken arabische Ärzte die Brustkranken. C. pendula L'Hérit. (Zypresse von Goa, blaugrüne Zypresse), baumartig, mit verlängerten, oft überhängenden Nebenästen, bildet eine ziemlich durchsichtige, hell blaugrüne Pyramide, trägt kleine Zapfen und stammt wahrscheinlich aus Mexiko. C. thurifera H, B. K. (Weihrauchzypresse), ein hoher Baum mit abstehenden Haupt- und Nebenästen, gleicht erwachsen einem Lebensbaum, hat kleine Zapfen, stammt aus den höhern Terrassen Mexikos und schwitzt ein wohlriechendes, dort wie Weihrauch benutztes Harz aus. C. funebris Endl. (C. pendula Staunt., Trauerzypresse), ein ziemlich hoher Baum mit ausgebreiteter Krone, überhängenden Ästen und mehr kugeligen Zapfen, in China, wird dort wie auch im nördlichen Ostindien auf Gräber gepflanzt, kam 1843 nach Europa. C. Lawsoniana, s. Chamaecyparis.
 
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Cuprija (spr. tschu-, zur Römerzeit Horreum Margi), Hauptstadt des serb. Kreises Morawa, am rechten Morawa-Ufer und an der Eisenbahn Belgrad-Nisch, mit (1896) 4738 Einw. Beim Dorf Senje, 8 km südöstlich von C., befindet sich ein großes Steinkohlenbergwerk.
 
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Cupri..., Cupro..., s. Kupri..., Kupro...
 
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Cuprum, Kupfer; C. aceticum, essigsaures Kupfer; C. aluminatum, Augenstein; C. carbonicum, kohlensaures Kupfer; C. chloratum, Kupferchlorid; C. nitricum, salpetersaures Kupfer; C. oxydatum, Kupferoxyd; C. subaceticum, basisch essigsaures Kupfer, Grünspan; C. sulfuricum ammoniatum, schwefelsaures Kupferoxydammoniak; C. sulfuricum crudum, rohes, und C. sulfaricum purum, reines schwefelsaures Kupfer, Kupfervitriol.
 
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Cupŭla (lat.), s. Meyers Becherhülle.
 
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Cura (lat.), Sorge, Fürsorge, Verwahrung, Kuratel, Pflegschaft (s. d.); pro c., Gebühr für Bemühung, Besorgung (vgl. Prokura); früher auch kirchliches Benefiz, womit Seelsorge verknüpft ist; jetzt Pfarrei im Gegensatze zu einem Benefiz ohne Seelsorge.
 
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Cura, Hauptstadt des Staates Miranda, in Venezuela, südlich vom Valenciasee, 520 m ü. M., hat lebhaften Verkehr, Baumwollbau und (1889) 12,198 Einw.
 
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Curae posterĭores (lat.), spätere, zukünftige Sorgen.
 
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Curāre (Urari, Voorari), das bei den Indianern vom Orinoko und Amazonenstrom übliche Pfeilgift, ein unter Zusatz andrer Gewächse aus der Familie der Apocynazeen bereitetes Extrakt des Splintes und der Rinde verschiedener Strychnos-Arten, ist braun, opiumähnlich, bitter, von eigentümlichem, schwach aromatischem Geruch, in Wasser größtenteils löslich und kommt in Bambusröhren (Tubos) nach Europa; es enthält neben Curin, einem Herzgift, 34 Proz. Curarin C19H21NO4, das amorph, gelb, in Wasser und Alkohol, nicht in Äther löslich ist, alkalisch reagiert und mit Säuren kristallisierbare Salze bildet. C. wirkt sehr schwach vom Magen aus, sehr schnell aber, wenn es in eine Wunde gelangt, und am heftigsten beim Einspritzen in eine Vene. Es lähmt die motorischen Nerven, so daß bei erhaltenem Bewußtsein alle willkürlichen Bewegungen unmöglich werden, und tötet durch Lähmung der Brustmuskeln und daraus folgende Aufhebung der Atmung. Bei

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starken Dosen werden auch die Nervenapparate des Herzens gelähmt. Durch künstliche Unterhaltung der Atmung können nicht zu starke Dosen überwunden werden, zumal sämtliche Wirkungen wegen schneller Ausscheidung des Curarins rasch vorübergehen. Es wirkt dem Strychnin entgegen und kann als Gegengift desselben betrachtet werden. C. ist auch ein Protoplasmagift; es setzt die Bewegung der Amöben und der weißen Blutkörperchen herab, ohne sie jedoch zu lähmen. Man benutzt es zur symptomatischen Herabsetzung allgemeiner Krämpfe und zum Lähmen (Curarisieren) der Tiere bei Vivisektionen. Vgl. Steiner, Das amerikanische Pfeilgift C. (Leipz. 1877); Böhm, Das südamerikanische Pfeilgift C. (das. 1895 bis 1897, 2 Tle., in den Abhandlungen der königlich-sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften).

 

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