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Cullera bis Culpa (Bd. 4, Sp. 369 bis 370)
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Artikelverweis Cullera (spr. kuljēra), Stadt in der span. Provinz Valencia, Bezirk Sueca, links vom Jucar, unfern seiner Mündung in das Meer, südlich von der im Kap C. auslaufenden Sierra de Zorras an der Eisenbahn Silla-C. gelegen, hat alte Mauern und Schloßruinen aus der Maurenzeit, einen Hafen und (1900) 11,947 Einw., die Reisbau und Handel (Ausfuhr von Reis, Getreide und Orangen, Einfuhr von Guano) betreiben.
 
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Cullĕus (Culeus, lat.), bei den Römern großer lederner Sack, Schlauch zur Aufbewahrung und Fortschaffung von Flüssigkeiten, Getreide etc.; auch das größte Maß für Flüssigkeiten, = 20 amphorae oder 160 congii (525,28 Lit.). Man berechnete danach den Ertrag der Weinberge und die Preise bei Weineinkäufen im großen. Elternmörder wurden von den Römern in einen C. eingenäht und ersäuft; daher poena cullei, das Säcken (s. d.).
 
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Cullōden (spr. köllōd'n), Dorf in der schott. Grafschaft Nairn, bei Inverneß, berühmt durch den auf

[Bd. 4, Sp. 370]


dem nahen Cullodenmoor (Drummossiemoor) 27. April 1746 erfochtenen Sieg des Herzogs von Cumberland über den Prinzen Karl Eduard Stuart.
 
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Cullum, George, Militäringenieur, geb. 25. Febr. 1809 in New York, gest. 28. Febr. 1892, wurde 1833 Lehrer an der Militärakademie in Westpoint, war während des Bürgerkrieges Generalstabsoffizier, 186466 Superintendent der Militärakademie und dann bis 1874 Mitglied des Board of Engineers fer Fortifications. Er schrieb: »Military bridges with india-rubber pontons« (New York 1847); »System of military bridges« (1863); »Campaigns of the war of 1812 criticised« (1880).
 
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Cully (spr. külli), Stadt und Hauptort des Bezirks Rifthal (Lavaux) im schweizer. Kanton Waadt, an der Eisenbahn Genf-St.-Maurice, mit Weinbau und (1900) 1089 Einw. Am Hafen steht das Marmordenkmal des von C. gebürtigen Majors Davel, der 1723 im Kampfe gegen die Berner fiel.
 
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Culmann, Karl, Mathematiker und Ingenieur, geb. 10. Juli 1821 in Bergzabern, gest. 10. Dez. 1881 in Riesbach bei Zürich, besuchte die Ecole d'application in Metz, studierte 183841 in Karlsruhe, wurde Ingenieur beim Bau der Bahn durch das Fichtelgebirge, widmete sich dann aber vorzugsweise dem Brückenbau und ging 1855 als Professor der Ingenieurwissenschaften an das Polytechnikum in Zürich. Er lieferte viele Gutachten für Eisenbahn- und Wasserbau und erwarb sich das größte Verdienst durch die Begründung der Graphostatik. Sein Hauptwerk: »Die graphische Statik« (Zürich 1865, 2. Aufl. 1875) ist unvollendet. Vgl. Jean Meyer,-Le Dr. Charles C. (Lausanne 1882); Tetmeyer, Über Culmanns bleibende Leistungen (Zürich 1882).
 
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Culmītes Brongn., vorweltliche Pflanzengattung aus der Familie der Gramineen. Ein Teil der früher hierher gerechneten Formen gehört zu den Koniferen oder Cyperazeen.
 
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Culmus (lat.), s. Meyers Halm.
 
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Culot (franz., spr. külō, Diminutiv von cul), Nestküchlein, jüngstes Kind, das jüngste Mitglied; Blechnäpfchen im Boden der Expansionsgeschosse des Miniégewehrs.
 
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Culotte (franz., spr. külott'), kurze Kniehose; daher Sansculotten (s. d.).
 
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Culpa (lat.), Schuld, Nachlässigkeit, Fahrlässigkeit, in der Rechtssprache die schuldhafte Vernachlässigung pflichtmäßiger Sorgfalt. Das römische Recht unterschied je nach dem Grade dieser Nachlässigkeit: C. lata, grobes Verschulden, d. h. die Verletzung derjenigen Sorgfalt, die jeder gewöhnliche Mensch beobachtet, und C. levis, leichtes Verschulden, d. h. die Verletzung der Sorgfalt, die ein umsichtiger Mensch (diligens pater familias) unter gleichen Umständen beobachten würde. Dieses Verschulden kann in einem Tun oder in einem Unterlassen bestehen, weshalb man auch von einer C. in faciendo und C. in non faciendo spricht, je nachdem man durch eine positive Handlung in eine fremde Rechtssphäre eingreift oder durch eine pflichtwidrige Unterlassung einem andern Schaden zufügt. Die erstere wird auch Aquilische C. genannt, weil ein Gesetz der römischen Republik, lex Aquilia, die Folgen der C. in faciendo geregelt hat. Während man bei den bisher erwähnten Arten der C. einen abstrakten Maßstab bei der Bemessung des Verschuldens anlegt, legt man bei der C. in concreto, der Verletzung der diligentia quam in suis rebus adhibere solet, einen konkreten Maßstab an, d. h. man beurteilt den Grad des Verschuldens nach der Sorgfalt, die der in Anspruch Genommene gewöhnlich in eignen Dingen zu beobachten pflegt. Das Bürgerliche Gesetzbuch braucht für C. in ihren verschiedenen Abstufungen die Bezeichnungen Verschulden (s. d.) und Fahrlässigkeit (s. d.).

 

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