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Cullen bis Culotte (Bd. 4, Sp. 369 bis 370)
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Artikelverweis Cullen (spr. köllen), 1) William, Arzt, geb. 15. April 1710 zu Hamilton in der Grafschaft Lanark, gest. 5. Febr. 1790, studierte in Glasgow, wurde Wundarzt bei der Ostindischen Kompagnie, studierte dann in Edinburg, ward 1746 Professor der Chemie in Glasgow und 1751 Professor der Pharmakologie, ging 1756 nach Edinburg, erhielt daselbst 1766 den Lehrstuhl der praktischen Medizin und ward später erster Arzt des Königs. Er schrieb: »Synopsis nosologiae methodicae« (Edinb. 1772,1795, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1786); »First lines of the practice of physics« (Edinb. 1777, 2 Bde.; Lond. 1816, 2 Bde.; deutsch, Leipz. 1800, 4 Bde.); »Physiology« (Edinb. 1785; deutsch, Leipz. 1786); »Treatise on the materia medica« (Edinb. 1789, 2 Bde.; deutsch von Consbruch, Leipz. 1790); »Nosology, or systematic arrangement of diseases« (Lond. 1800) und »The Edinburgh practice of physic, surgery and midwifery« (das. 1805, 5 Bde.). Eine Gesamtausgabe seiner Werke besorgte 1827 I. Thomson, der auch ein »Account of the life of W. C.« (Edinb. 1832; Bd. 2 von Craigie, 1859) herausgab.
   2) Paul, irischer Erzbischof, aus einer alten keltischen Familie abstammend, geb. 27. April 1803 zu Ballytore in der Grafschaft Kildare, gest. 24. Okt. 1878, studierte zu Carlow und im Kollegium der Propaganda zu Rom, wurde 1829 Priester, dann Rektor des Irischen Kollegiums und 1848 Rektor des Propagandakollegiums, 1849 zum katholischen Erzbischof von Armagh, 1852 zum Erzbischof von Dublin und 1866 zum Kardinal ernannt. Weder als Prediger noch als Schriftsteller hervorragend, war er doch als eifriger Vorkämpfer des Papsttums und der ultramontanen Bestrebungen sehr einflußreich. Die Revolution zur Zeit des Fenieraufstandes bekämpfte er entschieden. Durch die Gründung vieler Kirchen und Hospitäler, insbes. des Diözesankollegiums zu Cloncliffe und der katholischen Universität für Irland, schuf er sich ein dauerndes Andenken.
 
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Cullera (spr. kuljēra), Stadt in der span. Provinz Valencia, Bezirk Sueca, links vom Jucar, unfern seiner Mündung in das Meer, südlich von der im Kap C. auslaufenden Sierra de Zorras an der Eisenbahn Silla-C. gelegen, hat alte Mauern und Schloßruinen aus der Maurenzeit, einen Hafen und (1900) 11,947 Einw., die Reisbau und Handel (Ausfuhr von Reis, Getreide und Orangen, Einfuhr von Guano) betreiben.
 
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Cullĕus (Culeus, lat.), bei den Römern großer lederner Sack, Schlauch zur Aufbewahrung und Fortschaffung von Flüssigkeiten, Getreide etc.; auch das größte Maß für Flüssigkeiten, = 20 amphorae oder 160 congii (525,28 Lit.). Man berechnete danach den Ertrag der Weinberge und die Preise bei Weineinkäufen im großen. Elternmörder wurden von den Römern in einen C. eingenäht und ersäuft; daher poena cullei, das Säcken (s. d.).
 
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Cullōden (spr. köllōd'n), Dorf in der schott. Grafschaft Nairn, bei Inverneß, berühmt durch den auf

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dem nahen Cullodenmoor (Drummossiemoor) 27. April 1746 erfochtenen Sieg des Herzogs von Cumberland über den Prinzen Karl Eduard Stuart.
 
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Cullum, George, Militäringenieur, geb. 25. Febr. 1809 in New York, gest. 28. Febr. 1892, wurde 1833 Lehrer an der Militärakademie in Westpoint, war während des Bürgerkrieges Generalstabsoffizier, 186466 Superintendent der Militärakademie und dann bis 1874 Mitglied des Board of Engineers fer Fortifications. Er schrieb: »Military bridges with india-rubber pontons« (New York 1847); »System of military bridges« (1863); »Campaigns of the war of 1812 criticised« (1880).
 
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Cully (spr. külli), Stadt und Hauptort des Bezirks Rifthal (Lavaux) im schweizer. Kanton Waadt, an der Eisenbahn Genf-St.-Maurice, mit Weinbau und (1900) 1089 Einw. Am Hafen steht das Marmordenkmal des von C. gebürtigen Majors Davel, der 1723 im Kampfe gegen die Berner fiel.
 
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Culmann, Karl, Mathematiker und Ingenieur, geb. 10. Juli 1821 in Bergzabern, gest. 10. Dez. 1881 in Riesbach bei Zürich, besuchte die Ecole d'application in Metz, studierte 183841 in Karlsruhe, wurde Ingenieur beim Bau der Bahn durch das Fichtelgebirge, widmete sich dann aber vorzugsweise dem Brückenbau und ging 1855 als Professor der Ingenieurwissenschaften an das Polytechnikum in Zürich. Er lieferte viele Gutachten für Eisenbahn- und Wasserbau und erwarb sich das größte Verdienst durch die Begründung der Graphostatik. Sein Hauptwerk: »Die graphische Statik« (Zürich 1865, 2. Aufl. 1875) ist unvollendet. Vgl. Jean Meyer,-Le Dr. Charles C. (Lausanne 1882); Tetmeyer, Über Culmanns bleibende Leistungen (Zürich 1882).
 
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Culmītes Brongn., vorweltliche Pflanzengattung aus der Familie der Gramineen. Ein Teil der früher hierher gerechneten Formen gehört zu den Koniferen oder Cyperazeen.
 
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Culmus (lat.), s. Meyers Halm.
 
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Culot (franz., spr. külō, Diminutiv von cul), Nestküchlein, jüngstes Kind, das jüngste Mitglied; Blechnäpfchen im Boden der Expansionsgeschosse des Miniégewehrs.
 
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Culotte (franz., spr. külott'), kurze Kniehose; daher Sansculotten (s. d.).

 

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