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Cugia di Sant' Orsŏla bis Culdeer (Bd. 4, Sp. 368 bis 369)
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Artikelverweis Cugia di Sant' Orsŏla (spr. kūdscha-), Efisio, ital. General, geb. 1820 in Cagliari, gest. 13. Febr. 1872, wurde 1834 Unterleutnant, focht 1848 als Kapitän bei Goito und Novara, diente 1859 als Oberstleutnant im Generalstab und gewann Cavours Vertrauen, nach dessen Tod er als Unterstaatssekretär im Kriegsministerium des Kabinetts Ricasoli das Ministerium bis zum August 1861 selbständig leitete. 1862 wurde er, als Garibaldi in Sizilien für einen Zug gegen Rom agitierte, nach Palermo geschickt. 186364 war er Marineminister im Kabinett Minghetti, 1864 wurde er Generalleutnant und befehligte 1866 bei Custoza die 8. Division. Nach dem Waffenstillstand war C. vom August 1866 bis April 1867 unter Ricasoli Kriegsminister und wurde dann erster Adjutant und vertrauter Freund des Kronprinzen Humbert.
 
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Cui, Cesar, russ. Komponist, geb. 6. Jan. 1835 in Wilna, Professor der Fortifikation an der Ingenieurakademie in Petersburg, hat sich als solcher durch ein »Lehrbuch der Feldbefestigungen« (3. Aufl. 1880) u. a. bekannt gemacht. Seine theoretischen Kenntnisse in der Musik verdankt er Moniuszko. Er ist als Komponist einer der Hauptvertreter der jungrussischen Schule. Seine Hauptwerke sind: sechs Opern (»William Ratcliff«, 1869; »Der Gefangene im Kaukasus«, 1873; »Angelo«, 1876; »Der Sohn des Mandarins«, 1878; »Der Flibustier«, 1894, und »Sarazin«, 1899), zwei Scherzi und eine Tarantella für Orchester, eine Suite für Violine und Klavier, Lieder u. a. Als Schriftsteller vertritt C. durchaus eine fortschrittliche Musikrichtung (186478 war er Kritiker der russischen »St. Petersburger Zeitung«), veröffentlichte in der Pariser »Revue et Gazette musicale« 187879 eine Reihe von Artikeln über die Musik in Rußland, die 1881 gesammelt erschienen, u. schrieb noch über die Entwickelung der russischen Romanze. Vgl. Gräfin de Mercy-Argenteau, César C. (Par. 1888).

[Bd. 4, Sp. 369]



 
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Cui bono? (lat.), zu welchem Zweck? wozu?
 
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Cui prodest? (lat.), wem nützt es? (s. Is fecit etc.).
 
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Cuivre poli (franz., spr. küīwr' pŏli), eigentlich cuivre jaune poli (»poliertes Messing«, Glanzmessing), Messingbronze, ein modernes Surrogat für die teure echte Bronze, besonders zur Herstellung kleinerer Geräte für den Massenbedarf (Beleuchtungsgegenstände, Schreibzeuge, Bilderrahmen u. dgl.), die früher poliert, jetzt auf der Schleifmaschine geschliffen werden.
 
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Cujacĭus, eigentlich Jacques Cujas oder Cujaus, Rechtslehrer, der größte Zivilist Frankreichs, geb. 1522 in Toulouse, gest. 4. Okt. 1590 in Bourges, lehrte zu Cahors, Bourges, Valence und wurde 1573 von Karl IX. zum Ehrenrate des Parlaments zu Grenoble und 1574 zum Wirklichen Parlamentsrat ernannt. 1575 ging er abermals nach Bourges, wo er bis zu seinem Tode blieb. Sein Hauptverdienst bestand darin, daß er eine auf Quellenstudium und Altertumskunde gestützte Auslegung anbahnte. Die erste Gesamtausgabe der von ihm selbst edierten Werke (»Opera priora« genannt) erschien 1577 in Paris in 5 Bänden und vermehrt daselbst 1583. Nach seinem Tode wurden gegen seinen ausgesprochenen Wunsch auch seine ihm nachgeschriebenen Vorlesungen (»Opera posthuma« genannt) gedruckt, zuerst einzeln, dann mit den »Opera priora« zu Sammlungen vereinigt, unter denen als die vollständigste hervorzuheben ist die von Hannibal Fabrot (Par. 1658, 10 Bde.), die von dem Neapeler Juristen L. Ranius mit Anhängen und einem Generalregister vermehrt ward (Neap. 1722 bis 1727, 11 Bde.; nachgedruckt Vened. u. Modena 175883). Neuere Ausgaben erschienen Prato 1836 bis 1844, 13 Bde., und Turin 1874, 9 Bde. Vgl. Berriat-Saint-Prix, Histoire de Cujas (Par. 1821); Spangenberg, Jakob Cujas und seine Zeitgenossen (Leipz. 1822).
 
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Cujus regio, ejus religio (lat., d. h. wer das Land beherrscht, hat auch die Religion zu bestimmen), Grundsatz des kirchlichen Territorialsystems, der, in der Zeit der Reformation (s. d.) zum Gesetz erhoben, mit Religionsfreiheit unvereinbar und daher in neuerer Zeit aufgegeben ist.
 
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Cul (franz., spr. kü), der Hintere, Steiß. C. de Paris, satscher Steiß, Auspolsterung unter dem untern Teil des Rückens bei Damenkleidern, zuerst gebräuchlich in Frankreich während der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. C. de lampe, in der Bücherverzierung ornamentales oder figürliches, Lampenfuß ähnliches Schlußstück eines Kapitels oder eines Werkes (s. Tafel Meyers »Buchschmuck II«, Fig. 9 u. 11). C. de sac, Sackgasse.
 
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Culasse (franz.), s. Meyers Külasse.
 
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Cülbütieren (franz.), über den Haufen werfen (den Feind).
 
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Culdeer, s. Meyers Kuldeer.

 

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