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Cuenon von Béthune bis Cui (Bd. 4, Sp. 368)
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Artikelverweis Cuenon von Béthune, altfranz. Minnesinger, geb. um 1150, gest. 17. Dez. 1219 (Cuenon ist das deutsche Kuno), machte den dritten Kreuzzug mit und war als Verwandter des Kaisers Balduin einer der Führer des vierten. Wir haben von ihm zehn Lieder, die Wallensköld (Helsingfors 1891) herausgegeben hat.
 
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Cuēra, s. Meyers Chur.
 
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Cuērda (Cordel, »Schnur«), älteres span. Längenmaß zu 33 Palmos, = 6,896 m, wurde mancherorten etwas größer, zu 25 Piés, gerechnet.
 
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Cuernaváca, Hauptstadt des mexikan. Staates Morelos, im Tal von C., das fast alle Früchte der gemäßigten und heißen Zone erzeugt, 1650 m ü. M., hat eine von Cortez gebaute Kirche, 2 prot. Kirchen, Ackerbauschule, literarisches Institut, Hospital, Branntwein- und Zuckerfabriken und (1900) 9584 Einw. Dabei die Ruinen des aus fünf Terrassen bestehenden alten Xochicalco auf 130 m hohem Hügel (s. Tafel Meyers »Amerikanische Altertümer II«, Fig. 1).
 
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Cuers (spr. küǟr), Stadt im franz. Depart. Var, Arrond. Toulon, an der Foux und der Mittelmeerbahn, mit Produktion von Wein, Olivenöl, Seide, Gips und Korkpfropfen und (1901) 2801 Einw.
 
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Cuesmes (spr. küǟm'), Dorf in der belg. Provinz Hennegau, Arrond. Mons, 3 km südwestlich von Mons, Knotenpunkt an der Staatsbahnlinie Charleroy-Mons, hat bedeutenden Kohlenbergbau, Eisenindustrie und (1900) 9075 Einw.
 
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Cuēva, Juan de la, berühmter span. Dichter des 16. Jahrh., geb. 1550 in Sevilla, gest. nach 1607, versuchte sich in den meisten Dichtungsarten, war am glücklichsten im Drama und gehört zu den Begründern des Nationaldramas. C. unterwarf die Bühne einer vollständigen Reform, hob den dramatischen Stil durch die Zahl und Harmonie seiner Verse, riß die alte Schranke zwischen der Tragödie und der Komödie nieder und zog die Einteilung in drei Jornadas der alten Einteilung in fünf Akte vor, welche Erfindung man dem Cervantes zugeschrieben hat; doch tat seine allzu produktive Tätigkeit der Tiefe und Fülle seiner Leistungen Eintrag. Seine »Obras« (Sevilla 1582) enthalten Sonette, Kanzonen, Elegien, Eklogen etc. in italienisch-klassischem Stil; der »Coro Febeo de romances historiales« (das. 158788) Romanzen über Gegenstände der altklassischen Zeit; »Primera parte de las comedias y tragedias« (das. 1588) vier Tragödien nebst zehn Komödien, worunter »El infamador« und »El saco de Roma«. Sein großes, in Ottaven abgefaßtes episches Gedicht »La conquista de la Bética« (Sevilla 1603) ist von geringer Bedeutung. Seine Romanzen finden sich in der »Biblioteca de autores españoles« (Bd. 10 u. 16). Nach Originalhandschriften der Sevillaner Colombina veröffentlichte F. A. Wulff »Poèmes inédits« (Bd. 1: »Viage de Sannio«, Lund 1887).
 
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Cuēvas de Vera, Bezirkshauptstadt in der span. Provinz Almeria, rechts am Almanzora, mit maurischem Schloß und (1900) 20,562 Einw., verdankt ihr Aufblühen der Entdeckung der in der benachbarten Sierra Almagrera befindlichen reichen Silberminen.
 
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Cuggiono (spr. kudschō-), Flecken in der ital. Provinz Mailand, Kreis Abbiategrasso, mit Seidengewinnung, Weinbau und (1901) 4805 Einw.
 
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Cugia di Sant' Orsŏla (spr. kūdscha-), Efisio, ital. General, geb. 1820 in Cagliari, gest. 13. Febr. 1872, wurde 1834 Unterleutnant, focht 1848 als Kapitän bei Goito und Novara, diente 1859 als Oberstleutnant im Generalstab und gewann Cavours Vertrauen, nach dessen Tod er als Unterstaatssekretär im Kriegsministerium des Kabinetts Ricasoli das Ministerium bis zum August 1861 selbständig leitete. 1862 wurde er, als Garibaldi in Sizilien für einen Zug gegen Rom agitierte, nach Palermo geschickt. 186364 war er Marineminister im Kabinett Minghetti, 1864 wurde er Generalleutnant und befehligte 1866 bei Custoza die 8. Division. Nach dem Waffenstillstand war C. vom August 1866 bis April 1867 unter Ricasoli Kriegsminister und wurde dann erster Adjutant und vertrauter Freund des Kronprinzen Humbert.
 
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Cui, Cesar, russ. Komponist, geb. 6. Jan. 1835 in Wilna, Professor der Fortifikation an der Ingenieurakademie in Petersburg, hat sich als solcher durch ein »Lehrbuch der Feldbefestigungen« (3. Aufl. 1880) u. a. bekannt gemacht. Seine theoretischen Kenntnisse in der Musik verdankt er Moniuszko. Er ist als Komponist einer der Hauptvertreter der jungrussischen Schule. Seine Hauptwerke sind: sechs Opern (»William Ratcliff«, 1869; »Der Gefangene im Kaukasus«, 1873; »Angelo«, 1876; »Der Sohn des Mandarins«, 1878; »Der Flibustier«, 1894, und »Sarazin«, 1899), zwei Scherzi und eine Tarantella für Orchester, eine Suite für Violine und Klavier, Lieder u. a. Als Schriftsteller vertritt C. durchaus eine fortschrittliche Musikrichtung (186478 war er Kritiker der russischen »St. Petersburger Zeitung«), veröffentlichte in der Pariser »Revue et Gazette musicale« 187879 eine Reihe von Artikeln über die Musik in Rußland, die 1881 gesammelt erschienen, u. schrieb noch über die Entwickelung der russischen Romanze. Vgl. Gräfin de Mercy-Argenteau, César C. (Par. 1888).

[Bd. 4, Sp. 369]


 

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