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Csiker Gebirge bis Csoma (Bd. 4, Sp. 360 bis 361)
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Artikelverweis Csiker Gebirge, Zweig der Südkarpathen, erstreckt sich in Ungarn (Siebenbürgen) vom Ursprung der Aluta durch das Csiker Komitat südostlich bis zum Paß Ojtoz im Komitat Háromszék, bis 1640 m hoch.
 
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Csiklova, 1) C.-Bánya (spr. tschīklŏwā-bānja) und 2) Rumänisch-C., Bergwerksorte bei Oravicza im ungar. Komitat Krassó-Szörény, ersterer mit Kupferwerken, Eisenhämmern, Sägemühle und (1901) 2305, letzterer mit 3149 rumän. Einwohnern.
 
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Csikós, s. Tschikosch.
 
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Csik-Somlyó, Stadt, s. Meyers Csik-Szereda.
 
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Csik-Szereda (spr. tschīk-ßé-, lat. Sicoloburgum), Stadt, Sitz des ungar. Komitats Csik, liegt an der Aluta am Fuß des Hargitagebirges, hat ein alles Schloß, ein schönes Komitatsgebäude, einen Gerichtshof und (1901) 2858 magyar. Einwohner; 2 km entfernt das Dorf Csik-Somlyó (spr. schómljō), hat ein Franziskanerkloster (Wallfahrtsort) mit wertvoller Bibliothek, Obergymnasium und Lehrerpräparandie.
 
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Csiky (spr tschīki), Gregor, bedeutender Dramatiker Ungarns, geb. 8. Dez. 1842 in Pankota, gest. 19. Nov. 1891 in Budapest, studierte in Pest und Wien katholische Theologie, war 187078 Professor der Theologie am Seminar zu Temesvar, wo er sich zugleich literarischer Tätigkeit widmete, siedelte darauf nach Pest über und trat hier 1881 zur evangelischen Kirche über. 1872 erschien er zuerst mit zwei Bänden Erzählungen (»Aus dem Leben« und »Photographien«) vor der Öffentlichkeit. 1875 gewann er mit dem Lustspiel »A Jóslat« (»Das Orakel«) den Teleky-Preis (100 Dukaten) der ungarischen Akademie. Sein

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nächstes Stück, die Tragödie »Janus« (1877), gewann wieder einen Preis von 100 Dukaten, das Lustspiel »Der Unwiderstehliche« sogar 400 Dukaten, da der Karácsonyi-Preis vier Jahre lang nicht zur Verteilung gelangt war, und das Lustspiel »Der Mißtrauische« wieder den Teleky-Preis. »Die Proletarier«, die im Winter 1879/80 zuerst im Pester Nationaltheater mit größtem Erfolg ausgeführt wurden, eröffneten eine Reihe moderner Sittendramen, die teilweise nach fremden Mustern mit scharfer Beobachtung des Lebens und gewandter Bühnentechnik gearbeitet sind. Mit mehr oder weniger gleichem Beifall gingen die neuern Stücke des fruchtbaren Dichters über die Bühne, so das Drama »Glänzendes Elend«, die Lustspiele: »Herr Mukányi«, »Kaviar«, »Schöne Mädchen«, »Die Großmama« und die Tragödien: »Der Magus«, »Spartacus« und das einaktige Schauspiel »Anna«. 1890 erschien der Roman »Az Atlasz-család« (»Die Familie Atlas«). Außer seiner poetischen entwickelte C. auch eine bedeutende Übersetzertätigkeit; er hat die Tragödien des Sophokles, ebenso den Plautus und zahlreiche französische wie englische Bühnenstücke meisterhaft ins Ungarische übertragen.
 
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Csilizköz (spr. tschīliskōs), s. Meyers Schütt.
 
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Csiz (spr. tschis), Bad im ungar. Komitat Gömör, bei Rimaszécs, an der Miskolcz-Füleker Bahn, mit einer sehr starken Jod- und Bromquelle.
 
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Csobánka (spr. tschobān-), Großgemeinde im ungar. Komitat Pest, im Pilischer Gebirge, mit großen Steinbrüchen und merkwürdigen Höhlen.
 
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Csokonay (spr. tschókonaj), Vitéz Michael von, ungar. Dichter, geb. 17. Nov. 1773 in Debreczin, gest. 28. Jan. 1805, besuchte das Kollegium seiner Vaterstadt, wurde 1794 Professor der Poetik daselbst, studierte dann die Rechte, wurde Lehrer zu Csurgo, widmete sich aber in der Folge ganz der Dichtkunst. Reiche Sprache und leichter Versbau zeichnen seine Gedichte aus. Er schöpfte aus der Quelle der Volkspoesie und half dadurch eine wahrhafte ungarische Nationallyrik begründen. Seine Werke sind: »Magyar-Muzsa« (»Ungarische Muse«, Preßb. 1796); »Amaryllis« (Pest 1803); das komische, in der Art von Popes »Lockenraub« gedichtete Epos »Dorottya« (Großwardein 1804); »Lilla« (das. 1805); »Galatea« (das. 1806); »Der Hirtenkönig« (»A pásztor király«, das. 1806); »Oden« (das. 1805); »Anakreoni dalok« (»Anakreontische Lieder«, Wien 1803); »Békaegérharcz« (»Froschmäusekrieg«, das. 1816). Seine »Gesammelten Werke« gab Marton heraus (Wien 1813, 4 Bde.; 2. Aufl. 1816) wie auch »Csokonays Leben und einige hinterlassene Schriften« (Pest 1817). Eine kritische Ausgabe der Werke besorgte später Toldy (Pest 1846, 2 Bde.). Sein Leben beschrieben Th. Szana (Pest 1869) und I. Haraszti (das. 1880). 1871 wurde in Debreczin ein ehernes Standbild des Dichters (von N. Izsó) enthüllt.
 
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Csoma (spr. tscho-), Alexander, ungar. Reisender und berühmter Tibetist, geb. 1798 zu Körös (Siebenbürgen), gest. 11. April 1842, studierte in Göttingen und wurde durch eine Bemerkung Blumenbachs, die Magyaren seien wohl die Uiguren der chinesischen Annalen, bestimmt, die Ursitze seines Volkes in Asien aufzusuchen. Er brach 1821 mit einer Karawane, als Armenier verkleidet und der armenischen Sprache völlig mächtig, von Chorasan nach Bochara auf und gelangte über Balch und Lahor nach Leh, der Hauptstadt Ladaks. Mehrere Jahre lebte er als Schüler in einem buddhistischen Kloster am Satledsch und erlernte das Tibetische, erhielt auch vom Dalai Lama die Erlaubnis zur Reise nach Lhassa, starb aber plötzlich zu Dardschiling im Himalaja, wo ihm später ein Denkmal gesetzt wurde. Außer kleinern Schriften veröffentlichte er: »A grammar of the Tibetan language« (Kalkutta 1834); »Essay towards a dictionary Tibetan and English« (das. 1835); »Analysis of the Kandjur« (über die Grundlehren des Buddhismus, das. 1835). Vgl. Duka, Life and travels of Alex. C. de Koros (Lond. 1885).

 

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