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Csákvár bis Csárdás (Bd. 4, Sp. 359)
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Artikelverweis Csákvár (spr. tscháhkwār), Markt im ungar. Komitat Weißenburg, mit Schloß des Grafen Eszterházy und (1901) 4795 magyar. Einwohnern.
 
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Csáky (spr. tschāki), Graf Albin, ungar. Staatsmann, geb. 19. April 1841 zu Krompach im Zipser Komitat, bekleidete seit 1867 die Würde eines Obergespans dieses Komitats bis 1888. Wiederholt zum Eintritt in das Ministerium aufgefordert, übernahm er erst im September 1888 das Unterrichtsportefeuille, nachdem er inzwischen mit der Würde eines königlich ungarischen Obersttruchsessen die Stelle eines Vizepräsidenten des Magnatenhauses bekleidet hatte. Als Unterrichtsminister war er hauptsächlich um die Reform der Mittelschulen im Sinne der sogen. Einheitsschule bemüht. Bemerkenswert ist auch seine Reform der Kollegiengelderfrage an der Budapester Universität, sein Gesetzentwurf über die Kleinkinderbewahranstalten und das Abschaffen des Griechischen als obligaten Lehrgegenstandes. Der Erlaß vom 26. Febr. 1890 betreffs der sogen. Wegtaufungen (s. d.) veranlaßte eine heftige Bewegung, namentlich unter dem niedern katholischen Klerus, und führte schließlich mit ihren Konsequenzen (Einführung der Zivilehe) im November 1892 zu einer Kabinettskrise, aus der C. und die von ihm vertretenen liberalen Grundsätze siegreich hervorgingen. C. behielt auch im Kabinett Wekerle sein Portefeuille bei, trat jedoch bei der Rekonstruktion des Ministeriums während der Verhandlungen über das Zivilehegesetz 11. Juni 1894 zurück. Unterdem Kabinett Széll (1900) wurde er zum Präsidenten des Magnatenhauses ernannt.
 
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Csallóköz (spr. tschállōkäs), Donauinsel, s. Meyers Schütt 1).
 
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Csanád (spr. tschánād), ungar. Komitat längs der Maros und Theiß, grenzt an die Komitate Csongrád, Békés, Arad und Torontál und umfaßt 1618 qkm (29,1 QM.) mit (1901) 140,007 Einw. (meist Magyaren). Hauptort ist Makó.
 
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Csanád (Magyar-C.), Großgemeinde im gleichnamigen ungar. Komitat (s. oben), an der Eisenbahn Arad-Szegedin, mit (1901) 3025 Einw. Hier siegte der heil. Stephan über Ajtony (s. d.) und errichtete ein Bistum, dessen Sitz 1702 nach Szegedin, 1738 aber nach Temesvár verlegt wurde. 1242 verwüsteten die Tataren, 1514 die aufrührerischen Bauern (s. Meyers Dózsa) Schloß und Stadt. 1545 kam sie unter das Joch der Türken, die erst 1684 vom General Wallis für immer daraus vertrieben wurden. Vgl. die Monographie von S. Borovzsky (ungar., 1896, 2 Bde.).
 
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Csángós (spr. tscháhngōsch, Csángó-Magyaren), in der Bukowina und in Rumänien zerstreut lebende Magyaren, die teils von Kumaniern, teils von ausgewanderten Széklern abstammen, meist katholisch und tüchtige Feldarbeiter sind und den magyarischen Széklerdialekt sprechen. In letzter Zeit haben sich auf Anregung der ungarischen Regierung viele Bukowinaer Csángófamilien im Donaugebiet Südungarns angesiedelt. Ihre Zahl beträgt in der Bukowina (1900) 9516, in Ungarn gegen 2000.
 
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Csánki (spr. tschān-ki), Desiderius, ungar. Geschichtschreiber, geb. 18. Mai 1857 in Füzes-Gyarmat, Landesarchivar in Budapest. Sein Hauptwerk (in ungar. Sprache): »Ungarns historische Geographie im Zeitalter der Hunyadi« (1890ff., bis jetzt 3 Bde.), bildet die Fortsetzung des großen Werkes von Jos. Graf Teleki (s. d.).
 
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Csányi (spr. tschānji), Ladislaus, Kommunikationsminister in der ungarischen Revolutionszeit, geb. 1790 zu Csányi im Zalaer Komitat, gest. 10. Okt. 1849 in Pest, diente als Husar 180915, war später eifriges Mitglied der Opposition im Zalaer Komitat und bis zum Ausbruch der Revolution Deáks treuer Parteigenosse. Im März 1848 sicherte er in Pest die Ordnung, ging bei Ausbruch der kroatisch-serbischen Unruhen als Landeskommissar an die Drau, begleitete später die Hauptarmee gegen Wien sowie beim Rückzug von Preßburg bis Pest und blieb auch in den ersten Januartagen 1849 als Kommissar bis zu Windischgrätz' Einzug daselbst zurück, worauf er der Regierung nach Debreczin folgte. In Siebenbürgen verfuhr er als Regierungskommissar gegen die Sachsen und raubenden Walachen streng, ja grausam, aber unbestechlich. Abberufen, wurde er nach der Unabhängigkeitserklärung vom 14. April 1849 zum Kommunikationsminister ernannt, war bei der zweiten Flucht der ungarischen Regierung aus Pest abermals der letzte und stimmte für die Übertragung der Diktatur an Görgei. Nach der Waffenstreckung von Világos (13. Aug. 1849) ergab sich C. in Sarkad den Russen, die ihn an Österreich auslieferten. Er endete am Galgen. C. wurde wegen seines Amtseifers allgemein die »Biene« (méh), seines Charakters halber »Cato« genannt.
 
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Csárda (spr. tschārda), ungar. Name für eine Pußtenschenke.
 
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Csardaken, s. Meyers Tschardaken und Meyers Getreidebau.
 
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Csárdás, s. Meyers Tschardasch.

[Bd. 4, Sp. 360]


 

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