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Crocus bis Crola (Bd. 4, Sp. 349 bis 350)
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Artikelverweis Crocus L. (Krokus, Safran), Gattung der Iridazeen, Knollengewächse mit grundständigen, linealen, rinnigen, in der Mitte mit weißen Streifen gezeichneten, gleichzeitig mit oder nach den Blüten sich entwickelnden Blättern, unmittelbar aus der dichten, netzfaserigen Zwiebelknolle hervorkommenden, langröhrigen, trichterförmigen Bliiten und erst während der Reise über den Boden tretender, papierartiger, vielsamiger Kapsel. Etwa 60 Arten im Mittelmeergebiet. C. sativus L. (echter Safran, Herbstsafran, s. Tafel Meyers »Arzneipflanzen II«, Fig. 10, und Tafel Meyers »Schutzeinrichtungen I«, Fig. 4). Von Herbstkrokus werden als Zierpflanzen kultiviert: C. iridiflorus Heuf., aus Griechenland, mit blauer Blüte; C. nudiflorus Smith, aus dem Orient, mit blaßblauer Blüte; C. speciosus Bieberst., aus Taurien, mit dunkelblauer Blüte. Viel verbreiteter sind die Frühlingskrokus, besonders C. vernus Smith, mit violettblauen oder weißen Blüten, aus Südeuropa, und der gelbe Safran, C. luteus Lam., mit schönen, großen, dottergelben, glockenförmigen Blumen, aus Taurien, C. variegatus Hoppe, mit blaßblauen Blüten, aus dem Litorale, C. versicolor Kerr., mit weißen und blauen Blüten, aus Südeuropa, u. a. Diese Arten und zahlreiche Varietäten werden besonders als Einfassung der Blumenbeete oder truppweise am Rande der Strauchgruppen und in Rasenflächen gepflanzt, auch benutzt man sie häufig zum Treiben im Winter. Herbstkrokus lassen sich auf Tellern in Moos im Zimmer in Blüte bringen. Vgl. Maw, A monograph of the genus C. (Lond. 1886); Kronfeld, Geschichte des Safrans (Wien 1892).
 
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Crocus metallōrum, Metallsafran, bei den ältern Chemikern gewisse farbige Metallpräparate; C. martis aperitivus, Eisenhydroxyd; C. martis adstringens, Eisenoxyd; C. Veneris, Kupferoxydul.
 
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Croda Rossa, Berg, s. Meyers Gaisl, Hohe.
 
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Crofters (von croft, zu einem Hause gehöriges Grundstück), in Schottland Feldarbeiter, die von ihren Arbeitgebern, den Grundherren, ein Stück Land in Pacht haben. Ihre klägliche Lage hat die C. zu ähnlichen Organisationen (Higland Land Law Association) gebracht wie die irische Landliga. Durch Gesetz vom 25. Juni 1886 wurden die rechtlichen Verhältnisse der C. geregelt. Danach können die C., solange sie ihre Pachtbedingungen erfüllen, nicht vom Gute verdrängt werden und können die Pacht einem Familienmitglied hinterlassen. Für Vollzug des Gesetzes wurde eine eigne Kommission eingesetzt, die in Streitfällen auch eine angemessene Pachtrente festsetzen kann.
 
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Crofts, Ernest, engl. Maler, geb. 15. Sept. 1847 in Leeds, lernte in London bei A. B. Clay und begab sich 1870 nach Düsseldorf, wo er sich den Schlachtenmaler Hünten zum Lehrer erwählte. Das Bild, mit dem er den ersten Erfolg davontrug, war (1874) der Rückzug einer geschlagenen französischen Heeresabteilung 1870 (städtisches Museum in Königsberg). 1875 ließ er die Schlacht bei Ligny, 1876 Am Morgen der Schlacht bei Waterloo, 1877 Cromwell in Marston-Moor und 1878 den Marsch Wellingtons von Quatrebras nach Waterloo folgen. Dann nahm er seinen Wohnsitz in London, wo er zuletzt Bilder mit Szenen aus dem 17. Jahrh. gemalt hat.
 
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Croisade (franz., spr. krŭasād'), Kreuzzug.
 
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Croisé (franz., spr. krŭasé), seiner, stückfarbiger, aus primären Wollen hergestellter Herrenstoff (zu Talaren, Gehrock und Frack) mit 36 Ketten- und 30 Schußfäden auf 1 cm; Garne Streichgarn 1718,000 m auf 1 kg, Bindung dreischäftiger Köper. Ferner ein wollener Damenkleiderstoff, mit 45 Ketten- und 30 Schußfäden auf 1 cm; Kette Nr. 40 einfach, Schuß Nr. 60 einfach Kammgarn; auch ein wollener Damenkleiderstoff, mit kleinen Strichen, dem Charakter des Zwirns entsprechend bedruckt, mit 21 Ketten- und 22 Schußfäden auf 1 cm; Kette Nr. 45 zweifach, Schuß Nr. 30 einfach Kammgarn, Bindung. Köper 2/3. Als weißer geköperter Baumwollenstoff zu Vitragen etc. mit 30 Ketten- und 40 Schußfäden auf 1 cm; Kette Nr. 30 engl., Schuß Nr. 36 engl., Bindung Köper 2/2. C. finette, geköperter und linksseitig gerauhter Baumwollenstoff mit 24 Ketten- und 36 Schußfäden auf 1 cm; Kette und Schuß Nr. 16 engl., Bindung Köper 2/2. C. glacé, glänzend appretierter Baumwollenstoff zu Westenfutter, mit 29 Ketten- und 35 Schußfäden auf 1 cm; Kette und Schuß Nr. 32 engl., Bindung Köper 2/2.
 
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Croisic, Le (spr. krŭasik), Hafenstadt im franz. Depart. Niederloire, Arrond. St.-Nazaire, auf einer in den Atlantischen Ozean vorspringenden Landzunge, an der Orléansbahn, hat eine Kirche aus dem 15. Jahrh., bedeutende Sardellen- und Makrelenfischerei, Seesalzgewinnung, Seebäder und (1901) 2427 Einw. C. ist Geburtsort des Physikers Bouguer.
 
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Croix (spr. krŭa), Stadt im franz. Depart. Nord, Arrond. Lille, 3 km südwestlich von Roubaix, an der Marcq und der Nordbahn, hat eine moderne gotische Kirche, Fabriken für Wollenwaren, Chemikalien, Schmirgelpapier etc. und (1901) 15,909 Einw.

[Bd. 4, Sp. 350]



 
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Croker, 1) John Wilson, engl. Parlamentsredner, Dichter und Journalist, geb. 20. Dez. 1780 in Galway, gest. 8. Aug. 1854 in Old Brompton, studierte in Dublin die Rechte, praktizierte und ward 1807 von der irischen Grafschaft Downe ins Parlament gewählt. Als erster Sekretär der Admiralität gewann er Einfluß auf die Verwaltung des Seewesens, legte aber 1830 seine Stelle nieder und kämpfte im Parlament 183032 als »Konservativer« (eine Parteibezeichnung, die er geprägt haben soll) gegen Macaulay und die Reformbill sowie gegen die Emanzipation der Katholiken. In seinen »Familiar epistles« (1804) geißelte er die irische Schaubühne, und in »An intercepted letter from Canton« (1805) schilderte er schonungslos die Sitten von Dublin. Großen Beifall fand sein Gedicht »The battles of Talavera« (1809) und nicht minder seine »Stories fer children from the history of England« (1817), die W. Scott zum Vorbild für seine »Tales of a grandfather« dienten. Auch verdienen die »Songs of Trafalgar« (1804) und die Schrift »A sketch of Ireland, past and present« (1808) Erwähnung. Mit Scott und Canning gründete er 1809 die »Quarterly Review«, für die er viele Aufsätze schrieb. Über seine Ausgabe von Boswells »Johnson« (1831, 5 Bde.; zuletzt 1874) schrieb Macaulay eine Anzeige voll ungerechten Tadels. C. war ein Mann von Ehre, Mut und großer Arbeitskraft, doch geneigt zum Dogmatismus. Seine »Memoirs, diaries and correspondence« gab Jennings heraus (1884, 3 Bde.; 2. Aufl. 1885).
   2) Thomas Crofton, Sammler der Sagen Irlands, geb. 15. Jan. 1798 in Cork, war bei der Marineverwaltung angestellt und starb 8. Aug. 1854 in der Nähe von London. Seine »Researches in the south of Ireland« (1824) zeichnen sich durch eine glückliche Mischung von Humor, Gefühl und archäologischer Gelehrsamkeit aus. Darauf folgte sein Hauptwerk: »Fairy legends and traditions of the south of Ireland« (1825), angeregt durch die »Hausmärchen« der Brüder Grimm und von diesen schon 1826 ins Deutsche übersetzt; eine zweite Serie erschien 1827 (6. Aufl. 1882). Aus einer dieser Geschichten, »Daniel O'Rourke«, in Münchhausens Art, machte er selbst eine »Weihnachtspantomime« (1826). Neue Mitteilungen aus dem Volksmunde samt den Aufzeichnungen eines alten Schulkameraden bot er in den »Legends of the lakes, or sayings and doings at Killarney« (1829, 2 Bde.; neue Ausg. 1878) und den »Popular songs of Ireland« (1839, Neudruck 1885). Er gab auch für die Percy Society altirische Gedichte heraus und die »Memoirs« I. Holts, des irischen Rebellengenerals von 1798 (1837, 2 Bde.). Aus all diesen Arbeiten sowie aus seinen eignen humoristischen Erzählungen »Barney Mahoney« und »My village« (1852) leuchtet eine große Kenntnis und Wertschätzung des irischen Volkswesens.
 
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Crola, Hugo, Maler, geb. 30. Nov. 1841 in Ilsenburg am Harz als Sohn des Landschaftsmalers Heinrich C. (geb. 1804 in Dresden, gest. 1879 in Ilsenburg), ging 1861 auf die Kunstakademie in Berlin, die er 1862 mit der zu Düsseldorf vertauschte, wo er anfänglich Schüler Bendemanns, dann W. Sohns war. Seine erste größere Arbeit war ein Altarbild für die Kirche zu Wahnen in Kurland. Nachdem er aber mit einem Selbstbildnis auf der Wiener Weltausstellung von 1873 eine Medaille errungen, wandte er sich fast ausschließlich der Porträtmalerei zu, in der er namentlich mit weiblichen Bildnissen durch vornehme Auffassung, geistvolle Charakteristik und geschmackvolles Kolorit große Erfolge erzielte. Auch in einigen männlichen Bildnissen, besonders in denen der Maler P. Janssen, E. Bendemann (1884, in der Berliner Nationalgalerie) und E. v. Gebhardt (1886, in der Galerie zu Düsseldorf) und des Kupferstechers E. Forberg, hat er die Kunst seiner das geistige Wesen des Dargestellten erschöpfenden Charakteristik bewährt. Seit 1877 ist C. Professor an der Akademie zu Düsseldorf.

 

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