Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Bodmerei bis Bodva (Bd. 3, Sp. 133 bis 134)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Bodmerei (Bömerei, Verbodmung, franz. Contrat à la grosse, engl. Bottomry, entstanden aus dem niederdeutschen »bodem«, d. h. Boden, Schiffsboden), ein Darlehen, das der Schiffer als Schiffs- oder Ladungseigentümer oder als gesetzlicher Vertreter des Reeders (s. d.), Schiffseigentümers oder der Ladungsbeteiligten während einer Seereise unter Zusicherung einer Prämie und unter Verpfändung (Verbodmung) von Schiff, Fracht und Ladung, oder auch nur einem dieser Gegenstände aufnimmt. Das Eigentümliche an diesem Darlehen ist, daß der Darlehnsgeber die Rückzahlung seines Darlehns erst nach Beendigung der Reise verlangen darf, daß ihm für sein Darlehen einzig die verpfändeten (verbodmeten) Gegenstände haften, er also nicht wie der Seedarlehnsgeber bei Verlust des Schiffes oder dessen Ladung sich an das sonstige Vermögen des Schuldners halten darf, sondern einfach seine Forderung erloschen ist, und daß die Verzinsung des geliehenen Geldes in einer Prämie geleistet wird, die, da gleichzeitig Risikoprämie (s. d.), den landesüblichen Zinsfuß weit überschreitet. Dieses Pfandrecht an Schiff und Ladung braucht nicht in das Schiffsregister eingetragen zu werden, ebensowenig ist Übergabe der Ladung an den Pfandgläubiger nötig. Eine persönliche Haftung des Schiffers tritt jedoch ein, wenn er fahrlässig den Verlust oder die Entwertung der verbodmeten Gegenstände herbeigeführt, oder dieselben vor Rückerstattung des Bodmereidarlehens dem Empfänger oder einem Dritten ausgehändigt hat. Ebenso haftet persönlich der Ladungsempfänger, der in Kenntnis der Verbodmung die Ladung annimmt, und der Reeder, wenn er seinen Schiffer zu einer der diesen haftpflichtig machenden

[Bd. 3, Sp. 134]


Handlungen veranlaßt hat. Für den Bodmereivertrag ist schriftliche Form vorgeschrieben, der sogen. Bodmereibrief. Dieser ist auf Verlangen des Gläubigers in mehreren Exemplaren und an Order auszustellen und wird dann wie ein Orderschuldschein behandelt, weshalb er auch Seewechsel genannt wird. Die Aufnahme eines Bodmereidarlehens darf erst nach Antritt der Reise erfolgen und muß zur Fortsetzung der Reise oder zur Erhaltung von Schiff oder Ladung notwendig sein. Im Binnenschiffahrtsverkehr ist B. unzulässig. Das deutsche Handelsgesetzbuch regelt nur die sogen. Notbodmerei oder eigentliche B., während die uneigentliche B., hierzu gehören das sogen. Beilbriefdarlehen (s. Meyers Beilbrief), das der Reeder für Bau, Reparatur oder Ausrüstung des Schiffes nimmt, und der Großaventureivertrag (Respondentia), ein Darlehen, das der Befrachter des Schiffes zum Zweck überseeischer Warensendung aufnimmt, sich nach dem allgemeinen bürgerlichen Rechte richten (Handelsgesetzbuch § 679 mit 699). Vgl. Matthiaß, Das Foenus nauticum und die geschichtliche Entwickelung der B. (Würzb. 1881).
 
Artikelverweis 
Bodmin, Hauptstadt (municipal borough) der engl. Grafschaft Cornwall, in einem anmutigen Tal der Cornish Heights, mit großer Kirche aus dem 15. Jahrh., Lateinschule, Kranken- und Irrenhaus und (1901) 5353 Einw. Unfern befinden sich Reste eines römischen Lagers.
 
Artikelverweis 
Bodö, Stadt, Hauptort des norweg. Amtes Nordland, am Saltenfjord, mit (1900) 4827 Einw. B. ist Sitz eines deutschen Vizekonsuls.
 
Artikelverweis 
Bodōni, Giambattista, der vorzüglichste ital. Buchdrucker des 18. Jahrh., geb. 16. Febr. 1740 zu Saluzzo in Piemont, gest. 20. (29.) Nov. 1813, trat 1758 als Setzer in die Druckerei der Propaganda in Rom, machte sich mit den orientalischen Sprachen bekannt und wurde mit der Ordnung der Stempelsammlung der Propaganda betraut. Herzog Ferdinand von Parma gewann ihn 1768 für seine Druckerei, die er auf eine bis dahin unbekannte Stufe der Vollendung hob. Als Schriftschneider lieferte B. 143 Alphabete Antiqua mit Kursiv und Kapitälchen und außerdem noch viele Alphabete in fremden Sprachen. Leider sind viele der von ihm veranstalteten Ausgaben inkorrekt. Die elegantesten seiner Drucke sind: die »Iliade« (1808, 3 Bde.), »Vergil« (1793, 2 Bde.), die »Oratio dominica in CLV linguas versa et exoticis characteribus plerumque expressa« (1806). Ein »Manuale tipografico di Giamb. B.« mit Proben seiner Typen erschien 1818 in 2 Bänden. Seine Biographie und ein Verzeichnis seiner Drucke gaben I. de Lama (Parma 1816, 2 Bde.) und Bernardi (Saluzzo 1873) heraus.
 
Artikelverweis 
Bodpa, tibet. Volk, s. Meyers Bhot.
 
Artikelverweis 
Bodrog, 1) fischreicher Fluß im NO. Ungarns, entsteht im Komitat Zemplin aus der Vereinigung des Tapoly, der Ondava, Ung, Laborcza und Latorcza und mündet bei Tokaj in die Theiß. Das Sumpfland zwischen dieser und dem untern B. heißt Bodrogköz. 2) Name eines bis zu den Türkenkriegen bestehenden und 1715 wieder errichteten ungarischen Komitats, das 1802 mit dem Komitat Bács (s. Meyers Bács-Bodrog) vereinigt wurde.
 
Artikelverweis 
Bodrog-Olaszi, Dorf im ungar. Komitat Zemplin, auf der Insel Bodrogköz, an der Staatsbahnlinie Szerenes-Sátoralja-Ujhely, mit Kastell des Grafen Lónyai und (1901) 1124 magyar. Einwohnern.
 
Artikelverweis 
Bodt, Jean de, Architekt, geb. 1670 in Paris, stand seit 1700 in preußischen Diensten, wurde 1714 Kommandant von Wesel, wo er namentlich im Festungsbau tätig war, trat 1728 in kursächsische Dienste und starb 1745 als Generalfeldzeugmeister in Dresden. Er gab dem Berliner Zeughaus (s. Tafel Meyers »Architektur XII«, Fig. 2) seine jetzige Gestalt, erweiterte das Schloß in Potsdam und leitete den Bau des Japanischen Palais in Dresden. Vgl. Steche, Pläne für das königliche Zeughaus und ein königliches Stallgebäude zu Berlin; aus dem Nachlaß des Generals de B. (Berl. 1891).
 
Artikelverweis 
Bödtcher, Ludwig, dän. Lyriker, geb. 22. April 1793 in Kopenhagen, gest. daselbst 1874. Seine zwei kleinen Gedichtsammlungen sind von sanfter Freude über die Schönheit des Lebens erfüllt. Eine Gesamtausgabe seiner »Digte, ældre og nyere« erschien in 4. Ausgabe, mit Biographie von Arentzen, Kopenhagen 1878. Vgl. G. Brandes, Danske Digtere (2. Aufl., Kopenh. 1896).
 
Artikelverweis 
Boduognātus, Häuptling der belgischen Nervier, fiel 57 v. Chr. an der Sambre gegen die Römer. 1861 wurde ihm in Antwerpen ein Standbild errichtet.
 
Artikelverweis 
Bodva, linker Nebenfluß des Sajó in Ungarn.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: