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Bodenwichse bis Bodĭo, Luigi (Bd. 3, Sp. 131 bis 132)
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Artikelverweis Bodenwichse, s. Meyers Bohnen.
 
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Bodenwöhr, Dorf im bayr. Regbez. Oberpfalz, Bezirksamt Neunburg v. W., an der Staatsbahnlinie Nürnberg-Furth i. W., hat eine kath. Kirche, ein Berg- und Hütten- und ein Forstamt, Bergbau auf Eisen, ein Eisenwerk, eine Dampfsägemühle, Holzhandel und (1900) 900 Einw. Dabei Station B. mit neuer kath. Kirche, Blechhammer. Zementdachplattenfabrik, Glasschleiferei und 120 Einw.
 
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Bodenwrange, s. Meyers Schiff (Schiffbau).
 
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Bodenzerstückelung, s. Meyers Dismembration.
 
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Bodenzinsen, s. Meyers Grundzinsen.
 
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Bodesches Gesetz, s. Planeten.
 
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Bodfeld (Bothfeld), vorzeiten eine kaiserliche Burg im Harz, wo sich König Heinrich I. öfters der Jagd wegen aufhielt und Kaiser Heinrich III. in Gegenwart des Papstes Viktor II. 1056 starb. Die Burg lag am Zusammenfluß der Kalten und Warmen Bode, war aber schon 1258 eine Ruine; jetzt breitet sich dort eine Wiese aus.
 
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Bödiker, Tonio, der erste Präsident des Reichsversicherungsamtes, geb. 5. Juni 1843 zu Haselünne in

[Bd. 3, Sp. 132]


Hannover, studierte in Heidelberg, Berlin und Göttingen, war hierauf im hannöverschen Justizdienst beschäftigt, wurde 1869 Regierungsassessor in Hannover, verwaltete dann die Landratsämter in Schlochau und Lötzen, war hierauf Hilfsarbeiter bei der Regierung in Stettin und 187173 im Ministerium des Innern in Berlin. Hierauf Landrat des Kreises Gladbach, wurde er 1881 vortragender Rat im Reichsamte des Innern, in welcher Eigenschaft er die Gesetze über Arbeiterversicherung im Reichstag zu vertreten hatte. 1884 wurde ihm die Oberleitung der zu schaffenden Organisationen übertragen und B. zum Präsidenten des Reichsversicherungsamtes ernannt. Seine großen Verdienste wurden unter anderm dadurch anerkannt, daß ihn die philosophische Fakultät zu Leipzig, die juristische zu Breslau und die medizinische zu Göttingen zum Ehrendoktor ernannten. Im Juni 1897 schied er wegen Meinungsverschiedenheit mit dem Staatssekretär v. Bötticher aus dem Reichsdienst und trat als Generaldirektor in die Firma Siemens u. Halske in Berlin ein; seit 1903 gehört er dem Aufsichtsrat derselben an. Er schrieb: »Die Zulässigkeit des Rechtswegs und die Kompetenzkonflikte in der Provinz Hannover« (Berl. 1870); »Die Kommunalbesteuerung (local taxation) in England und Wales« (das. 1873); »Die Unfallgesetzgebung der europäischen Staaten« (Leipz. 1884); »Die gesetzliche Regelung des Feingehalts der Gold- und Silberwaren« (das. 1886); »Die Gewerbe- und Versicherungsgesetzgebung des Deutschen Reiches« (2. Aufl., Berl. 1887; Nachtrag 1889); »Die Arbeiterversicherung in den europäischen Staaten« (Leipz. 1895).
 
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Bodin (spr. -däng), Jean, franz. Publizist, geb. um 1530 in Angers, gest. 1596 an der Pest in Laon, debütierte in Toulouse als Rechtslehrer mit glänzendem Erfolg, ging 1551 nach Paris und zeichnete sich hier als Schriftsteller (weniger als Advokat am Parlament) so sehr aus, daß er sich das Vertrauen des Königs Karl IX. in hohem Grad erwarb. Trotzdem entging er 1572 nur mit Mühe dem Gemetzel der Bartholomäusnacht, weil er sich sowohl in Schriften als in mündlichen Äußerungen den Reformierten günstig gezeigt und die fanatische Wut der Katholiken gegen dieselben getadelt hatte. Bei Heinrich III. stand B. bald nachher wieder in höchstem Ansehen und spielte in den Angelegenheiten der gegen den französischen Hof ausgestandenen Ligue als Rat des Gerichtshofs zu Laon besonders auf der allgemeinen Ständeversammlung zu Blois eine wichtige Rolle. B. bewirkte, daß 1577 den Reformierten durch einen Waffenstillstand Friede und Gewissensfreiheit gewährt wurden, zog sich aber dadurch den Haß der Fanatiker zu. In dieser Zeit schrieb er das Aufsehen erregende Werk: »De la république« (Par. 1577; lat. von ihm selbst, das. 1586), worin er eine Kritik der verschiedenen Staatsverfassungen aufstellte. Merkwürdig genug legte aber dieser klare und tiefe Denker in demselben Werk und mehr noch in seiner »Démonomanie« (Par. 1581) eine auffallende Hinneigung zur Annahme einer allgebietenden Gewalt des Teufels und der Dämonen, zum Glauben an Hexerei und an den Einfluß der Gestirne auf die menschlichen Schicksale an den Tag. Der nach dem Tode des Herzogs von Ateneon 1584 wieder ausgebrochene Bürgerkrieg trieb B. infolge der meuchlerischen Hinrichtung des Herzogs von Guise durch Heinrich III. zur Partei der Ligue. Da er aber auf die Absichten derselben nicht unbedingt eingehen wollte, wurde er bald von ihr ausgestoßen und als Ketzer angeklagt. Später unterwarf er sich Heinrich IV. Bemerkenswert ist seine erst in neuerer Zeit vollständig im Druck erschienene Schrift: »Heptaplomeres (oder Colloquium Heptaplomeres) de rerum sublimium arcanis abditis« (hrsg. von L. Noack, Schwerin 1857; vorher nur im Auszug von Guhrauer, Berl. 1841), ein unter sieben Disputanten verteilter Dialog über die bestehenden Religionsparteien, worin er seinen Standpunkt über allen Religionsparteien nahm und zeigte, daß jede auf Anerkennung ein Recht habe, sofern sie nicht gegen Staat, Sittlichkeit und Gottesfurcht streite. Von geringerer Bedeutung sind die übrigen Schriften Bodins: »Methodus ad facilem historiarum cognitionem« (Par. 1566); »Universae naturae theatrum« (Lyon 1596; franz., das. 1597); »Paradoxes, doctes et excellents discours de la vertu« (Par. 1604). Vgl. Baudrillart, Jean B. et son temps (Par. 1853); E. de Barthélemy, Etude sur Jean B. (das. 1876); Hancke, B. Studie über den Begriff der Souveränität (Bresl. 1894); Fournol, B., prédécesseur de Montesquieu (Par. 1896).
 
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Bodĭo, Dorf im schweizer. Kanton Tessin, Bezirk Leventina, links am Tessin, Station der Gotthardbahn, 5 km nordwestlich von Biasca, 331 m ü. M., mit Gneisbrüchen und (1900) 353 Einw.
 
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Bodĭo, Luigi, ital. Statistiker, geb. 12. Okt. 1840 in Mailand, studierte in Pavia und Pisa und bereiste dann mit einer Unterstützung der Regierung das Ausland, ward 1864 Professor der Nationalökonomie am königlichen Technikum zu Livorno, 186768 Professor in Mailand und darauf Professor an der höhern Handelsschule zu Venedig. Als Maestri, der Schöpfer des königlich italienischen Statistischen Bureaus, 1872 starb, ward B. an seine Stelle als Direktor dieses Bureaus nach Rom berufen. Von der großen internationalen Statistik hat B. 1876 die »Statistique internationale des caisses d'épargne« herausgegeben. Von seinen zahlreichen übrigen Arbeiten sind zu nennen: »Saggio sul commercio esterno terrestre e marittimo del regno d'Italia« (Flor. 1865); »Sui documenti statistici del regno d'Italia« (das. 1867); »Dei rapporti della statistica coll' economia politica e colle altre scienze affini« (das. 1869); »Saggio di bibliografia statistica italiana« (2. Aufl., Rom 1885). Seit 1886 gibt B. das »Bulletin de l'Institut International de Statistique«, seit 1873 das »Annuario statistico italiano« heraus.

 

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