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Bodenschutzholz bis Bodentemperatur (Bd. 3, Sp. 129 bis 131)
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Artikelverweis Bodenschutzholz, Schatten vertragende Gehölze, wie Buche, Weißbuche, Schwarzdorn, Hasel, Stechpalme, auch Wacholder, Fichte und Kiefer, die man in alten Beständen von Eichen, Kiefern, Lärchen anpflanzt oder, wenn sie sich von selbst eingefunden haben, schont, um den Boden vor Austrocknung durch Sonne und Wind, vor Verwehung und Abschwemmung zu schützen. Die Nutzung des Bodenschutzholzes ist im allgemeinen gering. Im Hochgebirge, auf Dünen, zur Befestigung des Flugsandes, tritt das B. in selbständiger Bedeutung auf.
 
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Bodenschwankungen, den täglichen und jährlichen Änderungen der Erwärmung der Erdoberfläche (s. Meyers Erde) entsprechende tägliche und deutlicher ausgeprägte jährliche Bewegungen des Erdbodens, die mit Niveaus oder mit Horizontalpendeln gemessen werden können. Plantamour beobachtete zu Sécheron bei Genf außer den täglichen und jährlichen periodischen Schwankungen auch noch Bewegungen von scheinbar nicht periodischem Charakter, die auf große, weit ausgedehnte, säkulare Bewegungen der Erdrinde, die mit der Gebirgsbildung in Verbindung stehen, hindeuten (s. Meyers Gebirge). Auch wurden an den beiden Meridianpfeilern der Sternwarte zu Neuchâtel kleine Drehbewegungen beobachtet, die, wenigstens in ihrer Hauptsache und soweit sie sich als periodisch erwiesen, durch die im Sommer und Winter ungleiche Erwärmung des Hügels, auf dessen Kalkfelsen die Pfeiler ausruhen, veranlaßt sind. Der kleine unperiodische Teil dagegen sowie die kontinuierlich zunehmende Neigung der Pfeiler von O. nach W. kann nur der zunehmenden Gebirgsfaltung des Jura oder dem Absinken einer Scholle des Gebirges gegen benachbarte zugeschrieben werden. An den Hauptpfeilern der Berliner Sternwarte wurden nur Drehungsbewegungen beobachtet, die durch jährliche oder nahezu elfjährige Perioden dargestellt werden, wobei ihre Wendepunkte den Wendepunkten der jährlichen Temperaturperiode und der elfjährigen Sonnenperiode sich, wenn auch etwas verspätet, anschließen. Diese fast erschöpfende Abhängigkeit von der thermischen Periode schließt einen erheblichen Anteil von Bewegungen der Bodenschichten aus.
 
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Bodensee (in röm. Zeit Lacus Brigantinus, später Schwäbisches Meer oder nach der alten Kaiserpfalz Bodman an seinem Nordwestrand Bodmansee genannt, franz. Lac de Constance), großer See zwischen der Schweiz u. Deutschland (s. Karte »Schweiz«), vom Rhein gebildet und gekreuzt. Von SO. nach NW. sich erstreckend, ist er der größte deutsche und nächst dem Genfer See auch der größte Schweizer See, mit 196,5 km Umfang, 69 km größter Länge, 13,5 km größter Breite und bei mittlerm Wasserstand (399 m ü. M.) 539 qkm (9,79 QM.) Flächenraum. Zwischen Konstanz und Meersburg teilt er sich in zwei Arme, in den Untern oder Zeller See (von Konstanz bis Radolfzell, 18 km lang und eigentlich ein besonderer See), mit der Insel Reichenau, und in den Obern oder Überlinger See (auch Bodmersee genannt, 21 km lang), mit der Insel Mainau; Obersee pflegt man auch den ganzen B. mit Ausnahme des Zeller Sees zu nennen. Im SO. liegt auf drei Inseln, durch eine Brücke mit dem Festland verbunden, die Stadt Lindau. Der B. liegt innerhalb der tertiären Formation, die den Nordrand der Alpen begleitet. In der Eiszeit war er vom Rheingletscher erfüllt. Die größte Tiefe ist zwischen Friedrichshafen und Konstanz gefunden worden und beträgt 252 m. Besonders an der Einmündung des Rheins verliert der See durch den Schlamm, den der Fluß mit sich führt, immer mehr an Tiefe und wird das Seebecken ausgefüllt. Noch im 4. Jahrh. reichte der See bis Rheineck, jetzt aber liegt zwischen ihm und diesem Ort eine fast stundenbreite Zone Landes. Außer dem Rhein, der dem B. bei niedrigem Wasserstand in der Sekunde 50, bei Hochwasserstand 2000 cbm Wasser zuführt, münden in den See die Dornbirner und Bregenzer Ach, Argen, Schussen, Urnauer, Seefelder, Gold-, Stein-, Stock- und Radolfzeller Ach etc. Die Wasserzufuhr durch diese Flüsse, bei starken Niederschlägen, ist in der Sekunde auf 1800 cbm berechnet. Der ganze Wasserinhalt des Bodensees wird auf 41,470 Mill. cbm geschätzt. Außer bei Hochwasser und nach Verlauf desselben wird der See auch noch durch nicht sichtliche äußere Ursache zu plötzlichem Steigen und Fallen (bis 2 m), Ruhß genannt, gebracht. Beim Föhn (Südwind), bei Nordwest- und Ostwind wird das Wasser nicht selten zu hohen Wellen aufgewühlt. Die Temperatur des Wassers erleidet weniger Veränderungen als die der umgebenden Luft. Nur in sehr strengen Wintern friert der See von einem zum andern Ufer zu (seit 895 nur 30mal), zuletzt 1880, und gewährt dann eine Passage auf fester Eisdecke. Reich ist der B. an Fischen (nach Hartmann 26 Arten), darunter große Welse, die Seeforelle (Salmo lacustris), Rotforelle (Salmo salvelinus), die Treische (Lota vulgaris), der Aal, der Felchen (Coregonus), dessen Fleisch als Blaufelchen sehr geschätzt, als Gangfisch in geräuchertem oder mariniertem Zustande versendet wird.
   Der Verkehr auf dem B., an dem acht Eisenbahnlinien münden, und der von einer Gürtelbahn umgeben ist, ist lebhafter als sonst auf einem Binnengewässer des Kontinents. Eine Flotte von 34 Dampfern vermittelt die Verbindung der ansehnlichsten Uferorte und mit Schaffhausen. Zwischen Romanshorn einer- und Lindau-Friedrichshafen anderseits, desgleichen zwischen Bregenz und Rorschach verkehren Trajektanstalten, die ganze Eisenbahnzüge von Ufer zu Ufer bringen. Die Dampfer befördern jährlich mehr als 400,000 Personen und 10 Mill. dz Frachtgüter. Die verkehrsreichsten deutschen Häfen sind Lindau und Friedrichshafen. Die nur stellenweise (gegen NO.) schroff hineinragende Umgebung des Bodensees wird überall von Berg- und Hügelland, an den Mündungen des Rheins, der Schussen und der Stockach sogar von kleinen Tiefebenen gebildet. Obsthaine und Weingärten (Seewein), üppige Getreidefelder und Wiesenfluren und kräftige Waldungen umgürten die

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Ufer; am südlichen und südöstlichen Horizont türmt sich die Alpenwelt in prachtvoller Szenerie bis zur Schneehöhe auf, im NW. thronen auf felsigen Höhen des Hegaus alte Burgen; reinliche Dörfer, gewerbreiche Städte und zahlreiche schloßartige Landsitze (namentlich auf der Schweizer Seite), Kirchen und Klöster beleben seine Ufer. Außer dem bayrischen Lindau sind die wichtigsten Orte am B.: Bregenz in Vorarlberg, Rorschach im Kanton St. Gallen, Arbon und Romanshorn im Kanton Thurgau, Konstanz, Radolfzell, Überlingen und Meersburg in Baden und Friedrichshafen und Langenargen in Württemberg. Die Ufer des Bodensees bieten auch eine reiche Ausbeute keltischer Pfahlbauten, besonders bei Sipplingen (zwischen Ludwigshafen und Überlingen), bei Immenstaad (zwischen Meersburg und Friedrichshafen) und zwischen Konstanz und Stein. Weniger zahlreich finden sich römische Altertümer, obgleich Konstanz eine römische Kolonie und Bregenz (Brigantium) römisches Kastell war und dem See seinen römischen Namen gab. Vgl. Schnars, Der B. und seine Umgebungen (2. Ausg., Stuttg. 1859); Grünewald, Wanderungen um den B. (Rorschach 1874); Zingeler, Rund um den B. (Würzb. 1879); »Der B. und seine Umgebungen«, Führer (8. Aufl., Lindau 1902); Weismann, Das Tierleben im B. (das. 1877); Klunzinger, Bodenseefische (Stuttg. 1892); Schröter und Kirchner, Die Vegetation des Bodensees (Lindau 18971902, 2 Hefte der »Schriften des 1868 gegründeten Vereins für die Geschichte des Bodensees«); Honsell, Der B. und die Tieferlegung seiner Hochwasserstände (Stuttg. 1879); Rettich, Die völker- und staatsrechtlichen Verhältnisse des Bodensees (Tübing. 1885); Graf Zeppelin, Geschichte der Dampfschiffahrt auf dem B. (Lindau 1885); Schlatterer, Die Ansiedelungen am B. in ihren natürlichen Voraussetzungen (Stuttg. 1891); »Bodenseekarte«, 1:50,000 (Kommission der fünf Uferstaaten, Münch. 1896, 2 Blatt).
 
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Bodenstadt, Stadt in Mähren, Bezirksh. Weißkirchen, hat ein Schloß, Seidenweberei und (1900) 1518 deutsche Einwohner.
 
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Bodenstedt, Friedrich von, Dichter und Schriftsteller, geb. 22. April 1819 zu Peine im Hannöverschen, gest. 18. April 1892 in Wiesbaden, studierte Philologie in Göttingen, München und Berlin, ward 1841 Erzieher der jungen Fürsten Gallizin in Moskau und fand hier Muße, sich mit den slawischen Sitten und Sprachen vertraut zu machen. Von Moskau aus ging er 1844 nach Tiflis, um die Leitung eines pädagogischen Instituts und eine Lehrerstelle am dortigen Gymnasium zu übernehmen. Hier faßte B. den Plan zu seinem Werk »Die Völker des Kaukasus und ihre Freiheitskämpfe gegen die Russen« (Frankf. 1848; 2. Aufl., Berl. 1855), wozu er sich unter Leitung seines Freundes Mirza Schaffy durch eifriges Studium der orientalischen Sprachen vorbereitete. Er durchwanderte 1845 Armenien, die Kaukasusländer und kehrte über die Krim, Kleinasien, Konstantinopel 1847 nach Deutschland zurück, wo er durch eine Übersetzung ausgewählter Gedichte von Kaslow, Puschkin und Lermontow (Leipz. 1843) und »Die poetische Ukraine«, eine Sammlung kleinrussischer Volkslieder (Stuttg. 1845), bereits bekannt war. Von jetzt an finden wir B. in verschiedenen Stellungen, in München, Triest (als Redakteur des »Österreichischen Lloyd«), Berlin, Paris, Frankfurt, Bremen (hier als Redakteur der »Weserzeitung«), bis er 1854 auf Einladung des Königs Max von Bayern nach München übersiedelte, wo er die Professur der slawischen Sprachen an der Universität erhielt, die er 1858 mit der der altenglischen Literatur vertauschte. Im Herbst 1866 folgte er einem Ruf des Herzogs von Meiningen, um die Leitung der Hofbühne in Meiningen zu übernehmen. Hier lebte er, vom Herzog 1867 in den Adelstand erhoben, bis 1873, nachdem er die Intendanz schon 1869 niedergelegt hatte, hielt sich dann in Altona auf und siedelte 1877 nach Berlin über, von wo aus er 1880 zum Zweck von Vorlesungen eine Reise nach den Vereinigten Staaten unternahm. Seit seiner Rückkehr wohnte B. in Wiesbaden. Von seinen Schriften ist zunächst noch »Tausendundein Tag im Orient«, die Schilderung seiner Erlebnisse im Kaukasus etc. (Berl. 1850, 2 Bde.; 5. Aufl. in 1 Bd. 1891), von seinen Übertragungen fremder Dichtungen außer dem »Poetischen Nachlaß« Lermontows (das. 1852, 2 Bde.) noch die der »Poetischen Werke« Puschkins (das. 185455, 3 Bde.) und Turgenjews »Erzählungen« (Münch. 186465, 2 Bde.) zu erwähnen. Auch die 1851 erschienenen heitern und formgewandten »Lieder des Mirza Schaffy« (145. Aufl., Berl. 1893), sein bedeutendstes und beliebtestes Werk, das in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde, kündigten sich als Übertragung an, stellten sich aber alsbald als eigne Dichtungen heraus. Seine betrachtungsreichen »Gedichte« (Brem. 1852), denen noch zwei Bände unter dem Titel: »Aus der Heimat und Fremde« (Berl. 1857 u. 1859) folgten, ferner die Sammlungen: »Aus dem Nachlasse Mirza Schaffys« (das. 1874, 17. Aufl. 1891), »Einkehr und Umschau« (Jena 1876, 3. Aufl 1877), »Aus Morgenland und Abendland« (Leipz. 1882, 3. Aufl. 1887) und »Neues Leben« (Bresl. 1886) erhoben sich nicht zu gleicher Bedeutung. Die poetische Übertragung Hafisischer Lieder: »Der Sänger von Schiras« (Berl. 1877, 3. Aufl. 1884), gaben B. Gelegenheit, seine Sprachvirtuosität zu offenbaren. Die »Lieder und Sprüche des Omar Chajjâm verdeutscht« (Bresl. 1881, 4. Aufl. 1889) schließen sich ihnen an. Minder glücklich war B. als Dramatiker und Erzähler. Sowohl die Tragödie »Demetrius« (Berl. 1856) und das Lustspiel »König Autharis Brautfahrt« (das. 1860) als die im »Theater« (das. 1876) gesammelten Dramen, deren interessantestes die Tragödie »Kaiser Paul« ist, endlich das Schauspiel »Alexander in Korinth« (Hannov. 1876; neue Bearbeitung. Leipz. 1883) entbehren bei vielen Einzelvorzügen der dramatischen Anlage. Als Epiker ließ B. zuerst die Dichtung »Ada, die Lesghierin« (Berl. 1853) erscheinen, an der die beschreibenden Partien zu rühmen sind. Einheitlicher zeigten sich die kleinen »Epischen Dichtungen« (Berl. 1863), unter denen »Herun und Habakuk« das Meisterstück ist. Von seinen Erzählungen verdienen die aus persönlichen Erinnerungen stammenden »Kleinern Erzählungen« (Münch. 1863) hervorgehoben zu werden und im Anschluß daran. »Ernst Bleibtreu« (Münch. 1863; 2. Aufl., Berl. 1889); »Vom Hof Elisabeths und Jakobs« (Jena 1871, 2 Bde.; 4. Aufl. 1882); »Aus deutschen Gauen« (das. 1871, 2 Bde.; 4. Aufl. 1882); der Roman »Das Herrenhaus in Eschenwalde« (das. 1872, 3 Bde.; 3. Aufl. 1878); »Kleine Geschichten aus fernem Lande« (Berl. 1872); »Gräfin Helene« (Stuttg. 1880).
   Verdienstlich sind die Shakespeare und seiner Zeit gewidmeten Schriften Bodenstedts. In erster Linie steht hier das Werk »Shakespeares Zeitgenossen und ihre Werke« (Berl. 185860, 3 Bde.), mit Übertragungen aus Websters, Fords, Marlowes, Lillys und andern Dichtungen, dem die vorzügliche Verdeutschung von »Shakespeares Sonetten« (das. 1862,

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5. Aufl. 1892) folgte. Späterhin gab B. die beiden ersten Bände des »Jahrbuchs der deutschen Shakespeare-Gesellschaft« (Berl. 186667) und unter Mitwirkung von O. Gildemeister, A. Wilbrandt, P. Heyse, Herwegh u. a. eine neue Übersetzung der »Dramatischen Werke« Shakespeares (Leipz. 186672, 9 Bde.; 3. Aufl. 1878) heraus, der ein Buch über »Shakespeares Frauencharaktere« (Berl. 1875, 4. Aufl. 1887) folgte. Über die Staats- und Volksverhältnisse Rußlands verbreiten sich die »Russischen Fragmente« (Leipz. 1862, 2 Bde.). Als Aufzeichnungen aus seinem wechselvollen Leben veröffentlichte er: »Aus meinem Leben« (erster Teil: »Eine Königsreise, Erinnerungsblätter an König Max«, Leipz. 1879, 3. Aufl. 1883), die Beschreibung seiner Amerikareise: »Vom Atlantischen zum Stillen Ozean« (das. 1882) und »Erinnerungen aus meinem Leben« (Berl. 188890, 2 Bde.). 1880 begründete B. die in Berlin erscheinende »Tägliche Rundschau«. Neben einer Auswahl aus der großen Zahl seiner Gedichte (»Ausgewählte Dichtungen«, Berl. 1864) veranstaltete B. auch eine (unvollständige) Ausgabe seiner »Gesammelten Schriften« (das. 18651869, 12 Bde.). 1894 wurde ihm in Wiesbaden ein Denkmal errichtet. Vgl. »Friedrich v. B. Ein Dichterleben in seinen Briefen 18501892« (hrsg. von Schenck, Berl. 1893).
 
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Bodenstein, Bernstein in großen runden Stücken; der untere Stein eines Mahlganges (s. Mühlen).
 
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Bodenstein, Schloß, s. Meyers Ohmgebirge.
 
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Bodenstein, Andreas Rudolf, bekannter unter dem Namen Karlstadt (s. d.).
 
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Bodenstete Pflanzen, Pflanzen, die ausschließlich auf bestimmten Bodenarten vorkommen, wie Dryas octopetala auf Kalk, Rhododendron ferrugineum auf Schiefer.
 
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Bodentaxe, s. Meyers Güterabschätzung.
 
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Bodentemperatur. Die Temperatur des Bodens ist abhängig von seiner Zusammensetzung (Sand, Lehm, Ton etc.), Grob- und Feinkörnigkeit, Farbe, Feuchtigkeit, Neigung gegen die Horizontale und gegen die Sonnenstrahlen, Bepflanzung etc. Da die untern Luftschichten bei Tage ihren Wärmezuwachs größtenteils vom Boden her erhalten und sich bei Nacht gegen den erkalteten Boden hin abkühlen, so ist die Kenntnis des Wärmeumsatzes im Boden von größter Wichtigkeit. Zur Messung bedient man sich der Bodenthermometer (s. Meyers Thermometer), auch ist die Bestimmung der Wärmekapazität oder spezifischen Wärme des Bodens notwendig. Letztere ist diejenige Wärmemenge, die 1 g eines Stoffes um 1° erwärmt (z. B. bei Ton 0,2, bei Quarzsand 0,4 Kalorien). Während die Temperatur der obersten Erdschicht dem Gange der Lufttemperatur parallel geht, tritt mit zunehmender Tiefe eine Verspätung ein, so daß z. B. in Pawlowsk bei Petersburg in 0,5 m das Minimum mittags, das Maximum nachts erfolgt. Ferner nähern sich die Extreme mit wachsender Tiefe, so daß die Amplitude immer kleiner wird. Verspätung und Verringerung der Schwankung zeigt sich ebenso beim täglichen wie beim jährlichen Gange. Für Potsdam beträgt das mehrjährige Mittel:

Die durch 1 qcm Oberfläche ein- und ausströmende Wärme (beides addiert heißt Wärmeaustausch) beträgt in Gramm-Kalorien bei:

Im Moorboden ist der Wärmeaustausch nur halb so groß als im Sandboden; jenem wird auch durch Verdunstung viel Wärme entzogen, so daß ein Moor rasch erkaltet (daher abends oft Nebel). Ein Landsee speichert im Sommer mehr Wärme auf als eine 15mal so große Sandfläche und verzögert durch deren Abgabe im Herbst die Abkühlung der Umgebung. An der Oberfläche des Bodens hat man schon oft Temperaturen von mehr als 60° beobachtet (in der Sahara 70°, in Bagdad 78°). Die Tiefe, bis zu der Frost eindringen kann (untere Frostgrenze), beträgt in Deutschland etwa 1 m (in Königsberg i. Pr. 1,25 m) bei schneefrei gehaltenem, nacktem Boden; eine Schneedecke schützt bis dreimal mehr als eine gleich dicke Sandschicht, eine Rasendecke fast wie eine 0,5 m starke Erdschicht. Der Eisboden in Sibirien reicht vermutlich etwa 100 m tief (Jakutsk) und taut im Sommer bis auf 1 m Tiefe auf. Vgl. W. v. Bezold, Der Wärmeaustausch an der Erdoberfläche und in der Atmosphäre (Berl. 1892); Th. Homén, Der tägliche Wärmeumsatz im Boden (Leipz. 1897); Schubert, Der jährliche Gang der Luft- und Bodentemperatur im Freien und in den Waldungen und der Wärmeaustausch im Erdboden (Berl. 1900).

 

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