Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Bodenkohlrabi bis Bodenmüller (Bd. 3, Sp. 125 bis 128)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Bodenkohlrabi, s. Meyers Raps.
 
Artikelverweis 
Bodenkrankheiten, s. Meyers Boden, S. 121f.
 
Artikelverweis 
Bodenkredit wird sowohl derjenige Kredit genannt, der gegen Verpfändung des Bodens, als auch derjenige, der zur Förderung der Bodenwirtschaft gewährt wird (s. Kredit).
 
Artikelverweis 
Bodenkreditbanken, soviel wie Hypothekenbanken (s. Meyers Banken, S. 340).
 
Artikelverweis 
Bodenkulturrentenbanken, s. Meyers Landeskulturrentenbanken.
 
Artikelverweis 
Bodenkunde (Pedologie), die Lehre von der Beschaffenheit der äußersten Schicht der festen Erdrinde, des Bodens, im engern Sinne die Lehre von den Beziehungen des Bodens zur Vegetation. Weiteres und Literatur s. Meyers Boden.
 
Artikelverweis 
Bodenluft, s. Meyers Boden, S. 120.
 
Artikelverweis 
Bodenmais, Dorf im bayr. Regbez. Niederbayern, Bezirksamt Regen, im Bayrischen Wald, 662 m ü. M., hat eine katholische Kirche, ein Forst- und ein Berg- und Hüttenamt, Schwefel- und Magnetkiesgruben, Hüttenwerk für Eisenvitriol und Polierrot und (1900) 1371 Einw. Vgl. Gruber, Der Schwefel- und Magnetkiesbergbau am Silberberge bei B. (Münch. 1901).
 
Artikelverweis 
Bodenmelioration, landwirtschaftliche, Umwandlung des natürlichen Gras- und Waldlandes im Kulturland (Urbarmachung) und dauernde Verbesserung des Kulturlandes (Standortsverbesserung, B. im engern Sinne, Amelioration). Die Urbarmachung umfaßt die Umwandlung von Unland in landwirtschaftlich benutzbares Kulturland und die Umwandlung von Wald oder Wiese zu Ackerland (Gartenland). Das urbar gemachte Land heißt Neubruch (Novalacker), Neureude, Rode, Rodland, Rottland, Reutfeld, Reute. Waldboden macht man urbar durch Abräumen des Holzwuchses, und zwar 1) durch Niederbrennen (Abbrennen), Verteilen der Asche und Ebnen des Bodens, wobei man die Wurzelstöcke abfaulen läßt; 2) durch Schwenden, d. h. Abschälen der Rinde am Fuß der Bäume, um sie zum Absterben zu bringen, wobei alles Unterholz und Gestrüpp entfernt, der Stockausschlag immer wieder vernichtet und der Zeit das Niederwerfen der Bäume überlassen wird; 3) durch kahlen Abtrieb, d. h. Fällen der Baumstämme mit Belassung der Wurzelstöcke im Boden; 4) durch Baumroden, wobei die Wurzelstöcke mit Stockrodemaschinen (Waldteufel) oder durch Sprengen mit Pulver,

[Bd. 3, Sp. 126]


Dynamit oder durch Ausgraben und Abhacken des Holzes (Abschmatzen) aus dem Boden entfernt werden. Das abgeholzte Land wird mit Rodehauen oder kräftigen Rigolpflügen (Wurzelreißern, Waldpflügen) vor Winter aufgelockert, damit der Frost die weitere Krümelung besorge, und im nächsten Frühjahr mit Hafer bestellt, dem weiterhin eine Hackfrucht, Kartoffeln, Mais, folgt. Die Überführung des rohen Bodens in Artland wird durch Düngung mit Stallmist, Kalk, Mergel u. dgl. wesentlich befördert.
   Bei Umwandlung von Weide- und Wiesenland in Ackerland ist die Grasnarbe zu zerstören, am besten mit einem flachwendenden Pflug aufzubrechen. Bei dicht geschlossener Narbe muß der Umbruch mit Schälpflug, Spaten oder durch Brennen erfolgen. Der Boden wird hierauf mit Stallmist, eventuell auch mit Kalk gedüngt, um die Humifizierung der Graswurzeln zu beschleunigen, und mit Roggen, Hafer, Futterrüben bestellt. Heideboden wird, wie Wiesenboden, durch tüchtiges Bearbeiten vor Winter mit Skarifikatoren, Pflügen und Eggen urbar gemacht, oder dadurch, daß man die Narbe in Streifen oder Quadraten mittels besonderer Werkzeuge (Plaggenhauen, Plaggenschaufeln) abschält, den Boden dann tüchtig durcharbeitet und die abgeschälte Narbe, Plaggen (s. d.) entweder mit Stallmist kompostiert oder zum Trocknen aufstellt und dann verbrennt (Rasenbrennen), um mit der Asche das Feld zu düngen. In Hannover, Holstein, Jütland, wo Heidekulturen von großem Umfang auszuführen sind, nehmen Genossenschaften auf gemeinsame Kosten, zuweilen mit staatlicher Beihilfe, die Kultivierung in die Hand und benutzen meist Fowlersche Dampfheidekultivatoren.
   Die Standortsverbesserung bezieht sich auf dauernde Verbesserung der nachteiligen chemischen oder physikalischen Bodeneigenschaften oder auf Behebung der ungünstigen Lage oder Abschwächung der ungünstigen Einwirkung des Klimas auf die Vegetation. Die häufigsten Standortsverbesserungen bezwecken Ableitung schädlicher Wassermengen (s. Meyers Drainage, Meyers Entwässerung) oder die Zuführung von Wasser (s. Meyers Bewässerung). Fels-, Kies- und Geröllboden wird durch Entfernung der größern Steine (mittels Versenkung, d. h. Untergrabens, oder Sprengens mit Pulver oder Ausgrabens) und durch Rigolen (s. d.) urbar gemacht. Sandboden kann durch Ton, Bauschutt, Mergel und torfigen Boden, Niederlegen zur Weide, Anpflanzung mit Holz-, Baum- und Strauchwerk, Belegen mit Rasen, wenn Wässerung gegeben werden kann, am besten urbar gemacht werden. Bei Flugsand wird die Beweglichkeit vermindert durch Bedecken mit Rasen- oder Torfstücken, mit Strauch- oder Reisholz, durch Einflechten von Strohzöpfen, durch Aufpflügen oder durch 11,25 m hohe Coupier-, Deckzäune und Schutzwälle; ist der Sand zum Stehen gebracht, so ist er durch geeigneten Pflanzenwuchs weiter zu befestigen. Billiger ist liegende Bodenbedeckung mit Kieferngesträuch oder besser mit Hackreisig aus 2030 cm langen Kiefernaststücken. Auch Wacholder, Heidestroh, Besenpfriemen, Seetang, Seegras sind mehrfach benutzt worden. Am Seestrand, wo es sich wesentlich um Bildung von Schutzdünen handelt, beschränkt man sich meist auf die Pflanzung von Sandgräsern, wie Sandroggen (Arundo arenaria) und Sandhaargras (Elymus arenarius) und im Binnenland auf die Deckung mit Moos-, Heide- oder Grasplaggen. Das Ziel der Flugsandkultur ist in den meisten Fällen Bewaldung, da der Boden zunächst für den Ackerbau zu arm ist. In Norddeutschland wird fast überall die Kiefer angepflanzt, im Banat mit großem Vorteil auch die kanadische Pappel und die Akazie (Robinia). Die Kultur des binnenländischen Flugsandes unterscheidet sich vom Stranddünenbau (vgl. Dünen) stets dadurch sehr wesentlich, daß sie einen Ertrag zu erzielen sucht, während jener nur auf den Schutz des Hinterlandes bedacht ist und auf Ertrag verzichtet. Strenger Tonboden wird wesentlich verbessert durch Bodenbrennen, er verliert dadurch das Hydratwasser und daher seine große Bindigkeit, wasserfassende und wasserhaltende Kraft sowie Wärmekapazität, während die unlöslichen Mineralbestandteile ausgeschlossen und für die Pflanzenwurzeln leichter zugänglich gemacht werden. Ein Nachteil des Bodenbrennens liegt in der Zerstörung der Humuskörper und Stickstoffverbindungen. Das Brennen erfolgt in dach- oder kegelförmigen Haufen oder in Feldöfen, indem die vom ganzen Feld (Schollenbrennen) oder nur von den Feldrändern (Ränderbrennen) abgeschälten Tonschollen mit Reisig, Nadelholzästen, Moos, Torf durchschichtet und angezündet werden. Das gebrannte Tonpulver wird dann gleichmäßig ausgestreut und untergepflügt. Diese B. wird alle 68 oder bei schwächern Bränden alle 34 Jahre wiederholt. Über die Melioration der Moore s. d., über Urbarmachung des Sumpfbodens s. Meyers Entwässerung. Weitere Standortsverbesserungen sind die An- und Ausschlämmung der Erde (Limonage, Kolmation, s. d.), die Erdmischung und das Ebnen des Bodens. Die Erdmischung bezweckt die Verbesserung der gegebenen Bodenzustände, ist aber besonders dann sehr kostspielig, wenn das entsprechende Material weit hergeholt und durch Zugvieh und Menschenarbeit aufgebracht werden muß, minder kostspielig, wenn es sich im Untergrunde findet oder durch Wasser aufgeschwemmt werden kann. Auf hügeligem Lande, das die Bestellung hindert, trägt man die kleinen Erhöhungen ab und füllt die Vertiefungen unter Beobachtung gleicher Vorsicht wie beim Tiefpflügen in Bezug auf die Krume aus. Dann ist mehrmals tüchtig zu pflügen und zu eggen, ehe Dünger aufgebracht und der Boden bestellt werden kann. Gegenüber den Erfolgen, die mit den vorgenannten Bodenmeliorationen erreicht werden können, gelingt es oft erst nach langjährigem Bemühen, gegen ungünstiges Klima oder gegen ungünstige Lage anzukämpfen. Am wirksamsten in dieser Richtung erweist sich die Anpflanzung von Gehölzen zur Abschwächung der Luftströmungen. Die Gehölzpflanzungen werden entweder als Stutz-, Busch- oder Baumhecken an den Gutsgrenzen oder als Alleen, Schutzbaumwände längs der Feldgrenzen, gewöhnlich zur Begrenzung der Schlagabteilungen angelegt. Vgl. Dünkelberg, Enzyklopädie und Methodologie der Kulturtechnik (Braunschw. 1883, 2 Bde.); Krafft, Ackerbaulehre (7. Aufl., Berl. 1899); Bürstenbinder, Urbarmachung und Verbesserung des Bodens (das. 1886); Vogler, Grundlehren der Kulturtechnik (2. Aufl., das. 1898, 2 Bde.); Fraissinet, Landwirtschaftliches Meliorationswesen und Wasserwirtschaft (Dresd. 1890); Markus, Das landwirtschaftliche Meliorationswesen Italiens (Wien 1881); Kerner, Aufforstung des Flugsandes im ungarischen Tiefland (in der »Österreichischen Monatsschrift für Forstwesen«, 1865); Wessely, Der europäische Flugsand und seine Kultur (Wien 1873).
   [Volkswirtschaftliches.] Die Ausführung von Bodenmeliorationen, die je nur für den einzelnen Grundbesitzer von Vorteil sind, ist diesem zu überlassen; nur ausnahmsweise wäre Gewährung von Vorschüssen,

[Bd. 3, Sp. 127]


bez. Zuschüssen gerechtfertigt, soz. B. wenn nur auf diesem Wege durch das Beispiel einer gelungenen B. zur Nachahmung angereizt werden könnte. Die Erlangung der nötigen Kapitalien kann durch Errichtung von auch aus andern Gründen zweckmäßigen Landeskulturrentenbanken (s. d.) erleichtert werden. Im übrigen ist es Aufgabe der landwirtschaftlichen Vereine, dahin zu wirken, daß Meliorationen dieser Art, wo sie wünschenswert sind, zu stande kommen. Dagegen sind größere Meliorationen, an denen gleichzeitig mehrere Grundbesitzer beteiligt sind, und die in der Regel einen größern Kostenaufwand erfordern, wie Entwässerung einer Gemeindemarkung oder größerer Teile derselben, Kultivierung gemeinsamer Hochmoore etc., nur in der Weise ausführbar, daß die Grundbesitzer eine besondere Genossenschaft (Meliorationsgenossenschaft) bilden, um die B. gemeinsam nach einheitlichem Plane vorzunehmen und die zu ihrer Sicherung nötigen Anstalten dauernd zu erhalten. Solche Genossenschaften kommen aber durch freies Übereinkommen der Beteiligten selten zu stande. Demnach ist, wenn solche Meliorationen als auch im Interesse der Gesamtheit liegend ausgeführt werden sollen, die Ausübung gesetzlichen Zwanges unumgänglich, der dahin geht, daß Grundeigentümer sich an einer B. beteiligen, oder daß sie die für solche auf ihren Grundstücken notwendigen Anlagen dulden. Doch sollte der Zwang zur Bildung von Meliorationsgenossenschaften kein absoluter, sondern Voraussetzung für ihn sein, daß eine Mehrheit der Interessenten sich für die B. erklärt und dabei die Interessen der Minderheit genügend gewahrt werden. Ein solcher Zwang besteht fast in allen Staaten Deutschlands, ebenso in Österreich, wo das Reichsgesetz vom 30. Mai 1869 die Grundlage der 187075 für die einzelnen Kronländer erlassenen Landesgesetze bildet, nicht aber in Frankreich (Gesetz vom 21. Juni 1865), England und Belgien. (Näheres s. unter »Wasserrecht«, vgl. auch Deich.)
   Bodenmeliorationen auf staatlichem Grund und Boden sind ohne weiteres Staatssache. Der Staat muß aber auch Bodenmeliorationen anordnen und selber ausführen, die entweder wegen ihres großen Umfanges die Kräfte der Einzelnen übersteigen, oder die im Interesse nicht bloß der betreffenden Grundbesitzer, sondern auch der gesamten Bevölkerung größerer Bezirke geboten sind, und die daher nicht mehr von dem Willen einer Majorität der Grundbesitzer abhängig gemacht werden dürfen. Die Kosten solcher Bodenmeliorationen wären auf Private, Gemeinden und Staat nach Maßgabe des Vorteils zu verteilen. Hierher gehören große Flußkorrektionen (wie z. B. die Rheinstromkorrektion, für die in Baden von 18171900: 51,4 Mill. Mk., in Frankreich, bez. Elsaß-Lothringen von 17911888: 48,8 Mill. Mk. verausgabt, und durch die, abgesehen von den sonstigen bedeutsamen volkswirtschaftlichen Wirkungen, allein auf badischer Seite 8000 Hektar wertvolles Land und ein Wertzuwachs von 3439 Mill. Mk. infolge Sicherung des Besitzes und der Ernten, Entwässerung, Entsumpfung etc. gewonnen wurde; die Theißregulierung in Ungarn 185660, durch die 715,000 Hektar Land unter Deichschutz gebracht wurden; die Linthkorrektion in der Schweiz 180722, etc.), große Entwässerungsunternehmungen (wie z. B. die Austrocknung des Haarlemer Meeres in Holland 18401853, die Entwässerung Irlands 184655, aus früherer Zeit die Melioration des Rhin- und Havelländischen Luches in Preußen 171825, wodurch 22 QMeilen sumpfige Moorwiesen in kulturfähiges Land umgewandelt wurden; die großen Entwässerungen in Preußen unter Friedrich II. in den Brüchen des Döllefließes, der Silge, des Rhins, der Jäglitz, der Dosse, der Oder, der Netze, der Warthe etc.), größere Deichanlagen, durch welche die gemeinsame Wassersgefahr von ganzen Ortsfluren und größern Distrikten abgewendet wird. Über die Meliorationspolitik vgl. die Lehrbücher von Roscher und Rau, dann Meitzens Artikel »Agrarpolitik« in »Schönbergs Handbuch der politischen Ökonomie«, Bd. 2 (4. Aufl., Tübing. 1896); Derselbe, Der Boden und die landwirtschaftlichen Verhältnisse des preußischen Staates (Berl. 18681873, 4 Bde.; Bd. 5, 1895); Buchenberger, Agrarwesen und Agrarpolitik (Leipz. 189293, 2 Bde.).
 
Artikelverweis 
Bodenmüdigkeit (Pflanzenmüdigkeit, Pflanzenschwindsucht), Versagen eines Bodens für bestimmte Pflanzenarten infolge chemischer oder physikalischer Verhältnisse des Bodens, klimatischer Ungunst oder Auftreten pflanzlicher und tierischer Schädlinge. Wird der Boden zu bald wieder mit derselben Pflanze bestellt, so wird derselbe infolge übermäßiger Verminderung der erforderlichen Nährstoffe oder infolge eines Mißverhältnisses zwischen dem Düngerbedürfnis der Pflanze (s. Meyers Dünger und Düngung) und dem Nährstoffvorrat u. Düngungszustand des Bodens (Düngerbedürfnis des Bodens) für das Wachstum der Kulturpflanze ungeeignet, pflanzenmüde. Bei der Mannigfaltigkeit der Ursachen der B. muß sich die Abhilfe durch Düngung, Bodenbearbeitung, Impfen des Bodens oder sonstige Kulturmaßregeln und organisatorische Vorkehrungen (Ausscheidung der nicht bodenmüden Parzellen für besondere Rotationen, Springschläge etc.) sowie Schutzmaßregeln gegen pflanzliche und tierische Schmarotzer und Parasiten stets nach dem besondern Falle richten. Erbsenmüdigkeit tritt auf Böden mit unter 0,10 Proz. Kalkgehalt auf; dieses Versagen der Erbsen kann am wirksamsten durch Kalkdüngung behoben werden. Ähnliches gilt für die Esparsettemüdigkeit. Die Lupinenmüdigkeit, die am häufigsten auf frisch gemergeltem Boden (Mergelkrankheit) zu beobachten ist, hat ihre Ursache in der Kalkfeindlichkeit dieser Leguminosenart; sie wird am wirksamsten durch Kainitdüngung (45 dz auf 1 Hektar) bekämpft. Auf sehr stickstoffarmem Boden liegt die Ursache der Müdigkeit für Erbsen, Lupinen, Serradella, Rotklee etc. im Fehlen bestimmter Mikroorganismen, mit denen im Zusammenleben (Symbiose) die Wurzeln befähigt werden, durch Knöllchenbildungen den freien Stickstoff der Luft für die Pflanze nutzbar zu machen. Derartig für die Hülsenfruchtkultur ungeeigneter Boden kann durch Bodenimpfung, d. h. Ausstreuen und Eineggen von in Leguminosenkultur befindlichem Boden (1020 kg Impferde auf 1 Hektar), oder durch Verwendung von Reinkulturen von Bakterien (s. Alinit, Nitragin) für Getreidepflanzen geeignet gemacht werden. Luzernemüdigkeit tritt ein, wenn durch Verfaulen der Wurzeln in stauendem Wasser oder Auftreffen auf Sand, Schotter oder festem, undurchlassendem Untergrunde die Luzernestöcke eingehen; solche Lagen sind von der Luzernekultur auszuschließen. Luzernemüdigkeit wird auch hervorgebracht durch Bodenerschöpfung, Stockälchen an den Wurzeln oder Luzerneälchen an den jungen Trieben. Bei Rotkleemüdigkeit gehen die jungen Pflanzen im zweiten Vegetationsjahr ein, nachdem sie im ersten sich kräftig unter der Überfrucht ausgebildet und reichlichen Stoppelkleeschnitt getragen haben. Sie entsteht wohl bei Erschöpfung des Ober- und Untergrundes an

[Bd. 3, Sp. 128]


assimilierbarem Kali auf üppigem Boden bei zu weit getriebener Lockerung des Untergrundes, durch tierische oder pflanzliche Parasiten. Über Rübenmüdigkeit s. Meyers Rübenbau.
 
Artikelverweis 
Bodenmüller, Friedrich, Maler, geb. 11. Aug. 1845 in München, widmete sich auf der dortigen Akademie der Malerei und bildete sich dann durch eignes Studium weiter. Nachdem er mit Genre- und Altarbildern begonnen hatte, wurde er durch den Krieg von 1870/71, den er als Offizier in der bayrischen Armee mitmachte, zur Darstellung des Kriegslebens geführt, worin er es bald zu ausgezeichneten Leistungen brachte. Dahin gehören außer kleinen Genreszenen die Bilder aus den Jahren 187275, insbes.: Straßenkampf in Bazeilles, Biwak bei Ingolsheim vor der Schlacht bei Wörth, die Schlacht bei Sedan (Neue Pinakothek zu München) und die Erstürmung der Höhe von Fröschweiler in der Schlacht bei Wörth. In neuerer Zeit wendete er sich dem Kostümgenre und der Allegorie in phantastischen Gemälden großen Stils (Zyklus von Phantasien zu Beethovens Cismoll-Sonate) zu.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: