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Böckstein bis Bocskay (Bd. 3, Sp. 114 bis 115)
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Artikelverweis Böckstein, Hüttenort, s. Meyers Gastein.
 
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Bockstriller, Spottname für eine falsche Art, den Triller auszuführen. Sie besteht entweder darin, daß die beiden Töne des Trillers nicht in gleicher Geschwindigkeit abwechseln, sondern hinken, oder daß der Hilfston zu hoch genommen wird.
 
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Bockum, Dorf im preuß. Regbez. Düsseldorf, Landkreis Krefeld, hat eine kath. Kirche, eine Metallwarenfabrik, Oleïn- und Eisfabrikation, Seidenfärberei und (1900) 5550 Einw. B. wurde 1902 mit Verberg zur Gemeinde B.-Verberg vereinigt. Dabei das Dorf Oppum, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Neuß-Zevenaar und Oppum-Hochfeld, mit kath. Kirche, einer Eisenbahnhauptwerkstätte und 3098 Einw.
 
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Bockum-Dolffs, Florens Heinrich von, deutscher Politiker, geb. 19. Febr. 1802 in Soest, gest. 8. Febr. 1899 auf seinem Gute Völlinghausen bei Soest, studierte die Rechte und wurde 1837 Landrat in Soest. Als Mitglied des Vereinigten Landtags von 1847 sowie als Mitglied der Ersten Kammer 184951 sowie des Abgeordnetenhauses 185285 und des Reichstages 186784 vertrat er politisch-liberale Anschauungen. Im Oktober 1852 unter Manteuffel zur Disposition gestellt, ward er 1859 unter dem Ministerium der »neuen Ära« wieder Oberregierungsrat in Koblenz. 1861 wurde er im Abgeordnetenhaus zum zweiten Vizepräsidenten gewählt und gehörte zu den Stiftern einer neuen Partei, die sich anfangs nach seinem Namen Fraktion B., später »linkes Zentrum« nannte und eine Mittelstellung zwischen der Fortschrittspartei und den gemäßigten Liberalen einnahm. »Im Interesse des Dienstes« ward er 1862 nach Gumbinnen versetzt. In der Sitzung vom 11. Mai 1863 geriet B. als Präsident des Hauses mit dem Kriegsminister v. Roon, der sich eine Unterbrechung seitens des Präsidenten nicht gefallen lassen wollte, in heftigen Konflikt und schloß die denkwürdige Sitzung durch Bedecken des Hauptes. 1865 nahm er als Beamter seine Entlassung.
 
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Bock und Polach, Max von, preuß. General, geb. 5. Sept. 1842 in Trier, wurde 1860 Leutnant, machte als Regimentsadjutant den Mainfeldzug mit, besuchte 186669 die Kriegsakademie, war im französischen Kriege 1870/71 Adjutant der 13. Infanteriedivision, ward 1870 zum Hauptmann befördert und kam 1871 in den Großen Generalstab. 187173 wirkte er als Lehrer an der Kriegsschule in Hannover, wurde 1873 zum Generalstab des 8. Armeekorps, 1875 zu dem der 31. Division versetzt und 1876 zum Major befördert. 1882 wurde er wieder zum Großen Generalstab kommandiert, 1884 als Oberstleutnant Chef des Generalstabs des 15. Armeekorps, 1887 Oberst, 1890 Generalmajor, 1891 Oberquartiermeister im Großen Generalstab, 1893 Kommandeur der 20. Division in Hannover, Dezember 1897 unter Ernennung zum General der Infanterie Kommandeur des Gardekorps und 1902 des 14. Armeekorps in Karlsruhe.
 
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Bockwa, Dorf in der sächs. Kreish. und Amtsh. Zwickau, an der Zwickauer Mulde und der Bockwaer Kohleneisenbahn, hat eine evang. Kirche, Steinkohlenbergbau,

[Bd. 3, Sp. 115]


Vigognespinnerei, Stickerei, Schuhwarenfabrikation und (1900) 3467 Einw.
 
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Bockwinde, s. Meyers Winde.
 
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Bockwitz, Dorf im preuß. Regbez. Merseburg, Kreis Liebenwerda, hat eine evang. Kirche und (1900) 2204 Einw.
 
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Bocoa provacensis Aubl., Leguminose in Guayana, liefert sehr dichtes, schweres, hellgelbes Holz mit schwarzbraunem Kern, das schöne Politur annimmt und als Bokoholz (Coco) in der französischen Kunsttischlerei benutzt wird.
 
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Bocquillon-Wilhem, Komponist, s. Meyers Wilhem.
 
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Bocskay (spr. bóttschkai), István (Stephan), geb. 1557, gest. 29. Dez. 1606, Haupt der siebenbürgischen Insurrektion von 16041606, erwählter Fürst von Siebenbürgen und von Ungarn. Als 1604 Kaiser Rudolf II. den Protestantismus in Ungarn zu unterdrücken begann und die Verfassung verletzte, brach ein Aufstand aus, den der gleichfalls verfolgte B., ein calvinischer Verwandter des Fürstenhauses Báthory und ehemaliger Rat des Kaisers, im Einverständnis mit den ungarischen Protestanten und der Pforte zur Schilderhebung Siebenbürgens und Oberungarns benutzte. Auf dem Tage zu Mediasch (22. Febr. 1605) ward er von den Adligen und Széklern zum Fürsten Siebenbürgens, auf dem zu Szerenes (20. April) von den oberungarischen Ständen zum Fürsten Ungarns ausgerufen; 4. Juli erkannten ihn auch die Sachsen Siebenbürgens an. Zur selben Zeit verlieh ihm der Sultan Ungarn und Siebenbürgen als türkisches Lehen und schickte ihm eine Krone, die B. indes nicht annahm. Im Sommer 1606 schloß B. mit dem Kaiser den Wiener Frieden, wodurch den protestantischen Ständen Ungarns die Religionsfreiheit zugesichert wurde. B. blieb Fürst von Siebenbürgen und einem Teil von Ungarn, vermittelte uneigennützig den Frieden von Zsitvatorok zwischen Rudolf und dem Sultan und ermöglichte die Ansiedelung der unruhigen Heiducken. Er starb angeblich an Gift, das ihm sein Kanzler Kátay gereicht haben soll. 1902 ward seine auf Anordnung Franz Josephs I. errichtete Statue in Budapest enthüllt. Vgl. Szilágyi, Monumenta comitialia regni Transsylvaniae, Bd. 5 (Budap. 1879) und mehrere Akademieabhandlungen von Árp. Károlyi.

 

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