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Bockhuf bis Bockmühle (Bd. 3, Sp. 112 bis 114)
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Artikelverweis Bockhuf, fehlerhafte Hufform, s. Meyers Huf.
 
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Böcking, Eduard, Rechtsgelehrter, geb. 20. Mai 1802 in Trarbach an der Mosel, gest. 3. Mai 1870 in Bonn, habilitierte sich 1826 in Berlin, ward daselbst 1829 zum außerordentlichen Professor ernannt, in demselben Jahre nach Bonn versetzt, wo er seit 1835 als ordentlicher Professor der Rechte wirkte. B. hat sich besonders durch treffliche Ausgaben juristischer Klassiker (Ulpian-Fragmente, 4. Aufl., Leipz. 1855; Gaius, 5. Ausg., das. 1866), des »Brachylogus« (Berl. 1829) und durch die große kritische Ausgabe der »Notitia dignitatum« (Bonn 183950, 5 Hefte; Index 1853) Verdienste erworben. Auch gab B. eine Rezension und Übersetzung der »Mosella« des Ausonius (Berl. 1828), die später umgearbeitet nebst den Moselgedichten des Venantius Fortunatus (Bonn 1845) erschien. Seine »Institutionen« (das. 1843, Bd. 1; 2. Aufl. als »Pandekten des römischen Privatrechts«, das. 1853, Bd. 1, und Leipz. 1855, Bd. 2, Lfg. 1) sind unvollendet geblieben. Außerdem besorgte er (184648) eine Ausgabe von A. W. v. Schlegels sämtlichen deutschen, französischen und lateinischen Werken; sein letztes größeres Werk war die Ausgabe der gesammelten Werke Ulrichs v. Hutten (Leipz. 1859 bis 1862, 5 Bde.), nebst 2 Supplementbänden, die »Epistolae obscurorum virorum« enthaltend (das. 186470); voraus ging ein »Index bibliographicus Huttenianus« (das. 1858).
 
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Böckingen, Dorf im württemberg. Neckarkreis, Oberamt Heilbronn, am Neckar, hat eine evangelische und eine kath. Kirche, Bierbrauerei, Eisfabrik, Dampfziegelei, Wein- und Obstbau und (1900) 6617 Einw.
 
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Bockkäfer (Holzböcke, Longicornia Latr., Cerambycidae Leach), Käferfamilie, Insekten mit langem Körper, oft sehr langen, borstenförmigen Fühlern und Endsporen an den Schienen aller Beine. Die Familie umfaßt über 7500 Arten, meist große, farbenprächtige Käfer, die am reichlichsten in den Tropen vertreten und häufig mit Haarbüscheln, Zahnfortsätzen etc. geschmückt sind. Bei der Berührung erzeugen die meisten Arten durch Reiben des Kopfes und Prothorax ein deutlich vernehmbares Geräusch (Geigen). Die lebhaft gefärbten B. findet man an warmen Tagen auf Blumen, an fastspendenden Stellen von Baumstämmen und an in Wäldern aufgespeichertem Klafterholz. Manche düster gefärbte Arten verlassen erst bei der Dämmerung ihre Schlupfwinkel. Die Larven sind langgestreckt, niedergedrückt, mit undeutlichen oder fehlenden Augen und sehr kleinen, dreigliederigen Fühlern, ohne oder mit sehr kleinen Beinen; sie leben in angegangenem Holz, die kleinern auch in

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Stengeln und Wurzelstöcken krautartiger Gewächse. Zu den plumpern, mehr kurzbeinigen Prioniden (Prionidae Leach) gehört der auf Eichen und Buchen lebende, 34 cm lange, oberseits pechbraune, dicht gerunzelte, unterseits gelb, filzig behaarte Gerber (Prionus coriarius L.); seine Larve lebt mehrere Jahre in mulmigem Holz. Höchst seltsam ist Hypocephalus armatus Desm. in Brasilien (s. Tafel Meyers »Käfer I«, Fig. 21), einer Maulwurfsgrille ähnlich, mit sehr großem Prothorax, abgestutztem Hinterleib und kolossal entwickelten Hinterbeinen. Ferner gehört hierher Macrodontia cervicornis L. (Fig. 22) in Brasilien, bis 14 cm lang; zu den Cerambyciden (Cerambycidae Leach) der glänzend schwarze Spießbock (Eichenbock, Cerambyx Heros L.), fast 5 cm lang, mit mehr als körperlangen Fühlern, höckerig gerunzeltem Thorax, glänzend schwarz, unterseits fein seidenhaarig, auf den Flügeldecken pechbraun. Er ist überall in Europa häufig, seine Larve lebt 34 Jahre im Holz alter Eichen und frißt sehr weite Gänge; der Käfer erscheint nur nach Sonnenuntergang und schwärmt sehr kurze Zeit. Der Weidenbock (Moschusbock, Aromia moschata L., s. Tafel Meyers »Käfer II«, Fig. 30), 2,63 cm lang, mit sehr höckerigem Halsschild, metallisch grün, verbreitet einen intensiven, moschusartig aromatischen Geruch; seine Larve lebt in Weiden. Hierher gehört auch der Alpenbock (Rosalia alpina L., s. Tafel Meyers »Käfer II«, Fig. 28), Purpuricenus Koehleri Fabr. (Fig. 32), der Widderbock (Clytus arietis L., Fig. 34), und von außereuropäischen Sternotomis lactator in Ostafrika (Fig. 23), Clymatostoma lactoguttata auf Madagaskar (Fig. 24). Zur Gruppe der Molorchini mit stark geneigter Stirn, meist abgekürzten oder klaffenden Flügeldecken gehört der Wespenbock (Molorchus major L., s. Tafel Meyers »Käfer I«, Fig. 33). Zu den Lamiarien (Lamiariae Leach), deren Stirn senkrecht abfällt, und deren Taster in ein zugespitztes Endglied auslaufen, gehört der rötlich aschgraue, 1,7 cm lange Zimmerbock (Astynomus aedilis L.), mit 8 cm langen, dunkel geringelten Fühlern und querem Halsschild mit Seitendornen und vier gelben Punkten, der sich im Frühjahr an frisch gefällten Kiefernstämmen zeigt und häufig in die Häuser verschleppt wird. Seine Larve lebt hinter der Rinde abgestandener Kiefern. Der Pappelbock (Saperda carcharias L.), 3 cm lang, mit walzigem, querem Halsschild ohne Buckel und Dornen, graugelb, filzig behaart, legt seine Eier in Rindenrisse von Pappeln und Weiden; seine Larve durchwühlt das Holz bis auf den Kern und wird oft sehr schädlich. Der bedeutend kleinere, grünlichgrau, filzig behaarte, auf dem Halsschild gelbgestreifte, auf den Flügeln gelbgefleckte Espenbock (S. populnea L.) lebt als Larve in der Zitterpappel. Hierher gehört auch Astathes splendida F. (s. Tafel Meyers »Käfer I«, Fig. 25) auf Sumatra. Zu den Lepturiden (Lepturidae) mit halsartig eingeschnürtem, meist schnauzenartig verlängertem Kopf gehören der Schmalbock (Strangalia armata Herb., s. Tafel Meyers »Käfer I«, Fig. 29), Pachyta quadrimaculata L. (Fig. 31), Rhagium inquisitor Fabr. (Fig. 41 u. 42).
 
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Bocklager, s. Meyers Lager.
 
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Bocklet, Dorf und Badeort im bayr. Regbez. Unterfranken, Bezirksamt Kissingen, an der Fränkischen Saale, 210 m ü. M., hat eine kath. Kirche und (1900) 344 Einw. Die dortige Stahlquelle (10°) wird zum Trinken und Baden, besonders bei Blutarmut, Verdauungsschwäche und Leberanschwellung benutzt sowie als Nachkur von Kissingen. B. hat auch eine Schwefelquelle von 15°, die sich besonders bei hartnäckigen Katarrhen auf rheumatischer und gichtischer Basis als wirksam erweist. Mit der Trinkkur werden oft Schlamm- und Stahlbäder angewendet. Jährlich nur 300 Kurgäste. In der Nähe Dorf Aschach mit Schloß des Grafen Luxburg. Vgl. Scherpf, Stahlbad B. und seine Heilmittel (Würzb. 1880); Werner, Bad B. (Kissing. 1883).
 
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Böcklin, Arnold, Maler, geb. 16. Okt. 1827 in Basel, gest. 16. Jan. 1901 in Fiesole bei Florenz, begann, nachdem sich sein künstlerischer Trieb schonfrühzeitig geregt, 1845 seine Studien auf der Düsseldorfer Akademie, wo er sich unter J. W. Schirmer zum Landschaftsmaler ausbildete, studierte dann weiter in Antwerpen und Brüssel nach den alten Meistern und ging 1848 nach Paris und 1850 nach Rom, in dessen Umgebung er landschaftliche Studien machte, die seine künstlerische Richtung fortan bestimmten. Da er in Rom mit seinen Erstlingswerken keine Anerkennung fand, ging er 1856 nach München, wo er mit dem Bilde: Pan im Schilfe (in der Neuen Pinakothek zu München) Aussehen erregte und durch Paul Heyse dem Baron v. Schack empfohlen wurde, der durch zahlreiche Bestellungen B. aus seiner Notlage befreite. 1858 erhielt er den Auftrag, für ein Privathaus in Hannover eine große Saaldekoration zu malen (die Beziehungen des Menschen zum Feuer, jetzt in Berlin). 1860 wurde er als Lehrer an die Kunstschule in Weimar berufen, wo er unter andern den Panischen Schreck für die Schacksche Galerie, die Jagd der Diana für das Museum in Basel und das Schloß am Meer schuf, legte aber schon nach 3 Jahren seine Professur nieder, um einen längern Aufenthalt in Italien zu nehmen. Von 186671 hielt er sich in Basel auf, wo er das Treppenhaus des Museums mit mythologischen und ein Privathaus mit biblischen Fresken schmückte und für Schack den von Furien verfolgten Mörder, die Höhle des Drachen und den Ritt des Todes durch eine Herbstlandschaft malte. 1871 ging er wieder nach München und schuf hier in der großen Seeschlange das erste jener zahlreichen Meeresidylle, in denen er bald mit leidenschaftlicher Empfindung, bald mit groteskem Humor das Leben der mythischen Meeresbewohner, Tritonen, Nixen und Seekentauren schilderte. Seine Hauptwerke dieser Gattung sind: Im Spiel der Wellen (in der Neuen Pinakothek zu München), die Meeresstille, das Spiel der Najaden, die Tritonenfamilie und Triton und Nereide (in der Schackschen Galerie). 1874 ließ er sich in Florenz nieder, wohnte dann von 188592 in Zürich und danach in Fiesole bei Florenz. B. war in erster Linie Landschaftsmaler und verfügte als solcher über eine große dichterische Kraft, die von einem zauberischen Kolorit getragen wird. In der Behandlung der Figuren war er dagegen nachlässig, und darum haben einige seiner religiösen Gemälde, wie die Pietà (1873, im Museum zu Basel) und die Kreuzabnahme auf Golgatha (1876), verletzend gewirkt. Doch wußte er sich auch auf diesem Gebiet in einer Beweinung des Leichnams Christi durch die Madonna und Engel (1888, in der Nationalgalerie zu Berlin) zu edler Schönheit zu erheben. Oft hat auch die Staffage seine schönsten poetischen Erfindungen beeinträchtigt (z. B. die Insel der Seligen in der Berliner Nationalgalerie und die Frühlingslandschaft mit den drei Grazien), und deshalb sind seine vollkommensten und stimmungsreinsten Schöpfungen die, in denen, wie in der von Seeräubern überfallenen Burg (mehrere Male gemalt), in dem gefesselten Prometheus (1882), der

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Toteninsel (1883, im Museum zu Leipzig und in mehreren Wiederholungen vorhanden), dem Tanz um die Bacchusstatue, der altrömischen Weinschenke, der landschaftliche Teil überwiegt, oder seine reinen Landschaften, wie z. B. die Frühlingslandschaft (1888), die römische Landschaft, die Ruine am Meer, der Weg zum Bacchustempel und das Heiligtum des Herakles. Von den übrigen Bildern Böcklins, dessen Produktion in dem letzten Jahrzehnt seines Lebens, um den Wünschen der Kunstsammler zu genügen, sehr stark war, sind noch hervorzuheben: Der Kentaurenkampf (im Museum zu Basel), die Meeresbrandung und der geigende Einsiedler (in der Berliner Nationalgalerie), der heilige Hain, Petrarca an der Quelle von Vaucluse und die Pest (beide im Museum zu Basel), Gott Vater zeigt Adam das Paradies, das Schweigen im Walde, Susanna im Bad und der Krieg (die apokalyptischen Reiter). Böcklins Bedeutung liegt in der Kraft seiner schöpferischen Phantasie, die die antike Welt, unterstützt durch einen romantischen Farbenzauber, lebendig zu machen wußte. B. besaß die großen Medaillen der Kunstausstellungen von Berlin und München und war Ehrendoktor der Universität Zürich. Eine Auswahl seiner Werke enthält das von der Photographischen Union herausgegebene B.-Werk (Münch. 18921901, 4 Bde., mit Biographie von H. A. Schmid). Vgl. F. H. Meißner, Das Künstlerbuch, Bd. 1: Arnold B. (2. Aufl., Berl. 1898); H. A. Schmid, Arnold B. (das. 1899); R. Schick, Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold B. (2. Aufl., das. 1902); H. Mendelsohn, B. (das. 1901); Floerke, Zehn Jahre mit B. (2. Aufl., Münch. 1902).
 
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Böckling, s. Meyers Bückling.
 
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Böckmann, Wilhelm, Architekt, s. Meyers Ende.
 
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Bockmaschine, kleinere Dampfmaschine mit stehendem Zylinder und über letzterm in Bocklagern ruhender Schwungradwelle; auch eine schräg liegende Raddampfermaschine mit festen Zylindern.
 
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Bockmühle, s. Meyers Windrad.

 

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