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Bobrikow bis Bocca (Bd. 3, Sp. 103 bis 104)
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Artikelverweis Bobrikow, Nikolai Iwanowitsch, russ. General, geb. 1839, Stabschef der Truppen der Garde und des Petersburger Militärbezirks, General der Infanterie (seit 1897), Generaladjutant, Mitglied des Kriegsrats. Zum Generalgouverneur von Finnland und Kommandant der Truppen des finnländischen Militärbezirks ernannt (29. Aug. 1898), erstrebte er die völlige Einfügung Finnlands in das Gesamtreich (s. Meyers Finnland).
 
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Bóbrinez, Stadt im russ. Gouv. Cherson, am gleichnamigen Fluß, hat eine Kirche, eine Synagoge, Getreide- und Viehhandel und (1897) 14,352 Einw.
 
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Bóbrka, Stadt in Galizien, an der Staatsbahnlinie Lemberg-Czernowitz, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, mit (1900) 5315 Einw. (zur Hälfte Juden).
 
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Bobrów, Kreisstadt im russ. Gouv. Woronesh, am Bitjug und der Eisenbahn Charkow-Balaschow, gegründet im 17. Jahrh. in einer einst biberreichen Gegend, von der die Stadt auch den Namen hat, am Nordsaum der Woroneshschen Steppe, hat 3 Kirchen, ein Progymnasium, 5 Talgsiedereien u. (1897) 3891 Einw.
 
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Bobrúisk, Kreisstadt und Festung im russ. Gouv. Minsk, an der Beresina und der Eisenbahn Libau-Romny, hat 3 griechisch-orthodoxe, eine römisch-kath. Kirche, 17 jüdische Bethäuser, ein Gymnasium und (1897) 35,177 Einw., die Getreide- und Holzhandel treiben. Die Festung liegt ca. 1 km von der Stadt auf einer Anhöhe am Zusammenfluß der Bobruika und

[Bd. 3, Sp. 104]


Beresina; sie wurde unter Alexander I. angelegt und unter Nikolaus I. bedeutend verstärkt. B. wurde 1812 von Napolen I. vergeblich belagert. Am 1. Mai 1902 brannte die halbe Stadt nieder.
 
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Bobrzynski, Michael, poln. Geschichtschreiber, geb. 1849 in Krakau, ward Professor der Rechte an der Jagellonischen Universität daselbst. Sein Hauptwerk, die »Geschichte Polens« (»Dzieje Polski«, Bd. 1 in 4., Bd. 2 in 2. Aufl., Warsch. 1891), erregte durch Kühnheit des Urteils über Polens Vergangenheit und rücksichtslose Bekämpfung herkömmlicher Anschauungen seiner Landsleute Aussehen. Seit 1885 Führer der konservativen Partei im Wiener Reichsrat und im galizischen Landtag, wurde er 1890 zum Vizepräsidenten des galizischen Landesschulrates in Lemberg ernannt.
 
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Boby, s. Meyers Getreidereinigungsmaschine.
 
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Bocage (franz., spr. -kāsch'), Gebüsch, Lustwäldchen; Name mehrerer französischer Landschaften: B. breton (jetzt zum Depart. Ille-et-Vilaine gehörig); B. champenois (Depart. Marne); B. normand (Depart. Calvados); B. vendéen (Depart. Vendée).
 
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Bocage, Manoel Maria Barbosa du, portug. Dichter, geb. 15. Sept. 1765 in Setubal, gest. 21. Dez. 1805, trat in den Marinedienst, wurde 1785 von dem Minister der Marine, den er durch eine spitzige Antwort beleidigt hatte, nach Goa verwiesen, kam 1788 nach Macao und kehrte erst 1790, aus dem Militärdienst entlassen, nach Portugal zurück. Von nun an widmete er sich ganz dem Dienste der Musen, wurde eins der angesehensten Mitglieder des Dichterbundes Segunda Arcadia und erlangte namentlich in der Improvisation eine bewundernswürdige Fertigkeit. Von den Prinzipien der französischen Revolution begeistert, bereitete sich B. durch seine freien, rücksichtslos geäußerten Ansichten viele Feinde. Infolge einer philosophischen Epistel à la Voltaire, »Verdades duras«, in der er die Unsterblichkeit der Seele leugnete, wurde er 1797 auf Befehl der Inquisition verhaftet, erhielt im nächsten Jahre durch den Einfluß des Herzogs von Lafões und des Marquis von Pombal seine Freiheit wieder, mußte sich aber verpflichten, gute Werke fremder Literaturen zu übersetzen (Delille, Florian etc.) und die politische Schriftstellerei aufzugeben. 1802 wurde er als Freimaurer in Untersuchung gezogen. B. ist einer der populärsten neuern Dichter Portugals, dessen Sonette zu den schönsten gehören, die in portugiesischer Sprache gedichtet wurden. Daß viele der »Poesias eroticas« äußerst frivol sind, läßt sich jedoch nicht leugnen. Ausgaben seiner Werke erschienen oft, zuerst 1791 (»Rimas«), neuerdings als »Obras poeticas« von I. da Silva besorgt (Lissab. 185357, 6 Bde.) und von Th. Braga (Porto 1876, 7 Bde.). Vgl. Braga, B. Sua vida e epoca litteraria (Porto 1902). Bocages Schüler und Nachfolger, nach seinem arkadischen Namen Elmanistas genannt, bilden den Übergang zur nationalen Dichterschule Almeida-Garretts.
 
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Bocas de Dragos, s. Paria.
 
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Bocca (ital., Mehrzahl Bocche), Mund, Mündung; Flußmündung; auch Meerbusen (z. B. Bocche di Cattaro); Engpaß; Ausbruchspunkt von vulkanischen Dämpfen und Lavamassen, s. Vulkane; a b. chiusa (»mit geschlossenem Mund«), in der Musik soviel wie Brummstimme.

 

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