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Board bis Bober (Bd. 3, Sp. 101 bis 103)
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Artikelverweis Board (engl., spr. bōrd), eigentlich Tisch, Tafel, daher Boarding-house, eine Pension, wo man wohnt und ißt; dann auch Bezeichnung eines Kollegiums, einer Behörde, daher z. B. B. of control, von 17841858 die oberste Instanz in politischen, militärischen und finanziellen Angelegenheiten der britisch-ostindischen Besitzungen. Ferner B. of visitors, bei den nordamerikanischen Universitäten der Senat; B. of Trade, Handelsamt, Handelsministerium; Poor Law B., Amt für Armenwesen; B. of Green Cloth, Behörde zur Verwaltung des königlichen Haushalts in England; Local Government B., oberste Behörde für die innere Verwaltung; B. of conciliation and arbitration, Einigungsamt; B. of labour, Arbeitsamt. Auch ist B. soviel wie Ausschuß, Komitee.
 
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Boas (hebr., »in ihm ist Kraft«), 1) Name einer der beiden hohl aus Erz gegossenen Prachtsäulen, die an der Vorhalle des Salomonischen Tempels standen (1. Kön. 7,21); s. Meyers Jachin. 2) Begüterter Einwohner Bethlehems, als Urgroßvater Davids im Buche Ruth (s. d.) gefeiert.
 
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Boas, 1) Eduard, Schriftsteller, geb. 18. Jan. 1815 in Landsberg a. W., gest. daselbst 12. Juni 1853, war erst Kaufmann, wandte sich später der literarischen Tätigkeit zu, bereiste den Süden und Norden Europas und lebte dann teils in Dresden und Berlin, teils in Weimar. Außerbelletristischen Werken (»Schriften«, Leipz. 184648, 5 Bde.) verfaßte er seinerzeit geschätzte literarhistorische Arbeiten, von denen die »Nachträge zu Schillers sämtlichen Werken« (Stuttg. 183840, 3 Bde.; neue Ausg. 1853), »Schiller und Goethe im Xenienkampf« (das. 1851, 2 Tle.) und besonders die von W. v. Maltzahn aus seinem Nachlaß herausgegebenen Werke: »Schillers Jugendjahre« (Hannov. 1856, 2 Bde.) und »Schillers und Goethes Xenienmanuskript« (Berl. 1856) zu nennen sind.
   2) Franz, Ethnolog und Anthropolog, geb. 1858 zu Minden in Westfalen, studierte Naturwissenschaft in Heidelberg, Bonn und Kiel, beschäftigte sich zunächst mit physikalischen Arbeiten, übernahm aber 1883 die Verwaltung der deutschen meteorologischen Station in Baffinland, bestimmte hier die ehemalige Verbreitung der Eskimos und lieferte auch geographische Beiträge zur Kenntnis der Hudsonbai und des Baffinlandes. 1885 habilitierte sich B. in Berlin als Privatdozent, ging aber schon 1886 nach Nordwestamerika, besuchte die Indianer Britisch-Kolumbiens und machte dann bis 1827 wiederholte Reisen nach der amerikanischen Nordwestküste, auf denen er eine reiche Ausbeute auf anthropologischem, ethnographischem und sprachlichem Gebiet gewann. 1889 wurde er Professor der Anthropologie an der neugegründeten Clark-Universität in Worcester (Massachusetts), und 1893 fungierte er mit großem Erfolg als Direktorialassistent für die anthropologische Klasse der Weltausstellung in Chicago und organisierte dann die anthropologische Abteilung des Field Columbian-Museums in Chicago. Nach einer abermaligen Reise an die nordpacifische Küste bis Alaska wurde er 1895 an das Naturhistorische Museum in New York berufen, 1896 ernannte man ihn zum Dozenten für Anthropologie an der Columbia-Universität in New York, und 1900 erhielt er dort eine ordentliche Professur. Er schrieb: »Indianische Sagen von der nordpacifischen Küste Amerikas« (Berl. 1895).
 
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Bob (oder Bobby), Spitzname der Konstabler in London, den sie dem Reorganisator der englischen Polizei, Sir Robert Peel, verdanken. Der Londoner Mob nannte nämlich. nach diesem die Konstabler zuerst Peelers, später Bobbies (B. ist Abkürzung für Robert).
 
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Bobak, s. Meyers Murmeltier.
 
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Bobbinet (engl. bobbin-net, von bobbin [franz. bobine], Spule, Spitzenklöppel, und net, Netz; Tüll), dem geklöppelten Spitzengrund ähnliches, leichtes, großmaschiges, baumwollenes Gewebe mit Maschen von gewöhnlich sechseckiger Form (s. Abbildung). Zur Erzeugung des Gewebes werden drei Reihen von Fäden gebraucht, deren eine in senkrechter Richtung von unten nach oben läuft (Kettenfäden), während die zweite und dritte (Musterfäden, Einschlag) in schräger Richtung, die eine nach rechts, die andre nach links aufwärts gehen, sich um die vertikalen Fäden schlingen und zwischen je zwei derselben allemal ein schräges Kreuz bilden. Für das Einarbeiten der Musterfäden dienen so viel Spulen, als Kettenfäden vorhanden sind. Diese metallenen Spulen tragen den aufgewickelten Faden und drehen sich im Ausschnitt einer Platte. Die Platten gleiten dicht um die Kettenfäden in Führungen so herum, daß jede Spule ihren Faden um einen Kettenfaden herumlegt, dann zum folgenden übergeht etc. Da aber die Kette gleichzeitig fortschreitet, so geht jede Spule im Zickzack durch das Zeug, und aus der Gesamtwirkung aller Fäden mit der Kette entstehen die sechseckigen Maschen. Man unterscheidet glatten oder rohen und gemusterten B., welch letzterer durch abgeänderte Fadenverbindungen entsteht. Gesteifter B. zu Damenhutfutter heißt Appret; in Streifen gewebt, die sich auseinander nehmen lassen, heißt er Entoilage. Die Bobbinetmaschine wurde 1808 von dem Engländer Heathcoat in Nottingham erfunden, schuf einen neuen Industriezweig, der namentlich in England blüht (englischer Tüll). Seit 1824 erfuhr die Maschine tiefgreifende Verbesserungen, und 1835 verband man sie mit der Jacquardmaschine, um gemusterte Tülle zu erzeugen. Vgl. Ferguson, Histoire du tulle et des dentelles mécaniques en Angleterre et en France (Par. 1862); Felkin, A history of the machine wrought hosiery and lace manufactures (Cambridge 1867); Kraft, Studien über mechanische B.- und Spitzenherstellung (Berl. 1892).

[Bd. 3, Sp. 103]



 
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Bobbio, Kreishauptstadt in der ital. Provinz Pavia, an der Mündung des Flüßchens B. in die Trebbia, am Fuße des Monte Penice, Bischofssitz, mit einer alten Kathedrale, Gymnasium, Schwefelquelle und (1901) ca. 1800 (als Gemeinde 4848) Einw. In der Nähe war früher eine 612 durch Columban gestiftete Abtei, berühmt durch eine reiche Manuskriptsammlung, die nun der Ambrosianischen Bibliothek in Mailand und der vatikanischen Bibliothek in Rom einverleibt ist. Der Katalog derselben zählt 700 Manuskripte aus dem 10. Jahrh. auf; aus ihr stammen auch die eine gotische Übersetzung der Paulinischen Briefe enthaltenden Palimpseste, die Angelo Mai, Niebuhr u. a. bekannt machten.
 
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Bobby, s. Meyers Bob.
 
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Bobenhausen, Stadt, soviel wie Babenhausen.
 
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Bober, im Wasserbau ein Schwimmer, d. h. ein Körper, der oben (plattdeutsch »boben«) bleibt und dazu dient, die Ketten der Gierponten oder Bagger etc. aufzuhängen, bez. die Lage etwa versenkter Anker und vorhandener Untiefen oder Wracke anzuzeigen.
 
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Bober, linker Nebenfluß der Oder, entspringt am Tüppelstein auf dem Riesengebirge südwestlich von Landeshut, fließt durch das Landeshuter und Hirschberger Tal und mündet bei Krossen. Seine Länge beträgt 255 km. Bei der Schneeschmelze und nach heftigen Regengüssen ist er oft verheerend. Zuflüsse sind links die Lomnitz und der Zacken vom Riesengebirge, der Queis vom Isergebirge und die Tschirna, rechts die Sprotte. Danach ist das Bobergebirge, der westliche Teil des Katzbachgebirges (s. d.), im N. von Hirschberg benannt.

 

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