Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Blutstillende Mittel bis Blut und Eisen (Bd. 3, Sp. 99 bis 100)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Blutstillende Mittel, s. Meyers Blutung.
 
Artikelverweis 
Blutstockung (Stasis), völliger Stillstand des Blutes in den Gefäßen, wobei die Blutkörperchen dicht zusammengepreßt werden und eine homogene rote Masse bilden können. Besteht die B. längere Zeit, so erwachsen daraus ernste Schädigungen des Gewebes, deren Umfang von der Ausdehnung der B. abhängt. B. wird bedingt durch Behinderung des Kreislaufes durch Entzündung und durch äußere Einwirkungen, durch die dem Blute Wasser entzogen und die Beschaffenheit der Blutbestandteile verändert wird. Dahin gehören Ätzungen, Einwirkung vieler Chemikalien, Hitze, Kälte, Verdunstung bei innern Organen, wenn sie der äußern Luft ausgesetzt werden.
 
Artikelverweis 
Blutströpfchen (Blutnelke), s. Meyers Dianthus.
 
Artikelverweis 
Blutsturz, s. Meyers Blutung.
 
Artikelverweis 
Blutsucht, s. Meyers Bluterkrankheit.
 
Artikelverweis 
Blutsverwandtschaft, die Verwandtschaft, die auf der Abstammung von gemeinsamen Eltern oder Großeltern (in weiterm Sinne von denselben Urgroßeltern) beruht (s. Meyers Verwandtschaft). Man schreibt der B. ziemlich allgemein erhebliche hygienische Bedeutung für die Ehe zu, indem man annimmt, daß bei der Nachkommenschaft von Blutsverwandten Mißbildungen, Unfruchtbarkeit, Gehirnkrankheiten, Taubstummheit, eine Augenkrankheit, Abortus, Lebensschwäche der Neugebornen etc. häufig auftreten. Tatsächlich waren im Altertum und noch jetzt bei vielen Naturvölkern Ehen zwischen den nächsten Blutsverwandten gebräuchlich, aber Religionsvorschriften und Gesetze verboten solche Ehen. Es muß dahingestellt bleiben, ob diese Verbote auf religiöse Vorstellungen, soziale Erwägungen oder auf die Beobachtung zurückzuführen sind, daß durch viele Generationen fortgesetzte Paarung blutsverwandter Haustiere eine Einbuße an Größe, Kraft und Fruchtbarkeit nach sich zieht. Für die Nachteiligkeit der B. bei der Ehe sind mancherlei Beispiele angeführt worden, auch hat man sich auf statistische Erhebungen berufen; indes sind diese Behauptungen keineswegs glaubhaft erhärtet. Es ist nicht erwiesen, daß B. gesunder Eltern Fehler oder Krankheiten der Nachkommen bedingt, aber nach den Gesetzen der Erblichkeit ist zweifellos, daß üble körperliche oder geistige Anlagen, die beiden Eltern gemeinsam sind, höchst verderblichen Einfluß auf die Nachkommenschaft ausüben können, und die Gemeinsamkeit erblicher Anlagen dürfte bei naher B. der Eltern nicht selten sein. Über die Häufigkeit von Ehen unter Blutsverwandten liegen statistische Erhebungen aus einigen Ländern vor. Auf 1000 Ehen überhaupt kommen solche unter Blutsverwandten: in Italien (186883) 7,25 (6,62)
   in Preußen (187583) 7,82 (7,06)
   in Bayern (187783) 9,27 (8,07)
   in Elsaß-Lothringen (187275) 10,74 (10,21)
   in Frankreich (186682) 11,16 (10,38) Die in Klammern stehende Zahl bezieht sich auf Ehen unter Geschwisterkindern, die übrigen waren zwischen Onkel und Nichte oder Neffe und Tante geschlossen. Vgl. auch Blut, S. 81.
 
Artikelverweis 
Bluttau, s. Meyers Wunderregen.
 
Artikelverweis 
Bluttaufe, s. Meyers Märtyrer.

[Bd. 3, Sp. 100]



 
Artikelverweis 
Blutüberfüllung, s. Hyperämie.
 
Artikelverweis 
Blutumlauf, s. Meyers Blutbewegung.
 
Artikelverweis 
Blut und Eisen, ein bei Dichtern (Arndt, Schenkendorf) etc. sich findender Ausdruck, der seit Bismarcks Rede in der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses 30. Sept. 1862 (»Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden das ist der Fehler von 1848 und 1849 gewesen , sondern durch Eisen und Blut«) zum geflügelten Wort wurde.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: