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Bluthänfling bis Bluthusten (Bd. 3, Sp. 97)
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Artikelverweis Bluthänfling, s. Meyers Hänfling.
 
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Blutharnen (Blutnetzen, griech. Hämaturie, lat. Mictus cruentus), jede Entleerung von Blut oder mit Blut gemischtem Harn aus der Harnröhre, mag das Blut nun aus dieser selbst, aus der Blase, den Harnleitern oder Nieren stammen. Bei dem wahren B. ist Blut mit roten Blutkörperchen dem Harn beigemischt, bei falschem B. wird die rote oder braune Farbe des Harnes durch gelösten Blutfarbstoff hervorgerufen (Hämoglobinurie) infolge Zerfalls roter Blutkörper im Kreislauf selbst, besonders bei manchen Vergiftungen und aus manchen noch nicht aufgeklärten Gründen. Nierenblutungen werden hervorgerufen durch Verletzungen der Nierengegend, durch akute Entzündung der Nierensubstanz, durch Steine und Parasiten (Strongylus gigas, selten) im Nierenbecken, durch Verstopfung der Nierenvenen und durch verschiedene Geschwülste der Nieren. In manchen Fällen ist ein eigentümliches Gefühl von Druck, Spannung oder Schmerz am untern Teil des Rückens zu beiden Seiten der Wirbelsäule beim Eintritt von Nierenblutungen vorhanden. Die Blutungen aus der Blase beruhen am häufigsten auf Anwesenheit von Steinen in der Blase, ferner auf Neubildungen (Krebs), Entzündungen und Verletzungen, endlich auf Blasenhämorrhoiden, d. h. auf Blutungen aus übermäßig gefüllten u. erweiterten kleinen Venen der Blasenschleimhaut, die durch Blutstockung in den Unterleibsorganen, durch sitzende Lebensweise etc. entstehen. Die Menge des entleerten Blutes ist bald beträchtlich, bald gering; augenblicklich gefährlicher Blutverlust ist selten, jedoch kann durch lang anhaltendes B. bedrohliche Blutarmut entstehen. Bei B. ist bis zum Stehen der Blutung zunächst volle körperliche Ruhe notwendig. Dann ist der Sitz der Blutung festzustellen. Es gelingt das durch die Inspektion der Blase mittels Endoskopen und, falls die Niere Sitz der Blutung ist, durch Katheterisation der Harnleiter. Ist festgestellt, aus welcher Niere das Blut stammt, so muß man sich noch vom Zustande der andern Niere überzeugen, da nur, wenn diese gesund ist, eine Exstirpation der kranken Niere angezeigt ist. Bei allen Haustieren kommen Beimischungen von Blut oder Blutfarbstoff zum Harn aus verschiedenen Gründen vor. Verletzungen, Geschwülste, Steinbildung und Entzündungen (beim Hund auch Eustrongylus gigas) bedingen Blutung in die Harnwege. Blutfarbstoff findet sich im Harn bei zwei häufigen und selbständigen Krankheiten des Pferdes und Rindes, der Hämoglobinurie (s. d.).
 
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Blutheil, s. Hypericum.
 
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Blüthgen, Viktor, Dichter und Schriftsteller, geb. 4. Jan. 1844 in Zörbig bei Halle, studierte in Halle Theologie, ging später nach Marburg, führte 187677 die Redaktion der »Krefelder Zeitung« und trat nach E. Keils Tode vorübergehend (bis Herbst 1880) in die Redaktion der »Gartenlaube« in Leipzig, die schon vorher seinen Roman »Aus gärender Zeit« (Sonderausgabe 1884, 2 Bde.; 1901 auch in Reclams Universal-Bibliothek) veröffentlicht hatte, um sich dann ganz der freien literarischen Tätigkeit zu widmen. Seit 1881 lebt B. teils in Berlin, teils in Freienwalde a. O. Er hat besonders als anmutiger Jugendschriftsteller mit dem »Schelmenspiegel« (Leipz. 1876), »Froschmäusekrieg« (das. 1878), einem Band Märchen: »Hesperiden« (3. Aufl., Stuttg. 1900), und seinen Begleitversen zu Bilderbüchern von O. Pletsch rasch Anerkennung gefunden. In seinen »Bunten Novellen« (Leipz. 1879, 2 Bde.; 2. Aufl., Berl. 1887), den Romanen: »Ein Friedensstörer« (Berl. 1883), »Der Preuße« (1884), »Poirethouse« (1884), »Die Stiefschwester« (1887), »Frau Gräfin« (1892, 2 Bde.), »Die kleine Vorsehung« (1901); »Die Spiritisten« (1902) und seinen »Gedichten« (Leipz. 1880; vermehrte Ausg., Berl. 1901) bewährt er sich als lebendiger Erzähler und für Formschönheit empfänglicher Dichter.
 
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Bluthirse, s. Andropogon.
 
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Blüthner, Julius, Pianofortebauer, geb. 11. März 1824 in Falkenhain bei Merseburg, eröffnete 1853 in Leipzig mit drei Arbeitern eine Werkstatt für Pianofortebau, die sich mit der Zeit zu der umfangreichsten Anstalt dieser Art auf dem Kontinent entwickelt hat. Die jährliche Produktion beläuft sich jetzt auf ca. 1800 Pianinos und 1200 Flügel, die nach allen Gegenden der Erde gehen (bis 1902: 62,000 Instrumente). Erste Preise zeichneten auf den größten Ausstellungen Blüthners Fabrikate aus; seine großen Konzertflügel stehen durchaus auf der Höhe der Zeit und rivalisieren erfolgreich mit denen der Firmen Steinway (New York) und Bechstein (Berlin) in der allgemeinen Wertschätzung. Zahlreiche Verbesserungen der Konstruktion wurden B. patentiert, von denen nur die »Aliquotflügel« (vgl. Klavier) genannt seien. Die Modelle und Zeichnungen seiner Instrumente fertigt B. bis in die kleinsten Teile selbst an. Auch gab er mit Gretschel ein »Lehrbuch des Pianofortebaues in seiner Geschichte, Theorie und Technik« (2. Aufl., Weim. 1886) heraus.
 
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Bluthochzeit, Pariser, s. Meyers Bartholomäusnacht.
 
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Blutholz, soviel wie Kampescheholz (s. d.).
 
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Blutholzbaum, s. Meyers Haematoxylon.
 
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Bluthund, s. Meyers Hund.
 
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Bluthusten (Blutspeien, Hämoptoë, Hämoptysis), im engern Sinne Blutungen aus den Lungengefäßen, bei Quetschung, Stich, Schuß in die Lunge, bei Prozessen, die zu einer Zerstörung von Lungengewebe führen (Lungenschwindsucht, seltener bei andern geschwürigen Prozessen oder Geschwülsten der Lunge). Ist die Blutung einigermaßen erheblich, so wird hellrotes schaumiges Blut ausgehustet (Pneumorrhagie). Geringere Blutungen färben nur den Auswurf rot. Blutbeimengungen zum Auswurf können aber auch aus den Rachenorganen oder der Nase stammen, und dann ist die Blutung meist harmlos,

[Bd. 3, Sp. 98]


ferner führt eine Verstopfung der Lungengefäße, ein hämorrhagischer Infarkt, zu blutigem Auswurf, weiter kann bei Lungenentzündung im ersten Stadium der Auswurf blutig sein. Bei den größern Lungenblutungen ist die Prognose zweifelhaft, es kommen direkt tödliche Blutungen vor, im allgemeinen aber stehen die Lungenblutungen von selbst. Namentlich Blutstürze pflegen die Kranken und ihre Umgebung in große Aufregung zu versetzen, da aber die Blutung um so eher steht, je ruhiger sich der Kranke verhält, so ist die erste Pflicht, den Kranken bequem zu legen, jedes Sprechen zu verbieten, namentlich auch überflüssige Personen aus dem Krankenzimmer zu entfernen. Bis zur Ankunft des Arztes kann man etwas Eis oder auch wohl als altes Hausmittel 12 Teelöffel Kochsalz schlucken lassen. Das Kochsalz bewirkt eine starke Blutfüllung der Baucheingeweide und eine entsprechende Blutleere der Lungengefäße. Verwechselt wird B. öfter mit Blutbrechen (s. d.).

 

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