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Blutfleckenkrankheit, Werlhoffsche bis Bluthänfling (Bd. 3, Sp. 96 bis 97)
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Artikelverweis Blutfleckenkrankheit, Werlhoffsche (Purpura haemorrhagica, Morbus maculosus Werlhoffi), eine dem Skorbut in einzelnen Punkten ähnliche, aber durch das Fehlen von Zahnfleischerkrankungen von ihm unterschiedene Krankheit, bei der sich Blutaustretungen unter der Haut sowie auf den innern Häuten, letztere mit Blutungen, besonders aus dem Mund, zeigen. Die Krankheitsursache ist noch wenig geklärt, es scheinen infektiöse Ursachen eine Rolle zu spielen. Es tritt meist Heilung ein. Übrigens können Hautblutungen bei ganz verschiedenen Krankheiten auftreten (bei Blutvergiftung, schweren Ernährungsstörungen.)
 
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Blutfluß, s. Meyers Blutung.
 
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Blutgase, s. Meyers Blut, S. 81.
 
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Blutgefäße (Vasa sanguinis, hierzu Tafel Meyers »Blutgefäße des Menschen«), bei den Wirbeltieren die mit dem Herzen direkt verbundenen Gefäßbahnen im Gegensatze zu den Lymphgefäßen (s. d.). Es sind häutige, elastische Röhren, die alle Organe und Gewebe des Körpers, mit Ausnahme der Knorpel- und der Horngebilde, durchsetzen und Blut enthalten. Man unterscheidet Schlag- oder Pulsadern (Arterien, s. d.), Blutadern (Venen, s. d.) und Haargefäße (Kapillaren, s. d.). Die Arterien führen bei den höhern Wirbeltieren sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den Organen des Körpers hin und teilen sich dabei in immer feinere Zweige, die zuletzt in die nur mit dem Mikroskop erkennbaren Haargefäße und durch diese in die feinsten Anfänge der Venen übergehen. Von letztern wird das für die Ernährung der Gewebe benutzte, an Sauerstoff arme und an Kohlensäure reiche Blut wieder nach dem Herzen geführt. Diesem »geschlossenen« Kreislauf des Blutes von der linken Herzkammer durch die Arterien des Körpers in das Kapillarnetz der Gewebe und aus letzterm durch die Venen zurück nach der rechten Vorkammer (dem großen oder Körperkreislauf, Fig. 5) gegenübersteht der kleine oder Lungenkreislauf (Fig. 3), der das dunkle, venöse Blut von der rechten Herzkammer durch die Lungenschlagader in das Kapillarnetz der Lunge führt, wo es seine Kohlensäure an die Atemluft abgibt und Sauerstoff aufnimmt, um, hellrot geworden, durch die Lungenvenen zur linken Vorkammer zurückzukehren. Vgl. Blutbewegung.
   Im menschlichen Körper kommen sämtliche Arterienstämme aus der großen Körperschlagader oder Aorta (s. d. und Fig. 3 und 5). Die von der linken Herzkammer ausgehende Aorta gibt ganz nahe an ihrem Ursprung zwei Arterien ab, die sich im Herzfleisch verästeln (Kranzarterien, Fig. 1). Dann treten aus dem Aortenbogen drei große Arterienstämme nach oben zu ab, um Kopf, Hals und Arme mit Blut zu vetsorgen; es sind: 1) die Arteria anonyma (Fig. 5), die sofort in die rechte Kopfschlagader (Karotis) und in die rechte Schlüsselbeinarterie zerfällt, 2) die linke Kopfschlagader und 3) die linke Schlüsselbeinarterie. Die Schlüsselbeinschlagadern setzen sich in die Armschlagadern fort, deren Verzweigung in Fig. 5 dargestellt ist. Der absteigende Teil der Brustaorta entsendet zahlreiche kleinere Zweige für Brustkorb, Speiseröhre und Luftröhre (samt ihren Ästen) und gibt nach dem Durchtritte durch das Zwerchfell (Fig. 5) zunächst die beiden Zwerchfellarterien, dann die Eingeweidearterie (Arteria coeliaca) ab, die sofort in drei Äste für Magen, Milz, Leber, Bauchspeicheldrüse und Zwölffingerdarm zerfällt (Fig. 5). Gleich unterhalb der Arteria coeliaca entspringt die obere Gekrösarterie zur Ernährung des Darmkanals (Fig. 4); ein wenig tiefer treten die zwei Nierenschlagadern (Fig. 5) ab; weiter unten gehen noch Gefäße zu den Geschlechtsteilen, den Endpartien des Darms etc. ab, und schließlich (Fig. 5) löst sich die Aorta in ihre beiden Endäste, die Hüftarterien (Arteriae iliacae communes). Jede von diesen bildet zwei Äste, die Arteria iliaca (hypogastrica) interna für die Beckenorgane und die Arteria iliaca externa für das Bein, wo sie sich bis zu den Zehen verbreitet (Fig. 5). Die direkte Fortsetzung der Aorta an der obigen Teilungsstelle bildet die Arteria sacralis media, bei Wirbeltieren mit langem Schwanz als Schwanzarterie (Arteria caudalis) stark entwickelt. Die Arterien liegen zumeist tief und geschützt, an den Gliedmaßen halten sie sich an der Beugeseite der Gelenke. Venen. Das aus Kopf, Hals und Armen nach dem Herzen zurückfließende Blut sammelt sich jederseits in der Vena anonyma, die beide zusammen die obere Hohlvene (Vena cava superior) bilden und so in die rechte Herzkammer münden (Fig. 1 der Tafel stellt die rechte Herzkammer mit Vorkammer und Lungenarterie dar). Die Vena anonyma entsteht aus der (die Armvenen aufnehmenden) Schlüsselbeinvene und aus der Drosselader, in welche die Kopf- und Halsvenen einmünden. Die Venen der untern Körperhälfte (s. auch Tafel Meyers »Muskeln«) sammeln sich in der untern Hohlader (Vena cava inferior, Fig. 5, 3), die ebenfalls in die rechte Vorkammer des Herzens einmündet. Im allgemeinen verlaufen sie in nächster Nähe der Äste der Aorta und ähneln denselben in Anordnung und Verzweigung, bie Venen jedoch, die den Arterien der Eingeweide entsprechen und das Blut aus Magen, Milz, Pankreas und Darm abführen, verhalten sich insofern abweichend, als sie zur Pfortader (s. d.) zusammentreten. Diese führt das Blut in die Leber; hier fließt es durch ein zweites Kapillarsystem hindurch und tritt dann erst durch die Lebervenen in die untere Hohlader ein (sogen. Pfortaderkreislauf, Fig. 4). Zwischen das Gebiet der obern und untern Hohlader ist noch das System der Vena azygos und Vena hemiazygos eingeschaltet, die beide das Blut aus Brust- und Bauchwand in sich aufnehmen und in dem arteriellen System keine Vertreter haben. Auch in den Gliedmaßen gibt es Venen, die nicht von Arterien begleitet sind, da dies im ganzen nur für die tief liegenden Venen gilt, die von Ellbogen und Knie abwärts paarweise und vielfach durch Querstämmchen verbunden neben den gleichnamigen Arterien verlaufen. Die Venen des Halses, Kopfes und Gehirns verlaufen ganz anders als die Arterien. Die Bedeutung vieler größerer Venen erklärt sich aus ihrer Entwickelung beim Fötus, dessen Kreislauf in vielen Beziehungen stark abweicht (s. Meyers Embryo). Über den feinern Bau der B. s. Arterien, Meyers Kapillaren und Venen.

[Bd. 3, Sp. 97]



 
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Blutgeld, die Summe, die nach altdeutschem Recht von einem Totschläger dem gezahlt wurde, der eigentlich die Blutrache ausüben sollte (s. Meyers Wergeld); dann auch wohl Bezeichnung für das Geld, das vom Gericht für Entdeckung und Denunziation eines Verbrechers ausgesetzt wurde. Bei gewissen Diebstählen, z. B. Einbruch und Pferdediebstahl, wurde in England nach dem Gesetz von 1699 demjenigen, der den Verbrecher ergreifen und überführen würde, außer baren 40 Pfd. Sterl. noch ein Zertifikat erteilt, wodurch er von Kommunaldiensten, z. B. als Armenaufseher, Kirchenvorsteher u. dgl., befreit wurde. Diese Freischeine, auch Galgenscheine (Tyburn-tickets) genannt, konnten vererbt und verkauft werden und hatten in großen Städten oft einen Preis von 200300 Pfd. Sterl. Die entsittlichenden, die Unschuld gefährdenden Wirkungen dieses Systems blieben natürlich nicht aus; daher wurde durch Parlamentsakte 1818 das B., abgesehen von der auf die Entdeckung von Banknotenfälschung gesetzten Belohnung, aufgehoben.
 
Artikelverweis 
Blutgeräusche, s. Meyers Herztöne.
 
Artikelverweis 
Blutgerinnung, s. Meyers Blut, S. 81.
 
Artikelverweis 
Blutgerüst, s. Meyers Schafott.
 
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Blutgeschwulst, s. Meyers Blutung.
 
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Bluthals, s. Amadinen.
 
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Bluthänfling, s. Meyers Hänfling.

 

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