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Blütentange bis Blutfink (Bd. 3, Sp. 94 bis 95)
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Artikelverweis Blütentange (Florideen), s. Meyers Algen, S. 317.
 
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Blutentziehung, die zu Heilzwecken vorgenommene, früher allgemeiner als jetzt angewandte künstliche Verminderung der Blutmenge des Körpers. Die direkte (örtliche) B., ihrem Zweck nach eine Ableitung, wird durch Ansetzen von Blutegeln, durch Schröpfköpfe, durch kleine Einschnitte (Skarifikationen) oder durch kompliziertere Instrumente (künstliche Blutsauger) vorgenommen. Bei den künstlichen Blutegeln von Heurteloup wird mittels eines Locheisens eine wenig schmerzhafte, stark blutende, ringförmige Wunde erzeugt, aus der man mittels eines Glaszylinders und eines in diesem auf und ab beweglichen Stempels leicht und schnell eine große, genau zu bemessende Blutmenge heraussaugen kann. Die allgemeine Blutentleerung wird durch Aderlaß vollzogen. B. wirkt zweifellos erleichternd und schmerzstillend, oft auch auf tiefer gelegenen Organen, ohne daß die Wissenschaft hierfür stets eine Erklärung geben könnte. Vgl. Schubert, Die Blutentziehungskuren. Geschichte, Theorie, Technik etc. (Stuttg. 1896).
 
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Blütenwickler, s. Meyers Spanner.
 
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Bluterguß, s. Meyers Blutung.
 
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Bluterkrankheit (Blutsucht, Hämophilie), Krankheitsanlage, bei der auf die geringste Veranlassung Blutungen eintreten, die bis zur Lebensgefahr

[Bd. 3, Sp. 95]


andauern und fast allen Mitteln trotzen. Verletzungen am Kopf, an den Lippen und Fingerspitzen scheinen besonders gefährlich zu sein. Oft entstehen spontan Blutungen (Nasenbluten), und auch die Menstruation gibt zu heftigen Blutverlusten Veranlassung. Das Blut kann auch im Innern der Gewebe austreten, so daß durch alle Organe des Körpers zerstreute Blutflecke erscheinen. In der Regel sind solche Blutaustretungen Folge leichter äußerer Einwirkungen, ein längerer Druck eines Teiles, z. B. des Gefäßes beim Sitzen, kann blaue Flecke hinterlassen. Die Ursache dieser großen Neigung zur Zerreißung der Gefäße und der stets zugleich vorhandenen geringen Gerinnbarkeit des Blutes ist noch nicht aufgeklärt; zuweilen liegt mangelhafte Bildung des Gefäßapparats, zuweilen Klappenfehler des Herzens zu Grunde. In der Regel ist die B. angeboren und vererbt sich von Geschlecht zu Geschlecht, jedoch vorzugsweise auf die männlichen Personen. In der Entwickelungsperiode soll die Neigung zur B. sich steigern, im höhern Lebensalter sich allmählich verlieren, doch hat man Greise von 70 Jahren an B. sterben sehen. Die meisten Bluter sterben schon als Kinder an Verblutung. Am gefährlichsten sind immer die Blutungen bei Neugebornen aus den Nabelgefäßen und später aus der Nase. Die Behandlung eingetretener Blutungen besteht in sorgfältiger Stillung, neuerdings sind Gelatineeinspritzungen empfohlen worden. Selbstverständlich müssen bei der B. alle Blutentziehungen und auch kleinere Operationen womöglich vermieden werden. Blutern sollte das Heiraten verboten werden. Vgl. Grandidier, Die Hämophilie oder B. (2. Aufl., Leipz. 1877); Koch, Die B. (Stuttg. 1889).
 
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Blütezeit, die Zeit, in der die einzelnen Pflanzenarten ihre Blüten zeigen, fällt in der Regel mit bestimmten Monaten zusammen. Nur wenige ausdauernde Pflanzen treiben zu jeder Jahreszeit, sobald nur die Temperatur günstig ist, selbst im Winter, ihre Blüten hervor, wie das Maßliebchen (Bellis perennis). Bei vielen einjährigen Gewächsen tritt je nach der frühern oder spätern Aussaat die B. früh oder spät ein; so finden wir von manchen einjährigen Unkräutern während der ganzen wärmern Jahreszeit blühende Exemplare. Am strengsten ist die B. bei den ausdauernden Pflanzen an bestimmte Monate gebunden, und man unterscheidet hier Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblumen. Vorläufige Blüten erscheinen wie die vieler Kätzchenbäume vor Entfaltung des Laubes; die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) blüht im Herbst, ihre junge Frucht erscheint zugleich mit den Blättern erst im folgenden Frühling. Obstbäume, Roßkastanie u. a. blühen im Herbst zum zweitenmal, wenn die für das nächstfolgende Frühjahr bestimmten Blütenknospen, die im Herbst schon vorhanden sind, infolge ungewöhnlich hoher Temperatur zum Austreiben veranlaßt werden. Stellt man die Pflanzen nach den Monaten, in denen sie zu blühen beginnen, zusammen, so erhält man einen Blütenkalender. Indes tritt die B. in warmen Jahren zeitiger ein als in kalten und verhält sich auch in verschiedenen Gegenden je nach deren klimatischen Verhältnissen ungleich. Ebenso hat die Erhebung über dem Meeresspiegel aus gleichem Grund Einfluß. Häufig ist ein Unterschied von 12 Wochen zwischen nicht fernen Gegenden, die mäßigen Unterschied in der Höhe über dem Meeresspiegel zeigen, zu bemerken. Viel größere Differenzen bestehen zwischen den Ebenen und den Alpenhöhen. Vgl. Phänologie.
 
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Blutfarbstoff, s. Meyers Blut (S. 80) und Hämoglobin.
 
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Blutfaserstoff, s. Fibrin.
 
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Blutfennig, Blutfingergras, s. Meyers Hirse.
 
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Blutfibrin, s. Fibrin.
 
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Blutfink, s. Meyers Astrilds; auch soviel wie Gimpel.

 

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