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Blutbildner bis Blutdünger (Bd. 3, Sp. 85 bis 86)
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Artikelverweis Blutbildner, s. Meyers Eiweißkörper.
 
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Blutbildung. Im Embryo erscheint das Blut zu derselben Zeit, wo die Blutgefäße sich bilden: diese

[Bd. 3, Sp. 86]


gehen aus soliden Zellsträngen hervor, deren äußerste Schicht zur Gefäßwand wird, während die innern Zellen unter Ausscheidung einer Flüssigkeit, des Blutplasmas, zu zunächst kernhaltigen roten Blutkörperchen (Erythrocyten) werden. Diese vermehren sich dann durch Teilung und verlieren allmählich ihre Kerne. Besonders reichlich ist die Blutkörperchenbildung in der embryonalen Leber und in spätern Stadien auch in der Milz. Die farblosen Blutzellen (Leukocyten) liefert vermutlich hauptsächlich die Thymusdrüse, ein Organ, das im Embryo zu bedeutender Größe entwickelt ist, beim gebornen Tier und Menschen aber mit zunehmendem Wachstum immer kleiner wird und schließlich bis auf geringe Reste vergeht. Auch im erwachsenen Organismus muß eine fortwährende Bluterneuerung stattfinden, da nicht allein die flüssigen Bestandteile des Blutes fortwährend verbraucht werden, sondern auch die Blutkörperchen nachweislich der Zerstörung anheimfallen. Das Material für den Wiederersatz des Blutes liefert die Nahrung, welche die für die Entstehung von Blut notwendigen organischen und anorganischen Stoffe enthält, die aus dem Darmkanal vom Blute teils direkt, teils durch Vermittelung der Chylusgefäße aufgenommen werden. Die farblosen Blutkörperchen entstehen wahrscheinlich in den lymphoiden Organen, d. h. in den Lymphknoten, der Milz und ähnlichen Gebilden. Hier findet eine Vermehrung der in ihnen enthaltenen Zellen, die man als Lymphzellen bezeichnet, die sich aber von den farblosen Blutkörperchen nicht unterscheiden, nachweisbar statt; und ebenso sicher ist es, daß aus diesen Organen eine Menge derartiger Zellen vom Blut- oder vom Lymphstrom fortgeschwemmt wird und in die allgemeine Blutbahn eintritt. Als Bildungsort der roten Blutkörperchen sieht man zumeist das rote Mark der Röhrenknochen an. In diesen findet man nämlich jene kernhaltigen, in Vermehrung begriffenen roten Blutzellen, die aus dem embryonalen Leben als Vorstufe der definitiven farbigen Blutkörperchen bekannt sind. Die Milz scheint beim erwachsenen Organismus nur unter gewissen Bedingungen (Verletzung und Regeneration ihres Gewebes) Blutkörperchen zu bilden.
 
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Blutblase, Erhebung der Oberhaut in Form einer Blase, die mit ausgetretenem Blut gefüllt ist; meist Folge äußerer Quetschung, besonders häufig an der Hand, an den Fingerspitzen etc. In Form einer Beule (Blutbeule, Brausche) tritt die verletzte Stelle namentlich dann hervor, wenn das Unterhautbindegewebe gequetscht und mit Blut durchtränkt ist. Meist wird das Blut wieder aufgesogen, der zurückbleibende Farbstoff nur sehr langsam unter Verfärbung in Blau, Grün und Gelb. Die Behandlung besteht in kühlen Umschlägen, kurz nach der Verletzung verhindert ein kräftiger Druck mit der Fläche einer Messerklinge auf die Beule eine zu starke Zunahme derselben. Die bei Laien beliebte Eröffnung der Blase mit Nadeln u. andern spitzen Instrumenten ist ernstlich zu widerraten wegen der damit verbundenen Gefahr der Infektion. Tritt Eiterung ein (Blutabszeß), so muß die Beule durch den Arzt geöffnet werden.
 
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Blutblume, s. Meyers Haemanthus.
 
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Blutbrechen (Haematemesis), Erbrechen von Blut bei Blutungen in die Speiseröhre oder in den Magen. Fälle ersterer Art sind selten und durch Platzen erweiterter Venen oder durch den Durchbruch eines Aortenaneurysma in die Speiseröhre bedingt. Gewöhnlich wird B. durch ein Magengeschwür veranlaßt, das ein größeres Gefäß angefressen hat. Das Blut wird (im Gegensatze zu den Lungenblutungen) nicht schaumig und hellrot, sondern dunkler oder auch schon geronnen und mit Speiseteilen untermischt entleert. Geringere Blutungen, die das Erbrechen kaffeesatzartig färben, kommen namentlich bei Magenkrebs vor. Die Prognose des Blutbrechens richtet sich nach der Größe des angefressenen Gefäßes. Tödliche Blutungen kommen vor, meist aber stehen die Blutungen schließlich von selbst, wenn auch erst, nachdem sie zu erheblicher Blutarmut geführt haben. Bis zur Ankunft des Arztes besteht die Behandlung in bequemer Lagerung des Kranken und absoluter Ruhe desselben. Namentlich darf keine Nahrung zugeführt werden, höchstens sind einige Eispillen zulässig und eine Eisblase auf den Leib. Bei der Beurteilung von B. darf man sich nicht durch Blutungen aus den Rachenorganen, Zahnfleisch, Nase täuschen lassen. Gelegentlich wird von Hysterischen B. simuliert. Ob an Stelle der Menstruation bei Frauen sogen. vikariierende Magenblutungen auftreten können, ist mindestens zweifelhaft.
 
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Blutbrüderschaft, s. Meyers Blutrache und Meyers Halbbrüderschaft.
 
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Blutbuche, s. Meyers Buche.
 
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Blutdorn, s. Mespilus.
 
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Blutdruck, Blutdruckmesser, s. Meyers Blutbewegung, S. 85.
 
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Blutdrüsen, s. Meyers Drüsen.
 
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Blutdünger, s. Meyers Dünger und Düngung.

 

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