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Blumentisch bis Blumieren (Bd. 3, Sp. 77 bis 78)
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Artikelverweis Blumentisch, ein durch eine Zinkplatte mit aufgeschlagenem Rand unempfindlich gemachter, mehr oder weniger verzierter Tisch zur Ausstellung hübscher Pflanzen. Die empfehlenswertesten sind für einfache Mittel solche aus runden Eisenstäben oder aus Naturholz, für höhere Ansprüche aus Holz im Stile der betreffenden Zimmereinrichtung. Immer sollte der B. auf Rollen laufen, um leicht drehbar zu sein. Besonders dekorativ wirkt ein B., mit dem ein oder mehrere Ständer verbunden sind zur Heraushebung einzelner besonders schöner Pflanzen. Sehr hübsch ist der B. in schmaler Kastenform für einen Fensterplatz im Salon auf entsprechend dekorierten Füßen. Der B. wie die Blumenständer sind unentbehrlich für Pflanzen, die für den Platz auf dem Fensterbrett zu hoch oder zu breit geworden sind. Allerdings ist der B. nur für wenige Pflanzen ein dauernder Kulturplatz, da er zu wenig Licht hat; man muß also wechseln können, wenn die Pflanzen nicht sehr bald einseitig und häßlich werden sollen. Die Verbindung des Blumentisches mit einem Aquarium und einer Fontäne wirkt günstig, weil hierdurch die Luft etwas feuchter gehalten wird.
 
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Blumentöpfe, meist runde irdene, zur Zucht von Ziergewächsen dienende Gefäße, die unten etwas enger sind als oben und in der Mitte des Bodens eine oder mehrere Abzugsöffnungen haben. Glasierte B. sind ebenso wie sehr hart gebrannte unzweckmäßig, weil sie den Abzug der Feuchtigkeit und den Zutritt der Luft hindern. Für tief wurzelnde Pflanzen wählt man B., die mehr tief als breit, für sehr verzweigt wurzelnde Pflanzen aber B., die mehr breit als tief sind. Sehr große B. erhalten vorteilhaft unter dem Boden einen 13 cm hohen, mehrfach eingeschnittenen Rand, der den Wasserabzug und den Luftzutritt begünstigt. In neuerer Zeit hat man B. aus kohlehaltiger Masse angewendet, auch die eleganten »Lewetzowschen Kulturtöpfe«, bestehend aus dem innern unglasierten und dem äußern glasierten Gefäß mit einem Zwischenraum als Wasserbehälter und mehreren Verbindungsröhren für die Luftzirkulation. Ohne daß das Gießen auf den innern Blumentopf ganz überflüssig wird, ist doch hier das Zuvielgießen, d. h. das Versauern des Wurzelballens, wenig zu befürchten.
 
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Blumentreiberei, s. Meyers Treiben.
 
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Blumenuhr, s. Blutenperiode.
 
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Blumen- und Früchtemalerei, ein Fach malerischer Darstellung, wobei man das koloristisch Wirksame der Erscheinung, das in den Blumen und Früchten liegt, zu vergegenwärtigen sucht. Der mannigfaltige Reichtum der Pflanzenwelt, verschieden gestaltete Gerätschaften, Blumentöpfe, Vasen, Korbgeflechte, Weingläser etc., dann als Staffage Vögel, Schmetterlinge, Käfer und andre Insekten bieten ein reiches Material für künstlerische Komposition. Obwohl schon in der antiken Malerei Nachbildungen von Früchten und Blumen vorkommen, so tritt doch die Blumenmalerei als besondere Gattung nur vereinzelt auf. Der griechische Maler Pausias hat in ihr Ruhm erlangt. Im Mittelalter wurde diese Gattung der Malerei nicht gepflegt, erst nachdem in den Niederlanden der Realismus der Ölmalerei zur Herrschaft gelangt war, bildete sich allmählich eine Blumenmalerei, die sich namentlich unter dem Einfluß der flandrischen Meister zu höchster Virtuosität entfaltete. Jan Brueghel, R. Savery, B. van der Ast, Snyders, Fyt, Adriaenssen, D. Seghers sind die hervorragendsten. Während die flämischen Meister ihren Ruhm in der peinlich treuen Wiedergabe der Vorbilder suchten, die bisweilen sogar vor einer Prüfung durch das Mikroskop Stich hält, legten die Holländer das Hauptgewicht

[Bd. 3, Sp. 78]


auf kräftige koloristische Wirkung im Helldunkel. Von großer Bedeutsamkeit war das Schaffen von Jan Davidsz de Heem, an den sich eine große Anzahl von holländischen und flämischen Künstlern, C. de Heem, W. van Aelst, A. Mignon, Maria van Oosterwyck u. a., anreihen. Das 17. Jahrh. war die Blütezeit dieser Malerei, doch ward auch im 18. noch Treffliches geleistet, namentlich von Rachel Ruysch und von Jan van Huysum, dem »Phönix« der Blumen- und Früchtemaler. In andern Ländern brachte es diese Malerei zu geringerm Erfolg. Die neuere Zeit sah die B. in großem Verfall, und die ihr zugewandten Künstler vom Ende des 18. und vom Anfang des 19. Jahrh. sind mit Ausnahme weniger, wie Redouté, I. van Dael, Saint-Jean, Saint-Pierre, Völcker, Preyer u. a., der Vergessenheit anheimgefallen. Seit dem Beginn der 1850er Jahre hat im Zusammenhang mit der wachsenden Herrschaft des Kolorismus die B. wiederum einen bedeutenden Aufschwung genommen, in Belgien durch Robie, in Frankreich durch Vollon und Ph. Rousseau, in neuester Zeit durch Madeleine Lemaire, in Deutschland durch Adam Kunz in München, namentlich aber durch Künstlerinnen wie Anna Peters, H. v. Preuschen, M. Hormuth-Kallmorgen, E. Hedinger, Klara Lobedan, Th. Laudien, C. Klein u. a., die Wahrheit der Charakteristik mit Reichtum und Kraft des Kolorits zu verbinden wissen. Die meisten malen auch Blumen und Fruchtstücke in Aquarell.
 
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Blumenwespen, soviel wie Bienen.
 
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Blumenzwiebeln, die Zwiebeln schön blühender Pflanzen, wie Hyazinthen, Tulpen etc., s. Meyers Zwiebelgewächse.
 
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Blumer, Johann Jakob, schweizer. Staatsmann und Historiker, geb. 29. Aug. 1819 in Glarus, gest. 12. Nov. 1875 in Lausanne, studierte in Lausanne, Zürich, Bonn und Berlin, wurde 1840 Landesarchivar, 1842 Mitglied des dreifachen Landrats, 1845 Präsident des Zivilgerichts, 1848 des Appellationsgerichts in Glarus, dessen Straf- und Zivilrecht er kodifizierte. Nachdem er in der Sonderbundsperiode 1847/48 seinen Kanton auf der Tagsatzung vertreten, wurde er 1848 Mitglied des Ständerates, dem er wiederholt präsidierte, sowie des Bundesgerichts u. nahm in der Bundesversammlung, der er bis 1874 angehörte, als »Kronjurist« eine einflußreiche Stellung ein. Im Dezember 1874 wurde er zum Präsidenten des ständig gewordenen Bundesgerichts gewählt und siedelte nach Lausanne über. B. schrieb: »Der Kanton Glarus« in den »Gemälden der Schweiz« (mit O. Heer, St. Gallen 1846); »Staats- und Rechtsgeschichte der schweizerischen Demokratien« (das. 185059, 3 Bde.), ein grundlegendes Werk; »Handbuch des schweizerischen Bundesstaatsrechts« (Schaffh. 186365, 2 Bde.; Bd. 1 in 3. Aufl. von Morel, Bas. 1891) und eine Reihe wertvoller juristischer und historischer Aufsätze in verschiedenen Zeitschriften; auch redigierte er die »Urkundensammlung zur Geschichte des Kantons Glarus«.
 
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Blümerant (verderbt aus dem franz. bleu-mourant, »blaßblau«), in übertragener Bedeutung soviel wie schwach. schwindelig.
 
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Blumhardt, 1) Christian Gottlieb, prot. Geistlicher. geb. 29. April 1779 in Stuttgart, gest. 19. Dez. 1838 in Basel, nahm als Sekretär der Deutschen Christentumsgesellschaft in Basel 1804 teil an der Gründung der Baseler Bibelgesellschaft und wurde 1816 erster Inspektor der kurz zuvor gegründeten Baseler Missionsanstalt. Er schrieb: »Versuch einer allgemeinen Missionsgeschichte der Kirche Christi« (Basel 182837, 5 Bde.).
   2) Johann Christoph, Neffe des vorigen, geb. 16. Juli 1805 in Stuttgart, gest. 25. Febr. 1880, trieb seit 1838 als Pfarrer in Möttlingen eine ausgebreitete Seelsorge. Nachdem ihm infolge der Heilung eines Dämonischen der Besitz der Gabe der Krankenheilung durch Handauflegung und geistlichen Zuspruch zum Bewußtsein gekommen war, legte er sein Pfarramt nieder und kaufte 1852 das durch um berühmt gewordene Schwefelbad Boll bei Göppingen, wo er als Seelsorger und Wunderarzt tätig war. Sein Leben beschrieb Zündel (5. Aufl., Zürich 1887).
   3) Christoph Friedrich, Sohn des vorigen, geb. 1. Juni 1842 zu Möttlingen, übernahm nach dem Tode seines Vaters, dessen Enthusiasmus auf ihn vererbte, die Leitung von Bad Boll, erhielt 1885 den Pfarrertitel, trat aber 1899 unter Verzicht auf diesen Titel der sozialdemokratischen Partei bei.
 
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Blumieren, mit Blumenmustern versehen; Blumist, Blumenliebhaber, -Pfleger, -Kundiger; Blumistik, Blumen- oder Zierpflanzenkunde.

 

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