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Blumenspritze bis Blumentöpfe (Bd. 3, Sp. 76 bis 77)
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Artikelverweis Blumenspritze, s. Meyers Gartenspritzen.
 
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Blumenstäbe, Holzstäbe von verschiedener Länge und Stärke, am untern stärkern Ende zugespitzt, dienen zum Aufrechthalten und zum Anbinden von Zierpflanzen. Sie dürfen nicht länger aus der Erde hervorragen als die Pflanze selbst und müssen auf der Schauseite der Pflanze möglichst wenig sichtbar sein. Für Rosen, hochstämmige Stachel- und Johannisbeersträucher etc. benutzt man vorteilhaft eiserne, schwarz lackierte Stäbe von etwa 0,8 cm Durchmesser.
 
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Blumenstaffelei, eine ein Blumengemälde auf einer Staffelei darstellende Blumenzusammenstellung auf einem mehr hohen als breiten, über einen Rahmen gespannten Stuck Messingdrahtgaze. Man bildet aus Blumen mit stumpfem Farbenton einen breiten Rahmen und innerhalb desselben ein flaches, leichtes Arrangement.
 
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Blumenstein, Badeort im schweizer. Kanton Bern, Bezirk Thun, am Fuß der Stockhornkette, 795 m ü. M. gelegen, mit einer schon 1680 bekannten erdigen Eisenquelle und (1900) 810 Einw.
 
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Blumenstrauß, Zusammenstellung einer Anzahl Blumen zu Dekorations- und Geschenkzwecken, bei der neben der Gesamtwirkung nach Möglichkeit auch jeder einzelnen Blume Geltung verschafft und durch Belassung langer Stiele dem in Wasser gestellten B. eine längere Frische ermöglicht wird. Die Völker des Altertums scheinen eine gewisse Kunstfertigkeit nur auf die Anfertigung von Kränzen und Girlanden verwendet zu haben, wenigstens sind uns aus den Pyramiden, von Gemälden und Schilderungen meist nur solche bekannt; aber man darf annehmen, daß der Thyrsusstab an seiner Spitze oft Blumen trug, und daß die Alten es auch verstanden, Sträuße für Vasen zu fertigen. Unser B. als Zimmerschmuck ist zurück zu verfolgen bis auf den Beginn des 15 Jahrh., wo er den Malern als Vorwurf zu Stilleben diente, die noch jetzt als Muster gelten können. Heute bindet man den B., der getragen werden soll, zum Zwecke besserer Handlichkeit einseitig und nur noch den Vasenstrauß rund. In der Farbenzusammenstellung ist der B. von der Mode und der Jahreszeit abhängig; im allgemeinen liebt man matte, verwaschene Töne und das Vorherrschen einer Farbe, die von verschiedenen Blumenarten in annähernd gleichen Tönen wiederholt wird. Die Farbe hängt außerdem auch ab von dem Verwendungszweck, wie zum Ballschmuck, Brautschmuck oder als Trauerblumenspende. Einer allgemeinen, aber nicht lange andauernden Beliebtheit erfreute sich der nach dem Wiener Maler Hans Makart benannte Makartstrauß aus getrockneten Gräsern, Palmwedeln und Blüten- wie Fruchtständen mancher Kompositen, die man schließlich auch noch färbte, vergoldete und versilberte. Literatur s. bei Meyers Binderei.
 
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Blumenteppich, s. Meyers Teppichbeet.
 
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Blumenthal, Dorf und Kreisort im preuß. Regbez. Stade, unweit der Weser und an der Staatsbahnlinie

[Bd. 3, Sp. 77]


Vegesack-Farge, hat 2 evangelische und eine kath. Kirche, Amtsgericht, ein Elektrizitätswerk, Wollkämmerei, Schiffbau, Schiffahrt u. (1900) 3311 Einw. B. gehörte 14151741 zu Bremen.
 
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Blumenthal, 1) Leonhard, Graf von, preuß. General, geb. 30. Juli 1810 in Schwedt a. O., gest. 22. Dez. 1900 auf Quellendorf bei Köthen, wurde 1827 Offizier, besuchte 183033 die Kriegsakademie, ward 1846 zum topographischen Bureau und 1848 zum Großen Generalstab kommandiert. Im Stab des Generals v. Bonin machte er als Hauptmann den dänischen Feldzug mit und wurde im Mai 1849 Chef des Generalstabs der schleswig-holsteinischen Armee. 1858 wurde er als Oberstleutnant zum persönlichen Adjutanten des Prinzen Friedrich Karl und 1863 zum Chef des Generalstabs des kombinierten mobilen Armeekorps in Schleswig-Holstein ernannt. Im Juni 1864 zum Generalmajor befördert, wurde er 1866 unter Kronprinz Friedrich Wilhelm Chef des Generalstabs der zweiten Armee; für seine Leitung der Operationen bei Nachod und Königgrätz avancierte er im Ottober zum Generalleutnant. 1870 ward er wieder Generalstabschef des Kronprinzen bei der dritten Armee. Am 20. Aug. 1870 erhielt er das Eiserne Kreuz erster Klasse, wirkte auch wiederholt mit bei der Feststellung des allgemeinen Kriegsplans, namentlich vor Sedan und während der Belagerung von Paris. Nach Beendigung des Krieges wurde er durch eine Dotation von 450,000 Mk. ausgezeichnet, womit er das Gut Quellendorf erwarb. Im März 1872 erhielt er das Kommando des 4. Armeekorps, wurde 1883 Graf, durch Kaiser Friedrich III. 1888 Generalfeldmarschall und war Generalinspekteur der 4., 189296 der 3. Armeeinspektion. Die »Tagebücher des Generalfeldmarschalls Grafen v. B. aus den Jahren 1866 und 1870/71« (Stuttg. 1902) gab Graf Albrecht v. B. heraus.
   2) Oskar, Schriftsteller, geb. 13. März 1852 in Berlin, studierte hier und in Leipzig Philologie, gründete 1888 in Berlin das Lessingtheater, das er bis zum Herbst 1897 leitete, und lebt seitdem als Privatmann daselbst. Er veröffentlichte: »Allerhand Ungezogenheiten« (Leipz. 1874, 5. Aufl. 1877); »Für alle Wagen- und Menschenklassen«, Plaudereien (das. 1875, 3 Bde.); »Gemischte Gesellschaft« (2. Aufl., das. 1877); das parodierende Lustspiel »Die Philosophie des Unbewußten« (Wien 1876); die Skizzen »Vom Hundertsten ins Tausendste« (Leipz. 1876); »Auf der Mensur. Federkrieg« (das. 1878); »Bummelbriefe« (Danz. 1880); »Zum Dessert« (2. Aufl., Leipz. 1882) und »Aus heiterm Himmel«, Epigramme (2. Aufl., Berl. 1882); »Von der Bank der Spötter« (das. 1884); »Theatralische Eindrücke« (Hamb. 1885); »Aufrichtigkeiten« (Berl. 1887); »Gesammelte Epigramme« (das. 1890). Blumenthals Lustspiele, die sich großer Beliebtheit erfreuen, zeichnen sich zumeist durch witzigen Dialog aus, auch bringen sie manche neue und glücklich gezeichnete Figur, doch fehlt es dem Ganzen oft an der künstlerischen Einheit, und sie vermeiden auch nicht die Trivialität. Am meisten gespielt wurden: »Der Probepfeil« (1882) »Die große Glocke«, »Ein Tropfen Gift«, »Der schwarze Schleier« (1887), »Der Zaungast« (1889), »Großstadtluft« (1891), »Im weißen Rößl« (mit Kadelburg, 1898), »Als ich wiederkam« (mit demselben, 1899) u. a. B. gab auch »Grabbes Werke und handschriftlichen Nachlaß« (Berl. 1874, 4 Bde.) heraus.
 
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Blumentiere, s. Meyers Korallenpolypen.
 
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Blumentisch, ein durch eine Zinkplatte mit aufgeschlagenem Rand unempfindlich gemachter, mehr oder weniger verzierter Tisch zur Ausstellung hübscher Pflanzen. Die empfehlenswertesten sind für einfache Mittel solche aus runden Eisenstäben oder aus Naturholz, für höhere Ansprüche aus Holz im Stile der betreffenden Zimmereinrichtung. Immer sollte der B. auf Rollen laufen, um leicht drehbar zu sein. Besonders dekorativ wirkt ein B., mit dem ein oder mehrere Ständer verbunden sind zur Heraushebung einzelner besonders schöner Pflanzen. Sehr hübsch ist der B. in schmaler Kastenform für einen Fensterplatz im Salon auf entsprechend dekorierten Füßen. Der B. wie die Blumenständer sind unentbehrlich für Pflanzen, die für den Platz auf dem Fensterbrett zu hoch oder zu breit geworden sind. Allerdings ist der B. nur für wenige Pflanzen ein dauernder Kulturplatz, da er zu wenig Licht hat; man muß also wechseln können, wenn die Pflanzen nicht sehr bald einseitig und häßlich werden sollen. Die Verbindung des Blumentisches mit einem Aquarium und einer Fontäne wirkt günstig, weil hierdurch die Luft etwas feuchter gehalten wird.
 
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Blumentöpfe, meist runde irdene, zur Zucht von Ziergewächsen dienende Gefäße, die unten etwas enger sind als oben und in der Mitte des Bodens eine oder mehrere Abzugsöffnungen haben. Glasierte B. sind ebenso wie sehr hart gebrannte unzweckmäßig, weil sie den Abzug der Feuchtigkeit und den Zutritt der Luft hindern. Für tief wurzelnde Pflanzen wählt man B., die mehr tief als breit, für sehr verzweigt wurzelnde Pflanzen aber B., die mehr breit als tief sind. Sehr große B. erhalten vorteilhaft unter dem Boden einen 13 cm hohen, mehrfach eingeschnittenen Rand, der den Wasserabzug und den Luftzutritt begünstigt. In neuerer Zeit hat man B. aus kohlehaltiger Masse angewendet, auch die eleganten »Lewetzowschen Kulturtöpfe«, bestehend aus dem innern unglasierten und dem äußern glasierten Gefäß mit einem Zwischenraum als Wasserbehälter und mehreren Verbindungsröhren für die Luftzirkulation. Ohne daß das Gießen auf den innern Blumentopf ganz überflüssig wird, ist doch hier das Zuvielgießen, d. h. das Versauern des Wurzelballens, wenig zu befürchten.

 

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