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Blumenfontäne bis Blumenlese (Bd. 3, Sp. 75 bis 76)
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Artikelverweis Blumenfontäne, ein Blumenbeet, in dessen Mitte ein Pfahl steht, der drei oder mehr flache Körbe übereinander trägt. Die Körbe, deren obere kleiner sind als die untern, sind durch Eisenstäbe miteinander verbunden, an denen in den Körben stehende blühende Schlingpflanzen sich emporranken. Die B. ist mühsam zu erhalten und sehr kostspielig.
 
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Blumengarten, ein besonders reich ausgestatteter abgeschlossener Teil größerer Anlagen, in dem vorzugsweise Florblumen, kleinere Stauden und Blütensträucher in geschmackvoller Form vorgeführt werden, für die im großen Parke kein Platz ist. Bei vorherrschender Verwendung von Rosen Rosarium genannt. Hier sollten zierliche Lauben, Kioske, Skulpturwerke, Fontänen nicht fehlen. In der Nähe von Schlössern, Orangerien oder andern monumentalen Bauten sucht man Anlehnung an diese und hält den B. in regelmäßigen Formen. Die Begrenzung bilden entweder zierliche Gitter mit blühenden Schlingpflanzen oder dichte Pflanzungen schönblühender Sträucher. Die kleinern Florblumen sowie auch die Rosen werden beetweise angeordnet. Das Teppichbeet aber gehört nicht hierher oder findet nur ausnahmsweise im Anschluß an ein Gebäude einen Platz. Die Beete liegen entweder im Rasen verteilt oder sind, in regelmäßigen Anlagen, wo peinlichste Sauberkeit und tadellose Linienführung unerläßlich sind, mit Buchsbaum oder schmalen Rasenstreifen eingefaßt. Die Blumenbeete sollen während der ganzen milden Jahreszeit blühende Sachen tragen. Man muß daher in Reservegä rten für blühende Pflanzen zum Auswechseln der verblühten sorgen. Im Frühling bilden Tulpen, Hyazinthen und andre Blumenzwiebeln, Stiefmütterchen, Vergißmeinnicht, Tausendschönchen und andre Pflanzen, die schon im Spätherbst hingepflanzt wurden, den ersten Flor. Nach deren Abräumung folgt neben Rosen das große Heer der Florblumen, hauptsächlich einjährige Pflanzen, neben denen auch einige kraut- und halbholzartige Pflanzen, wie Pelargonien, Begonien, Fuchsien, Heliotrop, massenhafte Verwendung finden. Den Schluß bildet im Herbst eine Bepflanzung mit Astern und Chrysanthemum, welche die ersten schwächern Fröste gut zu überstehen pflegen. Auf den Rasenflächen finden, geschmackvoll vor den Gehölzen verteilt, die großblätterigen und z. T. auch großblütigen Stauden ihren Platz. Regelmäßige Anlagen dieser Art sind in Deutschland der B. in Charlottenhof bei Potsdam und der Schloßhof im königlichen Hofgarten zu Pillnitz bei Dresden. Großes Geschick in der Anlegung unregelmäßiger Blumengärten, in denen die Blumenbeete zwanglos und malerisch im Rasen verteilt sind, zeigen die Engländer; in Deutschland sind sehr schöne Beispiele in Muskau und im Neuen Garten bei Potsdam.
 
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Blumengäste, s. Meyers Schutzeinrichtungen.

[Bd. 3, Sp. 76]



 
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Blumengraf, s. Meyers Maifest.
 
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Blumenhandel, s. Meyers Gartenbau.
 
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Blumenkasten, s. Meyers Blumenbrett und Meyers Balkongärtnerei.
 
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Blumenkohl, s. Meyers Kohl.
 
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Blumenkohlgewächs, krankhafte Neubildung der Haut und vieler Schleimhäute mit zerklüfteter, papillärer Oberfläche; oft ist das B. als Krebs (s. d.) zu deuten oder geht darin über.
 
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Blumenkorso, s. Meyers Korso.
 
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Blumenkrone (Corolla), s. Meyers Blüte, S. 86.
 
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Blumenlese, s. Meyers Anthologie.

 

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