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Blumenblau bis Blumengarten (Bd. 3, Sp. 75)
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Artikelverweis Blumenblau, s. Meyers Blütenfarben.
 
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Blumenboote, s. Meyers Prostitution.
 
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Blumenbrett, vor den Fenstern anzubringende Porrichtung, um Pflanzen im Sommer einen dauernden Stand an der freien Luft und Sonne zu gewähren. Das B. muß sehr solid befestigt sein und sollte immer Kastenform haben, damit die Töpfe vorn Schutz gegen zu starke Erhitzung durch die Sonne haben. Die Zwischenräume zwischen den Töpfen füllt man mit Lohe, Moos oder Sägespänen, um zu rasches Austrocknen zu verhindern. An der Südseite des Hauses muß nach Möglichkeit für Beschattung der Pflanzen in den heißesten Tagesstunden gesorgt werden. Für die Wirkung nach der Straße hin empfiehlt sich die Verwendung einiger hängender Pflanzen, die das B. oder den Blumenkasten völlig verdecken. Vgl. Balkongärtnerei.
 
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Blumendünger, s. Meyers Pflanzenpflege.
 
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Blumeneinbruch, s. Meyers Blütenbestäubung, S. 91.
 
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Blumeneisen, Ausschlageisen für künstliche Blumen.
 
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Blumenesche, s. Meyers Esche.
 
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Blumenfenster, ein nach außen oder nach dem Zimmer hin erweitertes Doppelfenster, in dem Pflanzen, vor Staub geschützt und in feuchter Luft, besser gedeihen als im Zimmer. Erweitert man das Doppelfenster nach außen, so bleiben die innern, im andern Fall die äußern Fensterflügel in ihrer Lage. Das Gestell für das B. macht man aus Holz oder Eisen und verglast es an allen Seiten. Das herausgebaute B. wird vorteilhaft doppelwandig gemacht, um die Pflanzen besser vor Kälte zu schützen. Das Gestell muß vollkommen dicht an das Holzwerk des Fensters anschließen, um das Eindringen kalter Luft zu vermeiden; auch muß es gut mit Ölfarbe gestrichen werden. Den Boden bedeckt man mit einer gestrichenen Zinkplatte, deren Ränder ausgebogen und an den Kanten verlötet werden. Man gibt dem Boden eine schwache Neigung nach dem Zimmer, damit das überfließende Wasser leicht beseitigt werden kann. Im Winter muß außen eine Strohmatte angebracht werden, die durch eine Schnur leicht zu regulieren ist. Lüftung und Heizung bewirkt man durch Öffnen der Fensterflügel nach dem Zimmer. Zur Kultur zarterer Pflanzen gibt man dem B. einen Doppelboden und brennt in diesem niedrige Lampen (am besten Nachtlichter in Untertasse), oder man schiebt mit essigsaurem Natron gefüllte Wärmflaschen ein.
 
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Blumenfliege (Anthomyia Meig.), Gattung aus der Familie der Fliegen (Muscidae), unscheinbare Insekten, die in Größe, Körpertracht und Färbung vielfach der Stubenfliege gleichen. Die kopflosen Maden leben meist in faulenden Gegenständen, besonders auch im Mist; einige minieren in Blättern, richten aber nur, wenn sie in sehr großer Zahl vorhanden sind, merklichen Schaden an; andre leben in markreichen Stengeln oder in Wurzeln. Die weiße Larve der grauen Zwiebelfliege (A. antiqua Meig.) gräbt gesellig Gänge im Grunde der Küchenzwiebel, die bei Anwesenheit mehrerer Maden bald in Fäulnis übergehen. Die Verpuppung erfolgt in der Erde. Die beinfarbene Larve der Kohlfliege (A. brassicae Bouché) haust gesellig in Strünken und Wurzeln der Kohlarten, auch in Rettichen, Rüben, Radieschen und Levkojen, überwintert als Fliege und Puppe. Die kleine Stubenfliege (Hundstagsfliege, A. canicularis L.), 56 mm lang, oben schwärzlich mit drei dunkeln Linien, am Hinterleib grau, ist gemein, lebt auch in Häusern, die dornige Larve in faulenden Pflanzenstoffen.
 
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Blumenfontäne, ein Blumenbeet, in dessen Mitte ein Pfahl steht, der drei oder mehr flache Körbe übereinander trägt. Die Körbe, deren obere kleiner sind als die untern, sind durch Eisenstäbe miteinander verbunden, an denen in den Körben stehende blühende Schlingpflanzen sich emporranken. Die B. ist mühsam zu erhalten und sehr kostspielig.
 
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Blumengarten, ein besonders reich ausgestatteter abgeschlossener Teil größerer Anlagen, in dem vorzugsweise Florblumen, kleinere Stauden und Blütensträucher in geschmackvoller Form vorgeführt werden, für die im großen Parke kein Platz ist. Bei vorherrschender Verwendung von Rosen Rosarium genannt. Hier sollten zierliche Lauben, Kioske, Skulpturwerke, Fontänen nicht fehlen. In der Nähe von Schlössern, Orangerien oder andern monumentalen Bauten sucht man Anlehnung an diese und hält den B. in regelmäßigen Formen. Die Begrenzung bilden entweder zierliche Gitter mit blühenden Schlingpflanzen oder dichte Pflanzungen schönblühender Sträucher. Die kleinern Florblumen sowie auch die Rosen werden beetweise angeordnet. Das Teppichbeet aber gehört nicht hierher oder findet nur ausnahmsweise im Anschluß an ein Gebäude einen Platz. Die Beete liegen entweder im Rasen verteilt oder sind, in regelmäßigen Anlagen, wo peinlichste Sauberkeit und tadellose Linienführung unerläßlich sind, mit Buchsbaum oder schmalen Rasenstreifen eingefaßt. Die Blumenbeete sollen während der ganzen milden Jahreszeit blühende Sachen tragen. Man muß daher in Reservegä rten für blühende Pflanzen zum Auswechseln der verblühten sorgen. Im Frühling bilden Tulpen, Hyazinthen und andre Blumenzwiebeln, Stiefmütterchen, Vergißmeinnicht, Tausendschönchen und andre Pflanzen, die schon im Spätherbst hingepflanzt wurden, den ersten Flor. Nach deren Abräumung folgt neben Rosen das große Heer der Florblumen, hauptsächlich einjährige Pflanzen, neben denen auch einige kraut- und halbholzartige Pflanzen, wie Pelargonien, Begonien, Fuchsien, Heliotrop, massenhafte Verwendung finden. Den Schluß bildet im Herbst eine Bepflanzung mit Astern und Chrysanthemum, welche die ersten schwächern Fröste gut zu überstehen pflegen. Auf den Rasenflächen finden, geschmackvoll vor den Gehölzen verteilt, die großblätterigen und z. T. auch großblütigen Stauden ihren Platz. Regelmäßige Anlagen dieser Art sind in Deutschland der B. in Charlottenhof bei Potsdam und der Schloßhof im königlichen Hofgarten zu Pillnitz bei Dresden. Großes Geschick in der Anlegung unregelmäßiger Blumengärten, in denen die Blumenbeete zwanglos und malerisch im Rasen verteilt sind, zeigen die Engländer; in Deutschland sind sehr schöne Beispiele in Muskau und im Neuen Garten bei Potsdam.

 

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