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Blumenau bis Blumendünger (Bd. 3, Sp. 74 bis 75)
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Artikelverweis Blumenau, 1) (ungar. Lamacs) Dorf im ungar. Komitat Preßburg, an der Staatsbahnlinie Wien-Preßburg, mit (1901) 1149 Einw. Hier kämpfte 22. Juli 1866 das 4. preußische Armeekorps (Fransecky) mit dem 2. österreichischen Korps (Thun); das den Preußen günstige Gefecht mußte des inzwischen abgeschlossenen Waffenstillstandes wegen abgebrochen werden. 2) Deutsche Kolonie im brasil. Staat Santa Catharina, im 6001000 m breiten, fruchtbaren Tal des Itajahy-Assu, 60,000 Hektar umfassend, mit 30,000 Bewohnern, worunter 20,000 Deutsche (Rheinländer, Pommern, Badenser), 45000 Italiener, 12000 Polen, Schweizer und Holländer nebst einigen hundert Russen, 2 Regierungs- und 40 Privatschulen. Das reichbewässerte Land hat ein fieberfreies, gleich mäßiges Klima (Jahrestemperatur 20,5°) und erzeugt in dem ergiebigen Lehmboden Mais, Maniok und andre Knollengewächse, Zuckerrohr, Bohnen, Kartoffeln, Kaffee, Baumwolle, Tabak, Reis, Südfrüchte. Schweine- und Rinderzucht sind ansehnlich. Die gewerblichen Unternehmungen erstrecken sich hauptsächlich auf Brauereien, Mais-, Maniok-, Zucker- und Sägemühlen. Der Handel leidet unter dem Mangel an Dampfschiffverbindung flußabwärts; Fahrstraßen bestehen in Länge von 682 km. Der Hauptort B. liegt weit zerstreut am Einfluß des Garcia in den Itajahy-Assu, 80 km oberhalb seiner Mündung in den Atlantischen Ozean, hat eine 1,5 km lange Hauptstraße mit mehreren Nebenstraßen, etwa 120 getrennt liegende Wohnhäuser, kathol ische und evang. Kirche, schönes Munizipalgebäude, Regierungsschule, 2 deutsche Zeitungen und ist Sitz eines deutschen Konsuls. Die Kolonie wurde 1850 von Hermann Blumenau (geb. 29. Dez. 1819 in Hasselfelde, gest. 30. Okt. 1899 in Braunschweig) gegründet, 1860 von der brasilischen Regierung übernommen und 1880 selbständig. Vgl. Stutzer, Das Itajahytal und das Munizipium B. (2. Aufl., Gost. 1891); Gernhardt, Donna Francisca, Hansa und B. (Festschrift, Bresl. 1901). 3) Fabrikdorf, s. Meyers Tannhausen.
 
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Blumenbach, Johann Friedrich, Naturforscher, geb. 11. Mai 1752 in Gotha, gest. 22. Jan. 1840, studierte in Jena und Göttingen, wurde hier 1776 Professor der Medizin, hielt fast 60 Jahre hindurch seine von Zuhörern aller Nationen besuchten Vorlesungen über Naturgeschichte, vergleichende Anatomie, Physiologie und Geschichte der Medizin und wurde als der Magister Germaniae von den Freunden der Naturkunde gefeiert. Er erhob die Zoologie in Deutschland zuerst zu wissenschaftlicher Bedeutung, indem er sie noch vor Cuvier (seit 1785) in Verbindung mit der vergleichenden Anatomie brachte und dadurch klare Anschauungen und feste Begriffe vom Wesen und von der Verwandtschaft der Tiere vermittelte. Sein »Handbuch der Naturgeschichte« (Götting. 1780) erlebte bis 1830 zwölf Auflagen. Seine Abhandlung »Über den Bildungstrieb und das Zeugungsgeschäft« (Götting. 1781, 3. Aufl. 1791) sowie seine »Institutiones physiologicae« (das. 1787, 4. Aufl. 1821; deutsch von Eyerel, Wien 1789 u. 1795) gaben vielfache neue Anregungen. Er war der Begründer der vergleichenden Anatomie in Deutschland. Sein »Handbuch der vergleichenden Anatomie und Physiologie« (Götting. 1804, 3. Aufl. 1824) ist beinahe in alle Sprachen Europas übersetzt worden. Seine Doktordisputation »De generis humani varietate nativa« (Götting. 1775, 4. Aufl. 1795; deutsch von Gruber, Leipz. 1795) leitete den Kampf über die Arteinheit und Abstammung des Menschengeschlechts von Einem Paar ein. Seine weltberühmte Schädelsammlung gab den Stoff zu den Abbildungen von Rasseschädeln in der »Collectio craniorum diversarum gentium« (Götting. 17901828, 7 Dekaden) und einer »Nova pentas collectionis suae craniorum« (das. 1828; neu hrsg. von H. v. Ihering, Wien 1873) Höchst wertvolle anatomische und physiologische Beobachtungen

[Bd. 3, Sp. 75]


enthalten die »Kleinern Schriften zur vergleichenden Physiologie, Anatomie und Naturgeschichte« (übersetzt von Gruber, Leipz. 1805); die »Beiträge zur Naturgeschichte« (Götting. 1806 u. 1811, 2 Bde.); die »Medizinische Bibliothek« (das. 17931795, 3 Bde.); die »Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers« (das. 1786, 2. Aufl. 1807). Vgl. Marx, Andenken an B. (Götting. 1840); »Göttinger Professoren« (anonym, Gotha 1872).
 
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Blumenbeete, s. Meyers Blumengarten.
 
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Blumenbinderei, s. Meyers Binderei.
 
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Blumenbinse, s. Meyers Butomus.
 
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Blumenblätter (Kronblätter, Petala), s. Meyers Blüte, S. 86.
 
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Blumenblattlose Gewächse, s. Apetalen.
 
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Blumenblau, s. Meyers Blütenfarben.
 
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Blumenboote, s. Meyers Prostitution.
 
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Blumenbrett, vor den Fenstern anzubringende Porrichtung, um Pflanzen im Sommer einen dauernden Stand an der freien Luft und Sonne zu gewähren. Das B. muß sehr solid befestigt sein und sollte immer Kastenform haben, damit die Töpfe vorn Schutz gegen zu starke Erhitzung durch die Sonne haben. Die Zwischenräume zwischen den Töpfen füllt man mit Lohe, Moos oder Sägespänen, um zu rasches Austrocknen zu verhindern. An der Südseite des Hauses muß nach Möglichkeit für Beschattung der Pflanzen in den heißesten Tagesstunden gesorgt werden. Für die Wirkung nach der Straße hin empfiehlt sich die Verwendung einiger hängender Pflanzen, die das B. oder den Blumenkasten völlig verdecken. Vgl. Balkongärtnerei.
 
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Blumendünger, s. Meyers Pflanzenpflege.

 

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