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Bloomsburg bis Blücher (Bd. 3, Sp. 69)
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Artikelverweis Bloomsburg (spr. blūms-), Hauptort der Grafschaft Columbia im nordamerikan. Staat Pennsylvanien, Bahnknotenpunkt, mit reichen Eisenstein- und Kalksteinlagern, Hochöfen, Eisengießereien und (1900) 6170 Einw.
 
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Blooteling Abraham, niederländ. Kupferstecher, geb. 1634 in Amsterdam, gest. daselbstum 1690, arbeitete in der Art von Soutman, C. Visscher und Suyderhoef und stach besonders nach Rubens, unter anderm eine Reihe von Zeichnungen, die als Vorbilder in den Ateliers verwendet wurden, und nach holländischen Meistern (Bega, Wouwerman, van der Helst u. a.). Später wendete er sich der Schwarzkunstmanier zu, die er durch Erfindung des Granierstahls verbesserte, weil sie zur Wiedergabe Rembrandtscher Helldunkeleffekte geeigneter war.
 
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Blöße, militärisch: ein Gelände, z. B. im Walde, das der Feind ungedeckt überschreiten muß; in der Fechtkunst der Mangel an Deckung (vgl. Battuta).
 
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Blößen, für den Gerbeprozeß durch Kalken und Schwellen zubereitete Häute.
 
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Blößling, Berg, s. Meyers Schwarzwald.
 
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Blottendorf, Dorf in Böhmen, s. Meyers Haida.
 
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Blotzheim, Dorf im deutschen Bezirk Oberelsaß, Kreis Mülhausen, an der Eisenbahn Straßburg-Basel, hat 2 kath. Kirchen, Synagoge, Schloß und (1900) 2288 Einw. Zur Gemeinde B. gehört die berühmte Hüninger Fischzuchtanstalt (s. Meyers Hüningen).
 
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Blouse (franz., spr. blūs'), s. Meyers Bluse.
 
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Blowitz (tschech. Blovice), Stadt in Böhmen, Bezirksh. Pilsen, an der Uslawa und der Staatsbahnlinie Wien-Eger, Sitz eines Bezirksgerichts, hat Dampfmühlen, Dampfbäckerei, Bierbrauerei und (1900) 1751 tschech. Einwohner. Nahe südlich Schloß Hradischt mit Park, nordwestlich die Burgruine Wildstein und westlich der Kurort Letin mit Moorbädern.
 
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Blowitz Heinrich, Georg Stephen Adolf Opper, genannt von B., Journalist, geb. 28. Dez. 1832 zu Blowitz in Böhmen, jüdischer Abkunft, gest. 18. Jan. 1903 in Varis, wanderte mit 16 Jahren aus, war 184960 Lehrer des Deutschen an verschiedenen Lyzeen in Frankreich, ließ sich während des Krieges 1870 naturalisieren, wobei er den Namen B. annahm, und wurde 1871 Korrespondent der »Times« in Paris. Er führte die Sitte des Interviews ein, deren bekanntestes das bei Bismarck während des Berliner Kongresses (1878) war. In den folgenden Jahren beutete er seinen Ruf durch unzuverlässige deutschfeindliche Korrespondenzen in der »Times« aus.
 
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Blücher, Gebhard Leberecht, Fürst von Wahlstatt, der volkstümlichste Held des deutschen Befreiungskriegs, geb. 16. Dez. 1742 in Rostock, gest. 12. Sept. 1819 zu Krieblowitz in Schlesien, genoß wie seine ältern sechs Brüder nur eine geringe geistige Ausbildung auf dem väterlichen Gute Großen-Rensow in Mecklenburg. Als der Vater ihn und einen ältern Bruder 1757 zu seinem Schwiegersohn auf die Insel Rügen schickte, traten beide Knaben als Freiwillige in das schwedische Husarenregiment Sparre ein. Bei einem Streifzug wurde B. 29. Aug. 1760 von preußischen Husaren gefangen und vom Obersten Belling seines kecken Benehmens wegen zum Übertritt in das preußische Heer aufgefordert, B. wurde 1760 preußischer Kornett und Bellings Adjutant, 1761 Premierleutnant, 1771 Stabsrittmeister. Ob seiner Lust an Spiel und Wein, seiner Streitsucht und seines Verkehrs mit den Polen bei der Beförderung übergangen, schrieb er an Friedrich II.: »Der von Jägersfeld, der kein andres Verdienst hat, als der Sohn des

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Markgrafen von Schwedt zu sein, ist mir vorgezogen worden. Ich bitte Ew. Majestät um meinen Abschied.« Der König ließ ihn 3/4 Jahr in Arrest setzen und entließ ihn, als er bei seiner Erklärung blieb. B. widmete sich nun der Landwirtschaft, heiratete die Tochter des sächsischen Obersten v. Mehling, kaufte das Gut Groß-Raddow in Pommern und wurde Deputierter der Landschaftsdirektion. Unter Friedrich Wilhelm II. durfte B. 1787 in sein altes Regiment als Major wieder eintreten. Er machte den holländischen Feldzug mit, wurde 1788 Oberstleutnant und 1791 Oberst der roten Husaren. Nach dem Tode seiner ersten Gemahlin (1789) vermählte er sich 1795 mit Amalie von Colomb.
   Im Krieg mit Frankreich erwies er sich namentlich bei Kaiserslautern 1793 und Kirrweiter 1794 als kühner Reiterführer, ward 1794 Generalmajor, 1801 Generalleutnant und nahm 1803 als Gouverneur der von Preußen neuerworbenen westfälischen Landschaften seinen Sitz in Münster, wo er mit dem Oberpräsidenten vom Stein erfolgreich zusammenwirkte. Im Kriege von 1806, zu dem er eifrig getrieben hatte, befehligte B. bei Auerstädt 14. Okt. die Vorhut, folgte nach dem unglücklichen Ausgang der Schlacht dem Fürsten von Hohenlohe an die Oder und wandte sich nach der Kapitulation von Prenzlau durch das Mecklenburgische nach Lübeck, um im schlimmsten Fall sich einzuschiffen, mußte aber, nachdem die Franzosen die Stadt erstürmt hatten, 7. Nov. 1806 mit 6000 Mann in Ratkau kapitulieren. Auf Ehrenwort entlassen, ging er nach Hamburg, ward aber schon 27. Febr. 1807 gegen den General Victor ausgewechselt. Nach dem Tilsiter Frieden erhielt er das Generalkommando in Pommern, mahnte von hier aus den König unablässig zu neuem Kampf und verbarg seinen Haß gegen Frankreich so wenig, daß ihn der König 1812 vom Generalkommando entfernte. Als 1813 der Krieg erklärt war, wurde B., seit 1802 General der Kavallerie, auf Scharnhorsts Betrieb, anfangs unter Wittgenstein, an die Spitze der preußischen Truppen in Schlesien gestellt. Er befehligte sie bei Lützen und Bautzen, schlug auf dem Rückzug die französische Vorhut bei Haynau, war aber mit der ganzen Kriegführung und insbes. dem Waffenstillstand vom 4. Juni unzufrieden. Beim Wiederbeginn der Feindseligkeiten erhielt er den Oberbefehl des schlesischen Heeres: er vernichtete in der Schlacht an der Katzbach (26. Aug.) das Heer Macdonalds, erbeutete 105 Kanonen und befreite Schlesien, erzwang 3. Okt. den Übergang über die Elbe bei Wartenburg und schlug 16. Okt. Marmont bei Möckern. Am 18. stellte er sich mit Selbstverleugnung unter den Kronprinzen von Schweden, drang aber 19. Okt. stürmend in Leipzig ein. Er wurde zum Feldmarschall ernannt. Am Neujahrstag 1814 überschritt B. mit dem schlesischen Heer den Rhein bei Kaub, vereinigte sich mit der Hauptarmee, siegte mit ihr 1. Febr. bei La Rothiere und versuchte, selbständig mit seinen Truppen an der Marne gegen Paris zu operieren. Da seine Heerhaufen aber getrennt marschierten, griff sie Napoleon 10.14. Febr. bei Champaubert, Montmirail, Chateau-Thierry und Vauchamps einzeln an und versetzte sie in die größte Gefahr. B. zog sich unter Verlust nach Châlons zurück, vereinigte seine Abteilungen wieder, verband sich mit dem von Norden anrückenden Bülow und siegte 9. und 10. März bei Laon. Ernste Krankheit zwang ihn, vom Wagen aus zu kommandieren, aber immer trieb er zum Marsch nach Paris und erstürmte hier den Montmartre. Doch nahm er in seiner Verstimmung über die den Franzosen gemachten Konzessionen an dem Einzug nicht teil und legte 2. April den Oberbefehl nieder. Friedrich Wilhelm III. ernannte ihn zum Fürsten von Wahlstatt und gab ihm die Herrschaft Drebnitz in Schlesien als Dotation. Als er im Juni den verbündeten Monarchen nach England folgte, ward er hier mit grenzenlosem Jubel empfangen: die Stadt London verehrte ihm das Bürgerrecht und die Universität Oxford den Doktorhut.
   Nach Napoleons Rückkehr von Elba zum Oberfeldherrn der preußischen Armee ernannt, verabredete sich B. mit Wellington, in Belgien sich nicht zu vereinigen, aber sich gegenseitig zu Hilfe zu kommen. Bei Ligny 16. Juni 1815 von der französischen Hauptmacht angegriffen und von Wellington nicht ausreichend unterstützt, wurde B. geschlagen; der Sturz seines Pferdes brachte ihn in die Gefahr der Gefangenschaft. Dennoch langte er 18. Juni zeitig genug bei Belle-Alliance an, um den bedrängten Wellington zu retten und Napoleon den Sieg zu entreißen. Unermüdet folgte er dem fliehenden Feinde, zwang die Hauptstadt zur Kapitulation und das Heer zum Abzug hinter die Loire und zog 7. Juli in Paris ein; sein Hauptquartier nahm er im Schloß St.-Cloud. Friedrich Wilhelm III. verlieh ihm das Eiserne Kreuz, von goldenen Strahlen umgeben. Aufs neue drang B. auf für Deutschland günstigere Friedensbedingungen und gebrauchte in den Verhandlungen einen den Franzosen ungewohnten Ton und die deutsche Sprache. An Wellingtons diplomatischer Tafel brachte er den Toast aus: »Was die Schwerter uns erwerben, laßt die Federn nicht verderben!« Am 31. Okt. nahm er durch Proklamation vom Heer Abschied und kehrte abermals im Triumph nach Deutschland zurück. Nur die Energie des Geistes hatte bisher seinen kränklichen Körper aufrecht gehalten, der nun im Frieden von den Strapazen des Krieges zu leiden hatte. Er lebte meist auf seinen Gütern und besuchte 1819 Karlsbad zum letztenmal, Bei den drei Linden an der Straße von Krieblowitz ward er begraben. Trotz seiner Erfolge bewahrte er, der volkstümlichste der Kriegshelden, eine seltene Bescheidenheit. Seine vernachlässigte Erziehung, sein zügelloses Jugendleben machten sich jedoch bis an sein Lebensende bemerklich; das Spiel liebte er leidenschaftlich, und trotz der Freigebigkeit des Königs waren seine Vermögensumstände nie geordnet. Sein »Campagne-Journal der Jahre 1793 und 1794« erschien 1796, seine »Gedanken über Formierung einer preußischen Nationalarmee« 1805, merkwürdig durch den Grundgedanken: jeder Preuße müsse Soldat, die Dienstzeit kurz, die Behandlung besser werden. Ein Erzbild Blüchers, von Rauch modelliert, schmückt seit 1820 den Blücherplatz zu Breslau, ein andres desselben Meisters seit 1826 den Opernplatz zu Berlin; ein drittes, von Schadow. mit der Inschrift von Goethe, befindet sich in Rostock; auch in Kaub wurde ihm 1894 ein Denkmal errichtet. 1889 ward das 5. pommersche Husarenregiment nach ihm benannt. Die besten Biographien Blüchers sind von Varnhagen von Ense (»Biographische Denkmale«, Bd. 3), Wigger (s. unten) und Blasendorff (Berl. 1887). Vgl. auch v. Schöning, Geschichte des preußischen 5. Husarenregiments mit besonderer Rücksicht auf B. (Berl. 1843), und E. v. Colomb, B. in Briefen aus den Feldzügen 18131815 (Stuttg. 1876).
   Fürst B. hinterließ zwei Söhne, denen die gräfliche Würde zu teil ward: 1) Franz, Graf von B.-Wahlstatt, geb. 10. Febr. 1778, machte die Feldzüge

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von 1813 und 1814 mit und starb als preußischer Generalmajor 10. Okt. 1829 in Köpenick, geisteskrank infolge der im Krieg erhaltenen Kopfwunden, mit Hinterlassung von zwei Söhnen: Gebhard, geb. 14. Juli 1799, erhielt 18. Okt. 1861 den fürstlichen Titel nach dem Rechte der Erstgeburt, Haupt der Linie B.-Wahlstatt und erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses, gest. 8. März 1875, und Gustav Oktavius Heinrich, Graf von B., geb. 3. Aug. 1800, Ehrenritter des Johanniterordens und preußischer Kammerherr, gest. 3. Jan. 1866 in Baden-Baden. Der Sohn des erstern, der durch seine Mutter, die katholische Gräfin Marie von Larisch-Moenich (gest. 6. März 1889), sechs Herrschaften in Österreichisch-Schlesien erwarb, Fürst Gebhard Lebrecht, geb. 18. März 1836, das jetzige Haupt der Familie, erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses und Herr der Majorate Krieblowitz und Wahlstatt, ist, wie seine Nachkommenschaft, katholisch und seit 1895 zum drittenmal verheiratet. 2) Friedrich Gebhard, Graf B. von Wahlstatt, geb. 1780, beteiligte sich ebenfalls an den Feldzügen von 18131815, nahm später seinen Abschied als Oberstleutnant und starb 14. Jan. 1834 ohne männliche Nachkommen. Ein Enkel des Oheims des Fürsten B., Konrad Daniel von B., geb. 29. Febr. 1764, ist der Begründer einer eignen Linie, B.-Altona, machte sich in den Kriegsjahren 1813 und 1814 sowie später um diese Stadt verdient und starb daselbst 1. Aug. 1845 als dänischer Geheimer Konferenzrat und Oberpräsident. Er war 27. Okt. 1818 mit seinen Nachkommen in den dänischen Grafenstand erhoben worden. Eine dritte Linie des Geschlechts, die Linie B.-Finken, die im Mecklenburgischen begütert ist, begründete der Domherr und Johanniterritter Ludwig Gerhard Hartwig Friedrich von B., geb. 21. Dez. 1769, gest. 21. Juli 1836, der 13. Okt. 1815 vom König von Preußen in den Grafenstand erhoben ward. Vgl. Wigger, Geschichte der Familie von B. (Rost. 187079, 2 Bde. in 3 Teilen, von denen der zweite eine ausführliche Biographie des Feldmarschalls enthält).

 

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