Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Blonden bis Blooteling (Bd. 3, Sp. 68 bis 69)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Blonden, leichte, früher nur aus roher blonder Seide (daher der Name), jetzt auch aus schwarzer Seide gefertigte Spitzen mit netzartigem, mit Blumen und sonstigen Figuren broschiertem Grund. Zuerst hauptsächlich in Chantilly und Bayeux hergestellt; jetzt liefert auch Deutschland (Erzgebirge) vortreffliche B.
 
Artikelverweis 
Blonder Typus (xanthochroischer Typus), beim Menschen die Verbindung blonder Haare mit heller Hautfarbe und blauen, bez. grauen Augen, eine charakteristische Eigenschaft der nordischen (skandinavischen) Rasse; findet sich hauptsächlich in Skandinavien (gegen 70 Proz.), auf den britischen Inseln (gegen 50 Proz.) und in Norddeutschland (gegen 42 Proz.) vertreten und wird um so seltener, je weiter man nach Süden geht. In Deutschland kommt er zu 31,5 Proz., in Österreich zu 19,7 Proz. und in der Schweiz nur noch zu 11,10 Proz. vor. In Deutschland stellen das stärkste Kontingent an Leuten mit blonder Komplexion Lauenburg (mit 45,02 Proz.) und Oldenburg (43,35 Proz.), das schwächste Bayern (20,35 Proz.) und Elsaß-Lothringen (18,41 Proz.). Für den »brünetten« Typus (s. d.) liegen die Verhältnisse umgekehrt. Vereinzelt ist der blonde Typus auch außerhalb dieser blonden Zone anzutreffen, so bei Spaniern, Italienern, Griechen, den Bewohnern der nordafrikanischen Küste, verschiedenen nord- und zentralasiatischen Stämmen, den Juden u. a. Sicherlich ist sein Vorkommen hier auf Einwanderung nordeuropäischer Elemente zurückzuführen.
 
Artikelverweis 
Blondin (spr. blongdäng), Charles, Seiltänzer, hieß eigentlich Gravelin, geb. 28. Febr. 1824 in St.-Omer (Pas-de-Calais), gest. 19. Febr. 1897 in London, kam früh zu einer Seiltänzergesellschaft und zeichnete sich durch Kühnheit und Geschicklichkeit aus. Berühmt wurde er durch wiederholtes Überschreiten des Niagara (185560) auf einem 50 m über dem Wasserfall angebrachten Seil (sogar auf Stelzen etc.). Später bereiste er alle größern Städte Europas.
 
Artikelverweis 
Blondine, s. Meyers Blond.

[Bd. 3, Sp. 69]



 
Artikelverweis 
Blondinette, s. Meyers Tauben.
 
Artikelverweis 
Bloomerismus (spr. blum-; Petticoat Reform, »Frauenunterrocksreform«), die 1850 von Frau Amalia Bloomer, Gattin des Obersten und Postmeisters Bloomer in Seneca Falls im Staat New York, angeregte Bewegung, die unter Verwerfung der angeblich der Gesundheit schädlichen weiblichen Kleidungsstücke, männliche Bekleidung mit Hosen, Stiefeln und Rock für die Frauen empfahl. Die Sache fand in Amerika und in England Beifall (Bloomervereine, Bloomermeetings), kam jedoch bald wieder in Vergessenheit. Über die neuere Reform der Frauenkleidung s. Meyers Kleidung.
 
Artikelverweis 
Bloomfield (spr. blúhmfīld), Ort im nordamerikan. Staate New Jersey, Grafschaft Essex, nahe Newark, mit Fabriken und 9668 Einw.
 
Artikelverweis 
Bloomfield (spr. blúhmfīld), 1) Robert, engl. Naturdichter, geb. 3. Dez. 1766 in Honington, gest. 19. Aug. 1823 in Shefford, war der jüngste Sohn eines armen Dorfschneiders und wurde nach dem Tode des Vaters zu einem ältern Bruder nach London gebracht, um das Schuhmacherhandwerk zu lernen. Das Besuchen einiger Bethäuser und des Coventgarden-Theaters, wo er Stücke von Shakespeare sah, sowie das Lesen geographischer, geschichtlicher und dichterischer Werke (besonders Miltons und Thomsons) förderten die in B. verborgene poetische Ader zutage. Ein Volkslied: »The milk-maid«, nach einer alten Weise gedichtet, das erste, was von ihm im Druck erschien, fand ungeteilten Beifall, ebenso ein zweites: »The sailor's return«. Aber erst in dem größern Gedicht »The farmer's boy«, das er fast im Kopfe fertig dichtete, ehe er eine Zeile niederschrieb, und das der Rechtsgelehrte Capel Lofft (Lond. 1800) zum Druck beförderte, entfaltete sich Bloomfields ganze Liebenswürdigkeit und Naivität. Unter seinen spätern Werken hatten nur noch die »Rural tales« (Lond. 1802) eine ähnliche Wirkung. Zuletzt wurde er wieder ein armer Schuhmacher und starb erblindet. Seine »Works« erschienen London 1824, 3 Bände (neue Ausg. 1883); die »Poems« wurden öfter gedruckt. Eine Auswahl seiner Korrespondenz wurde von Hart veröffentlicht (Lond. 1870).
   2) John Arthur Douglas, Lord, engl. Diplomat, geb. 12. Nov. 1802 als der Sohn des Irländers Benjamin B., den Georg IV. zum Generalmajor, englischen Gesandten in Schweden und Peer von Irland erhoben hatte, gest. 17. Aug. 1879, betrat 1818 die diplomatische Laufbahn und wurde 1844 Gesandter in Petersburg. 185160 war er Gesandter in Berlin und bemühte sich während des Krimkriegs, die leitenden Kreise von ihren Neigungen für Rußland abzuziehen. 186171 war er Botschafter in Wien; bei seinem Rücktritt wurde er zum Peer erhoben. Erinnerungen aus seiner diplomatischen Tätigkeit veröffentlichte seine Gemahlin Lady Georgiana B. u. d. T.: »Reminiscences of Court and diplomatic life« (Lond. 1883, 2 Bde.; deutsch, 2. Aufl., Berl. 1894). Vgl. auch »Memoir of Lord B.« (hrsg. von Lady B., Lond. 1884, 2 Bde.).
 
Artikelverweis 
Bloomington (spr. blūmingt'n), 1) Bahnknotenpunkt und Hauptstadt der Grafschaft Mac Lean im nordamerikan. Staat Illinois, mit nahen Kohlengruben, lebhafter Industrie (Maschinenfabriken, Gießereien etc.), wesleyanischer Universität, Normalschule, Waisenhaus für Soldatenkinder und (1909) 23,286 Einw. 2) Hauptstadt der Grafschaft Monroe im nordamerikanischen Staat Indiana, mit der Staatsuniversität, Gerbereien, Kalksteinbruchen und (1999) 6460 Einw.
 
Artikelverweis 
Bloomsburg (spr. blūms-), Hauptort der Grafschaft Columbia im nordamerikan. Staat Pennsylvanien, Bahnknotenpunkt, mit reichen Eisenstein- und Kalksteinlagern, Hochöfen, Eisengießereien und (1900) 6170 Einw.
 
Artikelverweis 
Blooteling Abraham, niederländ. Kupferstecher, geb. 1634 in Amsterdam, gest. daselbstum 1690, arbeitete in der Art von Soutman, C. Visscher und Suyderhoef und stach besonders nach Rubens, unter anderm eine Reihe von Zeichnungen, die als Vorbilder in den Ateliers verwendet wurden, und nach holländischen Meistern (Bega, Wouwerman, van der Helst u. a.). Später wendete er sich der Schwarzkunstmanier zu, die er durch Erfindung des Granierstahls verbesserte, weil sie zur Wiedergabe Rembrandtscher Helldunkeleffekte geeigneter war.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: