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Blomstrand bis Bloomfield (Bd. 3, Sp. 68 bis 69)
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Artikelverweis Blomstrand, Christian Wilhelm, Chemiker, geb. 20. Okt. 1826 in Wexiö, gest. im November 1897 in Lund, studierte in Lund, habilitierte sich daselbst 1854, war 1861 Teilnehmer der wissenschaftlichen Expedition nach Spitzbergen und wurde 1862 Professor der Chemie und Mineralogie in Lund. B. lieferte zahlreiche Arbeiten über Mineralchemie, über Platin- und Goldcyanide, entdeckte mehrere neue Mineralien und bearbeitete namentlich auch die theoretische Chemie. Er schrieb mehrere Lehrbücher der organischen Chemie und »Die Chemie der Jetztzeit vom Standpunkt der elektrochemischen Auffassung aus Berzelius' Lehre entwickelt« (Heidelb. 1869).
 
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Blond (deutsch-franz.), licht goldgelb, besonders vom Haar (s. Meyers Blonder Typus); daher Blondine, weibliches Wesen mit lichtgelbem Haar.
 
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Blondel (spr. blongdell), 1) der Sage nach Spielmann im Dienste des Richard Löwenherz. Als dieser auf der Heimkehr aus Palästina vom Herzog Leopold von Österreich in Wien gefangen genommen und auf der Feste Dürrenstein eingesperrt worden, soll B. ihn lange gesucht und endlich dadurch aufgefunden haben, daß er vor Richards Kerker dessen Lieblingslied angestimmt, worauf der Gefangene mit der zweiten Strophe geantwortet habe. B. soll dann nach England zurückgekehrt sein und Richards Auslösung bewirkt haben. Die Sage findet sich zuerst in den »Récits d'un ménestrel de Reims« (vom Jahre 1260, Ausgabe von de Wailly, Par. 1876). Sie ist durch den Roman »La Tour ténébreuse« von Frl. Lhéritier (1705) bekannter geworden und liegt Grétrys Oper »Richard Cœur de Lion« (Text von Sédaine, 1784) zu Grunde. Vgl. de Puymaigre, Folklore, S. 206ff. (Par. 1885). Er ist nicht zu verwechseln mit dem von Tarbé (Reims 1862) herausgegebenen altfranzösischen Lyriker Blondel de Nesle.
   2) David, geb. 1590 zu Chalons-sur-Marne, gest. 1655, einer der gelehrtesten Theologen und Historiker seiner Zeit, ein Hauptverteidiger des Protestantismus gegen dessen katholische Gegner, zuerst Prediger zu Houdan, später Professor der Geschichte an der École illustre zu Amsterdam. Er schrieb unter anderm: »Pseudo-Isidorus et Turrianus vapulantes« (Genf 1628) und »De la primauté de l'Église« (das. 1641).
   3) Georges, franz. Nationalökonom, geb. 8. März 1856 in Dijon, Professor an der Universität zu Lyon, später an der zu Lille, zur Zeit Titularprofessor an der Handelshochschule und am Collège der Sozialwissenschaften. B. studierte auch an deutschen Universitäten und arbeitete hauptsächlich auf historischem Gebiet in den Seminaren von Mommsen und Brunner (vgl. seine Dissertation: »Étude sur la politique de l'empereur Frédéric II«, 1892). Die meisten seiner Schriften beschäftigen sich mit den volkswirtschaftlichen und sozialen Zuständen Deutschlands, so besonders die »Études sur les populations rurales de l'Allemagne« (mit andern, 1897) und »L'essor industriel et commercial du peuple allemand« (3. Aufl. 1900).
 
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Blonden, leichte, früher nur aus roher blonder Seide (daher der Name), jetzt auch aus schwarzer Seide gefertigte Spitzen mit netzartigem, mit Blumen und sonstigen Figuren broschiertem Grund. Zuerst hauptsächlich in Chantilly und Bayeux hergestellt; jetzt liefert auch Deutschland (Erzgebirge) vortreffliche B.
 
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Blonder Typus (xanthochroischer Typus), beim Menschen die Verbindung blonder Haare mit heller Hautfarbe und blauen, bez. grauen Augen, eine charakteristische Eigenschaft der nordischen (skandinavischen) Rasse; findet sich hauptsächlich in Skandinavien (gegen 70 Proz.), auf den britischen Inseln (gegen 50 Proz.) und in Norddeutschland (gegen 42 Proz.) vertreten und wird um so seltener, je weiter man nach Süden geht. In Deutschland kommt er zu 31,5 Proz., in Österreich zu 19,7 Proz. und in der Schweiz nur noch zu 11,10 Proz. vor. In Deutschland stellen das stärkste Kontingent an Leuten mit blonder Komplexion Lauenburg (mit 45,02 Proz.) und Oldenburg (43,35 Proz.), das schwächste Bayern (20,35 Proz.) und Elsaß-Lothringen (18,41 Proz.). Für den »brünetten« Typus (s. d.) liegen die Verhältnisse umgekehrt. Vereinzelt ist der blonde Typus auch außerhalb dieser blonden Zone anzutreffen, so bei Spaniern, Italienern, Griechen, den Bewohnern der nordafrikanischen Küste, verschiedenen nord- und zentralasiatischen Stämmen, den Juden u. a. Sicherlich ist sein Vorkommen hier auf Einwanderung nordeuropäischer Elemente zurückzuführen.
 
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Blondin (spr. blongdäng), Charles, Seiltänzer, hieß eigentlich Gravelin, geb. 28. Febr. 1824 in St.-Omer (Pas-de-Calais), gest. 19. Febr. 1897 in London, kam früh zu einer Seiltänzergesellschaft und zeichnete sich durch Kühnheit und Geschicklichkeit aus. Berühmt wurde er durch wiederholtes Überschreiten des Niagara (185560) auf einem 50 m über dem Wasserfall angebrachten Seil (sogar auf Stelzen etc.). Später bereiste er alle größern Städte Europas.
 
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Blondine, s. Meyers Blond.

[Bd. 3, Sp. 69]



 
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Blondinette, s. Meyers Tauben.
 
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Bloomerismus (spr. blum-; Petticoat Reform, »Frauenunterrocksreform«), die 1850 von Frau Amalia Bloomer, Gattin des Obersten und Postmeisters Bloomer in Seneca Falls im Staat New York, angeregte Bewegung, die unter Verwerfung der angeblich der Gesundheit schädlichen weiblichen Kleidungsstücke, männliche Bekleidung mit Hosen, Stiefeln und Rock für die Frauen empfahl. Die Sache fand in Amerika und in England Beifall (Bloomervereine, Bloomermeetings), kam jedoch bald wieder in Vergessenheit. Über die neuere Reform der Frauenkleidung s. Meyers Kleidung.
 
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Bloomfield (spr. blúhmfīld), Ort im nordamerikan. Staate New Jersey, Grafschaft Essex, nahe Newark, mit Fabriken und 9668 Einw.
 
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Bloomfield (spr. blúhmfīld), 1) Robert, engl. Naturdichter, geb. 3. Dez. 1766 in Honington, gest. 19. Aug. 1823 in Shefford, war der jüngste Sohn eines armen Dorfschneiders und wurde nach dem Tode des Vaters zu einem ältern Bruder nach London gebracht, um das Schuhmacherhandwerk zu lernen. Das Besuchen einiger Bethäuser und des Coventgarden-Theaters, wo er Stücke von Shakespeare sah, sowie das Lesen geographischer, geschichtlicher und dichterischer Werke (besonders Miltons und Thomsons) förderten die in B. verborgene poetische Ader zutage. Ein Volkslied: »The milk-maid«, nach einer alten Weise gedichtet, das erste, was von ihm im Druck erschien, fand ungeteilten Beifall, ebenso ein zweites: »The sailor's return«. Aber erst in dem größern Gedicht »The farmer's boy«, das er fast im Kopfe fertig dichtete, ehe er eine Zeile niederschrieb, und das der Rechtsgelehrte Capel Lofft (Lond. 1800) zum Druck beförderte, entfaltete sich Bloomfields ganze Liebenswürdigkeit und Naivität. Unter seinen spätern Werken hatten nur noch die »Rural tales« (Lond. 1802) eine ähnliche Wirkung. Zuletzt wurde er wieder ein armer Schuhmacher und starb erblindet. Seine »Works« erschienen London 1824, 3 Bände (neue Ausg. 1883); die »Poems« wurden öfter gedruckt. Eine Auswahl seiner Korrespondenz wurde von Hart veröffentlicht (Lond. 1870).
   2) John Arthur Douglas, Lord, engl. Diplomat, geb. 12. Nov. 1802 als der Sohn des Irländers Benjamin B., den Georg IV. zum Generalmajor, englischen Gesandten in Schweden und Peer von Irland erhoben hatte, gest. 17. Aug. 1879, betrat 1818 die diplomatische Laufbahn und wurde 1844 Gesandter in Petersburg. 185160 war er Gesandter in Berlin und bemühte sich während des Krimkriegs, die leitenden Kreise von ihren Neigungen für Rußland abzuziehen. 186171 war er Botschafter in Wien; bei seinem Rücktritt wurde er zum Peer erhoben. Erinnerungen aus seiner diplomatischen Tätigkeit veröffentlichte seine Gemahlin Lady Georgiana B. u. d. T.: »Reminiscences of Court and diplomatic life« (Lond. 1883, 2 Bde.; deutsch, 2. Aufl., Berl. 1894). Vgl. auch »Memoir of Lord B.« (hrsg. von Lady B., Lond. 1884, 2 Bde.).

 

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