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Blok bis Blondel (Bd. 3, Sp. 67 bis 68)
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Artikelverweis Blok, Petrus Johannes, niederländ. Historiker, geb. 10. Jan. 1855 in Helder, studierte in Leiden und wurde dort Gymnasiallehrer, 1884 Professor der Geschichte in Groningen, 1894 der Nationalgeschichte in Leiden. Er schrieb vornehmlich sozial-politische Studien über die niederländische Geschichte, wie: »Eene Hollandsche stad in de middeleeuwen« (Haag 1883) und »Eene Hollandsche stad onder de Bourgondisch-Oostenrijksche heerschappij« (das. 1884), und eine große »Geschiedenis van het Nederlandsche Volk« (bisher 5 Bde., Groningen 18921901; engl. Bearbeitung, New York 1898ff.; deutsch, Gotha 1901ff.). Er ist Mitherausgeber der Leidener Monatsschrift »Museum«.
 
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Blokade, s. Meyers Blockade.
 
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Blokzijl (spr. -seil), Hafenstadt in der niederländ. Provinz Overyssel, Bezirk Zwolle, an der Mündung des Steenwijker Diep in den Zuidersee, mit Fischerei, Handel und Schiffahrt und (1900) 1402 Einw.
 
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Blomberg, Stadt im Fürstentum Lippe, an der Distel und der Staatsbahnlinie Schieder-B., hat eine evang. Kirche (mit Denkmal des Grafen Bernhard VII.), eine kath. Kirche, Synagoge, Schloß, Amtsgericht, Möbel-(insbes. Stuhl-)Fabrikation, ein Sägewerk und (1909) 3303 Einw.
 
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Blomberg, Hermann von, preuß. General, geb. 5. Juni 1836 in Bromberg, wurde 1853 Leutnant, machte 1866 den Krieg in Böhmen als Hauptmann, den von 1870/71 als Major und Adjutant beim Generalkommando des 2. Armeekorps mit, ward 1879 Oberst, 1885 Generalmajor, 1888 Generalleutnant und war 189198 kommandierender General des 2. Armeekorps.
 
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Blome, Gustav, Graf, österreich. Diplomat, geb. 18. Mai 1829 als ältester Sohn des dänischen Geh. Konferenzrats Grafen Otto B. und der russischen Prinzessin Klementine von Bagration, trat 1848 in die schleswig-holsteinische Armee und wurde Ordonnanzoffizier des Generals Bonin. Auf Veranlassung seines dänisch gesinnten Vaters gab er indes diese Stellung 1849 wieder auf, vollendete seine juristischen Studien und widmete sich in Österreich dem diplomatischen Dienst. Er war zuerst Attaché in Petersburg, machte sich hier 1855 durch eine Schrift

[Bd. 3, Sp. 68]


über die Zukunft Rußlands mißliebig und wurde Sekretär bei der Gesandtschaft in Paris, wo er zum Katholizismus übertrat. 1860 wurde er Gesandter bei den Hansestädten und 1864 in München. 1866 trat er vom diplomatischen Dienst zurück; 1867 wurde er in das Herrenhaus berufen, wo er der ultramontanen Partei beitrat.
 
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Blomeyer, Adolf, Landwirtschaftslehrer, geb. 24. Febr. 1830 in Frankenhausen bei Kassel, gest. 18. Dez. 1889 in Leipzig, studierte die Rechte, wurde dann Landwirt, übernahm 1860 die Domäne Frankenhausen, wurde 1865 Professor an der landwirtschaftlichen Akademie in Proskau, 1868 Professor an der Universität und Direktor des neubegründeten landwirtschaftlichen Instituts in Leipzig. Er schrieb: »Pachtrecht und Pachtverträge« (Berl. 1873); »Die mechanische Bearbeitung des Bodens« (Leipz. 1879); »Die Kultur der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen« (Bd. 1, das. 1889; Bd. 2 von Settegast, 1891).
 
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Blommaert (spr. -mārt), Philipp, fläm. Schriftsteller, geb. 27. Aug. 1809 in Gent, gest. daselbst 14. Aug. 1871, war schon seit 1834 in der niederländischen Zeitschrift »Letteroefeningen« mit Gedichten in flämischer Sprache hervorgetreten, die aber wegen der etwas rauhen Form wenig Glück machten. Wichtiger war die Herausgabe flämischer Dichtungen aus dem 12.14. Jahrh., wie des »Theophilus« (Gent 1836, 2. Aufl. 1858), der »Oudvlaemsche gedichten« (183851, 3 Bde.), »Leven van St. Amand« (184243, 2 Bde.), »De Grimbergsche oorlog« (185254, 2 Bde.), »Geschiedenis der rederijkkamer de Fonteine te Gent« (1847), »De nederduitsche schrijvers van Gent« (1862) u. a. Sein vorzüglichstes Werk ist jedoch die »Aloude geschiedenis der Belgen of Nederduitschers« (Gent 1849), worin er die Ansicht aufstellt, daß die niederdeutschen Gegenden trotz ihrer politischen Zerrissenheit doch noch als Volkseinheit zur Erfüllung einer hohen kulturhistorischen Idee berufen seien, wie er überhaupt als Vorkämpfer des Flamentums 1840 neben Willems der Haupturheber der bekannten Sprachpetitionen war.
 
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Blomstrand, Christian Wilhelm, Chemiker, geb. 20. Okt. 1826 in Wexiö, gest. im November 1897 in Lund, studierte in Lund, habilitierte sich daselbst 1854, war 1861 Teilnehmer der wissenschaftlichen Expedition nach Spitzbergen und wurde 1862 Professor der Chemie und Mineralogie in Lund. B. lieferte zahlreiche Arbeiten über Mineralchemie, über Platin- und Goldcyanide, entdeckte mehrere neue Mineralien und bearbeitete namentlich auch die theoretische Chemie. Er schrieb mehrere Lehrbücher der organischen Chemie und »Die Chemie der Jetztzeit vom Standpunkt der elektrochemischen Auffassung aus Berzelius' Lehre entwickelt« (Heidelb. 1869).
 
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Blond (deutsch-franz.), licht goldgelb, besonders vom Haar (s. Meyers Blonder Typus); daher Blondine, weibliches Wesen mit lichtgelbem Haar.
 
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Blondel (spr. blongdell), 1) der Sage nach Spielmann im Dienste des Richard Löwenherz. Als dieser auf der Heimkehr aus Palästina vom Herzog Leopold von Österreich in Wien gefangen genommen und auf der Feste Dürrenstein eingesperrt worden, soll B. ihn lange gesucht und endlich dadurch aufgefunden haben, daß er vor Richards Kerker dessen Lieblingslied angestimmt, worauf der Gefangene mit der zweiten Strophe geantwortet habe. B. soll dann nach England zurückgekehrt sein und Richards Auslösung bewirkt haben. Die Sage findet sich zuerst in den »Récits d'un ménestrel de Reims« (vom Jahre 1260, Ausgabe von de Wailly, Par. 1876). Sie ist durch den Roman »La Tour ténébreuse« von Frl. Lhéritier (1705) bekannter geworden und liegt Grétrys Oper »Richard Cœur de Lion« (Text von Sédaine, 1784) zu Grunde. Vgl. de Puymaigre, Folklore, S. 206ff. (Par. 1885). Er ist nicht zu verwechseln mit dem von Tarbé (Reims 1862) herausgegebenen altfranzösischen Lyriker Blondel de Nesle.
   2) David, geb. 1590 zu Chalons-sur-Marne, gest. 1655, einer der gelehrtesten Theologen und Historiker seiner Zeit, ein Hauptverteidiger des Protestantismus gegen dessen katholische Gegner, zuerst Prediger zu Houdan, später Professor der Geschichte an der École illustre zu Amsterdam. Er schrieb unter anderm: »Pseudo-Isidorus et Turrianus vapulantes« (Genf 1628) und »De la primauté de l'Église« (das. 1641).
   3) Georges, franz. Nationalökonom, geb. 8. März 1856 in Dijon, Professor an der Universität zu Lyon, später an der zu Lille, zur Zeit Titularprofessor an der Handelshochschule und am Collège der Sozialwissenschaften. B. studierte auch an deutschen Universitäten und arbeitete hauptsächlich auf historischem Gebiet in den Seminaren von Mommsen und Brunner (vgl. seine Dissertation: »Étude sur la politique de l'empereur Frédéric II«, 1892). Die meisten seiner Schriften beschäftigen sich mit den volkswirtschaftlichen und sozialen Zuständen Deutschlands, so besonders die »Études sur les populations rurales de l'Allemagne« (mit andern, 1897) und »L'essor industriel et commercial du peuple allemand« (3. Aufl. 1900).

 

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