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Blödigkeit bis Blokade (Bd. 3, Sp. 66 bis 67)
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Artikelverweis Blödigkeit, s. Meyers Schüchternheit.
 
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Blödīt, Mineral, s. Astrakanit.
 
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Blödsichtigkeit, Volksausdruck sowohl für Lichtscheu als für Schwachsichtigkeit.
 
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Blödsinn, der höchste Grad krankhafter Geistesschwäche, wie er teils angeboren beim Kretinismus und Idiotismus, teils erworben als Endstadium mannigfacher Geisteskrankheiten, des paralytischen Irreseins und als Folge des Gehirnschwundes im höhern Greisenalter (seniler B.) zur Beobachtung kommt. Vgl. Geistesschwäche.
 
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Bloemaert (spr. blumārt), 1) Abraham, holländ. Maler, geb. 1564 in Gorkum, gest. 27. Jan. 1651 in Utrecht, Sohn des Bildhauers und Architekten Cornelis B., lernte in Utrecht bei Joost de Beer und in Paris bei Hieronymus Franken dem ältern, wurde 1597 Bürger in Amsterdam und war seit 1611 in Utrecht tätig. B. übte einen großen Einfluß auf die holländische Malerei; er vermittelte gewissermaßen zwischen ihr und der flämischen Schule und kultivierte das Geschichtsbild, das Porträt, das Genre und die Landschaft in der Art der italienisierenden Manieristen. Seine Zeichnung ist etwas stumpf, seine Farbe bunt. Werke von ihm befinden sich im Haag, in München, Wien, Schleißheim, Braunschweig u. a. O.
   2) Cornelius, Sohn des vorigen, Kupferstecher, geb. 1603 in Utrecht, gest. 1688 in Rom, war Schüler seines Vaters und Crispins de Passe, ging um 1630 nach Paris und dann nach Rom, wo er den größten Teil seines Lebens zubrachte. Er ist vornehmlich der Kupferstecher des Pietro da Cortona und seiner Nachahmer gewesen. Seine Stiche zeichnen sich durch Sauberkeit der Technik und helle, angenehme Behandlung aus, mangeln aber an Kraft. Er war von großem

[Bd. 3, Sp. 67]


Einfluß auf die Stecher aller Schulen. Seine sehr zahlreichen Stiche sind zumeist nach Abr. B., P. da Cortona, Romanelli, Ciro Ferri, Guercino u. a. ausgeführt. Vielbeschäftigt war er auch für die Galleria Giustiniani (nach der Antike).
 
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Bloemen (spr. blu-), 1) Peter van, niederländ. Maler, geb. 1657 in Antwerpen, gest. daselbst 1720, erlangte 1674 das Meisterrecht, ging dann nach Rom, wo er bis 1694 blieb, und wurde 1699 Dekan der Lukasgilde seiner Vaterstadt. Seine häufig vorkommenden Gemälde, zumeist Landschaften und Architekturen, mit Figuren und Pferden staffiert, sind gewöhnlich Schilderungen des Soldatenlebens.
   2) Jan Frans van, Bruder des vorigen, Landschaftsmaler, geb. 1662 in Antwerpen, hielt sich meist in Rom auf, wo er um 1740 gestorben sein soll. Er bildete sich nach den Landschaften Claude Lorrains und G. Poussins; jedoch steht er letzterm in der rhythmischen Schönheit des Linienzugs nach, übertrifft ihn aber öfters in der Klarheit und Abtönung der Fernen, was ihm den Beinamen Orizonte verschaffte.
 
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Bloemendaal (spr. blumen-), durch seine Handelsgärtnereien bekanntes Dorf im NW. von Haarlem, an der Eisenbahn Haarlem-Uitgeest; 6 km nordwestlich die aussichtsreiche Blaue Treppe, eine 60 m hohe Düne, unweit der Trümmer des Schlosses Brederode.
 
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Bloemfontein (spr. blūm-), Hauptstadt des ehemaligen Oranje-Freistaates, an der Eisenbahn Port Elizabeth-Pretoria, unweit des Modder, 1370 m ü. M., in weiter Ebene, hat mehrere Kirchen, zwei Colleges, ein Seminar, ist Sitz eines Bischofs und eines deutschen Konsuls und hat (1899) ca. 12,000 Einw., darunter viele Farbige, die lebhaften Handel, besonders mit Wolle, betreiben.
 
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Blois (spr. blŭá), Hauptstadt des franz. Depart, Loir-et-Cher, am rechten Ufer der Loire, über die eine 305 m lange steinerne Brücke (in der Mitte mit einem Obelisken geziert) zur Vorstadt Vienne führt, Knotenpunkt an der Orléansbahn, zerfällt in einen modernen Stadtteil am Fluß mit schönen Kais und in die Altstadt, die sich mit winkeligen Gassen und alten Häusern eine Anhöhe hinaufzieht, auf deren einem Ende das in verschiedenen Zeiträumen (hauptsächlich unter Ludwig XII. und Franz I.) erbaute, neuestens restaurierte Schloß mit schöner Fassade, prächtigem Treppenhaus und großem Saal (mit alten Gemälden), auf deren anderm die Kathedrale (17. Jahrh.) steht. Andre bemerkenswerte Bauten sind eine römische Wasserleitung (in Felsen gehauen), der bischöfliche Palast mit Terrassengärten, die Kirche St.-Nikolaus (12. und 13. Jahrh.), die ehemalige Jesuitenkirche und zahlreiche Herrenhäuser aus dem 15. und 16. Jahrh. B. hat (1901) 21,407 Einw., die Holz- und Tonwaren, Maschinen, Lebkuchen, Essig etc. fabrizieren und beträchtlichen Handel mit Wein und Branntwein, Vieh und Getreide treiben. Die Stadt ist Sitz des Präfekten, eines Handelsgerichts und eines Bischofs, hat ein Collège, ein theologisches, ein Lehrer- und Lehrerinnenseminar, eine öffentliche Bibliothek (30,000 Bände), ein Museum, ein Theater, ein Irrenhaus und ein Gestüt. B. ist Geburtsort Ludwigs XII., des Physikers Papin, dem hier ein Standbild errichtet wurde, des Marquis Favras, des Juristen Pardessus und der Historiker Augustin und Amédée Thierry. B. war schon zur Zeit der Römer ein wichtiger Ort, wie noch vorhandene Ruinen (ein Aquädukt, Straßen u. a.) zeigen; genannt wird es als Blesae zuerst von Gregor von Tours. Dann wurde es Hauptstadt einer Grafschaft (Pagus Blesensis, seit dem 15. Jahrh. Blaisois) mit dem Ort Blesis, jetzt B. Nach Erlöschen des alten Grafengeschlechts (1218), das von Hugo Capet abstammte, und dem auch Stephan von B., König von England (113554), angehörte, kam B. durch Heirat 1230 an das Haus Châtillon und 1391 durch Kauf an Ludwig, Herzog von Orléans, Sohn König Karls V., dessen Enkel, König Ludwig XII., es 1498 mit der Krone vereinigte. Seitdem war B. bis auf Heinrich IV. häufig Residenz der Könige sowie Sitz der Reichsstände; hier wurden die Bündnisse mit Venedig 15. April 1499 und 14. März 1513, der Friede mit Spanien 5. Dez. 1513 vollzogen. Bei dem 1588 von Heinrich III. nach B. berufenen Reichstag wurde Herzog Heinrich von Guise 23. Dez. auf dem Schloß (im »schwarzen Zimmer«) ermordet und sein Bruder, der Kardinal Ludwig von Guise, 24. Dez. hingerichtet. Ludwig XIII. verlieh das Schloß seinem Bruder Johann Gaston von Orléans. Ludwig XIV. schenkte es seinem Bruder Philipp von Orléans. Vor Napoleons I. Sturz ging die Kaiserin Marie Luise 1. April 1814 mit der Regentschaft nach B., wo die kaiserliche Regierung endete. Vgl. Bergevin u. Dupré, Histoire de B. (Blois 1847, 2 Bde.); La Sauffaye, B. et ses environs (wiederholt); Derselbe, Histoire du château de B. (7. Aufl. 1875).
 
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Blok, Petrus Johannes, niederländ. Historiker, geb. 10. Jan. 1855 in Helder, studierte in Leiden und wurde dort Gymnasiallehrer, 1884 Professor der Geschichte in Groningen, 1894 der Nationalgeschichte in Leiden. Er schrieb vornehmlich sozial-politische Studien über die niederländische Geschichte, wie: »Eene Hollandsche stad in de middeleeuwen« (Haag 1883) und »Eene Hollandsche stad onder de Bourgondisch-Oostenrijksche heerschappij« (das. 1884), und eine große »Geschiedenis van het Nederlandsche Volk« (bisher 5 Bde., Groningen 18921901; engl. Bearbeitung, New York 1898ff.; deutsch, Gotha 1901ff.). Er ist Mitherausgeber der Leidener Monatsschrift »Museum«.
 
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Blokade, s. Meyers Blockade.

 

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